51RCO68emOLDie Geschichte des Buchs beginnt beim Schottenring Grand Prix 1999. Ein rätselhaftes wassergekühltes Exponat mit DKW-Logo weckt das Interesse von Heiner Jakob. Er kann den Motor keiner ihm bekannten Bauart zuordnen. Ein Vergaser und vier Auspuffrohre zeigen wenigstens, dass es ein Verbrenner sein muss. In der Beschreibung steht etwas von einem Zweizylinder-Gegenkolbenmotor mit Centrix-Lader. Im Internet kursieren die wildesten Stories über die Maschine und ihren Motor. Selbst renommierte Buchautoren verbreiten Un- und Halbwahrheiten. Es gipfelt in einem Bericht über eine angebliche DKW-Werksrennmaschine aus den späten 1930er Jahren, die den Krieg überdauert haben soll, aber nie existierte.
Ein Braunschweiger Privatfahrer soll gar deren Motor "abgezweigt" haben. Sein Name: Kurt Kuhnke. Im Braunschweiger Telefonbuch stehen zwei Kuhnkes. Einer ist der Sohn. So beginnt das Puzzle. Nach und nach finden sich Zeitzeugen. Die Spur führt zu Frieder Bach nach Chemnitz. Heiner Jakob und Frieder Bach treiben die Recherchen gemeinsam voran.
Die russischen Besatzer hatten 1946 führende Köpfe der aufgelösten DKW Rennabteilung aufgespürt und unter straflagerähnlichen Bedingungen und unter Androhung der Deportation gezwungen, ihr gesamtes Wissen an die Russen auszuliefern - allen voran Ex-Rennleiter August Prüßing und Konstrukteur Kurt Bang. Im sogenannten Sonderkonstruktionsbüro 10, SKTB 10 entstanden so unter anderem fünf Rennmaschinen vom Typ GS (Gleichstrom), vier 350er und eine 250er, die bis in die 1950er Jahre den nationalen russischen Rennsport dominierten. Die Maschinen hatten einen leistungsstarken, quer eingebauten Zweizylinder-Gegenkolbenmotor mit Drehflügelkompressor, vier Kolben und zwei Kurbelwellen.
Die rätselhafte wassergekühlte Rennmaschine in Schotten entpuppt sich als Kurt Kuhnkes Eigenbau von 1950, der auf dem Russenmotor aufbaut aber Ende der 1980er Jahre unter Hermann Herz in geschichtsverfälschender Weise zum DKW-Werksrenner mutiert, obwohl DKW den „Gegenläufer“ stets abgelehnt und sogar Kuhnke verboten hatte, seine Kreation mit dem DKW-Logo zu schmücken. Söhne, Töchter und Enkel der ab 1946 an der Konstruktion Beteiligten stellen ordnerweise Originaldokumente zu Verfügung.
Nach der Titelstory „Die Geschichte der Kuhnke Sport 1“ in der VFV-Info 3/2020 melden sich etliche Zeitzeugen mit neuen Unterlagen und Berichten. Im März 2021 kam das Buch in den Handel und war binnen 12 Wochen restlos ausverkauft.
Die teilweise überarbeitete Zweitauflage ist für € 14,50 portofrei beim Verlag oder im Buchhandel erhältlich. Eine Geschichte, wie sie außergewöhnlicher nicht sein kann. Schicksale sind mit der Konstruktion verhaftet, und die Russen spielen die entscheidende Rolle. Es ist eine Mischung aus Krimi, technischer Dokumentation und Rennsportgeschichte.



Näheres unter:
https://www.mironde.com/litterata/9256/rezension/der-letzte-kompressor-zweitakter-mit-dkw-genen


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