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Deutsches Zweirad- und NSU-Museum Neckarsulm
Sonderausstellung Felix Wankel – Erfinder aus Leidenschaft


Fotos + Text: Jochen Bangert

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Zum 110. Geburtstag von Felix Wankel (1902 – 1988) zeigt das Neckarsulmer Museum eine Sonderausstellung über das Leben und Werk dieses Erfinders. Seine Idee des Kreiskolbenmotors trieb er 30 Jahre lang bis zur Verwirklichung voran.

Im Zentrum der Sonderausstellung veranschaulicht ein begehbarer Wankelmotor den Besuchern auf eindrucksvolle Art und Weise das Prinzip des rotierenden Antriebssystems.

Die Erfindung des Kreiskolbenmotors versprach in den 1960er Jahre den Automarkt zu revolutionieren. Kaum eine Ausgabe von „auto motor und sport“ und „hobby“, die sich nicht mit Prototypen oder Serienmodellen wie dem NSU Wankel Spider oder dem RO 80 beschäftigte. Bei den Autos spannt sich der Bogen der Ausstellung bis hin zum wankelbetriebenen Audi 200 oder dem erst kürzlich eingestellten Mazda RX-8.

Kurios, dass der erste Serieneinsatz des NSU-Wankelmotors im Ski-Craft-Wasserskischleppgerät erfolgte. Etwa 300 Stück dieses Geräts sollen an Wassersportler verkauft worden sein. Den kleinsten serienmäßig hergestellte Wankelmotor (4,9ccm) verkaufte die Modellbaufirma Graupner, eingebaut im Modellflugzeug Delta. Curtiss-Wrigth war 1958 der erste amerikanische Lizenznehmer von NSU/Wankel und verbaute einen Einscheiben-Wankelmotor mit 528ccm und 35 PS im Schneemobil. Hier, wie auch beim Rasenmäher Wolf TW 46 mit einem luftgekühlten Kreiskolbenmotor von Fichtel & Sachs, wurde in der Werbung die deutlich reduzierte Lautstärke beworben. Die Leistungsfähigkeit eines Wankelmotors belegt eine von der Firma Bachert für Feuerwehreinsätze entwickelte Tragkraftspritze, die in der Förderleistung den größeren Modellen Paroli bieten konnte. Ein anderes Argument, nämlich die Laufruhe, sprach für die Nutzung eines luftgekühlten Fichtel & Sachs Kreiskolbenmotors in der Motorsäge von Dolmar und sollte eine typische Berufskrankheit von Waldarbeitern, durch Vibrationen verursachte Hand- und Fingergelenkschäden, vermeiden helfen.

Natürlich sind auch Motorräder mit Wankelmotor in der Ausstellung vertreten. Massig und wuchtig die Van Veen OCR 1000. Dieses von der holländischen Firma Van Veen in Deutschland gebaute Hochleistungsmotorrad der 1970er Jahre glänzte mit 100 PS und einer Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h. Der hohe Preis allein war nicht der Grund dafür, dass weniger als 100 Maschinen hergestellt wurden. Vielmehr lieferte die Firma Comotor S.A., ein deutsch-französisches Projekt von Citroen und NSU, 1979 fast von heute auf morgen diesen Zweischeiben-Kreiskolbenmotor nicht mehr. Gleich daneben steht die Suzuki RE-5 von 1973, von der Zeitschrift „Das MOTORRAD“ als schöne, exklusive und hochtechnische Reisemaschine eingestuft. Exklusiv und hochtechnisch mit luftgekühltem Gehäuse und ölgekühltem Kolben hat sicherlich zugetroffen, aber ob das Styling der Maschine mit der die Armaturen enthaltenen Botanisiertrommel über dem Scheinwerfen als schön zu bezeichnen war…darüber lässt auch heute sich noch trefflich streiten. Größere Verbreitung war aber auch der Hercules W 2000 mit einem Einscheiben-Kreiskolbenmotor von Fichtel & Sachs, einer Leistung von 26 PS und einer Spitzengeschwindigkeit von 144 km/h, nicht vergönnt. Seit 1969 experimentierte Norton-Villiers-Triumph in England mit Wankelmotoren. Norton gewann dann in den 1980er Jahren eine Ausschreibung der englischen Polizei für ein Autobahnmotorrad, das eine höhere Geschwindigkeit als alle anderen Verkehrsteilnehmer erzielen sollte. Die gezeigte Maschine Norton P 52 Interpool gehört zu einer langjährigen Versuchsreihe, von der nur wenige Maschinen an Polizeidienststellen vergeben wurden. Ein Bobby mit einer dieser Maschinen bezeichnete sich 1984 im Hafen von Liverpool, während wir auf die Fähre zur Isle of Man warteten, als Testfahrer und sehnte sich nach seiner vorher gefahrenen Norton Commando zurück und träumte von der Zuverlässigkeit einer Boxer-BMW.

Sicherlich hätte die Ausstellung sich im Hinblick auf die Zweiräder noch mit anderen Modellen wie dem MZ-Prototyp (ja auch der Osten war Lizenznehmer) oder der Norton F 1 abrunden lassen; ein Besuch dieser noch bis zum 27. Januar 2013 laufenden Sonderausstellung lohnt sich aber auf jeden Fall. Und das Zweiradmuseum in Neckarsulm sowieso.


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Norton P 52


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Hercules W 2000


002-Ski-Craft-Wasserskischl 005-Suzuki-RE-5-Rotary

Ski-Craft Wasserskischleppgerät -
Modellflugzeug Delta Firma Graupner -
Schneemobil Evinrude

Suzuki RE-5 Rotary


Wolf Rasenmäher -

Bachert Tragkraftspritze -

Dolmar Motorsäge, alle mit Wankelmotoren

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Van Veen OCR


Fotos + Text: Jochen Bangert
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www.zweirad-museum.de


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