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Eigentlich
sollte das neue Bike in den
USA der Hit werden. Doch der amerikanische Importeur sah das ganz
anders. In Eigenregie ließ er den Triple zum Chopper umbauen. Die
Briten waren begeistert, speziell für die US-Kundschaft gab es 1972 die
Triumph X75 Hurricane.
Mit den
brandneuen Dreizylinder-Bikes T150 "Trident" und A75R
"Rocket" versuchte das Triumph/BSA Firmenmanagement Ende der
sechziger Jahre die Marktposition gegenüber der japanischen Konkurrenz
in den USA zu behaupten. Doch vergeblich, wie wir heute wissen. Bis die
beiden Maschinen da waren,
gab es bereits die Honda CB 750 Four, und ein neues Motorradzeitalter
hatte begonnen. Auch mit dem nächsten Streich, der Triumph X75
Hurricane, die eigentlich eine BSA A75R Rocket war, sollte es nicht
gelingen. Blättern wir im Geschichtsbuch dieses wohl ersten „Soft-Choppers“,
stellen wir fest, dass es sich um eine ebenso turbulente wie spannende
Story handelt.
Die Idee für die
X75 hatte Don Brown, Verkaufsmanager beim amerikanischen Importeur in
Nutley/New Jersey. Als er 1967 die neue 750er Rocket3 zum ersten Mal
sah, fiel ihm der Kinnladen runter, er war entsetzt. Nach seiner
Auffassung war dieser Triple für die US-Biker viel zu konservativ. Ohne
lange im Stammwerk nachzufragen, beauftragte er in eigener Regie den
damals nur in Insiderkreisen bekannten Designer Craig Vetter - er wurde
später durch seine Windjammer-Verkleidungen weltberühmt -, etwas aus
dem Bike zu machen.
Im Frühjahr 1969
stürzte sich Vetter in die Herausforderung. Doch viel Spielraum blieb
ihm nicht. Weder Motor noch Fahrwerk durfte er verändern, lediglich am
"Drumherum" konnte er sich austoben. Aus der biederen Rocket3
wollte der clevere Designer ein optisch potentes Bike mit Tick des
„American way of life“ und dem gerade in Mode kommenden
Chopper-feeling machen. Nach einigen Skizzen wandte er sich der
praktischen Arbeit zu und modellierte eine Tank-Sitzbank-Verschalung.
Nach diesem Modell fertigte er den Monocoque aus Glasfaser an, unter dem
er den winzigen 9,5 Liter Kraftstofftank aus Alu-Blech versteckte.
Bereits mit dieser Änderung kam das Dreizylinder-Triebwerk bedeutend
besser zur Geltung. Weiterhin spendierte Vetter den Speichenrädern
Leichtmetall-Hochschulter-Felgen, dem Scheinwerfer eine geänderte
Halterung, ließ etliche Teile auf Hochglanz polieren oder sogar
verchromen.
Für eine optische Aufwertung der Frontpartie wurden neue Gabelbrücken
aus Aluminium gefertigt, der Hochlenker entsprach der neuen „Easy
Rider“ Philosophie. Clou seiner Designarbeit und später das typische
Merkmal der "Hurricane" wurde aber die auf der rechten Seite
verlegte 3-in-3-Auspuffanlage. Nach einem halben Jahr emsigen
Gestaltens, Biegens und Bauens lieferte Craig Vetter im September 1969
den Prototyp bei seinem
Auftraggeber ab.
Don Brown war begeistert, auch der Engländer zeigte sich angetan. Doch
die so geplante "BSA-Hurricane" ging nie in Serie. Bis zum
gesetzten Produktionsbeginn verstrichen nämlich über zwei Jahre, und
das BSA-Werk stand kurz vor dem Aus. Nichtsdestotrotz, die
Firmen-Manager beschlossen, die "Hurricane" unter der
Triumph-Fahne auf den amerikanischen Markt zu bringen.
Die Basis für
die neue Triumph X75 Hurricane war weiterhin die bekannte 750er BSA
Rocket3, jedoch mit dem Fünfganggetriebe der Triumph T150V und einem
modifizierten Doppelschleifen-Rahmen. Vom 2. Juni 1972 bis zum 12.
Januar 1973 wurden genau 1171 Maschinen vom Typ Triumph X75 Hurricane für
den US-Markt produziert. Erst wesentlich später kamen einige Maschinen
auf Privatinitiative aus den USA nach Deutschland. Hierzulande ist der
Soft-Chopper relativ unbekannt und noch dazu sehr selten. Eigentlich
schade....
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Technische Daten
Triumph
X75 Hurricane
Fahrtwind gekühlter Dreizylinder-Viertakt-Reihenmotor,
741 ccm, 58 PS
bei 7250/min.
Vorne :
Duplex-Halbnaben-Trommelbremse,
Hinten:
Simplex-Halbnaben-Trommelbremse,
213 kg, 195 km/h
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100
Jahre Triumph Startseite
Text & Fotos:
Winni Scheibe
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