2018 - Bewegtes Leben auf drei Rädern
DDR-Motorsportler der 50er Jahre wurde 90 Jahre

Bewegtes Leben auf drei Rädern


Am 14. Juli 2018 feierte der ehemalige Seitenwagen-Beifahrer Rolf Pöschel seinen 90. Geburtstag. Der erfolgreiche Motorsportler erlangte im Seitenwagenrennsport in der DDR der 50er Jahre einen hohen Bekanntheitsgrad. Heute erfreut sich der gebürtige Dresdner, der seit kurzer Zeit mit seiner Ehefrau Helga in Coswig lebt, noch immer einer hohen Agilität.


Pusch Karl Pöschel Rolf Schleiz 1954 auf BSA 3. PlatzAls „Schmiermaxe“, so die umgangssprachliche Bezeichnung für Seitenwagen-Beifahrer, war er in den Jahren 1949 bis 1957 erfolgreich unterwegs. Die Leidenschaft für den Rennsport wurde ihm wohl in die Wiege gelegt, denn schon Rolf Pöschels Vater Erich war in der Vorkriegszeit mit dem Dresdner Willi Krenkel im Seitenwagenrennsport unterwegs. Als Vater Erich, Werkstattbesitzer für Autos und Motorräder, 1949 Gründungmitglied des Motorsportclub Dresden wurde, war das auch der Anfang der Karriere des jungen Autoschlossers, Rolf, der ebenfalls mit dabei war. Im Juli des Jahres hatten sich im „italienischen Dörfchen“ Dresden rund 60 Rennsportbegeisterte und sächsische Rennfahrer, darunter Rudi Richter, Helmut Eisner, Siegfried und Erich Wünsche getroffen, um aus der Elbflorenz wieder eine Hochburg des Motorradrennsports zu machen.

Willi Krenkel Rolf Pöschel Sachsenring 1956 DDR Meister 1Schon im Folgejahr wurde Rolf Pöschel DDR-Meister mit Seitenwagenfahrer Willi Krenkel, ein weiters Mal 1956. Hinzu kommen drei DDR-Meistertitel in der Sand- und Grasbahnmeisterschaft mit Fahrer Fritz Suhrbier. Daneben war er in den Jahren 1955 und 1956 in der Weltmeisterschaft unterwegs. Im Jahr zuvor saß er bei Karl Busch im Boot. Doch waren die DDR-Gespanne meist zu alt und hatten nur eine geringe Leistung - für westlichen Fahrer in diesem Punkt keine Konkurrenz. Doch die fehlende Motor-Leistung kompensierten die ostdeutschen Sportler mit fahrerischem Können.

Gegen Ende seiner Laufbahn 1957 bestritt er Rennen aushilfsweise mit Friedrich Staschel und dem späteren Weltmeister Max Deubel.

IMG 6066Rolf Pöschel schrieb seine Geschichten aus dem Seitenwagensport seit 2006 nieder. Nach sechs Jahren brachte er ein 270-seitiges Buch mit dem Titel „Schmiermaxe“ heraus, ein Dokument jener Zeit.

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 Text: Thomas Fritzsch
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