Moto-GL-Kaleidoskop
Beobachtungen und Notizen aus dem Fahrerlager und von der Strecke

 


 

Plakat

Historischer Börde Grand Prix

Oschersleben 2011

 


 

Parallel zum Börde Grand Prix des VFV wurde in diesem Jahr wieder ein Braunschweiger "Prinzenpark Revival" ausgerichtet. Das war ein maßgeblicher Grund dafür, dass die Veranstaltung doch deutlich mehr Besucher anzog, als dieses in der Vergangenheit die Regel war. Einer davon berichtete uns kenntnisreich und höchst anschaulich auch über die damaligen Prinzenparkrennen.

Die Wettervorhersage hatte Regenschauer angekündigt, doch der eine, den es dann tatsächlich gab, zog in der Nacht zum Sonntag durch; ansonsten war es heiß und trocken, weshalb besonders am Sonnabend der Schweiß in Strömen floss.

Ein Drittel des Fahrerlagers, die Kartstrecke und die östlichen Tribünenwälle waren von "Nippon Auto Tuning Fans" belagert, es werden mehrere tausend Leute gewesen sein. Keiner hat uns erklären können, was so toll daran ist, mit geöffneter Motorhaube und zwei Mädels im Kofferraum im ersten Gang über die Kartstrecke zu schleichen. Leider brauchten die jungen Leute auch laute Musik, um richtig in Stimmung zu kommen. Die brutalen Bässe und das dumpfe Gestampfe erinnerten an die glücklicherweise versunkene Zeit, als das Gedröhn aus dem großen Disco-Zelt auf der Wiese vor dem Fahrerlager einen um den Schlaf brachte.


Der neuerdings produzierte Lärm veranlasste denn einige bedauernswerte Fahrer, nach einer schlaflosen Nacht ihre Utensilien zusammenzupacken und mit ihnen in den westlichen Teil des Fahrerlagers umzuziehen. Es ist nachzuvollziehen, dass die Streckenbetreiber zusehen müssen, auf ihre Kosten zu kommen, aber es ist nicht hinnehmbar, dass dieses zu Lasten der Sicherheit geht, wenn Fahrer nicht vor 3 Uhr in der Nacht in den Schlaf finden. (In Schotten stellt sich mit dem dortigen Festzelt das Problem ähnlich.) Dass während des Trainings am Samstagnachmittag dicke, stinkende Gummirauchwolken (von quer driftenden Autos) über die Rennstrecke zogen, war demgegenüber natürlich harmlos.

Die als Prinzenpark Revival ausgetragenen Rennen, 2 Stroke GP, Classic BOT, IHRO und Klamo haben dann der DHM fast ein bisschen die Schau gestohlen. Speziell, was die IHRO-Kämpen zeigen, ist Rennsport vom feinsten, aber auch die Streckensprecher haben sich dabei gut engagiert.

Zwei Fahrer haben aus den zurückliegenden drei Läufen nicht weniger als 70 Punkte eingefahren, nämlich zum einen Renate Häpe in H, u.a. mit einem ersten Platz in OSL (herzlichen Glückwunsch!), besonders erfreulich nach den Mühen mit den Ergebnissen aus Dahlem); sie liegt momentan auf dem zweiten Platz in der Zwischenwertung, zum anderen Hans Poljack, der einen fabelhaften "Lauf" hat und mit augenblicklich 130 Punkten in der Zwischenwertung fast doppelt so viele eingefahren hat wie der Zweite (mit 70). Kaum weniger erfolgreich ist "unser" Otto Stephan mit 61 Punkten aus den letzten drei Läufen und derzeit Erster in der Zwischenwertung in J.

Vielleicht noch kurz eine der kleinen Geschichten, die unseren Sport so liebenswert machen und auch nach Jahren noch schmunzeln machen:

Am Sonntag früh musste sich ein Beifahrer in der Klasse M, der als Ersatz für einen ausgefallenen Kollegen eingesprungen war, eingestehen, dass es infolge eines eingeklemmten Nerven mit dem Wertunglauf wohl nichts werden würde. Ausgerechnet auf der Toilette, dort trifft man sich halt, hatte er sich gegenüber Heiko Klink diesbezüglich geoutet. Der Heiko, sowohl am Sidecarlenker ein Könner als auch im Beiwagen fit, hat dann spontan angeboten, einzuspringen. Also flugs zur Rennleitung, Genehmigung zum Partnertausch eingeholt und schon war es höchste Zeit das Leder anzuziehen. Das frisch zusammengefügte Team hat sich dann achtbar im Wertungslauf geschlagen, und alle Beteiligten haben richtig Spass gehabt. (Den harmlosen Ausritt in der ersten Runde - der Heiko ist halt zu leicht - hat der Aushilfsbeifahrer auch gleich seiner Gattin gebeichtet, sie hätte es ja doch erfahren.)


Prinzenpark Revival
Peter Stärk - BMW

Prinzenpark Revival

 


Text: Gerhard Fischer und Manfred Amelang
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Fotos: Dennis Witschel

http://www.dennis-witschel.eu/


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