Beiträge von jochen

    Anscheinend ist übers Wochenende wo ich im Bayrischen Wald beim
    Elefantentreffen war im Forum so einiges (leider) aus dem Ruder
    gelaufen. Zurück zum Thema "Nachwuchs in der Motorradszene. Seit
    mehrern Jahren stellen wir in unserem Bekanntenkreis fest, das er
    ausbleibt und mit uns auch das Durchschnittsalter bei den
    Motorradfahrern mitgestiegen ist. Bei Motorradtreffen und auch
    bei kurzen Rast auf den Höhen irgendwelcher Pässe kann man feststellen,
    das die Zahl der Graumelierten vorherscht. Mein zwei Jungs habe ich
    über 125iger und jetzt 450iger ans Motorradfahren herangeführt, nur
    sind sie in ihren Cliquen die einzigen. Persönlich bemühe ich mich auch
    bei Veranstaltungen, die mit dem Motorrad zu tun haben (also auch
    Oldtimerveranstaltungen, Moto-Cross, IDM) gerade mit jüngeren
    Motorradfahrern ins Gespräch zu kommen. Mein kleiner persönlicher
    Beitrag. Ich weiß nämlich noch, wie meine damalige Clique und ich so um
    1975 als mir mit unseren Kreidlern auftauchten, gerade von den "echten"
    Fahrensleuten (so nannte die damals glaube ich Klacks) schief
    angeschaut wurden. Die letzten beiden Wochenende konnte ich aber
    feststellen, das es doch Nachwuchs gibt. Bei der Motorradmesse in
    Friedrichshafen waren am Samstag viele junge Leute zu beobachten und
    jetzt beim Elefantentreffen waren wir ganz begeistert wie viele junge
    Teilnehmer auf eigenen zwei Rädern (jede Menge Zündapp- und
    Simson-Mopeds) angereist waren. Also sollten wir die Hoffnung nicht
    aufgeben.

    Hallo Marc,


    herzlich willkommen bei classic-motorrad.


    Du bist für die gerade laufende Diskussion "Nachwuchs unter den
    Motorradfahrern" ein gutes Beispiel, das es den eben doch gibt.


    Offensichtlich ist die Honda CB 450 S immer noch das ideale
    "Einsteiger-Motorrad", auch meine beiden Söhne fahren jeweils nach 2
    Jahren Yamaha YBR 125 jeder dieses Modell bzw. starten im Frühjahr
    damit. Und diese Hondas kommen auch bei anderen Jungs aus dem
    Jugendtreff bei uns im Ort gut an.


    Gruß Jochen

    Viele jammern um den Nachwuchs in der Motorrad-Oldtimerszene und
    befürchten für die Zukunft (zu Recht) einen Wertverfall bei ihren
    geliebten und teuren Oldtimern. Lobenswert sind sicherlich
    die Aktionen von verschiedenen Clubs um Jugendliche an dieses Hobby
    heranzuführen. Leider habe ich aber auch schon andere Beobachtungen
    gemacht, die ich kurz schildern möchte:


    - Bavaria Historic in Maxlrain, Fronleichnamstag vor 3 Jahren. Zwar
    stehen bei dieser Veranstaltung ganz klar die vierrädrigen Objekte im
    Vordergrund, aber es gab auch einen abgegrenzten Bereich für
    zweirädrige Schätzchen. Am Eingang zu diesem Areal ein mit Warnweste
    ausgestatteter Spezialist, der, ausgestattet mit profundem Fachwissen,
    durch Daumen nach oben oder nach unten entscheidet, wer einfahren darf
    (und damit den Eintritt spart) oder wer sich einen normalen Parkplatz
    suchen muss. Harleys oder Buells, egal welchen Baujahres, durften alle
    rein, BMW (klar, bayrisches Lokalpatroismus muß sein) hatten auch gute
    Chancen (Hauptsache Boxermotor, der durfte im Softchopperkleid gerne
    auch schon 4 Ventile haben) und auch Italiener gingen meistens durch.
    Fahrer japanischer Motorräder hatten es da schon schwerer und dann kam
    die Krönung: es näherten sich dem Tor 3 Jungs mit Mofas aus den
    1970iger Jahren. Die Mofas waren sicherlich nicht hochglanz geputzt und
    hatten auch zeitgenössische Zubehörausstattungen wie einen Fuchsschwanz
    (wahrscheinlich auch einiges schneller als 25 km/h), aber im
    Originalzustand. "Schleicht euch, wo kommen wir da den hin" wurden die
    Jungs angegangen und der Leuchtwestentyp bekam auch noch zustimmendes
    Kopfnicken bei den umstehenden Kennern.


    - Mein jüngerer Sohn bewegt neben seiner Yamaha YBR 125 auch
    gelegentlich unsere Yamaha Bop von 1978. Nur wenige Kilometer von
    unserem Wohnort weg, lockte ein Oldtimertreffen, das er schon von klein
    auf mit mir besucht hatte. Voller Stolz schwang er sich auf die Bop und
    knatterte dorthin. Zunächst wurde ihm dann die Zufahrt zum
    Ausstellungsgelände verweigert und er aufgefordert den Eintritt zu
    entrichten und das "komische Ding aus dem Kaufhauskatalog" gefälligst
    vor der Absperrung abzustellen. "Da kann jeder kommen" war der
    Kommentar und der Hinweis, dass die Bop immerhin schon 29 Jahre alt
    sei, wurde mit einem höhnischen Lachen quittiert. Enttäuscht wollte
    mein Sohn schon umdrehen, da mischte sich ein echter Kenner ein und
    nach weiterer Diskussion konnte er einfahren. Auf dem Platz selbst
    durfte er dann unsere Bop neben anderen 50ccm Schätzchen von Kreidler,
    Maico, Honda und Yamaha abstellen (deren Eigentümer waren aber keine
    Jugendliche mehr) und es interessierten sich auch sofort Leute für das
    Maschinchen, das eben seltener ist, als eine vergleichbare Honda Dax.
    Als sich ein Ardie-Fahrer, der sich freute, das so ein Junger kommt,
    beim Veranstalter dafür einsetzte, dass er auch noch, wie jeder andere
    Auto-, Motorrad- oder Bulldogfahrer, den Gutschein für ein Freigetränk
    und eine Gratiswurst erhielt, war die gute Laune meines Sohnes zwar
    wieder hergestellt, aber seine Begeisterung für Veranstaltungen dieser
    Art hat doch gelitten.


    - Auf der Fahrt zu einem 50 + 80ccm Treffen (es durften auch 750ccm
    sein, Hauptsache 2-Takt) überholte ich ein Hercules Mokick, gefahren
    von einem 16jährigen. Ich winkte ihm beim Überholen mit der XJ 900 kurz
    zu und sprach ihn auf dem Treffen auch an. Er schilderte mir dann, dass
    er das Ding für wenig Geld erworben und wieder selbst zum Laufen
    gebracht hätte. Gemeinsam schlenderten wir durch die Reihen und er war
    auch sehr interessiert. Nur als wir wieder zu seinem Mokick zurück
    kamen, stand dort gerade einer dieser Spezialisten und ließ sich über
    die eigenwillige Lackierung des Fahrzeugs mit Ausdrücken wie
    "stümperhaft - die war mal grün - und überhaupt eine Schande, so
    rumzufahren -" aus.


    Für mich alles Beispiele, wie man Jugendliche in dieser Szene vergrault
    (obwohl viele vor zig Jahren wohl auch ihre ersten Erfahrungen mit
    irgendwelchen alten in Popfarben angemalten Mopeds gesammelt haben).


    Bei einem großen Oldtimertraktorentreffen dann für mich das ganze
    Gegenteil: Auf den alten Schleppern saßen jede Menge Jungs und Mädchen,
    die offensichtlich Freude an diesem Hobby hatten. Mancher der Schlepper
    hatte auch schon bessere Tage gesehen, aber das interessierte dort
    niemanden. Und auf den Anhänger wurde ab und zu sogar ein altes Mofa
    oder Moped mitgeführt (bis zur seltenen Garelli Bonanza).

    Hallo TWeick,


    im August diesen Jahres war ich beim Moto Cross in Holzgerlingen und habe in 2 meiner Bücher von Volker Rauch den Jon Ekerold, der bei dieser Veranstaltung, 2 seiner Söhne betreute, unterschreiben lassen. Jon hat mich dann gefragt, ob ich zufällig wisse, was aus Volker Rauch geworden sei. Er war echt überrascht, als ich ihm sagte, das ich irgendwo gelesen hätte, dass Volker Rauch sich das Leben genommen hat. Jedesmal wenn ich die letzten Monat eines seiner Bücher rausgezogen habe, hatte ich mir vorgenommen, einmal in meinen alten Motorrad- und PS- Heften nachzuschauen, ob ich etwas finde. Seit deiner Anfrage habe ich dann auch angefangen, bin aber leider (noch) nicht fündig geworden. Wenn mich die grauen Zellen nicht trügen, gab es irgendwo einen Nachruf, mit einem Bild, das Volker Rauch im Belstaff zeigte, gemeinsam mit seinem Vater. Bleibe dran, vielleicht finde ich ja noch was.


    Gruß Jochen

    Eigentlich möchte ich hier nicht auf die SAC-Veranstaltung direkt eingehen (war selber auf dieser Veranstaltung und allen vorangegangenen Revivals in Villingen-Schwenningen), sondern nur einmal anmerken, dass sich bei mir der Eindruck breitmacht, dass bei manchen Beirägen hier doch nach meiner Meinung, eine etwas eigenartige Einstellung feststellbar ist. Für das Hobby "Rennsport mit Motorradoltimern - und sei die Maschine eine noch so neue Replica" wird von allen und jedem Toleranz und Verständnis eingefordert. Gegenüber anderen Veranstaltungen fallen dann jedoch Ausdrücke wie "lächerliche Römerveranstaltungen mit entwüdigenden Schaukämpfen" oder "Krachevent mit bekannt leidigen Begleiterscheinungen" für ein Open-Air-Konzert. Friedbert Morsch ist sich sogar nicht einmal zu schade, den tragischen Tod eines Rettungssanitäters bei einem Unwetter während des South-Side-Festival heranzuziehen. Schon mal die Frage gestellt, wie viele Fahrer dieses Jahr bei Motorsportveranstaltungen (auch historischen) ihr Leben verloren haben? Was hätte vor Jahren in Villingen-Schwenningen passieren können, als ein Funktionär mitten in die Gespanne gerannt ist? Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen! Ich erwarte von anderen, dass sie aktzeptieren, dass ich trotz dem hohen Unfallrisiko seit vielen Jahren mit dem Motorrad unterwegs bin (und das auch bei Regen und im Winter), Renn- und Oldtimerveranstaltungen besuche, meine Freude auch an Rockmusik und dem einen oder anderen Ritterturnier und Römerfest habe und lasse dafür meine Mitmenschen ihren Spass an Volksfesten, Volksmusik, Volksmärschen und sonstigen Vergnügungen. Bei der Durchführung von Veranstaltungen wie dem SAC-Revival geht es doch eher um die richtige Argumentation (und dazu gehören auch Fragen, wie ob sich 750ccm Rennmaschinen aus den 1970iger Jahren noch mit dem Schottenring-GP vertragen, offene Auspuffrohre an irgendwelchen Replicas zeitgemäss sind oder eher die Schmerzgrenze überschreiten sowie die Teilnahme von aktuellen Sportwagen am "Schwäbisch-Hill-Event" inTübingen? Argumente wie "Kulturgut" und Großveranstaltung (bei dem kleinen Häufchen an Fahrern und Besuchern in Neuhausen) und das Verunglimpfen anderer Freizeitbetätigungen sind sicherlich, wenn es um den Fortbestand dieses Hobbys geht, sicherlich nicht die große Hilfe.


    Jochen

    "Soichnass" oder warum man im Auto nässer werden kann als auf dem Motorrad


    Warnung: Diese Geschichte ist nicht ganz hasenrein !!!


    Vorweg bedarf es für die, die der schwäbischen Sprache nicht mächtig sind, zuerst einmal eines kleinen Nachhilfeunterrichts. Fürs Wasserlassen oder Pinkeln gibt es hier den Begriff "soicha" oder "bronza". Bei längerem Regen spricht man dann von "Soichwetter",vergleichbar dem norddeutschen "Schittwetter". Und wer in einen Regenschauer kommt und bis auf die Unterhose nass ist, der sagt halt "I bin soichnass".


    Nun, was hat das alles mit dieser Geschichte zu tun?


    Irgendwann so um 1981 odere 1982 hatten wir uns freitags mehrere Mann hoch, zu einem Motorradtreffen (Name und Ort des Treffens lasse ich lieber weg, da ich zu den damaligen Veranstaltern immer noch ein gutes Verhältnis habe) aufgemacht. Die Anfahrt und der Zeltaufbau erfolgte im strömenden Regen. Der Belstaff hatte auch schön dicht gehalten, was nicht immer der Fall war. An ein Lagerfeuer war nicht zu denken, also im Sturmschritt Richtung Festzelt. Da fährt doch ein VW Polo direkt vor dass Festzelt und sein Fahrer, Mitglied des veranstaltenden Motorradclubs, verkündete aus dem herunter gelassenen Fenster sogleich lauthals: "Bei so einem Wetter fahre ich doch nicht mit dem Motorrad, schließlich spinne ich doch nicht." Gekleidet in voller Ledermontur wird er in den folgenden Stunden an der Theke nicht müde, seine Weltanschauung zu verkünden. Die bestand zum einen daraus, dass selbst ein Toni Mang gegen ihn und seine Kawasaki niemals auf der Straße eine Chance hätte und zum anderen, dass alle die bei so einem Wetter mit dem Motorrad kommen und zelten, einen Sprung in der Schüssel hätten. Wir konnten das Geschwätz nur ertragen, in dem wir, wie er, dem Bier zusprachen. Nur was man oben reinleert, muss ja auch wieder raus.
    Als der Druck auf der Blase immer größer wurde, traten wir also zu dritt vor das Festzelt. Es regnete noch immer stark und die Toilette war weit weg. Nun, wenn die einen bei diesem Wetter nicht mit dem Motorrad fahren, kann doch eigentlich auch niemand von uns verlangen, dass wir bei diesem notwendigen Gang nass werden. Also hieß es, im Schutz der Dunkelheit, direkt vor dem Festzelt "Wasser marsch". Nur dumm, da stand ja noch der VW Polo. Dass das Fenster immer noch offen war, haben wir, glaube ich, nicht gesehen. Dieses Austreten wiederholte sich im Laufe des Abends und in wechselnder Besetzung, noch des öfteren. Bei dem Bierkonsum war natürlich der Strahl jedes einzelnen, nicht ohne entsprechenden Druck. Irgendwann hat es uns dann doch gereicht und wir fanden den Weg in unsere Zelte und Schlafsäcke.


    Frühmorgens (so gegen 10.00 Uhr) weckte uns dann auch nicht mehr das Geräusch der Regentropfen auf dem Zeltdach,sondern Durst und Hunger. Außerdem schien die Sonne von einem fast blauen Himmel. Mit leichtem Schädelbrummen und langsamen Schrittes ging es also wieder Richtung Festzelt, vorbei an einem VW Polo, der mit von innen angelaufenen Scheiben immer noch da stand. Auf dem heruntergelassenen Fahrersitz lag ein natoolives Bündel.
    Nach dem 3. Kaffee erscheint dann auch, wesentlich gealtert, der nervige Typ vom Vorabend. Vorwurfsvoll hält er seinen Armeeschlafsack
    in der Hand und beginnt lauthals darüber zu schimpfen, dass er das Fenster aufgelassen und es in sein Auto hineingeregnet hätte. "Alles
    soichnass" wiederholte er mehrmals und erzählte jedem, der ins Festzelt kam, von seinem Malheur. Wir sahen uns nur an und lachten lauthals, den Sitz und Schlafsack waren im wahrsten Sinne des Wortes "soichnass" (hochdeutsch: von unserem Urin getränkt).
    Sobald nur einer das Wort "soichnass" fallen liess, ging das Gelächter wieder los. Bei unserem Aufbruch stand der Arme immer noch an der Theke und ich konnte mir im Vorbeigehen den Kommentar, dass ich doch bei Regenwetter lieber mit dem
    Motorrad zum Treffen fahre,da Belstaff und Zelt anscheinend dichter seien als sein Auto, nicht ersparen.


    PS: ein klein bißchen schäme ich mich heute ja schon für unser damaliges Verhalten, aber wenn diese Geschichte irgendwo und zu später Stunde am Lagerfeuer wieder die Runde macht, geht die Lacherei schon wieder los.

    Craig Jones 16.1.1985 - 04.8. 2008


    Der Supersportfaher Craig Jones (GB) ist in der Nacht zum 4. August
    seinen schweren Verletzungen, die er sich bei einem tragischen
    Rennunfall anlässlich des WM-Laufes am 3. August in Brands Hatch
    zugezogen hat, erlegen.


    Wir trauern um ihn gemeinsam mit seiner Familie, seinen Freunden und seinem Team.

    Bei den Motorradgeschichten hat Peter erzählt, dass er seinen ersten
    Besuch im Fahrerlager vom Nürburgring dem früheren Tübinger
    Motorradhändler und Rennfahrer Günther Fischer zu verdanken hat.
    Vor kurzem habe ich gelesen, dass Günther Fischer letztes Jahr
    verstorben sei, allerdings mit einem Fragezeichen versehen. Weiß jemand
    was genaueres?

    Zu dritt waren wir 1987 Anfang Mai zum GP nach Italien (Monza) gefahren (das
    Drum-Rum zu diesem Rennen ist eigentlich eine eigene Geschichte wert)
    und waren natürlich am Samstag den ganzen Tag beim Training entlang der
    Strecke unterwegs, da für zwei von uns dies der erste Besuch dort war.
    Am Nachmittag standen wir dann am Eingang zum Fahrerlager als die
    250iger vom Zeittraining zurück kamen. Bevor ich mich recht versah,
    betätigte sich mein Kumpel Waldemar als Helfer, indem er
    ans Heck von der Maschine von Reinhold Roth griff und half diese zu
    schieben. Reaktionsschnell nahm dann Arno diese Methode auf und beide
    waren grinsend im Fahrerlager. Da wollte ich aber auch rein, nur
    war schon alle Fahrer durch und das Tor wieder zu. Selbiges wurde
    streng durch einen schon etwas älteren Italiener bewacht, der auf
    seinem kleinem Hocker davor saß. Aber es war warm und der arme Mann
    nach Mittagessen mit Pasta und Rotwein auch etwas müde. Immer wieder
    fielen ihm die Augen zu und der Kopf sank ihm immer öfter auf die
    Brust. Also eine gute Position eingenommen und als das Tor ein Stück
    aufging und irgendein Berechtigter herauseilte ,war ich schon hinein
    gehuscht. Die beiden Kumpels waren schnell gefunden und wir waren dann
    bis in den Abend hinein im Fahrerlager unterwegs. Erst mal drinnen
    wollte damals kein Mensch noch irgend einen Ausweis sehen und auch den
    Fahrer und Mechanikern konnte man ruhig über die Schulter schauen. Auch
    so manches Gespräch, vor allem natürlich mit Reinhold Roth, ergab
    sich so. Einfach super.

    Hallo pur,


    ich bin seit 1973 mit dem motorisierten 2-Rad unterwegs und natürlich
    hat sich die ganze Szene verändert. "Echte" Tourenfahrer mit
    grundsätzlich dem neuesten weiß-blauen Produkt aus Berlin (oder jetzt
    China?) und einer Jahresfahrleistung von 3.500 Kilometern oder die
    nicht ein Motorrad sondern eine amerikanische Legende bewegen prägen
    schon das Bild etwas. Aber es gibt auch noch andere und die Hand zum
    Gruß heben oder Hilfe leisten ist noch nicht ausgestorben. Nur ein
    kleines Beispiel: Jedes Jahr fahre ich die Schwarzwaldhochstraße
    mindestens einmal im Winter, Frühjahr, Sommer und Herbst. Dabei
    lassen sich einfach tolle Impressionen einfangen und die Unterschiede
    der Jahreszeiten und bei den Vegetationen werden einem eindrücklich.
    Dafür suche ich mir aber einen ruhigeren Wochentag aus; da sind nicht
    soviele Tiefflieger auf 2 Rädern und Trödler auf 4 Rädern unterwegs. So
    auch im April des letzten Jahres. Aber trotz Wochentag hatte es dieser
    Ausflug etwas in sich. Auf der Anfahrt gab sich ein älterer
    Rollerfahrer alle Mühe unter Mißachtung einer Stopstelle mein
    Bremskönnen auszuprobieren und am Parkplatz beim Mummelsee rechnete ein
    Mercedesfahrer beim Wenden mit niemanden, vor allem nicht mit mir. Na
    ja, beides Mal gerade noch gutgegangen. Also erstmal an einem Parkplatz
    (nicht an den bekannten Treffpunkten) Pause gemacht. Seitenständer
    raus, Helm ab, Jacke runter und ...... wrumm.... Supersportler mit
    Fahrer im Hanging-Off-Stil sticht vorbei, wirft den Bremsanker und
    kommt zurück: "Hast Du Probleme, kann ich helfen?" "Danke, nein,
    nur Pause". "Schönen Tag noch" und weg war er (toller Sound). Kurz
    darauf swingt eine BMW R 100 RT an mir vorbei und nach einem eleganten
    Wendemanöver steigt das Rentnerehepaar ab, um mir ihre Hilfe
    anzubieten, natürlich mit dem Hinweis auf das tolle Bordwerkzeug der
    Gummikuh. Das Gespräch war dann noch ganz nett, aber kaum wieder
    allein (wann komm ich eigentlich zum Vespern?) stehen eine FJR 1300 und
    eine Pan-European neben mir, ganz besorgt ob die alte XJ Probleme
    macht, was sie sich eigentlich nicht vorstellen könnten, da das Ding ja
    ewig hält. Beim Verstauen des Fotos und Getränkeflasche im Tankrucksack
    bietet dann noch ein Africa-Twin Fahrer seine Hilfe an und bevor jetzt
    womöglich noch ein Harley-Fahrer kommt breche ich die Pause ab und
    setze meinen Ausfahrt fort.


    Und das alles ohne Panne und ohne gelben Schal.

    1986 machten wir bei der TT auf der Isle of Man die Bekanntschaft von 2 Motorradfahrern aus dem Rosenheimer Raum. Beide bewegten ihre BMW bzw. Ducati Darmah alles andere als langsam. Irgendwann beim xten Guiness im Thynwall-Inn stellte es sich dann heraus, dass beide bei der Polizei und auch dienstlich auf 2 Rädern unterwegs waren und zwar am Sudelfeld, der bekannt berüchtigten Bergstrecke am Tatzelwurm. Die und die Umgebung haben sie uns dann bei späteren Treffen gezeigt. Echte Motorradfahrer und Kumpels mit Benzin im Blut. Gruß also an Wastl und Helmut.

    Die ganze Geschichte kommt mir doch irgendwie bekannt war:


    Ende März, schönes Wetter, die Saisonkennzeichen-Fahrer 04-10 kriegen
    Frühlingsgefühle. So auch ein Bekannter. Also schnell in die Garage,
    kleinere Aufräumaktion und dann die im letzten Jahr erworbene BMW R 850
    R aus der Garage geschoben. Da steht dann das Prachtstück, so wie sie
    nach der letzten Ausfahrt im Herbst weggestellt wurde. Das gute Stück
    wurde für gutes Geld von unserem Wiedereinsteiger (2 Jahre Erfahrung
    mit dem Hercules-Sportbike und dann 30 Jahre nur 4-rädriges) erworben
    und natürlich (wenn schon - dann richtig) durch viel unbedingt
    notwendiges Zubehör ergänzt. Voller Besitzerstolz also Daumen auf den
    Anlasser und .......... brrrrr krrrrr brrrrr. Was ist bitte schön das?
    Also nochmal und brrr krrrr brrrr.... Handy raus, Anruf bei mir: "Hör
    mal, die Roadster springt nicht an, die macht ganz komische
    Geräusche.... Anwort: "Klar, Batterie leer." "Kann nicht sein, die
    Batterie ist doch erst ein Jahr alt, bei meinem Auto hält die doch
    ewig." Antwort: "Hab´ja auch nicht gesagt, das sie kaputt ist,
    sondern nur leer." "Warum soll die leer sein, nee nee, das muss was
    anderes sein." Leicht genervte Antwort: "Hast wohl sicherlich die
    Batterie über Winter nicht abgeklemmt und Zeituhr und der andere Poffel
    haben sie leer gesaugt!" "Meinst Du?" "Jaaaaa...." "Und was soll ich
    jetzt machen?" "Batterie ausbauen und über Nacht laden!" "Ich will aber
    morgen fahren, schließlich gilt ab da mein Saisonkennzeichen wieder und
    der Wetterbericht ist auch gut, meinst Du wenn ich sie schnell auf den
    Autoanhänger lade und zu meinem BMW-Partner (früher hieß das noch
    Händler) bringe, geht das schneller?" "Kann ich mir nicht
    vorstellen, da springen sicherlich noch mehr von der weiß-blauen
    Klapphelmfraktion rum, die den ganzen Winter ihrem Motorrad kein
    Augenmerk geschenkt haben und jetzt "technische Probleme" haben." "Mal
    sehen, tschau". Anruf am nächsten Abend "Du hattest recht, konnte
    keinen Termin bekommen, alles voll, aber ich habe das Ding mit
    Starthilfekabel fremdgestartet und dann kam sie auch gleich. Das ganze
    heute morgen nochmal und jetzt war ich schon unterwegs. Einwandfrei,
    150 Kilometer runtergefahren und wenn es nicht angefangen hätte zu
    regnen wären das noch viel mehr geworden. Nur jetzt muß ich doch noch
    in die Werkstatt, die schauckelt so komisch, vielleicht ist ja was an
    den Stoßdämpfern." "Hast Du nach dem Reifendruck geschaut?" "Wieso
    Reifendruck, da sind noch die gleichen Reifen drauf wie im
    Herbst und die haben auch noch 3mm Profil..........

    Ein beliebtes Reiseandenken aus dem Bayrischen Wald sind farbige Glaskugeln, die dann den heimischen Garten verschönern.


    Das dass nicht unbedingt auf Motorradfahrer zutreffen muss, zeigt die nachfolgende Geschichte:


    Sonntagmorgen. Das 52. Elefantentreffen (und gleichzeitig das 20igste) im Bayrischen Wald geht zu Ende. Übers ganze Wochenende war der Jammer groß, da in diesem Winter 2008 der Schnee ausgeblieben ist. Aber gegen morgen setzt dann doch noch Schneefall ein und die Straßen um Thurmansbang-Solla werden weiß und für manchen zur Schlitterpartie. An den Straßenrändern wird öfters eifrig geschraubt, da Elektrik oder Zündkerzenstecker Probleme bereiten. Vielen schwerbepackten Solofahrer (oftmals aus Italien) bleibt an den Steigungen das Schieben nicht erspart. Aber auch manches Gespann oder leichte Enduro hat so seine Schwierigkeiten.


    So bahnt sich auch unsere kleine Gruppe mit 3 Motorrädern den Weg durch den Schnee. Vorneweg unser "Saurier", eine schon etwas betagte Yamaha TR 1, dahinter eine Honda SLR 650 und eine Beta 350. Urplötzlich rutscht bei der TR 1 das Vorderrad auf dem glatten Untergrund weg; der Sturz ist unvermeidlich. Aufgrund der geringen Geschwindigkeit passiert jedoch nicht viel, der Fahrer bleibt unverletzt und an der TR ist das Bremspedal krumm und der vordere Blinker ab. In Sichtweite ist bereits eine Tankstelle, also den schweren Hobel dort hingeschoben und mit freundlicher Hilfe des Tankwarts läßt sich der Schaden schnell richten. Der eigentlich am Straßenrand zurückgelassen Blinker wandert unbemerkt in den Tankrucksack der Honda. Damit lässt sich doch sicherlich noch was anfangen ......


    Nach ein paar Tagen dann die zündende Idee: Mit Eddingstift erhält das Blinkergehäuse die Aufschrift "Elefantentreffen 2008", der Stecken von einer Silvesterrakete ist auch schnell gefunden und der komplette Blinker inklusive gesprungenem Glas wird im Vorgarten des Sturzpiloten aufgestellt.


    Merke: "Wer den Schaden hat, braucht sich um den Spott nicht kümmern" bzw. "wer mit solchen Freunden zum Elefantentreffen fährt, braucht eigentlich keine Feinde mehr".


    classic-motorrad.de/forum/index.php?attachment/1194/

    Spätherbst, Ende der 1970iger Jahre, Schmuddelwetter vom feinsten, aber im Schwäbischen Wald lockt das kleine Treffen eines befreundeten Motorradclubs. Bloß wie hinkommen? Die Yamaha XS 650, meine japanische Lady wegen hohen Versicherungsprämien und schmalem Geldbeutel ist abgemeldet und das Wintermopped, eine Hercules K 101 (Baujahr 1961) mal wieder defekt. Mitfahren in einem Auto kommt nicht in Frage, ist ja schließlich nicht standesgemäß und wer möchte schon als Discogänger oder Weichei angesehen werden. Also als Sozius auf eine Enduro Honda XL 250 S meines besten Kumpels gestiegen (müssen wir damals noch schlank gewesen sein) und eingeklemmt zwischen Gepäck und Fahrer geht es los. Schnell noch bei Kumpel G. vorbei, aber bis der mal wieder Kundendienst und Beladung seines BMW R 50 Gespanns abgeschloßen hat, ist es später Samstagnachmittag. Endlich geht es los, das Gespann besetzt mit drei Personen vorneweg, wir hinterher. Die Fahrt selbst ist für mich eigentlich recht langweilig, sehe nach vorne ja nur die Belstaff-Wachsjacke meines Fahrers. Bei unserem Fahrstil damals vielleicht ja auch kein Fehler.Beim Überholen eines LKWs, der uns über eine längere Strecke eingesaut hatte, drehe ich dann den Kopf nach links um nicht zuviel Gischt abzubekommen. Aber was ist denn das? Da sitzt doch tatsächlich so ein Typ auf einem Fahrrad im Straßengraben und winkt uns mit der Faust zu. Naja habe ja heute meinen freundlichen Tag und eh nichts zu tun, also freundlich zurück gewinkt und noch gedacht: Kaum bist du aus deinem Landkreis raus, ändern sich schon die Sitten und Gebräuche. Nach einer weiteren Stunde Fahrt erreichen wir dann den Festplatz und jetzt schütteln sich erstmal alle vor Lachen aus und ich werde auch aufgeklärt. Unser Gespannfahrer hatte genug von dem LKW, aber schlechte Sicht nach vorne und da er kein Licht eines entgegenkommenden Autos sah, auf einem kurzen geraden Stück einen Gang runtergeschaltet und dann rausgezogen..... den entgegenkommenden Fahrradfahrer hatte er nicht gesehen. Der Sportfreund erschrak jedoch und fuhr schnurrstrack in den Graben. Sein Winken war wohl dann doch nicht so freundlich gemeint. Selbst schuld, was muß der Kerl bei so einem miesen Wetter auch Fahrradfahren und das auch noch ohne Licht.

    Noch zeigt das
    Thermometer am Nachmittag dieses Sommertages im Jahr 1987 mehr als 30
    Grad an, als am Empfang eines Campingplatzes unterhalb der
    bekannten Meteoraklöster der Platzinhaber durch das Geräusch von
    3 herannahenden Motorrädern aufgeschreckt wird. Viele der Camper
    beobachten mit Interesse wie die vollgepackten BMW-Boxer-Motorräder
    nach kurzer Begrüßung zielstrebig zu einem Platz im Schatten gelenkt
    werden. Als die Fahrer die Helme abnehmen und die Lederjacken
    ausziehen, stößt ein Wohnmobilist, der sonnen geschützt unter der
    Markisse seines Luxusgefährtes sitzt, seine Frau an: "Schau mal, die
    eine Maschine fährt ja ein Mädchen." Unvermeidlich die Antwort, die
    wahrscheinlich alle motorradfahrende Frauen kennen: "Ja ist die
    Maschine denn nicht viel zu schwer für die?" Anweisung des Ehemannes:
    "Mach den Armen doch schnell mal einen Kaffee!", woraufhin seine
    bessere Hälfte im Innern des Mobils verschwindet und zu hantieren
    beginnt. Die drei mit ihren Gummikühen haben es wohl vernommen,
    beginnen dann aber in Vorfreude auf einen servierten Kaffee, mit den
    Aufbauarbeiten. Routiniert werden 2 größere Doppeldachzelte mit Vorraum
    aufgebaut, Stühle und Rolltische aufgestellt und die Zelte flugs
    eingeräumt. Die Augen des Wohnmobilisten werden immer größer, als aus
    den Seitenkoffern immer mehr Utensilien, wie Gas- und Benzinkocher,
    Geschirr usw. auftauchen und die Luftmatratzen über einen kleinen
    Kompressor, der an der Bordsteckdose angeschlossen wird, aufgepumpt
    werden. Als schließlich auch noch die Zeltbeleuchtung an die Steckdosen
    von zwei der Motorräder angeschlossen und verlegt wird, sagt die aus
    dem Wohnmobil zurückgekehrte Ehefrau inbrünstig zu ihrem Mann: "Die
    haben ja alles selbst dabei." Antwort des Mannes: "So ein Luxus" ....
    und das war es dann mit dem Kaffee für die "armen Motorradfahrer". Also
    schnell selber einen Becher für jeden gekocht. Das abends der
    griechische Wein vor den Zelten nicht aus der Flasche, sondern aus
    Gläsern getrunken wurde, hat das Wohnmobilisten-Ehepaar wohl nicht mehr
    besonders überrascht. Und auf dem Campingplatz war für Gespräch gesorgt.