60 Jahre Werner Haas -
Der erste Weltmeister nach 1945 im gesamtdeutschen Sportbund
Kleine Präsentation im
Technik Museum Speyer

Haas-Monza53-5Mit einer Bild- und Videopräsentation erinnert das Technik MUSEUM SPEYER von November 2013 bis April 2014 an den deutschen Motorrad-Rennfahrer Werner Haas, der 1953 als erster Sportler im gesamtdeutschen Sportbund den Titel eines Weltmeisters errang. Seine beiden Weltmeistermaschinen, die AUDI Tra­dition zur Verfügung stellt, sind in der Präsentation zu sehen, sowie eine informative Darstellung der Firma NSU, die als tragende Säule der deutschen Industrie auch den Motorsport über Generationen nachhaltig prägte.

Werner Haas wird am 30. Mai 1927 als Sohn eines Postbeamten in Augsburg geboren. Er absol­viert eine Lehre zum Kfz-Mechaniker und findet eine erste Stelle als Lkw-Fahrer, doch dem Techniker in ihm genügt diese fade Arbeit nicht. Auf abenteuerlichen Wegen besorgt er sich 1949 eine 500er NSU »Super Sport«, die er selbst zur Rennmaschine umbaut. Schon bei den ersten Rennen zeigt sich sein Talent. Daraus resultiert sein Wunsch Rennfahrer zu werden. Und das Schicksal spielt am 19. Juli 1952 auf der Solitude Rennstrecke mit: NSU-Renn­leiter Gustav Germer engagiert ihn als Ersatzfahrer für den verunglückten Roberto Colombo. Dieses Traumangebot münzt Werner Haas am nächsten Tag in einen triumphalen Sieg um. In jedem weiteren Rennen der laufenden Saison bewies Haas sein Ausnahmetalent. So auch beim letzten Rennen in Monza, bei dem er sich nur um eine Reifenbreite der Moto Guzzi von Lorenzetti geschlagen geben musste. Auf der Isle of Man wurde er zum »Rookie of the year« geadelt und belegte als Neuling sowohl in der 125er als auch 250er Klasse den 2. Rang. In der Saison 1953 gelang ihm am Hockenheimring sein bis dato größter Sieg, indem er Weltmeister Lorenzetti auf Moto Guzzi besiegte.

WernerTT-54-2Ausstellung Die Entscheidung um die Weltmeisterschaft beider Klassen wurde am Ende dieser Saison in Monza ausgetragen. Haas musste in der Achtelliterklasse einen Sieg einfahren, um den Titel zu erobern. Doch zur Hälfte des Laufes lag er hoffnungslos im Mittelfeld und konnte sich hier nur mühsam halten. Ein Wetterumschwung bescherte plötzlich der kleinen Rennfox eine bessere Motorenfüllung. Die Bestückung am Vergaser passte nun wesentlich besser zu einer saustoffreicheren Luft. Haas holte plötzlich auf und schob sich immer weiter nach vorn, bis er die Spitze des Feldes erreicht hatte. Auf den letzten 30 Metern konnte er aus dem Windschatten Ubbialis ausbrechen, um ihn im Ziel um eine Maschinenlänge zu schlagen. Werner Haas war Weltmeister! Zwei Stunden später ging es in der 250er Klasse um den Weltmeistertitel. Rundenlang duellierte er sich wie so oft mit seinem Erzrivalen Lorenzetti, der diesen Lauf zwar gewinnen konnte, doch der zweite Platz genügte Werner Haas zum 2. Weltmeistertitel. Eine bis auf den heutigen Tag nicht überbotene Leistung, dass ein deutscher Fahrer innerhalb von drei Stunden zwei Weltmeistertitel eroberte. Es sind sogar drei Weltmeistertitel, denn NSU war nun auch Markenweltmeister in der Viertelliter Klasse.

Die deutsche Sportpresse wählte 1953 mit überwältigender Mehrheit Werner Haas zum Sportler des Jahres. Wie vorprogrammiert setzten Haas und NSU die Siegesserie 1954 fort. In der 250er Klasse konnte er seinen Titel souverän verteidigen. Die Bilanz dieser zweieinhalb Jahre Erfolgsstory sind drei Weltmeister- und vier Deutsche Meistertitel. Am 1. Februar 1954 überreichte ihm Bundespräsident Theodor Heuss in Bonn den silbernen Lorbeer. Am 13. November 1956 verunglückt der erst 29 jährige Werner Haas tödlich mit seinem Sportflugzeug.


 Weitere Infos: http://speyer.technik-museum.de/
 
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