Im Sauerland das Licht der Welt erblickt
Pressemeldung:
Bleha von Franz Dransfeld ist 36 Jahre älter als ihr Besitzer
Das gibt’s nicht alle Tage: Fahrer und Motorrad erblickten im selben Ort „das Licht der Welt“. Die Rede ist von Neheim im Sauerland, das heute zu Arnsberg gehört. Hier wurde 1924 die Bleha gebaut und 1960 – also 36 Jahre später – Franz Dransfeld geboren.
Bleha steht für die Namen der Firmengründer Daniel Blecher und Karl Haardt. Die Anfänge des Unternehmens liegen dabei wie so oft in der Produktion von Fahrrädern. Ab 1922 wurden dann auch Motorräder produziert. Die ersten Motoren kamen von DKW, hatten einen Hubraum von 143 ccm und leisteten bescheidene 1,5 PS. 1926 erfolgte nach dem frühen Tod von Daniel Blecher die Umbenennung in Ruhrtal-Motorradwerke. Zeitweise wurden bis zu 50 Motorräder pro Woche gefertigt. Die Ruhrtal-Motorradwerke hatten in besten Zeiten rund 200 Beschäftigte.
„Das Motorrad ist heute sehr selten, es sind insgesamt nur noch drei Stück bekannt“, erzählt Franz Dransfeld, der bereits zum 16. Mal in Ibbenbüren am Start ist.
Begleitet wird der 49-Jährige inzwischen von seinem Sohn Alexander, der mit einer Vaterland von 1955 in der Jugendklasse fährt und einige Jahre der jüngste Teilnehmer war.
Dransfelds Bleha hat einen Riemenantrieb, der die 3 PS des 170-ccm-Motors auf die Hinterachse überträgt. Sie hat eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h, doch beim Veteranentreffen wird der Sauerländer gemächlicher unterwegs sein. Gekostet hat die Bleha damals 500 Reichsmark. Sie wurde 2002 restauriert.
Im vergangenen Jahr war Franz Dransfeld mit einer RMW 200, Baujahr 1928, in Ibbenbüren. Richtig! RMW steht für Ruhrtal-Motorenwerke. Über das ehemalige Firmengelände ist vielleicht schon der eine oder andere gefahren: Die Fabrikhallen mussten nämlich 1982 der Autobahn A46 weichen. Die Produktion bei RMW war allerdings nach dem Krieg nie mehr richtig in Schwung gekommen und bereits im Jahre 1957 eingestellt worden.