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Das Unikat SIMSON RS 350/7 ist wieder zu besichtigen

Mit der Schließung der Simson-Werke in Suhl verschwand auch die einzige 350er Straßenrennmaschine des Thüringer Motorradherstellers von der Bildfläche.

Das danach neugeschaffene Fahrzeugmuseum im Kongress-Zentrum der Stadt konnte diese legendäre Maschine nicht mehr zeigen, da in den Wirren der Insolvenz die Vollständigkeit des Fahrzeugs verloren ging.

Im letzten Jahr der Beteiligung der SIMSON-Rennsportabteilung 1959 stellten die Mechaniker unter Leitung des genialen Technikers Werner Strauch diese Maschine in Ihrer Freizeit auf die Räder. Diese Straßenrennmaschine wurde auf der Basis der RS 250/5 ohne offiziellen Auftrag aufgebaut, um dem DDR-Meister Helmut Weber die Möglichkeit zu geben, in einer zweiten Klasse zu starten.

Nr129 Weber RieseAllerdings war die Maschine erst Mitte 1959 fertig. Die 350 er war von Anfang an standfest, konnte in diesem Jahr aber nur viermal eingesetzt werden. Hier erreichte Weber aber sofort beachtliche Erfolge. So startete er im Juni auf dem Schleizer Dreieck, fuhr sie auf dem 8.566 m langen Pirita- Rundkurs nahe der estnischen Hauptstadt Tallinn (ehemals Reval) auf einen dritten Platz. Beim GP der CSR in Brünn erreichte er das Ziel auf Platz 12.

Als absoluter Neuling in dieser Hubraumklasse befand er sich beim folgenden Sachsenring- Rennen in hochkarätiger Gesellschaft der Weltbesten: Hempelmann, Brown, Hocking, Driver, Redmann, Miles Phillis und Havel befuhren vor ihm den Zielstrich. Weber lag am Ende auf dem beachtlichen 9. Platz in diesem starken Feld von 25 Fahrern noch vor Ken Kavenagh und Peter Pawson aus Neuseeland.

Seinem ehemaligen Mechaniker Harry Riese aus Weimar, mit seinen 81 Jahren immer noch am aktiven Geschehen interessiert, und seinem Freund und bekanntem Restaurator Erhard Krause aus Plaue in Thüringen soll hier gedankt werden, dass sie mit großem persönlichem und finanziellem Einsatz dieses Rennmotorrad wieder zu Präsentations-zwecken aufgebaut haben. Die Maschine ist nun wieder im Fahrzeugmuseum in Suhl zu bewundern.



Technische Daten:

Die Einzylinder-Simson RS 350/7 besaß einen DOHC-Motor mit Kettenantrieb der Nockenwellen, ein 6-Gang Getriebe sowie Kettenantrieb zum Hinterrad. Das Verdichtungsverhältnis lag bei 10:1. Die Bohrung und der Hub betrugen jeweils 76 mm. Die Leistung wurde mit 40 PS bei 8200 U/min angegeben.

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Text + Fotos: Bernd-Michael Zschemisch / Harry Riese
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