„Very British“  



1990 schlug John Bloor ein weiteres Kapitel in der  Triumphgeschichte auf.  Bei der IFMA in Köln überraschte der  Firmen-Boss die Fachwelt mit brandneuen Modellen.

Für die einen sind sie Legende, für andere die Überhämmer schlechthin. Gemeint sind die urigen Bikes von Triumph. Eine der ältesten Marken der Welt kann auf eine spannende Historie zurückblicken. Geprägt durch enorme Verkaufserfolge, sensationelle Rennergebnisse, aber auch durch den Verlust des Werks in Coventry im Zweiten Weltkrieg, dem Neubeginn in Meriden und der Firmenschließung 1983.
Das Aus für Triumph war es aber noch lange nicht. John Bloor, ein erfolgreicher  englischer Unternehmer, hatte sämtliche Rechte erworben. Die Absicht war klar: Er wollte neue Bikes auf den Markt bringen. Für dieses Vorhaben baute er in Hinckley ein hochmodernes  Werk.


Getriebebau


Auslieferung


Rahmenbeschichtung

Die erste Modellreihe basierte auf einem ausgeklügelten Baukastensystem; einen Vergleich zum japanischen Standard brauchte sie nicht zu fürchten. Von Anfang an waren die Bikes leistungsstark, quicklebendig, standfest und zuverlässig. Bis 1996 hielt man sich an das Baukastensystem, dann brachte das Werk die Daytona T 595 und Speed Triple T 509 mit Alu-Rohrrahmen und Einarmschwinge auf den Markt. Es waren Bikes mit unverkennbarer britischer Note.
Seit Anfang der Neunziger hat sich bei Triumph viel getan. Gleich neben dem 28.000 m² großen Stammwerk in Hinckley wurde Ende 1999 eine zweite Produktionsstätte mit 10.000 m² in Betrieb genommen. Rund 45% aller erforderlichen Bauteile werden im Werk selbst hergestellt, den Rest bezieht man vom Binnenmarkt, aus europäischen Nachbarländern oder sogar aus Japan.
Pro Arbeitstag rollen im Schnitt 160 Bikes von den Montagebändern. Bevor sie aber  ausgeliefert werden, muss jede Maschine einen genau vorgeschriebenen Testzyklus absolvieren. Qualitätskontrolle wird bei Triumph ganz groß geschrieben. Von anfangs 200 Personen ist die Belegschaft  inzwischen auf 550 Mitarbeiter gewachsen.  



John Bloor

Triumph verkauft seine Bikes in die ganze Welt, der Hauptmarkt ist aber weiterhin Großbritannien, gefolgt von den USA, Deutschland und Frankreich. Bei uns kümmern sich 150 Vertragshändler um Verkauf und Service der schnellen Ladys. 

Englische Motorräder genossen seit jeher einen außergewöhnlichen Ruf. Kenner und Fachleute sprachen ehrfürchtig von der „klassischen englischen Motorradbaukunst“. Mit der neuen Modell-Generation schließt  Triumph lückenlos an diesen Mythos an.

John Bloor hat einen guten Riecher gehabt, der Erfolg gibt ihm jedenfalls recht. Längst wird Triumph im gleichen Atemzug mit den bekannten Marken aus Japan, Italien und Deutschland genannt.  




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Text: Winni Scheibe
, Fotos: Scheibe, Werk  

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