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Schotten glüht


von
Katja Abt


Mit Flip-Flops, Strohhut und viel Wasser bewaffnet glühen wir über geschmolzenen Asphalt unseren zwei- und dreirädrigen Schätzen entgegen – von Schattenfleck zu Schattenfleck. Die Hitze drückt auf den Schultern und Sonnenschutzfaktor 50 soll verhindern, dass wir abends wie eine Grillwurst aussehen, die wir lieber essen wollen. Die Rennfahrer sind nicht wirklich zu beneiden. Oftmals in schwarzes Leder gepresst kochen Fahrer und Motoren beim Vorstart auf, ehe es in den erlösenden Fahrtwind geht. Sogar die Schmierhexen und –maxen bewegen sich lieber im Wind als ruhig bei tropischer Sonne zu verharren. Hartes Licht wirft auch starke Schatten: Die Sehnsucht nach frischer Kühlung hat wohl manchen Fahrer sehr flott werden lassen und zudem hat das Material stellenweise der Belastung nicht mehr standhalten können – so kam es zu etlichen Unfällen, die glücklicherweise alle relativ glimpflich ausgegangen sind. Im Licht standen jedoch alle Teilnehmer – Schotten ist einfach ein Ereignis: - der Kurs: auf öffentlichen Straßen mit Schachtdeckeln und Bordsteinkanten – das Material: wertvolle Raritäten auf Rädern – die Zuschauer: zum Anfassen nah am Geschehen und die Stimmung: faszinierte und glänzende Augen zu winkenden Armen. Dieses Flair ist einfach unvergleichlich.

Im Fahrerlager finden wir einen Jim Redman zum Anfassen, ein Lothar John fährt eine wertvolle Seltenheit und Dieter Braun brummt auf einem beeindruckend klein wirkenden Motorrad um den Kurs. Und auch weniger berühmte Teilnehmer haben alle irgendwie ihre große Geschichte. Die einen schrauben professionell oder aus Leidenschaft, andere organisieren und von wieder anderen ist fahren das tägliche Brot – jeder hat hier einen Namen.

Die Anhänger der dreirädrigen Fahrzeuge bilden eine Familie der besonderen Art – jeder hilft jedem und bei einem Unfall sieht man überall sorgenvolle Gesichter und hilfsbereite Hände – man ist zusammen gewachsen und jederzeit offen für Nachwuchs …ist er noch so alt oder jung.

Dieses Familiäre ist es wohl, das Schotten zu einem Magneten macht – für Zuschauer, Fahrer und VIPs gleichermaßen.

Wie schön wäre es doch, wenn wir neben Schotten im Norden und St. Wendel im Westen auch im Süden mit dem Solitude-Ring so ein beeindruckendes Ereignis zu bieten hätten. Früher hingen die Zuschauer in den Bäumen und säumten zu tausenden die Strecke, während die Größen des Zweiradrennsports ihre kühnen Runden drehten – einfach faszinierend !

 


 

Fotos + Text: Katja Abtwww.katjaabt.de



weitere Fotos vom Schottenring GP 2012 in der Galerie

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