Moto-GL-Kaleidoskop
Beobachtungen und Notizen aus dem Fahrerlager und von der Strecke

 

Was ist mit den Ergebnissen los?

Ergebnisslisten


E
s ist nunmehr geschlagene fünf Wochen her, dass die Läufe auf der Dahlemer Binz ausgetragen wurden – und noch immer liegen keine verbindlichen Ergebnisse vor. Jedenfalls nicht solche, die Renate Häpe, die sich gegenüber der Zeitnahme redlich bemüht, ins Netz stellen könnte. Der ganze Vorgang bleibt für Fahrer wie Beobachter ziemlich widersprüchlich, wenn nicht mysteriös. Zum einen gab es nach dem Training zumindest im Fall einer klassischen Klasse einen Zeiten-Aushang, der auf der Pole-Position etwas auswies, was so definitiv nicht stimmen konnte, weil es sich dabei um eine beispiellose Fabel-Zeit handelte. Das wurde alsbald korrigiert, indem vor die ausgedruckten Sekunden noch eine Minute gesetzt wurde – damit war der betreffende Fahrer ins Mittelfeld durchgereicht worden. Andererseits gab es in den meisten Klassen nach den Läufen vermeintlich brauchbare Ergebnis-Listen; mitunter stimmten zwar nicht die in der ersten Spalte vermerkten Platzierungen im Sinne von Erster, Zweiter, Dritter usw., aber die Reihung der Namen entsprach doch den eigefahrenen Zeit-Differenzen und schien damit in Ordnung zu sein – jedenfalls einer „gefühlten“ Ordnung, denn selbstverständlich kann kein Außenstehender Differenzen in der Größenordnung von Hundertstel-Sekunden vom Streckenrand oder von der Sitzbank aus wahrnehmen. Probleme gab es dem Vernehmen nach bei der Addition der Läufe 1 und 2 zum Tages-Gesamt-Resultat; deshalb entschied man schließlich mehrheitlich, die Resultate des zweiten Laufes heranzuziehen, um die Pokale und Sekt-Pullen vergeben zu können. Anscheinend aber hapert es noch zumindest im Hinblick auf die DHM-Wertung. Wo genau sich der Hase in den Pfeffer gelegt hat, würde man natürlich gern wissen (und ich persönlich bin in Bezug darauf völlig unverdächtig, weil ich nur den ersten Lauf gefahren bin und mich für die Meisterschaft nicht eingeschrieben habe, also von den notwendigen und auch angekündigten Nachbesserungen weder profitieren noch verlieren kann).

 

 

Zeitkontrolle


Vor allem wäre es interessant zu erfahren, auf welche Weise und auf Basis welcher Messergebnisse nach mehreren Wochen allfällige Korrekturen vorgenommen werden sollen. Das muss für jeden Fahrer und Außenstehenden plausibel und damit nachvollziehbar sein; zwar gilt seit anno-Leipzig-ein-und-Leipzig, dass Proteste gegen die Zeitnahme grundsätzlich unzulässig sind, aber im Großen und Ganzen möchte man ihr doch vertrauen – und das war in der Vergangenheit weitestgehend der Fall, auch wenn immer mal wieder Fahrer den Kopf schüttelten, wenn sie den Eindruck hatten, auf der Strecke schneller gewesen zu sein als ein Konkurrent, der dann aber auf der Startaufstellung zwei Reihen vor ihnen stand. Eines aber sollte auf keinen Fall in Betracht kommen, nämlich eine Annullierung der oder einzelner Läufe, weil das einen beispiellosen GAU bedeuten müsste.

Vor Jahr und Tag gab es mal auf dem Nürburgring beim Jan Wellem-Pokal den Fall, dass die Zeiten aus dem Training nicht stimmen konnten. Als Ursache dafür hatten die Verantwortlichen defekte Induktionsschleifen auf der Start- und Zielgeraden ausgemacht; der vorangegangene Formel 1 Grand Prix hätte die Schäden verursacht. Als „Therapie“ fuhren ausgewählte Fahrer am Samstag Abend immer wieder über die Induktions-Schleifen – und am Sonntag lief alles problemlos, jedenfalls auch da ohne Protest, aber der wäre ja sowieso unzulässig gewesen…

Noch zwei andere Kuriositäten als Beispiele dafür, was so alles passieren kann: Bei einem Lauf (allerdings in einem Land, das für seine unbekümmerte „Kreativität“ bekannt ist) wurden für Klaus Wittigayer und dessen Start-Nummer U 10 gezeitete Runden für beide Trainings-Sitzungen ausgewiesen, obwohl weder er selbst noch seine Maschine gar nicht vor Ort erschienen war. Auch eine andere Maschine mit der besagten Start-Nummer konnte im Fahrerlager nicht ermittelt werden. Und uns beiden passierte es vor geraumer Zeit einmal, dass wir von der Zeitnahme für eine Veranstaltung vollständige und korrekte Ergebnis-Listen erhielten, die sich allerdings auf die Resultate vom zurückliegenden Jahr bezogen - wo Menschen am Werk sind, werden wohl menschliche Fehler gemacht ..

 


Text: Manfred Amelang; Fotos: Manfred Amelang, Peter Frohnmeyer (Simson Museum)


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