Kostenlose Anzeigen
Reinhard Gehre †

Reinhard Gehre portDer unerwartete Tod von Reinhard Gehre hat uns sehr traurig gemacht. Wir haben ihn im letzten Jahr bei verschiedenen Veranstaltungen getroffen, genauso wie in den Jahren zuvor. Denn Reinhard gehörte mit seinen Adler – und auch mit Hannelore – zum Fahrerlager-Inventar.
Wir haben ganz selbstverständlich erwartet, ihn wiederzusehen, mit seinen schönen Motorrädern, in Adler-Kluft, auf dem Siegertreppchen. Denn Alter hin oder her, Reinhard fuhr eine sehr schöne Linie und immer wieder gute Platzierungen heraus. Er ließ sich auch von kaltem oder nassem Wetter nicht abschrecken und hielt die Adler-Fahne hoch.
„Die Zuschauer kommen, um schöne Motorräder zu sehen, da kann ich nicht im Zelt sitzen bleiben. Ich bin ihnen doch schuldig, zu fahren“, so sagte er oft. Das zeigt schon, dass er ein herausragender Sportsmann war. Er hat uns auch einmal Fotos von seiner „Hall of Fame“ gezeigt, wo unzählige Pokale sorgsam aufgereiht standen und Zeugnis davon ablegten, wie erfolgreich Reinhard als Motorsportler war und wie lange er schon dabei ist. Denn seit Mitte der 1950er Jahre startete Reinhard bei Motorradrennen – da waren Martin und ich noch gar nicht auf der Welt. In der Klassik-Szene war er mit seinem Gespann und mit der Renn-Adler ein Botschafter unseres Sports und seiner Marke.
Hundsmart 13 BS Beide Motorräder waren immer in Top-Zustand, technischer Defekt war für Reinhard eine Art persönlicher Beleidigung, das durfte ihm nicht passieren. Wenn es dann doch mal passierte, konnte er sich auch mächtig ärgern. Aber es war selten, normalerweise drehte Reinhard souverän und keineswegs langsam seine Runden oder fuhr zügig den Berg hoch, so wie in Hundsmart, wo er die viel jüngere Konkurrenz auf die Plätze verwies. Denn langsam sind Adler nicht, auch wenn man ihnen das vielleicht nicht immer direkt ansieht. Die 250er Renn-Adler leistet ca. 25 PS und bringt es – unverkleidet – auf erstaunliche fast 180 km/h.
Wie gesagt, Reinhard war ein Botschafter auch der Marke, und wenn jemand die Adler für „niedlich“ hielt – mein Fehler (BS) – dann klärte er überzeugend darüber auf, dass die Renn-Adler nicht umsonst so hieß und für die damalige Zeit einen Hochleistungsmotor hatte. Für seine Verdienste um die Marke Adler hat er noch im Jahr 2014 den Adler-Ehrendank erhalten, eine hohe Auszeichnung, die er mit nur wenigen teilt. Er hat sie verdient.


Wir werden Reinhard sehr vermissen. Tröstlich ist aber der Gedanke, dass er bis in sein letztes Lebensjahr genau das tun konnte, was er tun wollte – nämlich mit den Adler auf die Rennstrecke.

Birgit Siekmann und Martin Kott


Reinhard Gehre Zschorlau
Ohne_Titel_1