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"Take it Easy"
Jeder, der in Amerika eine Harley besitzt, scheint hier zu sein, fährt
mindestens zehnmal pro Tag die Main Street rauf und runter. Die, die
einen Parkplatz gefunden haben, hatten Glück oder waren schon
um 7 Uhr a.m. da. Wer später kommt, hat Pech gehabt, die besten
Plätze sind längst besetzt. Sehen und gesehen werden, das isses. Alle
Milwaukee Stahlrösser sind gewienert, blinken und glitzern. Besonders
das Zubehör, denn kein Bike ist serienmässig,
Customizing heißt das Zauberwort. Die Bikes sind grell und megalaut.
Das vermittelt Lebensfreude,
Ausgelassenheit, Unabhängigkeit, Emanzipation
und Freiheit, kurz, das ist das berühmte "American way of
life Feeling". Erlaubt
scheint alles, man ist ja schliesslich
"im Land der unbegrenzten Möglichkeiten". Nichts ist
unmöglich und wen juckt da schon "Laut ist Out" oder gar eine
"Helmpflicht". Seit
Mitte 2000 dürfen
in Florida Biker "oben ohne" fahren, vorausgesetzt ihr
Feuerstuhl ist versichert. Und
mit "Sicherheitskleidung"
braucht denen erst gar
keiner zu kommen: "Born to be Wild"! Bis Mitte der Woche
sprach man bereits von fünf Toten. Das ist die Schattenseite der Bike
Week.
Ähnlich viel los wie in der Main Street ist in der North Beach
Street bei der Harley-Davidson Vertretung von Daytona. Auf einer
gigantischen Biker-Meile zeigen
namhafte US-Customizer, was sich aus einer Harley-Davidson für
viel, sehr viel Geld alles
machen lässt. Das Angebot ist überwältigend, Ideen, Kreativität und
Qualität können überzeugen. Es geht zu wie auf einem
Jahrmarkt. Man könnte es
allerdings auch anders nennen: es ist
Hollywood, Disneyland und Kennedy Space Center und das
alles auf einmal. Es werden Prospekte gesammelt, Informationen
eingeholt, Teile gekauft, Verträge unterschrieben.
Und dann gibt es noch die Momente, die man so schnell nicht vergißt. Zum Beispiel wie Arlen Ness, Oberguru in der amerikanischen Custom-Szene, Autogramme gibt, geduldig sich mit Bikern fotografieren lässt und wenig später an Kunden mickrige Chromschrauben für 2,50 Dollar das Stück verkauft. Oder wie Harley-Davidson Superstar Willie G. Davidson, Urenkel der Firmengründerfamilie, Wolfgang Knitterscheidt aus Bad Nauheim persönlich zum Erfolg bei der weltberühmten Rat´s Hole Custom Chopper Show gratuliert. Einer Sensation gleich kommt der Auftritt von Hollywood Megastar Peter Fonda. Für ein Autogramm stehen sich die Biker die Beine in den Bauch. Auch dreißig Jahre nach Easy Rider verehren sie "Captain America", für sie war und ist er auch heute noch ein Nationalheld.
Alles wird wird geknipst und gefilmt. Schließlich muss man zu Hause ja
zeigen, was in Daytona los war. Glauben würde es sonst eh keiner und
das ist die schöne Seite an der Bike Week, man hat sie so das ganze
Jahr im Wohnzimmer. |
www.classic-motorrad.de
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