Beiträge von jochen

    Der grüne Verkehrsminister von Baden-Württemberg, Winfried Hermann, hat sich wieder mal auf die Jagd nach Wählerstimmen begeben. Wohl in seinem Fall auch dringend notwendig, wenn man so die Beurteilung seiner Tätigkeit in der Bevölkerung betrachtet.
    Schon in der Schule wäre wir alle mit einem solchen Notendurchschnitt mit Pauken und Trompeten durchgefallen. Herhalten müssen natürlich wieder wir Motorradfahrer, ist doch nach seiner Ansicht jeder zweite von uns mit 87 Dezibel zu laut und damit illegal unterwegs und gehen unseren Mitmenschen mit Geräuschen, die er mit einem Preßlufthammer vergleicht, auf den Nerv. Es werden also Werte heran gezogen, die noch deutlich unter denen seines ach so geliebten Tiroler Vorbildes liegen.
    Die bösen Jungs müssen natürlich auch umgehend mit einem bis zu 10fach höheren Bußgeld belegt werden. Es erscheint das hier jemand in seiner eigenen Ideologie verfangen ist (Altersstarrsinn?) und dafür den dicken Knüppel auspackt, den er meint durch seine Berufung ins Amt verwenden zu dürfen.
    Äußerungen der Bürgermeisterin von Sasbachwalden, Sonja Schuchter, dass ihr aus der Bevölkerung gemeldet wurde, dass die Motorradfahrer offensichtlich sensibler geworden sind und auf dem gemeinsamen Verständnis, dass sich etwas ändern muss, gesetzt werden sollte, aber eben nicht über Verbote , sondern durch Überzeugung, Kontrollen und verbesserte Produktion, passen da nicht ins Weltbild.
    Er könnte ja mal einen Blick nach Rheinland-Pfalz werfen, wo sein Amtskollege Volker Wissing den Dialog mit dem Bürger - jawohl auch das sind Motorradfahrer - sucht und in einem runden Tisch gemeinsame Lösungen anstrebt. Das nenne ich Demokratie.
    Das Vorgehen im Musterländle erscheint mir da eher wie das Gegenteil. Seit Amtsantritt wurde das Ministerium von "Winnie" personell immer mehr mit Spitzenfunktionären aufgestockt, doch nach meinem Dafürhalten gibt es weder im öffentlichen Personennahverkehr noch im Straßen- ausbau oder Unterhalt nennenswerte Fortschritte, vielmehr ist ein Berufspendler täglich immer noch mit überfüllten Zügen, deren Unpünktlichkeit und Staus auf den Straßen konfrontiert. Da wird am Wahlsonntag abends wieder das Gejammere groß sein, wenn die rechts außenstehende Partei noch mehr Zulauf erhält.

    Alles Gute zum Geburtstag. Ernst und Suzuki GSX-R - das gehört(e) einfach zusammen. Denke gerne an die Superbike-Rennen in den 1980iger Jahren, vor allem an Speyer mit der Traumkulisse des Doms, zurück. Bei einem Besuch der Sounds of Speed am Salzburgring 2008 dachte ich beim Schlendern durchs Fahrerlager "den kennst du doch" - es war Ernst Gschwender und er freute sich, dass ihn sogar bei dieser Veranstaltung jemand erkannte. Thema war dann nur kurz sein US-Bolide, sondern klar Motorradrennen.

    Kann nur unterstreichen was Karl schon ausgeführt hat. Auf jeden Fall Fahrzeugschein bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil 1 aushändigen lassen und gut aufbewahren. Ansonsten gibt es bei einer späteren Wiederzulassung ganz erhebliche Probleme und je nach Zulassungsstelle einen immensen Aufwand mit eidesstattlichen Erklärungen usw.. Habe das selber bei der Zulassung einer Yamaha RD 250 erlebt und musste erfahren, dass das was ich mal gelernt hatte, nämlich dass der Kraftfahrzeugbrief oder die Zulassungsbescheinigung Teil 2 als Besitznachweis reicht, heute offensichtlich keinen Bestand mehr hat.

    Weder beruflich noch privat habe ich bisher bei Grünen-Politiker, egal in welchen Ebenen, jemand kennengelernt, der/die für das motorisierte Zweirad oder schon gar nicht für den Motorsport Symphatie gezeigt hätte, sondern immer das krasse Gegenteil. Man fordert Einschränkungen und schreit nach Verboten, bzw. verhängt sie. Argumente anderer zählen nicht, nur man selber hat die Weisheit mit Löffeln eingenommen. Innenstädte sollen mit Tempolimits und Durchfahrtsbeschränkungen überzogen und ihre Überwachung mit Radaranlagen und Personal überwacht werden. Da der Bürger im Schilderwald nicht mehr durchblickt und erzogen gehört, muss diese Überwachung ausgeweitet und natürlich die Strafen drastisch erhöht werden. Nicht nur in Baden-Württemberg findet das bei der Landesregierung natürlich Gehör. Und dort geht man selber mit bestem Vorbild voran. Wenn der Tross des (grünen) Ministerpräsidenten bei starkem Regen Aquaplaning Probleme hat, dann war das nicht vorhandene Tempolimit Schuld. Der (grüne) Umweltminister ignoriert Tempobeschränkungen auf der Autobahn deutlich, klar, war ja nach Familienbesuch auch in Zeitnot. Der (grüne) Verkehrsminister aus Stuttgart - dessen Politik und Erfolge beim öffentlicher Personennahverkehr in Umfragen quer durch die politischen Lager mit der Schulnote 6 abgestraft wurden - hat bei den bösen Motorradfahrern ein Feld gefunden, wo er sich profilieren kann und will. Im Juli hat er noch gezittert, dass Protestfahrten vor seinem Ministerium enden und Symphatie geheuchelt. Kaum stand der Winter vor der Tür, wurde er dann wieder akiv - lokale Fahrverbote nach Tiroler Vorbild, Tempo 80 und 100 auf Land- bzw. Autobahn. Wir trösten uns mit "es wird schon nicht so schlimm werden" und gleichzeitig haben viele Brülltüten an ihren Maschinen, kaufen Motorräder die legal immer lauter werden oder halten Bikes wie die neue BMW R 18 hinsichtlich des Sounds für zu leise und legen schon mal die Kohle für eine Nachrüstanlage bereit. Getreu dem politischen Vorbild donnern wir dann in ganzen Horden unter Mißachtung durch landschaftlich reizvolle Strecken, die Anwohner sollen sich halt mal nicht so haben. Aber nur so lange wir noch dürfen....

    Mein Zimmer zuhause bei meinen Eltern war zu gepflastert mit Postern und eines davon zeigte Jan de Vries in der charakteristischen Lederkombi auf der Kreidler. Sicherlich waren seine Erfolge in der WM mitentscheidend dass ich mich dann auch 1975 eine Kreidler Florett RS zu legte. Ob bei den Bikers Classics in Spa oder in St. Wendel lernte ich Jan de Vries und seine freundliche und entgegenkommende Art schätzen. Gerne erinnere ich mich an Spa als er und der ebenfalls unvergessene Cees van Dongen es mir mit einem verschmitzten Lächeln ermöglichten mich durch ihre Box in die Pit Lane für Fotos in die Pit Lane zu schmuggeln. Unvergessen auch die Abende in St. Wendel, wo die holländische Clique mit Jan und seiner Frau sicherlich nicht zu den ersten gehörten, die die geselligen Runden zur Nachtruhe verließen. Er wird bei zukünftigen Klassik-Veranstaltungen eine große Lücke hinterlassen. Ruhe in Frieden.

    Wenn ich bei Klassik-Veranstaltungen eine gelbe Suzuki RM, egal welchen Baujahres, sah, fiel mir unweigerlich Joel Robert ein, der für mich eine der interessantesten Motocross-Fahrer aller Zeiten bleiben wird und diese Sportart nicht nur in seiner aktiven Zeit, sondern ja auch danach als Trainer prägte. Seine Beerdigung, an der trotz widrigen Wetterverhältnissen offensichtlich zahlreiche Cross-Fans mit ihren Maschinen teilgenommen haben, ist ein deutliches Zeichen, dass er nicht vergessen sein wird. Ein Autogramm von ihm wird in meiner Sammlung immer seinen Ehrenplatz haben. Ruhe er in Frieden.

    Er war für mich einer der Helden der frühen Dakar und von mir bewundert wie er auf zwei und vier Rädern durch die Wüste pflügte. Ruhe in Frieden

    Immer wieder interessant zu was mich classic-motorrad bewegt. In meinen Aufschrieben hatte ich zu den Bildern Goverment´s Corner notiert und immer für mich auch diesen Namen verwendet. Richtig wäre wohl Governor`s Bridge, also auch nicht Governor`s Corner, so laut der TT-Homepage. So fand ich es auch in weiteren Rennprogrammen von mir, aber eben in einem Programm von 1982 auch Goverment`s Corner. Wie auch immer die richtige Bezeichnung lautet, genau an dieser Stelle haben wir 1982 gestanden. Zum vom HOB eingesetzten Motorrad steht im Programm nur Honda 998. Wenn ich mich aber richtig erinnere, war es tatsächlich eine Egli, denn mein Freund Waldemar, mit dem ich damals die erste von fünf Fahrten auf die Isle unternommen hatte, war absoluter Egli-Fan und deshalb kamen wir nie an einer Egli vorbei, ohne die genau zu betrachten. Also damals auch im Fahrerlager in Douglas. Bilder von dem Motorrad habe ich leider keine mehr, war schließlich lange vor der Digitalisierungs-Fotografie und ich musste mit den Dia-Filmen im Tankrucksack sorgfältig umgehen, zumal nicht nur die TT selbst, sondern auch die Anreise durch England und die anschließende Schottland-Tour jede Menge Motive hergab.

    Hallo, für mich mal wieder eine (Berg-)rennstrecke, von der ich noch nie gehört habe. Immer wieder interessant, wo überall bis in die 1980iger Jahre hinein solche Veranstaltungen stattgefunden haben. Kleiner Tip am Rand: Malcom Mitchell aus GB betreibt eine überaus interessante Homepage, wo die Titelseiten von Rennprogrammen aus allen Herren Länder und ab den Urzeiten bis zu aktuellen Veranstaltungen abgebildet sind. Hat mir schon ein paar Mal geholfen, wenn ich auf der Suche war und habe auch schon manche Stunden beim Betrachten der Rennprogramme verbracht. Übrigens freut sich Malcom über jeden Scan, der ihm per email zugesendet wird. Info: http://www.progcovers.com

    Musste erst suchen und dann auch noch vom Dia scannen, deshalb die schlechte Qualität.

    Das eine Bild zeigt Goverment Corner mit einer Honda 998 und das


    andere in der Formula II in Ramsey auf einer Ducati Pantah.

    Im Programmheft der TT von 1982 ist HOB gelistet mit Ducati 598. Bin mir ziemlich sicher, dass es eine Pantah 600 TT2 war, einer im Feld recht häufigen Maschine, die auch der Sieger Tony Rutter einsetzte.

    Wie TT-Kenner und absoluter Kenner der St. Wendeler Renngeschichte Bulli schon geschrieben hat, war HOB 1988 dort mit Startnummer 1 in der BOT Klasse angetreten. Das Rennen am Sonntag, den 21. August wurde nach nur 2 Runden wegen einsetzendem Regen abgebrochen. Sinnvoll, den der Startkurs war für Slick-bereifte BoTler zu gefährlich. Auch nach dem 2 Start flogen einige Fahrer ab, so dass insgesamt nur 9 Fahrer ins Ziel kamen. Und diese Nummer 9 war eben HOB, der sich damit die ersten beiden DM-Punkte in dieser Klasse gut schreiben lassen konnte. Es war übrigens das erste Jahr in der die BOT als Deutsche Meisterschaft ausgetragen wurde.

    Glaube dass war auch das Jahr in dem Bulli und ich uns das erste Mal getroffen hatten.

    Kann vielleicht ein klein bißchen weiterhelfen. Hans Otto Butenuth war 1992 bei den Southern 100 vom 30. Mai bis 2. Juni am Start. War damals selbst auf der IoM. Aus meinem persönlichen Archiv Scan des Programms und der Starterliste. HOB hatte die Startnummer 16.


    Jetzt muss ich aber doch mal eine Lanze für den aktuellen Rennsport brechen. Zwar sind auch mit die Eintrittspreise für MotoGP zu hoch und bei meinem letzten Besuch eines Superbike-WM Laufes am Nürburgring war ich im Hinblick auf die langen Pausen zwischen den Läufen, dem langweiligen bzw. gar nicht vorhandenen Rahmenprogramm sowie dem Armbändchen-Irrsinn im Hinblick auf die Berechtigungen im Fahrerlager auch enttäuscht. Dafür bin ich immer noch ein Fan der IDM. Da folgt Lauf auf Lauf, das Fahrerlager ist frei zugänglich und in der Mittagspause gibt es sogar einen Pitwalk. Das gilt auch für die Rennen der IRRC. Gruß Jochen

    Die Hoffnung auf spannende Rennen live und vor Ort bleibt. Die Termine für IDM und IRCC stehen, leider mit Terminüberschneidungen bei manchen Läufen. Auch Landshaag (mit Alternnativtermin) und Juhlbach sind terminiert.

    Lieber Pitstop, in einem gebe ich Dir garantiert recht: lieber ein Rennen vor Ort erleben und da ziehe ich jede IRRC-Veranstaltung oder ein IDM-Rennen der Fernseh-Live-Übertragung eines Moto GP vor. Mit meinen Söhnen habe ich das schon öfters diskutiert. Die fragen sich immer wie man vor Ort auf einer Tribüne sitzt, während man zuhause so tolle Kameraperspektiven genießen kann. Athmosphäre, Geruch und das andere Drum-Rum - alles keine stichhaltigen Argumente. Und glaubt bloß nicht, dass die beiden den Unterschied nicht kennen, den sie waren von klein auf schon mit uns auf Moto-Cross-Veranstaltungen und später bei Rennen auf dem Hockenheim- und Salzburgring. Doch bei mir ist es auch so, dass wenn die Sonne lacht, ein Motorrad- oder Oldtimertreffen lockt, mich das Fernseh-Erlebnis Moto GP eher kalt läßt, Trotzdem freue ich mich über die Möglichkeit Training und Rennen per Servus-TV anschauen zu können. Eines tue ich mir aber nie an, die Kommentare nach dem Rennen. Nach dem Zieleinlauf ist bei mir Schluß mit "Glotze". Und das war schon immer so, ob Moto-GP, Formel 1 oder DTM, egal bei welchem Sender. Kleine Anekdote am Rand: vor 3 Jahren waren wir in Dortmund, wollten einfach mal die viel gepriesene Stimmung beim dortigen Hallen-Cross erleben. Als wir nach dem Wochenende wieder zuhause waren, schwärmte unser Älterster von den Sprüngen und dem Finale, wobei seine Ex-Erziehungsberechtigte nicht gerade vor Begeisterung gesprüht hätte. Wie bitte? Wie kommt der darauf? Antwort: Live-Streaming per Internet und wenn man so Plätze hat, dass man immer wieder von der Kamera erfasst wird, unterliegt man halt der Kontrolle durch den Sprößling.

    Der Syburger Verlag wurde 1981 gegründet, damit der "Syburger", ein Heft mit Berichten aus der MotorradSzene verlegt werden konnte. Das Heft erschien monatlich und lag kostenlos bei Händler und an Treffpunkten, natürlich auch am Motorradtreff bei der Hohensyburg - dem Namensgeber - aus. Im Laufe der Zeit kamen weitere Regionalausgen wie der MotorradSpiegel für Baden-Württemberg dazu. Derzeit sind es nach dem gleichen Konzept insgesamt 8 Regionalausgaben von Nord (der Kurve für Hamburg, Schleswig Holstein, ) bis Süd (der MotorradSzene Bayern). Seit einiger Zeit erscheinen alle diese Magazine unter "MotorradSzene" wobei die ursprünglichen Namen als Untertitel erhalten blieben und mit "Aktuelles aus Eurer" Region auch der lokale Bezug gegeben ist. Gesamtauflage monatlich 190.000 Stück.

    Dazu gesellte sich später die MotorradNews, welche es im Zeitschriftenhandel zu kaufen gibt. Diese Zeitschrift entwickelte sich zu einem der führenden Motorradpublikationen.

    Wieder eingestellt wurden die RollerSzene und durch die Fusion jetzt mit Tourenfahrer und Motorradfahrer (vorübergehend?) die "Kurve", ein Magazin, das sich den Youngtimern widmete.

    Der Erfolg liegt vielleicht darin, dass die Macher beim Syburger alles überzeugte Motorradfahrer sind, teilweise schon seit Gründung mit dabei und eben auch jungen Redakteuren, die die altgedienten dann schon mal als "Silberrücken" bezeichnen. Da wird zum Bericht über das Alte Elefantentreffen am Nürburgring nicht mit Dienst-PKW angereist sondern mit dem Motorrad und standesgemäß (nein nicht im Hotel) sondern im Zelt vor Ort übernachtet.

    Wenn ich so in mein Umfeld schaue, wundert es mich nicht, dass es eine Konzentration bei den Publikationen gibt. Kaum jemand hat noch ein Abo der Motorrad, gekauft wird das Heft wenn dann nur ab und zu spontan. Noch vor 15 Jahren wurden die Test und Berichte bei uns an den Stammtischen heiß diskutiert. Die Jüngeren wie meine Söhne beziehen ihre Infos aus dem Netz. Das auch bei den Magazinen, die sich dem Reisen mit dem Motorrad widmen, die Vielzahl an Titeln sich nicht halten können, erscheint mir logisch. Denn die Finanzierung erfolgt ja schließlich nicht nur über den Preis, den wir entrichten, sondern vor allem über die Anzeigen von Herstellern, Händlern und Zubehörketten. Schaut nur mal in eure Umgebung, wie viele Händler gibt es denn noch? Auch Hein Gericke ist vom Markt verschwunden.

    Ab und zu bekomme ich auch die Motorsport-Aktuell am Mittwochstammtisch mitgebracht und es geht mir wie Andre, bin schnell durch. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich mir tatsächlich die Infos zum Motorsport ganz gezielt online bei speedweek.com hole, entweder bezogen auf Serien wie die IDM oder bei Motocross, Bahnsport usw. ganz gezielt im Vorfeld bei der Planung des Besuches einer solchen Veranstaltung und als Bericht und die Ergebnislisten hinterher. Bin also selber teilweise auch mit schuld, wenn die Printmedien zu kämpfen haben. Ist wie beim Tanken und Einkaufen, auch da zücke ich immer mehr die Kredit- oder Scheckkarte, bin aber ein Verfechter, dass Bargeld erhalten bleibt.

    Auch www.classic-motorsport wird bei mir täglich geöffnet und studiert, aber persönlich nehme ich auf ein gewisses Örtchen oder ins Bett kein Laptop mit, da ist mir etwas gedrucktes, was ich in den Händen halten kann einfach lieber.

    Lange hatte ich mir im Hinblick auf Corona-Zeiten überlegt, ob ich an einer der Demonstrationen gegen Motorradfahrverbote vor zwei Wochen teilnehme. Meine Entscheidung es zu tun, führte familienintern, zu angeregten Diskussionen -wohlgemerkt unter lauter Motorradfahrern- und fahrerinnen. Im Gegensatz zum BVDM, den ich für seine Arbeit im Hinblick auf Streckensperrungen durchaus sehr schätze, war und bin ich jedoch durchaus der Ansicht, dass es jetzt an der Zeit war und ist, Flagge zu zeigen. Über 5000 Teilnehmer in Friedrichshafen war dann wohl auch ein deutliches Zeichen und führte zusammen mit den anderen Veranstaltungen in ganz Deutschland zu entsprechenden Reaktionen. Unter den Troß hatten sich aber leider auch einige gemischt, die leider nicht erkannt hatten, dass sie mit ihren Brülltüten und ihrem Verhalten die sind, für die wir alle jetzt den Kopf hinhalten dürfen. Oder meinte der Fahrer einer BMW K 1300 S, dass das mehrfache Hochdrehenlassen seines Gerätes bei den Anwohnern Gefallen ausgelöst hat und unser Anliegen unterstützt? Aber ich habe da alle Hoffung fallen gelassen, das bei diesem Klientel die Vernunft jemals siegt. Es wird halt nur über rigide Maßnahmen wie Kontrollen und Strafen gehen. Auf Einsicht bei den Herstellern hoffe ich derzeit auch noch nicht, man verhält sich hier sehr zurückhaltend und verweist ja nur darauf, dass man sich ja im legalen Rahmen bewegt (war das beim Diesel-Skandal nicht auch so?). Motorräder sind nicht nur nach meinem Dafürhalten die letzten Jahre in der Wahrnehmung lauter geworden und nicht nur wegen Nachrüstanlagen sondern auch in der Serie. Empfohlen sei hier ein Bericht im SWR-Fernsehen ( http://www.swrfernsehen.de/zur-sache-bw/motorradlaerm-kein-handlungsbedarf-100.html  ). Dies zum einen im Hinblick auf die Reaktion und Empfindungen von Anwohnern im Gespräch mit Motorradfahrern als einer davon seine KTM vorführte und zum anderen in den Stellungnahmen des baden-württembergischen Verkehrsministers Herman. Er war einer der Strippenzieher, dass der Bundesrat neben den anderen Maßnahmen auch das Sonntags-Fahrverbot mitaufnahm. Ob wie jetzt von ihm abgeschwächt nicht generell sondern nur lokal ist mir egal. Es ist die Grundlage dafür, dass in jeder Gemeinde viel einfacher als bisher Fahrverbote verhängt werden können und ein Flickenteppich von "da darf ich - aber um die nächste Kurve dann wieder nicht" auf das gleiche Ergebnis hinausläuft. Welcher Kommunalpoltiker wird sich dem Druck seiner Wähler widersetze, wenn der Amtskollege nebenan sich schon mit einem Verbot profiliert hat? Genau das ist doch die Strategie von Herman und Co. Und genau hinhören: Bundesverkehrsminister Scheuer sieht zwar keinen Handlungsbedarf, doch hat Herman ja klar zum Ausdruck gebracht, das eine solche Empfehlung wohl nicht so einfach ignoriert werden kann. Wäre ja auch nicht das erste Mal das Scheuer einen Rückzieher macht (PKW-Maut / Bußgeldkatalog). Deshalb können wir uns nicht zurücklehnen und meinen, dass die Kuh vom Eis ist. Deshalb werde ich weiter protestieren, aber auch mein eigenes Verhalten noch mehr anpassen und noch weiter weg vom Ortsschild erst am Gas drehen.

    Wolfgang Müller war als ich Mitte/Ende der 1970iger Jahre die ersten Rennen besuchte sowohl in der DM als in der WM einer der Fahrer für den wir immer die Daumen drückten, nicht zuletzt, da er ja wie wir aus dem Schwabenland kam. Immer interessant waren dann die späteren Begegnungen bei Classic-Veranstaltungen, zuletzt beim Maipokal-Revival am Hockenheimring. Er wird fehlen. Ruhe in Frieden.


    Manchmal läßt es sich halt nicht vermeiden und um schnell wohin zu kommen oder beizeiten wieder zuhause zu sein muss ich mit dem Motorrad die Autobahn unter die Räder nehmen. Vor 7 Jahren bog ich auf dem Heimweg von Schotten am späten Sonntagnachmittag auf den nach Bernd Rosemeyer benannten Parkplatz ein und besuchte die im Wald verdeckte Gedenkstätte auf. Die gibt es immer noch, aber der Parkplatz wurde zwischenzeitlich in Bornbuch-West umbenannt. Diese Umbenennung erfolgte wohl nach den Richtlinien des Bundesverkehrsministeriums wonach unbewirtschaftete Parkplätze landschaftsbezogene Namen zu tragen haben. Für mich wahrscheinlicher ist, dass bei der Umbenennung wohl eher die Zugehörigkeit des Spitzenrennfahrers zur SS eine Rolle gespielt hat.

    Es ist wahrscheinlich immer schwer aus dem Schatten so erfolgreicher Eltern zu treten. Prof. Dr. Rosemeyer ist das gelungen- Vor einigen Jahren war ich in Ingoldstadt bei Audi und stöberte nach einem Besuch des Museums noch ein wenig im Shop rum. Als ich ein dort ausliegendes Buch über Bernd Rosemeyer durchblätterte sprach mich eine der Verkäuferinnen an und erzählte mir voller Stolz, das vor wenigen Minuten der Sohn des großen Rennfahrers hier gewesen wäre und schwärmte von seiner netten so gar nicht abgehobenen Weise und das er für jede der Damen im Museum und Shop ein nettes Wort gefunden hätte. Zuhause habe ich dann das Buch von Elly Beinhorn "Mein Mann - der Rennfahrer" rausgekramt, das ich Jahre zuvor für ein Nasenwasser auf einem Flohmarkt erstanden hatte und nochmals gelesen. Glaube jetzt wäre es auch mal wieder an der Zeit.

    Ja Karl, da decken sich Deine Erfahrungen leider voll mit den meinen. Schon vor langer Zeit wurde bei der Durchführung der Schauinsland-Klassik ein einer Partei nahestehendes Gutachterbüro für einen hohen Betrag beauftragt um dann zu dem Ergebnis zu kommen, dass 160 Oldtimer, die an einem Sonntag zweimal die Strecke befahren, weniger die Umwelt belasten als tausende Autos mit Ausflügerln in der selben Zeit. Da nutzte auch nichts, dass man das Ergebnis versuchte zu verschlechtern, indem man en Besucherverkehr miteinfließen ließ. Jetzt verdienen sich überall Gutachterbüros mit Lärmgutachten eine goldene Nase und plädieren für flächendeckendes Tempo 30. Längere Fahrzeiten, Wartezeiten für den Querverkehr da die Schlange ja kaum abreißt, kein Rollen bei Tempo 50 sondern notwendiges Runterschalten mit höherer Drehzahl und den damit verbundenen Erhöhungen bei Verbrauch, Schadstoffausstoß und Geräusch werden bei den Vorstellungen in den Gremien kaum erwähnt oder mit dem Argument, dass sich dass Abrollgeräusch der Reifen verringert, erschlagen. Bezeichnend, dass den Gutachtern manchmal die Umgebung nicht mal persönlich bekannt ist, sondern ein solchesGutachten mit den entsprechendenen einseitigen Empfehlungen fernab im Büro am Computer anhand von Lageplänen erstellt wird.

    Mit dem Thema Fahrverbote müssen wir Motorradfahrer schon Jahrzehnte leben und nun haben deren Befürworter nicht nur die Unfallzahlen als Argument zur Einführung an der Hand, sondern mit dem Hintergrund Lärm auch schneller die Möglichkeit davon Gebrauch zu machen.

    Vor 3 Tagen fuhr ich von Berchtesgaden aus zur Nordauffahrt der Rossfeld-Höhenringstraße. Ein dort aufgestelltes Lärm-Display begann als ich mich näherte wie wild zu blinken. Falls das Gerät eine Auswertungsmöglichkeit besitzt, bin ich jetzt also als Lärmsünder enttarnt und statistisch registriert - mit meiner absolut serienmäßigen Honda CBF 1000 im höchsten Gang und unter Einhaltung der Tempobegrenzung von 70 KM/h. Ein Schelm wer böses denkt und natürlich war das Gerät von einem für Messung und Betrieb eingewiesenen Mitarbeiter der Straßenmeisterei aufgestellt worden.....oder..?

    Bei der Fahrt über die Höhenringstraße drängten sich da unweigerlich weitere Fragen auf. Warum macht sich insbesondere der baden-württembergische Verkehrsminister Hermann für die Bundesrat-Iniative so stark? Muss er davon ablenken, dass es ihm und seinem seit seinem Amtsantritt aufgeblähten Verkehrsministerium nicht gelingt, den öffentlichen Personennahverkehr akktraktiv zu gestalten. Bei Sitzungen zu diesem Thema glänzt er lieber durch Abwesenheit um anderswo mit Gastvorträgen seine Ideologie zu verbreiten als sich den Fragen verärgerte Bus- und Bahnnutzer zu stellen. Oder sollte man sich wünschen, dass der Tiroler Landeshäuptling bei der Ausbreitung von Corona im Februar-März genau so harsch wie bei den jetzt verhängten Fahrverboten für Motorräder oder der letztjährigen Aktion, wo die Polizei das Befahren von Nebenstrecken zugunsten der mautpflichtigen Autobahn unterbunden hatte, gehandelt hätte.

    Trotzdem habe ich das Roßfeld genossen und werde weiter so lange es geht mit dem Motorrad unterwegs sein, dankbar für alles was ich auf 2 Rädern erleben durfte.

    Verweisen möchte ich auf einen tollen Artikel unter http://www.oldtimer-markt.de mit dem Thema "Motorrad-Fahrverbote - jetzt blecht der Bürger".

    Jochen

    Wer Friedrich Ehn mal bei einem Besuch in seinem Museum erlebt hat, weiß, wass nicht nur die österreichische Szene an Wissen verloren hat. Bleibt nur zu hoffen, dass seine Sammlung erhalten bleibt und weiter besichtigt werden kann. Ruhe in Frieden.

    Eine ideale Gelegenheit nochmals auf die super Sonderausstellung im Deutschen Zweiradmuseum in diesem Jahr zu verweisen. Dort sind aus den Jahren 1965 bis 1980 ausgesuchte Rennmotorräder zu bestaunen. Und natürlich gibt es auch genügend Exponate zum Rennsport in der Dauerausstellung unter anderem auch die WM-Suzuki.

    Von den Fahrern auf der Karte habe ich leider nur noch eine Autogrammkarte (wie immer dürfte es gerne noch die eine oder andere mehr sein....das Los eines Sammlers) und von ihm war ja schon die Rede. Gustl Auinger, der Anfang Mai seinen 65. Geburtstag begehen konnte, dürfte ja durch servus-tv auch jüngeren Moto-GP-Fans bekannt sein. Seine Rennfahrer-Gene hatte er ja den Sohn weitergegeben, der aber auf 2 Rädern zu viel unterwegs war. Es hat mir unheimlich Spaß gemacht, mal wieder in meinem Ordner für die österreichische Fraktion zu kramen.

    Eugen Hagenlocher stammte aus Herrenberg und hatte dort eine Werkstatt. Er war in den 1950iger Jahren auf Norton und BMW unterwegs, auch international. Bin irgendwann mal im Rückblick eines Programmheftes der Classic Veranstaltung am Schleizer Dreieck auf ihn gestoßen, habe aber bisher nicht weiter recherchiert. Aber im Gäu sitzen etliche Spezialisten; hatte selber schon vor mal Otto Walz darauf anzusprechen, aber es hat sich bisher keine Gelegenheit gefunden.

    Für mich war Horst Briel einer der Generation um Ernst "Klacks" Leverkus, die auch nach der Wirtschaftswunderzeit in der Zeit bis zum Boom des Motorrads als Freizeitgerät in den 1970iger jahren, das Motorrad hoch hielten und sich aktiv im BVDM engagierten. Ihm ist es auch mit zu verdanken, dass es eine Veranstaltung wie das Elefantentreffen über Jahrzehnte hinweg zunächst am Nürburgring und dann am Salzburgring gegeben hat und damit auch heute noch das älterste Wintermotorradtreffen ist. Sein Buch "Heiße Öfen" steht natürlich in meiner Bibliothek, gleich neben den Büchern von Klacks. Bin mir sicher, dass der "da oben" schon auf ihn wartet um gemeinsam wieder über Motorräder zu schwafeln. RIP

    Ebenfalls noch in der zweiten Reihe ist Johann Zemsauer zu entdecken. 1973 wurde er nicht nur österreichischer Meister in der 125ccm Klasse, sondern konnte beim Heim-GP einen 8. Platz einfahren. 1974 und 1975 war er immer wieder für eine Top-Ten-Platzierung gut, was ihm in dieser umkämpften Klasse zum einen Endrang 17 und zum anderen einen beachtlichen Endrang 8 in der Weltmeisterschaft einbrachte, 1976 lief er wiederum beim Heim-GP nochmals auf dem 8. Platz vor heimischer Kulisse ins Ziel ein.

    Bei Boris Palmer wundert einen ja sowieso nichts mehr, eher wie jemand mit seinen publikumswirksamen geäußerten Ansichten und Taten quer durch alle Altersklassen als Oberbürgermeister gewählt wurde. Ein ansehnlicher Anteil seiner Wähler und Wählerinnen hätte bei der vermutlichen statistischen Restlebenszeit ja einen Schutz bei Covid 19 sowieso nicht verdient gehabt - aber es haben ihn ja alle mal wieder falsch verstanden. Nur genau solche Leute können wenn die Iniative des Bundesrates Erfolg hat viel schneller Fahrverbote in ihren Bereichen verhängen. Mit solchen Aktionen schaffen sie es ja dann auch bundesweit in die Schlagzeilen, fühlen sich als Pioniere und finden dann in anderen Kommunen sofort Nachahmer. Man denke nur an seine Prämie für die Verschrottung stinkender Zweitakter zugunsten elektrobetriebener Zweiräder. Bezeichnend dass es dann zunächst völlig unklar war, wer und unter welchen Voraussetzungen und für was die Prämie bekommt.

    Übrigens meide ich seit Jahren Tübingen so gut wie möglich, gehe nur zu den Veranstaltungen des Boxenstops und weil es halt leider sein muß in die dortigen Kliniken. Ansonsten laße ich in dieser Stadt keinen Cent liegen. Genauso handhabe ich es seit der Lochenpass gesperrt wurde mit Balingen. Davor haben wir immer vor oder hinter dem Lochen so manchen Einkehrschwung gemacht oder getankt. Aber dort nimmt man ja sogar in der Stadthalle einen Vortrag über eine Motorradreise ins VHS-Programm. Nur wer soll solche Reisen machen, wenn überall Streckenverbote aus dem Boden schießen?

    Es kommt eins zum anderen. Die Beiträge von Rudl und Peter A., das ist einfach das Salz in der Suppe in diesem Forum. Direkt neben Ernst Fagerer ist das Bildnis von Hans Braumandl. Er trug sich mit einem 8. Platz in der Königsklasse 500ccm 1975 beim tschecheslowakischen GP und damit 3 Punkten in die WM-Statistik ein.

    Ein interessantes Motorrad zu dem es auch eine Hintergrundgeschichte gibt. Italienische Klein-Herstelle wie Caproni oder Fochy, die gerne NSU-Motoren von Fox, Lux oder Max einkauften und damit sportliche Maschinen bauten. Der Parilla 175 TV Motor ging den umgekehrten Weg und landete im Rahmen der Victoria-Parilla KR 175.

    Wenn man viel unterwegs ist und dann an Wochenenden auch mal Strecken tangiert, die von Motorradfahrern stark frequentiert werden, bekommt man schon Verständnis für die Anwohner. Mit lauten Auspuffanlagen zeichnen sich zwischenzeitlich nicht nur viele Harley-Fahrer aus, sondern auch bei den BMW-Fahrern auf ihren an jeder Hausecke stehenden GS-Modellen gehört das oft zum guten Ton.
    Schon mal über den Parkplatz bei Motorradausstellungen oder an Motorrad-Treffs mit wachem Auge geschlendert? Viele Maschinen sind da umgebaut. Und gerade BMW wirbt ja mit ihren serienmäßigen Anlagen, deren Sound sich verstellen lässt und behauptet dann auch noch, dass ihre Kundschaft damit verantwortungsbewusst umgeht. Zu Beginn der Saison und jetzt an Christi Himmelfahrt konnten einer meiner Söhne und ich diesen verantwortungsbewussten Umgang leider feststellen.
    Die Fahrer sind übrigens meist im fortgesetzen Alter und Geschwindigkeitsbegrenzungen wie im Lautertal bestehen für dieses Klientel auch nicht. Ob auf BMW oder KTM unterwegs, andere die ihr Motorrad zum Schutz der Anwohner im hohen Gang und knapp über der zulässigen Geschwindigkeitsbegrenzung bewegen, werden überholt, um dann in den teuren Markenklamotten nach ein paar Kilometern auf den Parkplatz am eh schon überfüllten Biker-Treff einzuschwenken, stolz gerade andere versägt zu haben.
    Dass Anwohner, Fahrradfahrer und Wanderer nur diese Idioten wahrnehmen, ist doch klar. Doch statt für klare Regelungen bei den Zulassungen zu sorgen, schüttet man lieber das Kind mit dem Bad aus und wählt den einfacheren Weg eines Fahrverbotes.
    Helfen würden zunächst entsprechende Kontrollen. Als vor Jahren die Lochen-Pass-Strecke in einer Nacht- und Nebelaktion eines selbstherrlichen Landrates am Wochenende gesperrt wurde, hatte der zuständige Polizeidirektions-Leiter auf einmal genügend Polizisten um das Fahrverbot in aller Strenge zu kontrollieren. Für Kontrollen im Vorfeld gerade hinsichtlich nicht zulässiger Auspuffanlagen war die Personalstärke angeblich nicht gegeben. Wie hatte eine Anwohnerin dort mal zu mir gesagt: "Wir haben ja nichts gegen Motorradfahrer und mein Mann ist früher auch gefahren, aber wenn dann einer von zehn schon über Kilometer zu hören ist, vergeht dir nach einer Stunde die Lust auf den Aufenthalt in deinem eigenen Garten. Warum werden die zu Saisonbeginn nicht rausgezogen, Maschine stillgelegt und Fahrverbot für einen Monat ausgesprochen?"
    Vieles um dieses Thema macht einen wirklich noch weiter nachdenklich. Wenn der Redakteur eines Motorradmagazines schreibt, dass er eine BMW NineT nur mit Ohrenstöpsel fahren kann und er sie wegen den Nachbarn nur ungern mit nachhause nimmt, was läuft da seitens Hersteller und Käufer falsch? Macht das Ding nur Spaß, wenn sie laut ist? Oder sägen die Herren in München des schnellen Geldes wegen den Ast, auf dem wir alle sitzen, ab, da sie zukünftig ja eh nur noch E-Bikes verkaufen wollen?
    Wenn beim Open-Day eines großen Harley-Händlers aus 5 Zubehörhändler-Trucks 4 "legale" Zubehörauspuffanlagen vertrieben werden, meist verbunden mit Unterweisungen, wie sich per Knopfdruck der Sound erhöhen lässt? Mit was wollen diese Händler in ein paar Jahren ihr Geld verdienen? Bei uns im Wohngebiet sind außer den Maschinen unserer Familie noch 4 weitere Motorräder zugelassen. Alles Modelle der aktuellen Kawasaki-Z-Reihen und alle mit lauten Zubehör-Auspuffanlagen. Von Motorradfahren kann man nicht sprechen, kaum weg, sind sie schon nach kurzer Zeit unüberhörbar wieder da. Dazwischen haben sie die ganze Umgebung bei ihren Runden an und ums Eiscafe drangsaliert. Komisch ist in diesem Zusammenhang, dass sich aber niemand über den Nachbarn aufregt, der abwechselnd einen Aston Martin oder Porsche auch mit abgeschalteter Sound-Begrenzung warmlaufen lässt und lästig morgens auf dem Weg in seinen Betrieb durch die Straße grollt.
    Also ein sehr vielschichtiges Thema. Natürlich hat unsere ganze Familie die Petition unterstützt und ich habe auch bei meinen Bekannten dafür geworben. Schließlich würde ich gerne auch in Zukunft noch auf all meinen Motorrädern ohne Streckenverbote unterwegs sein. Aber auf die Vernunft dieser Sorte von "Bikern" zu setzen habe ich leider auch aufgegeben. Man lebt getreu dem Motto, Hauptsache ich habe meinen Spaß und nach mir die Sintflut. Als bei der Süddeutschen Motorradausstellung in Villingen-Schwenningen ein BMW GS-Treiber, der zigtausende von Kilometer im Jahr bei Wind und Wetter unterwegs ist, einen anderen der Zunft , der beim Wegfahren auf dem Parkplatz auf sich und sein Teil mit beherzten Gasstößen aufmerksam machte, darauf angesprochen hat, erntete er nicht nur bei dem sondern auch beim Publikum Unverständnis, weil es ja schließlich so ein "geiler" Sound sei.



    Ein bißchen was geht noch aus meinem Autogrammarchiv. In der Mitte der 2. Reihe finden wir Ernst Fagerer. Ihm war es 1971 gelungen mit einem 10. Platz beim GP von Österreich sich mit einem Punkt in die Liste der WM-Punkte-Fahrer der 350ccm Klasse einzutragen. Wer ab und zu einen Punkt in diese Statistiken wirft, stellt fest, dass damals Fahrer sich bei ihren Heim-Rennen wahrscheinlich aufgrund der guten Streckenkenntnisse durch Starts in den nationalen Klassen sich auch international in die Top-Ten-Plätze einfahren konnten. Trotzdem war das nach meinem Dafürhalten damals auch nicht einfach zumal es nicht wie heute für die ersten fünfzehn im Ziel, sondern nur bis zu Platz 10 Punkte gab. Die Autogrammkarte in meiner Sammlung weckt bei mir aber auch Erinnerungen, die nichts mit dem Rennsport zu tun hat, sondern mit dem Sponsor auf der Verkleidung, einem Getränk, dass damals in unserer Clique zu jedem Fest gehörte und meist am Morgen danach für eine andere Art des Dröhnens sorgte.