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Zschorlauer Dreieckrennen – Ago war der Publikumsmagnet

   
Zschorlau 2013 Parade Parade mit Giacomo Agostini


In diesem Jahr war Giacomo Agostini Ehrengast beim Zschorlauer Dreieckrennen. Er ist immer ein Highlight – unermüdlich hat er Autogramme geschrieben. Und als er seine 500er-Drei-Zylinder für die Parade startete, bildete sich gleich ein Kreis mit Bewunderern, die den ersten Umdrehungen des Motors hingerissen lauschten und genau verfolgten, wie er langsam warm wurde und Ago die Drehzahl erhöhte. Wenn man einen Meter von einer laufenden MV-Rennmaschine weg steht, macht das schon Gänsehaut. Jim Redman war von morgens bis abends präsent und hat am Sonntag sogar die Siegerehrung durchgeführt. Es war für die Gewinner sicher etwas Besonderes, von einem Weltmeister geehrt zu werden. Und Heinz Rosner hat vor allem auf der Strecke wieder einmal gezeigt, dass er noch fahren kann. MV und Ago hin oder her, Heinz will vorbei und macht das auch.

Walo Kipper bewegte eine 750 S um den KursAber auch in den anderen Klassen war eine Menge los. Im MV-Sonderlauf fuhr Martin Kott auf seiner Disco Volante, ein sehr besonderes Motorrad, Baujahr 1953, so genannt nach dem futuristisch gestylten Tank. Anders als ihre Schwester, die 175 CST, hat die Disco Volante eine obenliegende Nockenwelle und leistet aus ihrem einen Zylinder ca. 20 PS. Konzipiert war sie als Langstecken-Renner und bestritt vor allem die Rennen der Milano-Tarent. Die Disco Volante ist in ihrer Ausführung mit Fünf-Gang Getriebe sehr selten. Walo Kipper bewegte eine 750 S um den Kurs. Sicher ist die Strecke für eine Vier-Zylinder-MV nicht der ideale Kurs, aber Walo meisterte die Turns mit Bravour und ließ die Zuschauer in den Genuss des sonoren Motorensounds kommen.

vier Fahrer (F4-Gespann von Roland Herbig)Als Publikumsliebling erwies sich das F4-Gespann von Roland Herbig. Natürlich ist die F4 alles andere als ein klassisches Motorrad, aber Rolands Umbau hat es wirklich in sich und den Sonderlauf um eine weitere Attraktion bereichert. Alles, aber wirklich alles, hat Roland selbst konstruiert und gefertigt. Und weil Sachsen traditionell Gespannland ist, wurde seine Arbeit vom Publikum auch gewürdigt. Horst Böhm brachte mit seiner gelben 350er MV einen besonderen Farbtupfer ins rote Feld, und zum Beispiel Klaus Adler und Lothar Schmid zeigten, dass eine MV auch richtig schnell sein kann. Apropos schnell: Beim zweiten Lauf am Sonntag demonstrierte Georg Fröhlich, was man mit der MV Agusta F3 auf einem kleinen Motocarro von Wolfgang Pohl,Kurs anstellen kann, wenn man es denn kann. Nach den Läufen kam immer ein Schwung Zuschauer ins MV-Zelt und schaute sich von nahem an, was sie gerade auf der Strecke gesehen hatten. Dort fanden sie dann noch den sehr schön restaurierten Motocarro von Wolfgang Pohl, oder die Polizia Urbana von Klaus Nahr.

Bei den Gespannen legt Mario Reinwardt mit Schmiermaxe Knut Rottloff (600er Derbyshire Honda) immer einen guten Auftritt hin, sie sind sehr schnell und ein eingespieltes Team.

Auch in den anderen Klassen gab es natürlich Highlights. Eine Rovin – davon habe ich noch nie gehört – von 1924 war das älteste Motorrad im Feld, eine 125er Villa und eine 500er Egli waren Ausnahmemotorräder. Sogar eine Harley habe ich gesehen, wobei ich mich frage, wie das Gras an das Kniepad des Fahrers gekommen ist. Wahrscheinlich nicht durch exorbitante Schräglage. Aber sei´s drum. Das Starterfeld war sehr bunt durchmischt und bot am Vorstart und auf der Strecke viel für Auge und Ohr.

Ein sehr schönes Bild war auch das Podium mit Heinz, Ago und Jim. Ganz stilecht mit Lorbeerkranz. Lutz Weidlich, früher Sprecher am Sachsenring, hat alle Läufe mit seinen Kommentaren begleitet. Mittlerweile kennt er nicht nur die Ehrengäste, sondern auch die „normalen“ Starter sehr gut und kommentiert, was nun gerade auf der Strecke zu sehen und zu hören ist.

Viele schöne Motorräder, entspannte Fahrerlageratmosphäre und ein gut gelauntes Team machen das Zschorlauer Dreieckrennen jedes Jahr zu einer Klassikveranstaltung mit Rennsport „hautnah“. Es war auch dieses Jahr wieder eine gelungene Veranstaltung, die Rainer Pommer und der 1. MSC Aue da auf die Beine gestellt haben. Kompliment!


Text + Fotos: Birgit Siekmann

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