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Hockenheim Classics – bunt wie das Leben


von K
atja Abt


Voll ist das Feld – voller als im letzten Jahr – etwa 70 Meldungen mehr, sagt der Veranstalter. Bunt ist es und alles ist dabei: kreischend, brummend und brüllend schreien die Maschinen um Aufmerksamkeit – Seltenes und Vielvertretenes mit großen und kleinen Motoren, alle relativ alt und dabei doch auch jung. Am Vorstart ungeduldiges Grummeln und zügig zur Startaufstellung herüber gehuscht – wie mit den Hufen scharrend stehen sie da. Die Bauchdecke vibriert, während die Drehzahlmesser nach oben schnellen und eine dunstige Wolke zurück bleibt. Kurze Zeit später jagen die ersten Kostbarkeiten wieder vorbei und der Puls steigt beim Versuch Details im verwischten Blick auszumachen. Achtsam präsentieren die einen ihre Maschinen und andere treiben ihr Gerät wild zu Höchstleistungen.



Das Wheelies-Team ist mit einer neu aufgebauten und noch gänzlich jungfräulichen Benelli von 1973 am Start. Wunderschön steht sie da – synonym für alle Zweiräder an diesem Wochenende. Edel ist sie anzusehen in frisches Grün gehüllt, mit eleganten Duplex-Trommelbremsen und liebevollen Details. Die samtene Oberfläche der Velourledersitzbank verführt dazu, sich sinnlich auf sie zu schwingen und Hand an Gas und Kupplung zu legen. Sanft möchte man sie auf Touren bringen und ihrem genussvollen Brummeln lauschen, während man sich mit ihr vereinigt.


Norbert Bittes hat die Aufgabe dieses widerspenstige Wildpferd mit seinen 4 Zylindern im 4er-Takt innerhalb von zwei Tagen zu zähmen. Benno Deifels „Nelly“ wehrt sich stolz in jungem Glanz. Den Gasgriff vorsichtig gedreht stellt sie sich hart entgegen und fordert Kraft und Ausdauer. Konzentriert wird das Federspiel neu eingestellt, um die „BennoNelly“ sanftmütiger zu machen. Danach kommt sie leichter, nimmt aber ihre Drehzahl einfach nicht zurück. Obwohl die Finger längst wieder vom Gas genommen sind, dreht sie steil weiter, fällt dann überraschend ab und zeigt sich erschöpft. Nicht eingespielte Bremsen wehren sich gegen fein dosiertes Spiel und reagieren kaum oder bocken – es ist ein Kampf ihre 500 ccm auf den Parcours zu bringen. Erst nur niedertourig geschmeidig fügt sie sich später nur, wenn ihr gezeigt wird, was Drehzahl heißt. Im Galopp jagt die W13 wie von einer Schnur gezogen durch die Sachskurve – mitten im Feld der anderen Jockeys. Bunt umzingelt kämpft sie um Platz und Leistung.


Bei den Hockenheim Classics 2012 ist nun der Anfang gemacht – diese wilde Löwin will mehr Aufmerksamkeit und Hingabe, bis sie schnurrt wie ein Kätzchen am Ofen. Ich kann das verstehen und beobachte überall das gleiche. Viele Fahrer ringen in Leidenschaft mit ihren Schätzen. Die Vereinigung von Mann oder Frau mit der Maschine, ob mit einem oder mehr Zylindern, viel oder wenig Kubik, mit hohen oder niedrigen Drehzahlen macht alle zu Motorenflüsterern. Und der glückliche Glanz in den Augen der Siegreichen macht auch meine Augen feucht.


Fotos + Text: Katja Abtwww.katjaabt.de



Benno Deifel / Hans Peter Lenz Ausfall..

Ernst Himmelsbach

Hans Arndt und Walter Koschine


Ernst und Norbert

Federspiel einstellen


Heinz Rosner Rolf Aljes, Dt. Meister 1984 und Sven Bennin

Horst Hartmann und Martin Brill

Martin Märklen und Rolf Herbach

 


 

 

Karl und Klaus Umbach

Thomas Wittig Dt. Meister 1983


Michael Föll und Reiner Wolf

Neueinsteiger - Oliver Stuers und Marc Schilling




so schnell dass die Nummer weg fliegt -
Hans-Peter Hähnel

Sieger Klasse W Ernst Himmelsbach


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