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Rennfahrer-Legende Ewald Kluge holt sich vor 80 Jahren EM-Titel

EM-Lauf am Sachsenring verfolgen 300.000 Zuschauer


Kluge CJ3A8906Eng mit dem einstigen DKW-Werk in Zschopau ist die Rennfahrerlegende Ewald Kluge verbunden. Am Dienstag (07.08.2018) jährt sich sein legendärer Sieg auf dem Sachsenring, bei dem der DKW-Fahrer erstmals Europameister wird, zum 80. Mal. Für Ewald Kluge, der am 19. Januar 1909 das Licht der Welt erblickte, war das Jahr 1938 wohl das erfolgreichste.

Die Karriere des Rennfahrers begann am Himmelfahrtstag des Jahres 1929, an dem es endlich soweit ist: Bei einem Rennen in Freiberg startet der 20-Jährige gebürtige Lausaer bei Dresden mit einem englischen Motorrad vom Typ Dunelt und wird auf Anhieb Dritter. Ein Jahr später steigt er auf ein DKW-Motorrad, jener Marke, der Ewald Kluge 25 Jahre die Treue halten wird, trotz lukrativer Angebote anderer Motorradproduzenten. Anfangs war Ewald Kluge als DKW-Privatfahrer erfolgreich unterwegs. Auch die Zschopauer DKW-Bauer wurden auf ihn aufmerksam. So bekam er 1934 beim DKW-Werk zunächst eine Anstellung als Monteur und Ersatzfahrer. Bereits im Folgejahr war er DKW-Werksfahrer und holte sich hinter seinen beiden Mannschaftskollegen Hans Winkler aus München und Arthur Müller aus Zschopau beim Marienberger Dreieckrennen den 3. Preis in der Viertelliterklasse.

Kluge Ewald und Erna Adelsberg Auto Union 006Doch zurück in den Mittsommer des Jahres 1938, der für den Rennfahrer Ewald Kluge, der mittlerweile mit seiner Ehefrau Erna im Chemnitzer Ortsteil Adelsberg sesshaft geworden war, mit einem Paukenschlag begann. Auf der wohl härtesten Rennstrecke der Welt, der Isle of Man, gewinnt er den 1. Lauf von insgesamt 8 in der Europameisterschaft (EM). Es folgen die Rennen in Belgien, der Schweiz, in Frankreich und den Niederlanden, die der 250ccm-Fahrer ausnahmslos als Sieger beendet. Das 6. Rennen auf dem Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal konnte bereits die Entscheidung in der Europameisterschaft herbeiführen. Ewald Kluge gewinnt auch diesmal auf seiner ULD 250 vor 300.000 Zuschauern, die komplett aus dem Häuschen sind. Ewald Kluge war damit erstmals Europameister. Seit 1924 wurde die EM mit nur einem Lauf pro Jahr ausgetragen. Damit war er auch der erste in dieser Klasse, der bei mehreren Veranstaltungen pro Jahr den Titel holte. Am Ende dieses überaus erfolgreichen Jahres für den Rennfahrer standen weiterhin der Titel des Deutschen Meisters, den er auch im Folgejahr und damit zum vierten Mal in Folge holte, sowie die Ehrung als „Meister der Meister“ zu Buche.

Kluge Ewald 1935 Sachsenring

Ewald Kluge, der mit vier ersten Preisen 1939 erneut Europameister wurde, errang auch außerhalb von Europa, darunter in Australien, zahlreiche 1. Preise. Die Karriere Ewald Kluges, der 1949 mit seiner Familie nach Westdeutschland übergesiedelt war, endete jedoch abrupt nach einem schweren Sturz 1953 auf dem Nürburgring. Die Rennfahrer-Legende wurde nur 55 Jahre alt. Er starb am 19.08.1964 in Ingolstadt.

 
  • Ewald Kluges EM-Erfolge:

    - 1936 wurde die Europameisterschaft auf dem 8,7 Kilometer langen Badberg-Viereck bei Hohenstein-Ernstthal ausgetragen (wurde erst 1937 zum Sachsenring ernannt). Ewald Kluge wurde Vize-Europameister in der Viertelliterklasse auf DKW

    - 1937 wurde Ewald Kluge EM-Dritter in der Klasse 250ccm in Bremgarten bei Bern in der Schweiz

    - 1938 wurde Ewald Kluge Europameister in der Klasse 250ccm (6x 1. Preis, letzten beiden Läufe nicht mehr gestartet)

    - 1939 wurde Ewald Kluge Europameister in der Klasse 250ccm (4x 1. Preis, 1x 2. Preis, 1x 3. Preis)

 
Kluge Ewald Europameister 1938 IMG 0847 

Text: Thomas Fritzsch
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