Moto-GL-Kaleidoskop
Beobachtungen und Notizen aus dem Fahrerlager und von der Strecke
Auf ein Neues: Kölner Kurs 2017 KoelnerKurs2017Programm

Immer ein Thema am Ring: Das Wetter: Inzwischen ist es Tradition, dass die jährliche Eröffnung der Saison für die „Schnelle Szene“ im VFV vom MSC Porz organisiert wird. Aus Gründen, die bereits allgemein bekannt sind, haben die Kölner die Veranstaltung seit vielen Jahren auf den Nürburgring verlegt. Die Erfahrung lehrt, dass Ende April/Anfang Mai das Wetter in der Eifel, um es vorsichtig zu formulieren, etwas unbeständig sein kann. Dieses Jahr war es *beständig* insofern, als die Vorhersage für den Sonntag eine 90prozentige Regenwahrscheinlichkeit beinhaltete, und in der Tat regnete es, zwar nur einmal, aber dieses ununterbrochen, zwar nicht in großen Mengen, aber eben dauernd, mal schwächer, mal etwas stärker, und mit der Nässe ging zunehmend gefühlte Kälte einher, was alles noch ungemütlicher machte. Die Stimmung konnten auch lockere Sprüche wie „Immerhin schneit es doch nicht wie im Vorjahr“ nur in Maßen aufhellen. Obwohl das Training und die beiden Läufe allesamt im Nassen absolviert werden mussten, verliefen die unausweichlich auftretenden Ausrutscher glimpflich; es gab deshalb auch keine unfallbedingten Verzögerungen im Zeitplan.

Zum Nennergebnis: Der Veranstalter warb mit „300 historischen Rennmaschinen“. Da dürften die wie immer zum Programm gehörenden Motorroller mitgezählt worden sein. In einzelnen Klassen fehlten in auffälliger Weise zahlreiche Fahrer, die zum Stamm der Dauer-Starter bei den DHM-Läufen gehören und deren Abwesenheit nicht zuletzt wegen ihrer Erfolge in der Vergangenheit auffiel. Ob dafür eine Art Meideverhalten gegenüber befürchtetem miesen Wetter verantwortlich war, vorübergehende terminliche Unverträglichkeiten oder grundsätzliche Abstinenzen zugrunde lagen, kann erst im Laufe der nächsten Veranstaltungen beurteilt werden.

Einmal mehr war das Nennungsergebnis mit knapp 40 Startern in B am höchsten; hier hatte der Veranstalter deshalb die Vergabe von Pokalen für die ersten acht Fahrer/innen vorgesehen. (Bei der Übergabe der Pokale im Rahmen der Siegerehrung kam es zu einem unglücklichen Versehen: Weil zunächst eine falsche Liste herangezogen worden war, mussten die Pokale von den vermeintlichen „Siegern“ gleich wieder zurückverlangt werden, damit sie den korrekten Gewinnern überreicht werden konnten. Die Beteiligten nahmen den aufgetretenen Irrtum mit Humor und Verständnis auf, auch wenn es wahrscheinlich für den Einen und Anderen etwas bitter gewesen sein mag. Kann aber passieren.)

Zum Organisatorischen: Wie stets zeichnen sich die Mitarbeiter des MSC Porz durch eine erfrischende Herzlichkeit aus; man hat das Gefühl, dass die Leute ihre Arbeit wirklich gern tun. Ungeachtet dessen wäre vielleicht zu überlegen, ob die Papier-Abnahme nicht etwas effizienter organisiert werden könnte. Die eine Dame, die die Lizenzen einsammelte (eine andere war für die Transponder und eine dritte für Nachnennungen und dgl. zuständig), das Blatt für die technische Abnahme und das obligatorische Gläschen aushändigte, in dem das Papier mit der schriftlichen Fahrerbesprechung steckte, war mit der anfallenden Aufgabe sehr stark belastet, jedenfalls bildete sich hier eine lange Schlange, die manche Leute an die denkwürdigen Abläufe in Horice erinnerte.

L1100960Eine der beliebtesten Zuschauer-Plätze stellt immer wieder die Start- und Zielgerade dar. Auf dem Mauer-Sockel direkt neben der Piste, aber hinter dem Drahtzaun stehend, verspricht insbesondere die Beobachtung des Starts ein gewisses Spektakel. Aber ausgerechnet während des Start-Vorgangs mussten die Interessenten auf Geheiß des Streckensprechers ihre Plätze verlassen und vor den Boxen warten, bis die Fahrer auf die Reise gegangen waren. Jedenfalls war dieses das anfängliche Prozedere, das auf ziemliches Unverständnis stieß (wahrscheinlich waren dafür Sicherheitserwägungen maßgeblich). Aber im Laufe des Tages befolgten immer weniger Zuschauer die Anweisungen, ob schließlich geduldet oder weiterhin widersätzlich, blieb offen.

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Apropos: Timo Neumann war nach längerer Zeit wieder mit dabei und kommentierte das Geschehen mit umfassender Sachkenntnis und gewohnter Souveränität. Darüber freuen wir uns und sagen auch an die
ser Stelle: “Herzlich willkommen!“

DSC 0070Etwas zum Sport: Denkwürdig war ein Duell der ganz besonderen Art, nämlich der Zweikampf in L+H+E zwischen Gerhard Fischer (Triumph; 500cc) und Jürgen Brecht (van Veen-Kreidler; 50cc), also Halbliter-Viertakt gegen „Schnapsglas“-Zweitakt.
In Lauf 1 konnte Fischer mit der 500er die kleine Fünfziger zwar knapp hinter sich halten, doch drehte Brecht in Lauf 2 den Spieß um. Die enorme Handlichkeit der kleineren und viel leichteren Maschine war bei den herrschenden Fahrbahnbedingungen ein unschätzbarer Vorteil – völlig unabhängig von den fahrerischen Kompetenzen der beiden Kombattanden.

DSC 0104Hano Rothenbühler fuhr seine Molnar-Manx einmal mehr in bestechendem Stil und unglaublichen Schräglagen - bis ihm dann im Hatzenbach-Bogen doch die Straße ausging und er durch den Kies ackern musste, womit die Fahrt zu Ende war.


DSC 0020Zu Fall kam leider auch Helmut Schoppa, der aus der ersten Reihe gestartet war, was auch für seine Unerschrockenheit im Nassen spricht.



DSC 0112Otto Bayer ist dieses Jahr nicht mehr auf einer 500er Horex
unt
erwegs, sondern auf einer 350er Aermacchi Ala d'Oro.
Mann und Maschine gleichermaßen schnell..




ImL1100955 Training war etwas am Gerät von Thomas Wiedemann nicht in Ordnung gewesen, deshalb nur die letzte Start-Reihe. Aber gleich nach dem Start holte der fast das gesamte Feld wieder ein.




L1100961Ausblick: Hoffen wir für das nächste Jahr auf bessere äußere Bedingungen! Die einzigartige Eifel-Landschaft und der wunderbare Grand-Prix-Kurs hätten dieses auf jeden Fall mehr als verdient…



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Roland Rattunde, NSU-Sportmax

Text: Manfred Amelang;
Fotos: Roland Leger (wie immer: Mit herzlichem Dank!), Amelang

   
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