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Revival des Ruhestein-Bergrennens


Ruhestein BergrennenIm Juli 1946 fand bei Baiersbronn im Schwarzwald das Ruhestein-Bergrennen statt – die erste deutsche Rennveranstaltung nach dem zweiten Weltkrieg. Diese Veranstaltung war damit der Neubeginn im deutschen Motorsport.
Entsprechend groß war das Interesse und über 30.000 Zuschauer hatten sich eingefunden um die mehr als 100 Fahrer auf ihren Motorrädern, Gespannen oder Autos zu sehen. Das Kriegsende lag gerade 15 Monate zurück und das tägliche Leben war bestimmt durch eine unzureichende Versorgungslage in beinahe allen Bereichen. Und doch fand sich eine kleine Zahl von Motorsportbegeisterten, die zur Durchführung des Rennens mit Wohlwollen der französischen Militärregierung extra die Süddeutsche Motor-Rennfahrer-Vereinigung gründete. Ihr gehörte auch Georg „Schorsch“ Meier an, welcher selbst nicht an den Start ging, sondern als Rennleiter fungierte.

Um wieder Rennsport zu erleben und den einen oder anderen motorsportlichen Helden aus der Vorkriegszeit zu sehen – dafür nahmen die Zuschauer einiges auf sich. 4 Reichsmark Eintritt war viel Geld und auch die Kosten für die Anreise waren noch zu tragen. Um dabei zu sein brachen im 80 Kilometer entfernten Reutlingen frühmorgens 12 Lastwagen auf, die Pritschen voll mit Motorsportverrückten. Organisiert hatte dies die beiden Brüder Rolf und Hugo Hammer. Rolf Hammer war übrigens mit gerade 18 Jahren der jüngste Rennteilnehmer und belegte in der Klasse bis 125cc bei den Ausweisfahrern den 1. Platz vor seinem Bruder.

Die Strecke von Baiersbronn hoch zum Kurhaus Ruhestein war mit 8000 Meter Streckenlänge und 500 Meter Höhenunterschied nicht einfach zu fahren. Beim Training und Rennen verloren drei Motorradrennfahrer ihr Leben. Dies führte nicht zum Abbruch des Rennens und soll auch nicht die Ursache dafür sein, dass das Ruhestein-Bergrennen nur dieses eine Mal stattgefunden hat.

Im Rahmen der Baiersbronn Classic, einer mehrtägigen Oldtimer-Rallye für Automobile, ist es den Veranstaltern gelungen, in die sogenannte Schwarzwald-RuBMW R 60 Gespannnde, eine Wertungsprüfung auf der historischen Bergrennstrecke einzubauen. Am Start auch ein BMW 328, der unter Hermann Lang schon vor 67 Jahren dabei war. Nach den Autos hatten dann ca. 40 historische Motorräder und Gespanne die Möglichkeit die Ruhestein-Bergstrecke zu erklimmen. Während es beim Start der Autos noch in Strömen regnete – auch 1946 wurde wegen Regens der Start verschoben – hatten die Motorradfahrer mehr Glück. Die Strecke war zwar noch nass, aber es hatte aufgehört zu regnen. Das Feld wurde gesammelt wieder nach Obertal zurück geführt. Dort fand um das Feuerwehrhaus eine „Hockete“, in deren Rahmen auch die Siegerehrung durchgeführt wurde, statt. Das Ambiente in Obertal war stimmig – vom alten Transparent, der Ausstellung von historischen landwirtschaftlichen Geräten bis hin zu den Bewirtern und Feuerwehrmännern in zeitgenössischem „Outfit.“


 
Ruhestein Bergrennen historisches Banner Start BMW 328
Harley Davidson Ariel Red Hunter
Honda CB 750 K2 beim Start BMW R 75-5 am Vorstart
 MV Agusta 2 Zylinder beim Start  Horex
 Russengespann  BMW Schwingengespann
 Start  Start
 Diamant  NSU Gespann
 Benelli 750 Sei  Rückführung
 

buchtitel
Hier kann natürlich nicht auf die gesamte Geschichte des Ruhestein-Bergrennens eingegangen werden.
2011 erschien im SP-Verlag unter der ISBN 978-3-98112106-0-6 hierrüber ein Buch mit 120 Aufnahmen, Textbeiträgen und Ergebnislisten.
Auch das Magazin zur Baiersbronn Classic war überaus interessant gestaltet. Schade, dass in der Starterliste nur die Automobile aufgeführt wurden.
 
Text + Fotos: Jochen Bangert

 
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