BRUEDER – hockts euch her da zu mir – mir ist wieder EINE eingefallen – natuerlich von DAMALS …
Fruehe 70er Jahre gab es bei uns in Pfronten im Allgaeu einen ganzen Haufen von jungen Burschen die waerend der schneefreien Jahreszeit auf Motorraedern in den benachbarten Alpenpaessen unterwegs waren.
Ausgangspunkt fuer Spritz- oder Wochenend Touren war meistens die oertliche Kegelbahn, da ja der “Kegelbahner” als alter Sandbahn-Racer auch auf der Strasse sauschnell unterwegs war und auch immer ueber das Neueste und Aktuellste Mopped verfuegte.
Die erste 90S, die erste S3 Guzzi, die erste Le Mans, die erste 750er MV, usw.
Wir JUNG-FUECHSE fuhren halt was der knappe Geldbeutel und selbst moegliche Reparaturkuenste an billigst erstandenen Unfallmoppeds erlaubten: RD 250/350, CB250-450-750, 350er und 500er Kawa, 75/5 aus Muenchen, 380er und 550er Susi, und und und.
So zwischen 10 und 20 Verrueckte sind wir immer gewesen.
Wer waerend einer gemeinsamen Ausfahrt einen ABFLUG hatte musste hinterher, zur Strafe, nach Rueckkehr in die Kegelbahn, noch 10 Stamperl RATZEBUTZ (Gift) auf ex und hopp vernichten – pro Sturz versteht sich.
Der “Kegelbahner” der nicht nur ein sauguter Moppedfahrer war sondern auch ein verantwortungsbewusster Wirt hat sich dann vom STRAF-TRINKER auch immer zuerst die Moppedschluessel aushaendigen lassen.
Pfronten liegt im suedlichsten Sueden und ist der Grenzuebergang nach Vils und Reutte in Tirol.
Viele TIROLER hatten damals Freundinnen aus dem Allgaeu.
Und so sind WIR PFRONTAR auch oefters mal in’s Tirol -- “zum Wildern.”
Solche WILDEREI Unternehmen wurden natuerlich standesgemaess ausgefuehrt – in Tracht, Kniebund-Lederhose, Haferlschuhe, Filzhut mit Gamsbart, alter Rucksack (mit Hirschgeweih, Latschenzweig und Brotzeit) - und natuerlich NUR auf alten Moppeds.
Alte Moppeds gabs damals noch in jeder Scheune zu finden. BMW250 – DKW125 und 175 – Adler MB200 und 250, NSU Max, Maico 200 und 250, und und und …fuer ein paar hundert Maerker.
An eine dieser “Wildschuetz Jennerwein” Unternehmen kann ich mich heute noch recht gut entsinnen: In “Reutte” auf “der Jagd” wenig erfolgreich, (die Tiroler sind selbst stramme Mannsbilder), sind wir mit den alten Kisten noch aufs “Hantenjoch”.
Der Weg zur Passhoehe war muehsam, weil steil, und weil halt die alte MB250 die duenne Hoehenluft garnicht mochte.
Dafuer aber gings auf der Runterfahrt ins Lechtal umso besser – zumindest wesentlich schneller – wenn auch …
Willi (der jetzt auf Koh Tao taucht) ist 2 mal abgestiegen – Reini auch 2 mal von der DKW – Ruppi nur 1 mal von der BMW – und mich hat’s (nur) 3 mal geschmissen (sch…16zoll Adler Bereifung) …
Das anschliessende Straf-Trinken endete vollbekleidet im Swimmingpool des Kegelbahners – und zur Nachhausefahrt genuegte ein drumm Nagel oder Hartholz – denn die Original Zuendnaegel waren ja vom “Kegelbahner” konfisziert.
Fast alle “Kollegen” die die damalige WILDE ZEIT ueberlebt haben sind auch heute noch TREUE VIRUS BRUEDER – wenn auch teilweise auf “Cruiser” oder gar “Harley” unterwegs …
Denn,
“der Zweck heiligt die Mittel”.
Uibr Charly