Moto-GL-Kaleidoskop
Beobachtungen und Notizen aus dem Fahrerlager und von der Strecke
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Wegweisendes Walldürn? - Der Klassik Viertakt Cup 2011

Manfred John hat – darin tatkräftig unterstützt von seinen umsichtigen Helfern – mit der Veranstaltung in Walldürn ein Erfolgsmodell geschaffen. Kennzeichnend dafür ist unter anderem eine bunte Vielfalt des sportlichen Geschehens: Neben den Gleichmäßigkeitsläufen, die nach den Regeln des VFV ablaufen (und schon die erste Veranstaltung im Jahre 2008 wäre ja fast ein Meisterschaftslauf in unserer Serie geworden), gab es von Anfang an auch Präsentations-Läufe für solche Fahrer, die sich nicht dem Druck eines Wettbewerbs aussetzen wollten. Später kamen („richtige“) Rennen hinzu, und zwar zunächst mit Zweitaktern. Diese waren für die „Heizer“ gedacht und auch für die Zuschauer attraktiv, weil diese direkt sahen, wer Erster, Zweiter und Dritter ist.

Gespanne


Für die nunmehr anstehende Saison soll das Angebot um einen Viertakt Cup mit historischen Maschinen erweitert werden; dabei soll es sich um eine Rennserie für klassische Viertakt Grand Prix-, Clubsport-, Supersport- und Superbike-Motorräder der Baujahre 1960 bis 1990 handeln. Zugelassen sind historische Eigenbauten, Produktions- und (ehemalige) Werksrennmaschinen. In der Teilnehmerinformation 1/11 (abzurufen unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) heißt es zum Reglement, dass dieses, „die sportlichen Regeln und die Durchführung (…) gemeinsam mit den beteiligten Fahrern erarbeitet und rechtzeitig vor der Saison festgelegt (werden)“. Einer der Grundgedanken geht dahin, die Kosten der Rennserie in Grenzen zu halten. Nicht zuletzt im Hinblick darauf, aber auch wegen der historischen Authentizität ist nicht zugelassen die Verwendung von

  • Kohlefaser-Werkstoffen,

  • Titan-Material und

  • Data-Recording und Aufzeichnung.


Als Termine sind vorgesehen

  • 3.- 5. Juni Walldürn

  • 2./3. Juli Dahlemer Binz

  • 30./31.Juli Berlin-Dölln (Driving Center)

  • 6./7. August Prinzenpark Revival Oschersleben


An jedem Wochenende werden neben den üblichen Trainings zwei Rennen gefahren. Die Wertung erfolgt nach dem international üblichen 25-20-16- usw.-Modus. Für die Gesamtwertung werden die sechs besten Läufe bei zwei Streichergebnissen herangezogen.

MatchlessDas gesamte Vorhaben stellt eine logische und erfreuliche Erweiterung von motorsportlichen Betätigungsmöglichkeiten dar und ist von daher nachdrücklich zu begrüßen. Bei den Terminen fällt ins Auge, dass Dahlemer Binz und Oschersleben zeitgleich mit den dort durchgeführten VFV-Läufen zur DHM stattfinden. Damit ist einmal mehr die Mär widerlegt, wonach an ein- und demselben Tag nicht im Rahmen einer Gesamtveranstaltung sowohl GL- als auch Renn-Wettbewerbe durchgeführt werden dürfen. Diese irrige Ansicht wurde in der Vergangenheit entweder bewusst oder in eigener Unkenntnis von verantwortlichen Funktionären immer wieder gestreut, und war doch schon seit Schleiz widerlegt, wo in harmonischer Eintracht der VFV und die IHRO nebeneinander fuhren, was das Programm auch für die Zuschauer sehr ansprechend machte. Ebenso gab es bereits letztes Jahr in Walldürn ein derartiges Nebeneinander, und danach befragt, erhielten wir seinerzeit die Auskunft, dass in den Fällen, wo Rennen mit dabei sind, der Veranstalter lediglich einen etwas höheren Versicherungstarif entrichten müsste.

Des weiteren ist an diesen beiden Veranstaltungen auffällig, dass es sich dabei wie beim Kölner Kurs und auch Schotten um Läufe handelt, die von Anderen organisiert werden, der VFV sozusagen vor Ort nur Gast ist. Sollte das der Grund dafür sein, auf besonders offene Ohren gestoßen zu sein und Fahrtzeiten für die zusätzlichen Rennen eingeräumt bekommen zu haben? Dem Vernehmen nach war jedoch in Hockenheim, wo der VFV selbst Hausherr ist, kein Platz mehr – sicher auch wegen des dort großen Andrangs von Fahrern.

Für die beiden genannten Termine bedeutet das für die GL-Fahrer dreierlei: Zum einen können sie dem Spektakel einfach nur zuschauen. Zum anderen bietet ein Blick auf die gefahrenen Zeiten einen Vergleich, wo unsere GL-Serie bzw. jeder einzelne Fahrer von uns einzuordnen ist. Das könnte Anlass dafür sein, im einen oder anderen Fall Gefühle von Minderwertigkeit abzubauen. Und drittens könnte man ja versuchsweise und ganz vorsichtig außer an dem GL auch mal an dem Rennen teilnehmen, nur so halt, nach dem „kaiserlichen“ Motto: „Schau`n wir mal…“.

Wie auch immer: Den mutigen Mannen um Manfred John ist ein erfolgreicher Verlauf der Serie von ganzem Herzen zu wünschen.


 


CLASSIC RACING

Text: Manfred Amelang
Fotos: klassik-motorsport, Amelang, J. Nöll


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