dhm-logo

Die 13. Deutsche Historische Motorradmeisterschaft bestimmen drei Gespannfahrer


Als am 7. Juli 1963 Max Deubel mit seinem Beifahrer Emil Hörner in Spa Francorschamps hinter dem Gespann Scheidegger/Robinson Platz 2 belegten und damit zum dritten Mal hintereinander den Weltmeistertittel auf ihrem BMW Sitzergespann gewannen, war der Gespannsport in Deutschland noch populär und tausende Fans boten den beiden einen begeisterten Empfang. Kaum einer hatte damals daran gedacht, dass fünfzig Jahre nach diesem deutschen Titelgewinn noch immer mit klassischen Renngespannen Wettbewerbe gefahren werden und gerade ein BMW Sitzergespann aus dem Jahre 1964 die Gesamtmeisterschaft zur Deutschen Historischen Motorradmeisterschaft gewinnt. Sicherlich Bernd-Albert-Jan-Phillipp-Wkann man Bernd Albert aus Laubach mit seinem Beifahrer Jan Philipp Wagner aus Schotten nicht mit den Weltmeistern vergleichen, aber was diese Beiden geleistet haben ist schon bemerkenswert. Jan Philip, der erst im diesem Jahr mit dem Gespann fahren begann, lernte die Rolle des Schmiermaxe sehr schnell und im Laufe der Saison war für jeden erkennbar, mit welcher Präzession die beiden ihr Gespann auf der Rennstrecke bewegten. Mit nur 27,34 Strafpunkten in zwölf Wertungsläufen bewegten Sie ihre BMW R 50/2 mit 580 ccm und schlugen die Konkurrenz mit einem Vorsprung von knapp 3 Strafpunkten. Bemerkenswert ist auch, dass beide auch noch mit einem weiteren BMW Gespann mit 1000ccm in der Klasse Z starteten und sich dieser Doppelbelastung aussetzten. Respekt und Anerkennung dem neuen Deutschen Historischen Motorradmeister 2013.

Peter-und-Benedikt-HeinePlatz zwei belegte das Gespann von Peter Heine mit seinem Sohn Benedikt aus Au auf einem Steidel-Kneeler Gespann aus dem Jahre 1973.
Beide zählten in der Klasse Z mit ihrer 1000ccm BMW stets zu den schnellsten und mussten sich mit nur 30,23 Strafpunkten geschlagen geben. Dabei bewegen beide unter dem Namen Classic Racing Team Hexental ein sehr bemerkenswertes Gespann mit einer schönen Historie.
Für die Teilnahme an der Motorrad Weltmeisterschaft in der Saison 1974 wurde das Gespann neu aufgebaut und das Duo Schilling/Mathews erreichte in ihrer ersten WM-Saison zwei achte und einen zehnten Platz. In der Saison 75 wurde das Gespann nach einem erfolgreichen vierten Rang bei der TT auf der Isle of Man vom legendären RS Motor auf einen wassergekühlten Vierzylinder Zweitakt König Motor umgerüstet. 1976 startet Helmut Schilling mit seinem Beifahrer Rainer Gundel für das ARO Rennteam und wurden zum Teamkollegen von Schauzu/Kalauch. Später wechselte das Gespann erneut den Besitzer. Friedel Reinhard rüstete das Gespann wieder auf den RS Motor zurück und ihm gelangen dann noch einige Siege gegenüber den überlegenen König und Yamaha Zweitaktgespannen. In den Achtziger Jahre erwarb dann Ralf Engelhardt das Gespann ehe es 2006 Ralph Bohnhorst bei verschieden Classic Läufen einsetzte. Das Team Hexental setzt nunmehr seit 2008 die Erfolgsgeschichte dieses berühmten Gespannes fort.

Robert Nau -Anita RuebAber auch die Geschichte der Drittplatzierten Robert Nau und Anita Rüb, die sich mit nur 30,34 Strafpunkten geschlagen geben mussten, ist bemerkenswert. Robert Nau begann 2007 zunächst als Schmiermaxe und lernte dabei die Technik und das Zusammenspiel zwischen Fahrer und Beifahrer kennen. Der Zufall führte dann 2008 die Beiden zu einen restaurierungsbedürftigen Gespann in die Schweiz. Man wurde sich schnell einig und der Wiederaufbau des Gespannes erfolgte in kurzer Zeit. Doch dann kam eine Tatsache an das Tageslicht womit keiner rechnete. Bei dem in der Schweiz erworbenes Gespann handelte es sich um ein Hock Gespann. Die Nachforschung bei dem Hock Racing Team in Bad Homburg ergab doch tatsächlich, dass es sich bei dem verschollenem Gespann um das erste Renngespann handelte, welches Helmut Hock auf der Basis einer BMW R 51/3 konstruierte, Robert Nau und Anita Rüb, die zu den schnellsten in der Klasse P gehören sind ebenfalls bei den Gespannfahrer sehr beliebt. Beide haben einen bemerkenswerten und synchronen Fahrstil und lassen das gemeinsamene Zusammenwirken von Fahrer und Beifahrer erkennen.

DHM-Meister2013Doch nicht nur die Meister wurden am 26. Oktober 2013 gefeiert, sondern auch vor rund 200 Motorsportbegeisterten, das gesamte Rennsportjahr 2013. Wiederrum wurden Rekorde aufgestellt. So starteten im Saisonfinale rund fünfhundert Motorräder, womit Hockenheim zur größten Veranstaltung aller Zeiten gehört. Doch auch zum fünften Mal in Folge konnten die Teilnahmezeiten über das gesamte Jahr übertroffen werden, rund 1700 Starter im Jahr 2013 macht die DHM zur größten klassischen Motorsportszene in Europa. Und dies alles trotz des durchwachsenen Wetters und der Versuch mit der Rennstrecke Colmar Berg, eine neue Rennstrecke in den DHM Kalender aufzunehmen. Rückblickend lässt sich feststellen, dass Colmar Berg ein Geheimtipp ist und man alles daran setzen wird, diese schöne Strecke im Rennkalender zu etablieren. Aber auch für die Fahrer hat sich das Motorsportjahr gelohnt. Noch nie hatten die Fahrer so viel Fahrzeit zu Verfügung, wie im Jahr 2013 ohne das die Startgelder erhöht werden mussten.

Sattler-Wandelt--Haas-von-lDiesen Erfolg beruht alleine auf der Tätigkeit von Dieter Wandelt und Theo Sattler. Beide haben mit großen Bedauern aller Beteiligten beschlossen, im diesem Jahr die Organisationleitung der DHM abzugeben. Zu Recht wurden beide von dem ersten Vorsitzenden des Veteranen Fahrzeug Verbands Alfred Haas, für ihr großes Engagements angemessen gewürdigt und von allen Motorsportbegeisterten mit Sonderapplaus bedacht. Beide, die nicht nur über fünf Jahre immer wieder bei ihren Entscheidungen richtig lagen und ein perfekt funktionierendes Orgateam aufbauten, würden allerdings nicht abtreten, wenn nicht ein geeigneter Ersatz vorhanden wäre. So haben die Fahrer auf Vorschlag der alten GL Leiter ihre neue Spitze einstimmig gewählt. Der bis dahin agierende Pressesprecher Stephan Otto aus Frankfurt und Ulrich Schmidt aus Felsberg, früherer Fahrersprecher der Klassen B-C-E, sollen ab 2014 das schwere Erbe der beiden ausscheidenden Funktionäre antreten. Eine Aufgabe die sicher nicht leicht ist. Doch nach der Saison ist vor der Saison und die Planung für 2014 ist bereits im vollen Gange.


 

Gesamtergebnis Deutsche Historische Motorradmeisterschaft:

  1. Gesamtmeisterschaft

  1. Bernd Albert Laubach BMW R 50/2 1964
    Phillip Wagner Schotten

  2. Peter Heine Au BMW Steidel Kneeler 1973
    Bendedikt Heine Au

  3. Robert Nau Hammersbach BMW Hock R 51/3 1968
    Anita Rüb Hammersbach

  1. Klasse A+S

  1. Walter Mees Erftstadt Yamaha Sheperd TZ 1978

  2. Fritz Koch Bechtheim Yamaha TZ 1983

  3. Heiri Bechtel Beringen Yamaha TZ 1973

  1. Klasse B-C-E

  1. Edgar Rothenspieler Bad Laasphe Triumph BD 250 1939

  2. Matthias Schmidt Rotenbuch Sarolea 34 B 1934

  3. Bruno Egloff Neu St. Johann Motosacoche D 50 1931

  1. Klasse F+ ­H

  1. Hans Lux Rüsselsheim Aermacci Ala Doro 1960

  2. Werner Schöler Stuttgart Moto Morini Tressete Sprint 1959

  3. Thomas Wiedemann Elzach Ducati 175 S 1959

  1. Klasse J

  1. Günther Weickert Bonn Aermacci Ala Doro 1966

  2. Rolf Eismar Kreuzau Honda CB 77 1964

  3. Werner Müller Eschborn NSU Sportmax 1963

  1. Klasse K

  1. Tilmann Runck Remseck Seeley Matcless G 50 1967

  2. Ernst Vogelbacher Worblingen BMW R 69 S 1967

  3. Hansueli Wyssen Heimenschwand Norton Manx 1954

  1. Klasse M+N

  1. Bernd Albert Laubach BMW R 50/2 1964
    Phillip Wagner Schotten

  2. Karl Umbach Bretten BMW R 50 S 1958
    Klaus Umbach Karlsruhe

  3. Gerhard Ruffner Ostfildern BMW R 69 S 1964
    Nadine Pfeiffer Schotten

  1. Klasse O

  1. Michael Schäfer Rödersh.-Gronau Suzuki GSX 1100 S 1982

  2. Dietmar Laqua Berg. Gladbach Honda Bakker 1980

  3. Jörg Scherer Aachen Suzuki GSX 1100 1981

  1. Klasse P

  1. Robert Nau Hammersbach BMW Hock R 51/3 1968
    Anita Rüb Hammersbach

  2. Dieter Wandelt Schalksmühle BMW Kneeler 1967
    Stephan Otto Frankfurt

  3. Heinz Rudolf Stapf Hattersheim BMW R 69 S 1967
    Cornelia Riebel Hattersheim

  1. Klasse Q+Y+Z

  1. Peter Heine Au BMW Steidel Kneeler 1973
    Bendedikt Heine Au

  2. Udo Dobrinhausen Wiehl BMW R 100 1976
    Tim Dobringhausen Wiehl

  3. Hans Herrmann Fett Rüsselsheim EB Ducati Kneeler 1972
    Bernd Riebel Rüsselsheim

  1. Klasse R+T+L

  1. Martina Otto Frankfurt Honda CB 125 1978

  2. Jiri Zavazal Ludwigshafen Jawa 250/2 1976

  3. Siegried Dittmar Worblingen Motobi SS 250 1968

  1. Klasse U

  1. Uwe Schneider Chemnitz Yamaha RD 250 1973

  2. Thomas Wiedemann Elzach Ducati 350 1969

  3. Jaroslav Racek Stanoviste Yamaha RD 250 1975

  1. Klasse V

  1. Jens Bach Beeden Yamaha XS 400 1980

  2. Martin Bansemer München Yamaha YRE 1969

  3. Hans Poljack Schmitten Yamaha SR 500 1978

  1. Klasse W

  1. Hans Peter Voss Kleinich Honda CB 400 f 1975

  2. Frank Albert Krefeld Laverda 750 Sport 1974

  3. Jürgen Lange Willich Yamaha XS 1975

  1. Klasse X

  1. Wolfgang Gläser Molsberg Honda CB 750 f 1978

  2. Gerhals Kahl Vendersheim Honda Rickman CB 750 CR 1976

  3. Berthold Veersteegen Kleve Laverda 1000 1972

 
Fotos + Text: Stephan Otto
Ohne_Titel_1