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Geburtstagsfeier für Weltmeister Hans-Georg Anscheidt
  von Manfred John

Anscheidt Suzuki

Einer der erfolgreichsten deutschen Motorrad-Rennfahrer feierte einen Tag vor Weihnachten seinen Geburtstag:
Hans-Georg Anscheidt, geboren am 23. Dezember 1935 im damals ostpreußischen Königsberg.

In den 60er Jahren prägte er den Motorrad-Rennsport in Deutschland und war der erfolgreichste deutsche Motorradsportler. Hans-Georg Anscheidt verbuchte 3 Weltmeistertitel, 2 Vize-Weltmeisterschaften, eine Europa-Meisterschaft und 9 Deutsche Meistertitel, 14 Grand-Prix-Siege und insgesamt 33 Podiumsplätze bei 48 WM-Läufen auf sein Konto, vorwiegend in der 50 cm³ Klasse, später auch in der 125er Klasse. Eine überragende Bilanz.

Nach rund 10 Jahren Motorrad-Straßenrennsport war Ende der Saison 1968 überraschend Schluss mit der aktiven Rennerei. Begonnen hatte alles zunächst im Geländesport auf einer 50er Kreidler. In der Versuchsabteilung des Kornwestheimer Kleinkraftradherstellers Kreidler tätig, war Anscheidt direkt in die Entwicklung eingebunden. Als 1959 erstmals in Hockenheim für die losgelassenen 50er ein Rennen unter dem Namen Moto-Cup veranstaltet wurde, war Kreidler als führender Hersteller der Kleinkraftradszene in Deutschland mit dabei. Schnell avancierte Anscheidt zum Spitzenfahrer dieser neuen Klasse.

1961 bekam diese Klasse internationalen Status mit der erstmals als Europa-Cup ausgetragenen internationalen Meisterschaftsserie. Das Kornwestheimer Werk trat mit einem Werksteam und neu entwickelten Werksmaschinen an. Den Titel holte sich Anscheidt auf Kreidler. Anscheidt, Kreidler und die 50 cm³-Klasse waren lange Zeit ein fester Begriff im Rennsport. Im darauf folgenden Jahr bekam die kleinste Hubraumklasse von der internationalen Sportbehörde FIM den Status einer Weltmeisterschaft zugesprochen, sie wurde in das Programm zu den Läufen zur Motorrad-Straßen-Weltmeisterschaft integriert.

Der große Wurf mit dem Titelgewinn blieb Anscheidt und Kreidler 1962 leider versagt, wie auch in den folgenden Jahren, als er erneut nur Zweiter bzw. Dritter in der WM-Gesamtwertung wurde. Als gar 1965 nur noch der 7. Gesamtrang heraus sprang, zog sich Kreidler werksseitig frustriert vom Motorsport zurück. Die fahrerischen Qualitäten von Anscheidt waren jedoch dem fernöstlichen Hersteller Suzuki nicht verborgen geblieben: Er bekam beim japanischen Hersteller einen der begehrten Werksverträge. Das Vertrauen wurde beiderseitig belohnt. Prompt holte er das, was ihm bei Kreidler nicht möglich war. Drei Weltmeistertitel in Folge von 1966 bis 1968 in der 50 cm³-Klasse.

Endlich bekam er dort auch die Möglichkeit, sein Können nicht nur in der kleinsten 50 cm³-Rennklasse zu beweisen, sondern auch in die nächst höhere Hubraum-Kategorie aufzusteigen. Als Doppelstarter fuhr er mit der 125er Suzuki gegen die Konkurrenz der anderen japanischen Werksteam von Honda, Yamaha und Kawasaki. Ein sechster Gesamtrang in der WM-Schlusstabelle 1967 und ein achter Platz im darauf folgenden Jahr waren die Ausbeute.

In Deutschland holte er sich ebenfalls den nationalen Titel in der Achtelliterklasse in den beiden Jahren, nachdem er den 50er Titelgewinn von 1962 bis 1968 im Abonnement gewonnen hatte. Allerdings sollte 1968 sein letztes Jahr im Rennsport sein: Nicht nur Suzuki, sondern auch die anderen japanischen Teams zogen sich werksseitig für einige Jahre aus der Weltmeisterschaft zurück und überließen das Feld den Privatfahrern. Damit war auch für Anscheidt das Ende seiner Rennfahrerkarriere gekommen.

In Deutschland war es lange Zeit still um ihn geworden. Nachdem er aus dem aktiven Arbeitsleben ausgeschieden war, wohnte er viele Jahre in Spanien. In Deutschland war er daher fast in Vergessenheit geraten. Seit kurzem ist er aber wieder in seinem Heimatland und lebt in der Nähe von München.

Zurück in seiner Heimat wird er in diesem Jahr einige Young- und Oldtimer-Veranstaltungen besuchen. Sein Erscheinen hat er bei den Odenwaldring Klassik vom 1. - 3. Juni 2012 in Walldürn zugesagt. Dort treffen die Fans und Besucher das Motorsport-Idol der 60er Jahre..

Anscheidt
Hans-Georg Anscheidt - Zeichnung von Jürgen Wolz


Anscheidt Buch

Stationen

Hans-Georg Anscheidt, geboren am: 23.12.1935 in Königsberg

48 Grand-Prix-Starts, 14 GP-Siege, 33 Podiumsplätze, 9 Deutsche Meistertitel

1961: Europameister 50 cm³ auf Kreidler

1962: 2. Platz Weltmeisterschaft 50 cm³; Deutscher Meister 50 cm³ auf Kreidler

1963: 2. Platz Weltmeisterschaft 50 cm³; Deutscher Meister 50 cm³ auf Kreidler

1964: 3. Platz Weltmeisterschaft 50 cm³; Deutscher Meister 50 cm³ auf Kreidler

1965: 7. Platz Weltmeisterschaft 50 cm³; Deutscher Meister 50 cm³ auf Kreidler

1966: Weltmeister 50 cm³; 12. WM-Gesamtrang 125cm³ auf Suzuki
          Deutscher Meister 50 cm³; Deutscher Meister 125 cm³ auf Suzuki

1967: Weltmeister 50 cm³; 6. WM-Gesamtrang 125cm³ auf Suzuki
          Deutscher Meister 50 cm³; Deutscher Meister 125 cm³ auf Suzuki

1968: Weltmeister 50 cm³, 8. WM-Gesamtrang 125cm³ auf Suzuki
          Deutscher Meister 50 cm³ auf Suzuki

Anscheidt 1962
Kreidler Mannschaft 1962: Wolfgang Gedlig, Hans-Georg Anscheidt, Jan Huberts, Rudolf Kunz

Anscheidt

Hockenheim 2010

Text: John, Fotos: Teubner, John

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