Altmeister Harald Merkl gewinnt Zweitakt-Trophy
Harald Merkl 1979 Foto Hermann Rüger 3Harald Merkl 2016 seitlich

41 Jahre nach seinem deutschen Meistertitel 1975 in der Deutschen Motorrad Meisterschaft (Klasse 250 ccm), feiert Harald Merkl einen weiteren Erfolg. Der 66Harald Merkl Manfred John-jährige Motorradrennfahrer gewann die Gesamtwertung der Zweitakt-Trophy 2016.
Harald M
erkl, der gebürtige Nürnberger, musste auf die ersten zwei Veranstaltungen verzichten und ging erst Anfang Juli in Schleiz mit seiner Yamaha TZ 250 A an den Start. Die Yamaha hatte er im Vorjahr von Peter Hartenstein erworben.
Bei den nächsten sechs Rennen überquerte Harald Merkl fünfmal als Erster die Ziellinie, nur beim ersten Lauf in Oschersleben wurde er von Stefan Tennstädt (Rotax) besiegt, der ebenfalls fünf Rennen gewann und Gesamtzweiter der Zweitakt-Trophy wurde.
Bei den Rennen in Colmar-Berg/LUX und beim Finale in Most/Tschechien feierte Harald Merkl jeweils einen Doppelsieg.

2011 speedweek schneiderAdolf Schneider aus Nürnberg ist für die aufwändige Technik der Yamaha verantwortlich. "Ohne ihn könnte ich gar nicht fahren", meint Harald Merkl.
In den 70er Jahren war er einer seiner härtesten Konkurrenten. Adolf Schneider besitzt heute noch einige hochwertige Yamaha TZ Modelle, unter anderen eine TZ 500.

Ich habe dieses Jahr auch noch an der ICGP-Serie von Eric Saul teilgenommen und wurde in Paul Ricard/Frankreich Dritter und in Assen/Niederlande konnte ich sogar den ersten Lauf gewinnen. Beim Qualifying in Paul Ricard und in Assen bin ich im zweiten Lauf in Führung liegend wegen der Avon-Einheitsreifen gestürzt“, berichtet Harald Merkl.
Merkl wurde am 1. Juli 1950 geboren. Seit dem 16. Lebensjahr ist er mit dem Motorradsport verbunden. 1969 ging er beim Eller-Bergrennen erstmals auf einer Straßen-Kawasaki an den Start und wurde gleich Fünfter. „Danach hatte ich den Virus in mir, ich habe im Winter dann hart gearbeitet und auch noch von meiner Oma Geld bekommen. 1970 habe ich mir dann eine Yamaha 250 ccm TD1 gekauft. In der Ausweisklasse habe ich dauernd gewonnen und dann habe ich eine Lizenz bekommen. 1975 wurde ich dann auf der BHC-Yamaha mit Chefmechaniker Bernd Heilmann Deutscher Meister in der 250 ccm Klasse. Für die Saison 1976 wurden mir vom deutschen Yamaha-Importeur Mitsui zwei Motorräder (250 und 350 ccm) zur Verfügung gestellt, die ich am Jahresende dann günstig kaufen konnte. Für die Saison 1977 hatte ich mir eine Suzuki RG 500 ccm zugelegt, die 33.000,- DM gekostet hat, das war ein Vermögen. Die Suzuki ging dauernd kaputt, damit wäre ich fast bankrott gegangen“, erzählt der Franke.


DaytonaHarald Merkl nahm am 6. März 1976 auch am AMA Lightweigt Rennen (Klasse 250 ccm) auf dem International Speedway in Daytona Beach/USA teil. Dort belegte er als bester europäischer Pilot den zehnten Rang. Merkl war im Ziel in der gleichen Runde wie Kenny Roberts, der vor Pat Hennen und Steve Baker gewann. Beim 200 Meilen Rennen ging Merkl auf einer Yamaha TZ 750 ccm, die er sich dort gekauft hatte, an den Start.

Auch bei Weltmeisterschaftsrennen startete Harald Merkl und erzielte mit dem elften Rang beim GP 1979 in Brünn/Tschechien  in der 350 ccm Klasse sein bestes Grand Prix-Ergebnis. Dort war er zweitbester deutscher Pilot hinter dem fünffachen Weltmeister Anton Mang (Kawasaki), der damals Zweiter wurde. Zweimal kam Harald Merkl sogar als bester deutscher Fahrer ins Ziel, und zwar 1977 beim Heim-GP auf dem Harald Merkl 1979 Foto Hermann Rüger 2Hockenheimring auf dem 14. Platz in der 250 ccm Klasse und 1977 beim Grand Prix in Spa/Belgien mit dem 15. Rang in der 500 ccm Klasse. „In der Saison 1980 bin ich dann für das Solitude-Team von Herrn Pawlik gefahren. Mitte der Saison sollte ich meine 250 ccm Rennmaschine an den Teamkollegen Jon Ekerold abgeben, ich habe dann sofort aufgehört Rennen zu fahren."

Merkl berichtet weiter: "Erst vor ein paar Jahren, bei einem Urlaub in Thailand, bin ich dann vom Flugplatz in Bangkok mit meinem Freund Karl-Heinz „Charly“ Dettke direkt auf den Bira International Circuit nach Pattaya gefahren. Eine Honda Fireblade habe ich nach nur zwei Runden wieder hingestellt. Es war ein Viertakter mit Straßenschaltung, der Kombi war zu groß. Am nächsten Tag bin ich dann eine Zweitakt-Aprilia 250 ccm gefahren und bin gleich gut zurecht gekommen. Ein Jahr später ging es noch schneller und ich habe mir aus Deutschland eine Aprilia RS 250 ccm in Teilen gekauft. Den Motor (30 kg) habe ich im Koffer im Flugzeug mitgenommen. Im letzten Jahr habe ich auch bei der Sachsenring Classic teilgenommen und freue mich schon auf die nächste Saison. In vier Wochen geht es wieder bis Anfang März nach Thailand, dort wartet meine Aprilia schon auf mich.“


Harald Merkl ist seit ein paar Jahren Geschäftsführer im Vier-Sterne-Hotel „Wreecher Hof“ bei Putbus auf der größten und sonnenreichsten Insel Rügen. Das Hotel wurde als erstes motorradfreundliches Hotel zertifiziert. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.Wreecher-Hof.de. Davor war Harald Merkl jahrelang als Hotelmanager auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs.  

Die Klassik Trophy startet an Ostern vom 13. bis 16. April 2017 auf dem Circuito Francicorta in Italien in die neue Motorradsaison. Vom 12.-14.Mai 2017 findet auf dem Schleizer Dreieck der Sparkassen Klassik-GP statt und danach starten die Motorradasse beim 90-jährigen Sachsenring Jubiläum am 16.-18. Juni 2017 bei der Sachsenring Classic-Veranstaltung. Die weiteren Termine werden auf der Internetseite von Organisator Manfred John unter www.Klassik-Motorsport.com veröffentlicht.


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Text: Michael Sonnick, Fotos: Sonnick, Frohnmeyer, Hermann Rüger, Klassik Motorsport
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