Steve Jenkner übergibt Rennkombi und Siegerpokal
im Technik
Museum in Speyer
Steve Jenkner und Franz RauSteve Jenkner feierte am 31.Mai 2016 seinen vierzigsten Geburtstag. Der 1976 in Lichtenstein geborene Sachse begann 1989 im Alter von 13 Jahren seine Motorradkarriere in der Mini-Bike Meisterschaft. Bereits 1993 holte er sich auf einer Simson den Titel bei der ADAC Mini-Bike Meisterschaft und gewann auch den ADAC-Förderpreis.
1994 und 1995 ging Steve im ADAC Junior-Cup an den Start. 1996 nahm er auf einer Aprilia 125 ccm an der Motorrad-DM teil und startete auch in der Europameisterschaft. Als Wildcard-Pilot bestritt er am 7. Juli 1996 sein Grand Prix-Debüt auf dem Nürburgring.
Mit dem ADAC Sachsen-Team gelang ihm 1997 der Sprung in die Weltmeisterschaft. Beim Rennen auf dem A1-Ring in Österreich holte der Aprilia-Pilot mit dem 15. Rang seinen ersten WM-Punkt.
Der Durchbruch gelang ihm beim Grand Prix in Brünn/CZE, mit nur
1,054 Sekunden hinter dem Sieger Noboru Ueda (Japan/Honda) wurde Steve Jenkner Siebter im Rennen. Die Saison beendete er als zweitbester deutscher Fahrer mit 20 WM-Zählern auf dem 19. Gesamtrang. Seinen ersten Podiumsplatz erzielte Steve Jenkner bei
seinem 66. WM-Start im niederländischen Assen im Jahre 2001, als er als Dritter für das UGT 3000-Team über die Ziellinie fuhr.
In der Saison 2002 sorgte Jenkner bei seinem Heimrennen auf dem Sachsenring für Jubelstimmung, der Aprilia-Pilot drehte die schnellste Rennrunde und wurde Dritter, knapp vor Weltmeister Manuel Poggiali (RSM/Gilera). „Es ist ein Traum, hier bei meinem Heim-GP auf dem Sachsenring auf dem Podium zu stehen“, freute sich Steve Jenkner. Mit fünf dritten Plätzen wurde er WM-Fünfter mit 168 Punkten, dies war die beste Endplatzierung in seiner Karriere.
Ein Jahr später 2003 übernahm Jenkner mit zwei dritten Plätzen in Suzuka/Japan und Welkom/Südafrika sowie dem zweiten Platz in Jerez/Spanien erstmals die WM-Gesamtführung in der 125 ccm Klasse. Auf seinen einzigen Grand Prix-Sieg musste Jenkner sieben Jahre warten, diesen feierte er am 28. Juni 2003 in Assen. Im Regenrennen distanzierte der Aprilia-Pilot bei seinem 98. GP-Start den Zweiten Pablo Nieto (SPA/Aprilia) um 11,189 Sekunden und stand erstmals ganz oben auf dem Podest.
Steve Jenkner war damit der erste und bis heute einzige ostdeutsche Motorradrennfahrer, der nach der Wiedervereinigung einen GP-Sieg erringen konnte. Mit 151 Punkten gelang ihm als WM-Sechster sein zweitbestes Gesamtergebnis.
Nachdem Jenkner 2004 mit 122 Punkten WM-Achter wurde, musste er 2005 wegen des Alterslimits in die 250 ccm Klasse umsteigen. Mit 13 Punkten belegte er den 23. Gesamtrang. Steve Jenkner stand bei 14 Grand Prix-Rennen auf dem Podium, ein Sieg, drei zweite Plätze und zehn dritte Plätze konnte er in seiner WM-Karriere erzielen.
Im Jahr 2006 war er Testfahrer bei Fantic und sportlicher Leiter im Motorrad Unger- Sachsenring Team, wo er Patrick Unger und Erik Hübsch betreute.
Als Reifentechniker für Bridgestone kehrte er 2008 in die Grand Prix-Szene zurück und war für die Ducati-Piloten Nicky Hayden, Casey Stoner und Valentino Rossi verantwortlich.
Nach der Saison 2012 konzentrierte sich Steve auf sein Geschäft in Oberlungwitz, direkt am Sachsenring. Er betreibt dort mit seiner Frau Mandy die Firma RACESPARE, die sich mit dem Vertrieb von Rennsportteilen und Zubehör beschäftigt. Steve und Mandy Jenkner haben zwei Kinder, Sohn Moritz nimmt dieses Jahr erstmals am Yamaha-Cup teil.
Als Öhlins-Fahrwerkstechniker für Honda-Pilot Nicky Hayden (USA) in der Superbike-WM bleibt er dem internationalen Rennsport weiter verbunden.
Steve denkt gerne an die erlebnisreiche Zeit als aktiver Motorradrennfahrer zurück. So hat er jetzt seine Fahrerausrüstung der Saison 1998, bestehend aus Lederkombi, Helm, Stiefeln und Handschuhen, und den Siegerpokal seines einzigen Grand Prix Sieges von 2003 in Assen/Niederlande der RaceBikeCollection im Technik Museum Speyer zur Verfügung gestellt.
Ich freue mich, in Speyer nun ein Teil der RaceBikeCollection zu sein, zumal ich auf dem Flugplatzkurs in Speyer 1996 mein Debüt in der Deutschen Motorrad Meisterschaft gegeben habe,“ so der sympathische Sachse.

Text: Michael Sonnick, Foto: Thorsten Horn

Das Technik MUSEUM SPEYER hat 365 Tage im Jahr für ab 9 Uhr geöffnet. Montags bis Freitags bis 18:00 Uhr. An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen bis 19.00 Uhr.
Mehr Informationen unter: speyer.technik-museum.de/de/race-bike-collection
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