Beiträge von jochen

    20. Juni 1976


    Norisring - Nürnberg


    das letzte Motorradrennen um die legendäre Steintribüne mit einem absoluten Staraufgebot wie Ago, Pat Hennen, Phil Read und andere


    das Bild zeigt eingangs der S-Kurve:


    Nr. 4 Tepi Teuvo Länsivouri /Finnland


    Nr. 18 Bougtsson (Schweden?)


    Nr. 25 Gerhard Vogt


    Nr. 21 Coulter


    Nr. 36 Egid Schwemmer

    War von Freitagnachmittag bis Sonntnachmittag als Zuschauer in St. Wendel. Habe dort in den 1980iger Jahren bis 1990 die DM-Läufe besucht und wollte deshalb sehen was die Motorsporthistoriker um Bulli aus der Veranstaltung machen. Kann nur sagen: Hut ab vor soviel Engagement. Die Begeisterung bei den Leuten aus St. Wendel und Umgebung war spürbar, es gab so manches feuchtes Auge bei älteren Besuchern und viel "weißt du noch ... oh da kommt ja unser Willi (Scheidhauer) .... So was habe ich bisher nur in Schotten, am Sachsenring, Schleiz oder Zschopau (bei den Geländeveranstaltungen) erlebt. Mein Fazit ist auf einen einfachen Nenner zu bringen: Super (oder wie hat Bulli nach seiner Fahrt im Boot von Urs Manz gesagt: vier Buchstaben - geil).


    Jochen :thumbsup:

    Als ich vor einigen Jahren den ersten Schwäbisch Hill Event besuchte, war ich völlig überrascht wie es Rainer Klink geschaft hatte für diese Veranstaltung die notwendigen Genehmigungen zu erhalten und welche Unterstützung er vom Landratsamt Tübingen und der Gemeinde Kirchentellinsfurt (in deren Gemeindegebiet liegt die Schönbuchsteige nämlich) erhielt. Vom Starterfeld her stark autolastig, waren unter den Zuschauer immer viele Motorradfahrer. Als ich 2007 nach dem Unfall, bei der eine Zuschauerin verletzt wurde (und das bei der Rückführung der Fahrzeuge, also bergabwärts) nachhause fuhr, war ich überzeugt, dass das das Ende dieser Veranstaltung war. Und es war ja auch nicht der erste Zwischenfall. Schon bei einer der ersten Veranstaltungen ging gleich in der ersten Kurve einem schweizerischen Pickup-Fahrer zuerst das Talent und dann die Straße aus und er schlug genau dort ein, wo vorher noch Zuschauer gestanden hatten, die nur widerwillig den Anordnungen der Streckenpfosten gefolgt waren und diese Stelle verlassen hatten. Opfer war damals nur ein Verkehrsschild. In einem anderen Jahr schlug dann ein HotRod-Fahrer ein Stück weiter oben ein. Mein Sohn war damals ziemlich geschockt als der stark blutende aber gottseidank nur leicht verletzte Fahrer ausstieg. Immer wieder mußte Rainer Klink Fahrer und Zuschauer ermahnen sich an die Spielregeln zu halten. Offensichtlich ohne Erfolg, wie 2007 und 2008 gezeigt hat. Vielleicht hätte man sich auch wirklich auf Old- und Youngtimer bei den Startzusagen konzentrieren müssen. Wer weiß, wieviel der Betreiber des Boxenstops Herzblut in seine Veranstaltungen legt, weiß auch, dass ihm diese Absage sicherlich nicht leicht gefallen ist. Auch die Entscheidung der Hofgutinhaber ist verständlich, wenn ein entstandener Schaden bis jetzt nicht beglichen wurde und man sich sogar noch mit Versicherungen rumstreiten darf. Lamborghini fahren und dann scheitert es an den Kosten für 2 Bäume? Schade. Das Schwäbisch Hill Event und sein Flair werden nicht nur mir fehlen. Aber vielleicht gibt es ja nach einer Pause eine Neuauflage und hoffentlich haben dann die, die diese Veranstaltung mit einem echten Rennen verwechselten, auch nachgedacht und können ihren falschen Ehrgeiz etwas zügeln.


    Jochen

    Der Bussen ist ein 762 Meter hoher Berg bei Uttenweiler in Oberschwaben. Er ist einer der meistbesuchten Wahlfahrtsorte Oberschwabens und ein hervorragender Aussichtsberg mit Blick bis zu den Alpen. Seit vielen Jahren führt mich immer im Herbst eine Tour in diese Gegend. Durch die Nähe zur Donau braucht die Sonne in dieser Jahreszeit lange um sich durch den Nebel zu kämpfen. Auf den Anhöhen aber ist es viel früher sonnig und warm und es herscht eine tolle Fernsicht, während die Ortschaften unten noch im Nebelmeer liegen.


    Das war aber vor einigen Jahren Ende Oktober nicht der einzige Grund, als ich sonntagsmorgens meine Yamaha XJ 900 den Bussen hochtrieb. Vielmehr hatte ich am Abend zuvor bei einem Motorradtreffen am Lagerfeuer erfahren, dass das dortige Gasthaus Steiner immer sonntags seine Ausstellungshalle mit Oldtimern, Traktoren und alten landwirtschaftlichen Geräten öffnen würde. Als ich dort ankam, war der Wirt gerade damit beschäftigt, seinen Biergarten herzurichten. Er sah sich mit großem Bedauern nicht in der Lage, die Sammlung zu öffnen, da sich viele Gäste zum Mittagessen, Kaffee und Kuchen angekündigt hatten, um den vielleicht letzten sonnigen und warmen Sonntag in diesem Jahr auszunutzen. Die Biergartenmöbel waren bereits eingewintert gewesen und das Aushilfspersonal in der Winterpause; die ganze Arbeit lastete also auf dem armen Mann. Mit der Zusage, dass er das Museum aber um 14.00 Uhr öffne, verließ ich den Bussen wieder. Nach einer tollen Tour über kleine und allerkleinste Sträßchen durch Oberschwaben stand ich pünktlich wieder auf der Matte. Und nicht nur ich, auch andere Interessenten warteten schon. Was macht da der wackere und gestandene oberschwäbische Gastwirt, der sich vor Gästen im Biergarten nicht retten konnte? Er schließt einfach das Museumsgebäude auf, kassiert den geringen Obolus, faßt mich ins Auge und drückt mir dann den Schlüßel in die Hand. "Du siehst aus wie wenn man dir vertrauen könnte. Schau dich ruhig um, paß auf, dass keiner was klaut und kassier ab, wenn neue Besucher kommen. In einer halben Stunde ist dann hoffentlich mein Sohn da und löst dich ab. Wenn du vorher schon genug gesehen hast und keine Besucher mehr da sind, bringst du mir den Schlüßel runter in die Wirtschaft." Und weg war er. Ungewollt war ich zum Museumswächter geworden.


    Langweilig wurde es wir aber sicher nicht. Ein motorradfahrendes Rentnerpaar, deren Gummikuh mit Telefonzelle (BMW R 100 RT) vor dem Museum gestanden hatte, verwickelte mich gleich ins Gespräch: "Fährst du auch eine BMW?". Meine Antwort: "Nein, nein, erst wenn ich keinen Sex mehr habe" hat beide dann aber ganz schön irritiert. Er ließ es sich dann aber nicht nehmen, aufzuzählen, was er schon alles gefahren hatte. Als dann das Stichwort "NSU Max" fiel, mischte sich sofort ein anderer Besucher ein und gab zum Besten, was er alles mit diesem Motorrad (5 x M = Mit Motorrad meint man Max) früher erlebt hatte. Als das Gespräch unter Einbeziehung aller über 60 jährigen männlichen Besucher darin mündete, ob jetzt die Max, die Puch oder die DKW damals schneller war, klinkte ich mich aus. Die Sammlung konnte ich aber trotzdem nicht in Ruhe anschauen, den immer wieder mußte ich kassieren oder mir anhören, dass der Nachbar früher auch so einen Traktor gehabt hätte oder man erst vor kurzem so ein altes Fahrrad auf den Sperrmüll gestellt habe. Irgendwelche Luftschnapper (sorry, so heißen bei uns von der Alb halt die Sonntagsausflügler aus dem Ballungsraum Stuttgart) erkundigten sich dann was man den mit dem oder dem alten Gerät früher hergestellt hätte. Da war ich froh, das ich im ländlichen Bereich aufgewachsen bin und durch meine Interesse an alten Dingen (nicht nur Motorrädern und Autos) sowie vielen Besuchen in Freilichtmuseen mir ein klein bißchen Wissen angeeignet hatte. Und wo ich passen mußte, sprangen dann sofort andere ein.


    Das Museum war den ganzen Mittag über gut besucht und mehr als 2 Stunden rum, als der Sohn des Wirtes endlich auftauchte. Den Pott Kaffee und ein großes Stück Kuchen in der Gartenwirtschaft spendierte mir dann der Wirt, quasi mein Honrorar.


    Es wurde schon dunkel, als die XJ und ich wieder die heimatliche Garage erreichten. Meine bessere Hälfte hielt meine Begründung fürs späte Eintreffen für eine Ausrede. "Konntest wohl mal wieder nicht genug kriegen vom Fahren und mußtest sicher wieder alle deine Hausstrecken vor dem Winter abfahren."


    Als ich am Montag bei der Arbeit erzählte, wie ich meinen Sonntagnachmittag verbracht hatte, hagelte es Kommentare wie: "Deutschland hat jede Menge Arbeitslose. Nimm denen doch nicht die Stellen weg." oder "Schwarzarbeiter". Den Aufforderungen meine Nebentätigkeit beim Personalbüro umgehend anzumelden oder eine Runde Kaffee zu spendieren, ansonsten würde das Finanzamt anonym einen Hinweis wegen Steuerhinterziehung erhalten, bin ich nicht gefolgt.


    Auf dem Bussen war ich seither schon einige Male (nicht nur im Herbst) und habe den Blick zu den Alpen schweifen lassen. Im Museum war ich aber bisher nicht mehr. Den eigentlich bin ich am Sonntag arbeitsscheu.

    Habe mir die Bilder schon mehrmals angeschaut, hatte auch spontan einen Gedanken, dann aber wieder gedacht, das ist zu einfach. Aber wenn einen "Jugend forsch" rausfordert, beginn ich mal mit der Eingrenzung (und lieg dann wahrscheinlich mal wieder daneben):


    Fahrwerk Bimota


    Motor aus Japan


    Ende 1970iger Jahre

    Münch 3 (Prototyp)


    700 ccm (eigentlich 646cc)


    3 Zylinder - 2 Takt; entwickelt von Sachs als Schneemobil-Antrieb


    90 PS


    wurde auf der IFMA 1972 in Köln vorgestellt und war einer der Knüller; ging jedoch nie in Serie


    der Prototyp steht im Münch-Museum in Walldorf; dort dürfte auch das Bild gemacht worden sein

    Hallo Michael, du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Dieser erste große Tour war ein echtes Erlebnis und hat sich tief ins Gedächtnis eingeprägt. Noch heute, obwohl ich schon viele Male mit dem Motorrad in der Schweiz und Südtirol unterwegs war, geht es bei mir bei einer neuen Tour immer so, dass ich automatisch denke "An dem Parkplatz haben wir meine Kreidler trockengelegt" oder "auf dem Pass haben wir damals auch angehalten" oder sogar "auf den Campingplatz gehe ich nicht, die wollten uns damals auch nicht und waren unhöflich". Vor einigen Jahren entdeckte ich in der Schweiz ein Heuhotel, das an der Straße Werbung machte. Ich habe unterm Helm lauthals losgelacht (bin beim Motorradfahren eh immer ein vergnügter Mensch) und in Abwandlung einer Hustenbonbon-Werbung gedacht: "Wer hat´s erfunden - nein nicht die Schweizer, sondern wir Kreidlerfahrer anno 1976." Und ich mußte immer mehr lachen, als ich ans "Flitzerstübli" dachte.

    Teil 5


    Von Oschi hatten wir es ja schon. Der gute Kerl war beim Fahren eher einer der Ruhigeren und musste sich immer Sprüche anhören, wie "Gas ist rechts" oder "steig doch gleich ab und schiebe um die Kurve rum". Umso überraschter war ich, als mir bergaufwärts Oschi mit atemberaubender Geschwindigkeit und voll in der Kurve hängend entgegenkam. Noch etwas verwundert steuerte ich unten im Dorf die Tankstelle an. Der Tankwart stürmte gleich auf mich zu und drückte mir eine Brille in die Hand. Oschi hatte sie zum Helmaufsetzen abgenommen und auf der Tanksäule liegen gelassen. Ich steckte die Brille ein und fuhr wiedere Richtung unserem Camp. Was kam mir da entgegen? Zuerst dachte ich an Giacomo Agostini und eine MV Agusta (an was sonst in Italien), aber nein ..... es war eine rote Kreidler mit Oschi auf dem Weg zur Tanke um seine Brille zu suchen. Er traf wohlbehalten dann auch wieder ein. Standartspruch für die Zukunft: "Oschi, setz die Brille ab, wir wollen vorwärts kommen."


    Teil 6 und Ende


    Während wir uns in Südtirol wie echte Biker fühlten und das erste Mal so das Gefühl von "Easy-Rider" verspürten (obwohl M-Lenker statt Hochlenker im Trend lagen) spielten sich in unseren Heimatorten dramatische Szenen ab. Nein - nicht weil die Mädchen daheim auf uns verzichten mussten, der Treffpunkt in der Ortsmitte verödet dalag und die Wirte keine Umsätze machten, sondern zwischenzeitlich waren die ersten Ansichtskarten zuhause eingetroffen. Eigentlich wähnte man uns irgendwo im Allgäu oder am Bodensee und nicht in Italien. Anscheinend hatten sich einige, um überhaupt die Erlaubnis zu bekommen, nicht genau zu Ziel und Dauer der Tour ausgelassen. Es soll zeitweise in den Elternhäusen oder unseren örtlichen Vereinen kein anderes Thema wie die Rockerbande und dieser bodenlosen Leichtsinn gegeben haben. Egal, wir landeten wohlbehalten wieder zuhause. Eine Mutter, die in mir einen der Hautpdrahtzieher sah (völlig unverständlich, ich war doch der Kleinste in der Clique), ging mich dann auch mit Vorwürfen an, was da alles passieren hätte können. Seelenruhig fragte ich sie, ob ihr an ihrem Sohn keine Veränderungen wie z.B. Bartstoppeln aufgefallen wären, also ein sicheres Zeichen dafür, dass diese Tour ihren Sprößling zum Manne reifen ließ und sie stolz sein könne, wie er die Strapazen der Reise so gut gemeistert hätte. Er und wir alle hätten dabei Erfahrungen gesammelt, von denen wir noch unser ganzes späteres Leben profitieren würden. Stimmt ja auch, oder?


    Und wenn sich heute irgendjemand von der Südtirol-Horde über den Weg läuft, kommt automatisch der Satz "Weiß du noch, unsere Südtiroltour."


    Ende

    Teil 4


    Warum wir rund um den Kalterer See keinen Campingplatz bekamen, war uns unverständlich. Wir sahen doch recht annehmbar aus, so mit durchweg langen Haaren und unserem gepflegten Outfit (Lederjacke oder Kunstlederkombi, darüber ärmellose Jeanswesten mit Adler-Emblem auf dem Rücken). Eigentlich träumte doch jeder Mutter nur davon, uns ihre Töchter anzuvertrauen. Die Campinglatzbetreiber sahen das etwas anders, entweder schickten sie uns gleich weg oder murmelten was von Überbelegung. Es wurde abend und wir standen ratlos in der Gegend herum. Der heiße Tip eines Einheimischen führte uns, gut versorgt mit Essen und Getränke, zu einem Rastplatz an der Bergstrecke zwischen Auer und Montan. Nach vergnüglichem Abend am Lagerfeuer ging es dann zur Nachtruhe. Die meistens schliefen unter freiem Himmel, vier Mann (darunter auch ich) feudal im Opel-Kombi.
    Das Geschnarche rief die Wettergötter auf den Plan, es fing an zu regnen. Die Open-Air-Schläfer zogen sich unter zwei Bäume zurück, aber die Tropfen kamen mit der Zeit doch durch. Eng aneinander gekauert dämmerten sie vor sich hin. Als es heller wurde, entdeckten sie am anderen Ende des Platzes ein größeres Anwesen - eine Art Wanderheim. Die dortige Nachtwache quartierte sie im Heizungskeller ein und die Herbergsmutter bereitete den armen Jungs ein tolles und kostenloses Frühstück. Als wir anderen aus dem Auto kletterten bot sich uns ein besorgniserregendes Bild: von den Kumpels weit und breit nichts zu sehen, Schlafsäcke und andere Utensilien durch streunende Hunde über den Platz verteilt. Wir hatten ein klares Weltbild und da kam nur eins in Frage: Entführung durch die italienische Mafia um von der schwäbischen Regierung oder den Eltern zuhause Millionenbeträge an Lösungsgeld zu erpressen. Nach geraumer Zeit tauchten die Jungs auf, gut gelaunt und mit vollem Bauch.


    Mit dem Quartier hat es dann aber auch noch an diesem Tag geklappt. Die Herbergsmutter im nahen Montan, die an zwei der Clique noch aus Schullandheimszeiten mehr oder weniger gute Erinnerungen hatte, nahm uns für ein paar Tage auf und vermittelte uns dann einen wilden Zeltplatz mitten in den Weinbergen bei einem befreundeten Winzer. Eine herrliche Zeit brach an, mit vielen schönen Runden durch die Berge, Baden und "Miezen-Kucken" am Kalterer See, langen Nächten zwischen den Zelten, ersten Erfahrungen mit Südtiroler Rotwein, Spaghetti-Wettessen in einer nahen Kneipe und und und....

    Teil 3


    Wir waren unterwegs und es ging über die Schweizer Bergwelt und auch über 2 oder 3 richtig hohe Pässe. Um nicht den ganzen innerschweizerischen Verkehr lahm zu legen, starteten wir die Passerklimmung immer in kleineren Gruppen, also Suzuki und Begleitauto vorneweg und dann die Mopeds. Das Feld zog sich natürlich weit auseinander und zwangsläufig waren die älteren und leistungsschwächeren Modelle das Schlußlicht. Für diese Fahrer und ihre Mopeds eine echte Leistungsprobe. Man hörte sie in der Bergwelt rumröhren: rrrrrrrr (volle Drehzahl und mehr) im ersten Gang um die Kurve - brrrrrrrr Hochschalten und sofortiger Drehzahlabfall - krrrrr Runterschalten in den ersten und rrrrrrrrr. Hatte der letzte die Passhöhe erklommen, gab es keine Gnade, er wurde gleich durchgewunken, schließlich hatten die ersten schon eine Weile gewartet und wir wollten schließlich nach Südtirol. Bergab war es zumindestens anfangs egal, aber die älteren Mopeds hatten zwangsläufig auch die schlechteren Bremsen und irgendwann ließ sich der Bremshebel ganz weit ziehen ohne dass es zu einer deutlichen Verringerung der Geschwindigkeit gekommen wäre. Thema für abendliche Benzingespräche. Aber wir kamen ohne große technischen Defekte und ohne Sturz am Kalterer See in Südtirol an und fühlten uns auch ganz toll. Am Ziel aber auch bei den Stopps unterwegs waren wir immer eine kleine Sensation und beantworteten geduldig Fragen nach dem Woher und Wohin. Das die Schweizer unsere Mopeds meinten, wenn sie vom Töff sprachen, wurde uns auch bald klar und schon hatten wir unsere Fremdsprachenkenntnisse aufgemöbelt.


    Fortsetzung folgt

    Rund um mein Heimatdorf auf der Schwäbischen Alb hatte sich so ab 1975 ein wild zusammengewürfelter Haufen gefunden, die eins gemeinsam hatten - Mopedfahren. Und alle fuhren Kreidler Florett, so ab Baujahr 1968 bis zu den ganz aktuellen Modellen mit 6,25 PS und Blinkern. Andere Fabrikate kamen für uns gar nicht in Frage - wer setzt sich schon auf Fabrikate aus dem bayrischen Ausland wie Zündapp wo die Motoren Wasserkühlung brauchten oder eine Hercules mit Vorderradschwinge wie aus Wirtschaftswunderzeiten. Und Maicos nervten mit ihrem Heulen und dauernden Defekten. Tolerant waren wir aber schon - ab und zu durfte auch ein Fremdfabrikat mit, so eine Starflight mit Sachs-Motor und aus dem Kaufhaus (war mit Raten besser zu finanzieren) oder eine Honda SS 50, allerdings bekam der das Ziel genannt und mußte mit der lahmen 4-Takt-Krücke schon mal 10 Minuten früher los fahren, damit er uns den Schnitt nicht versaute.


    Im Frühjahr 1976 reifte dann ein verwegener Gedanken in uns - wie wäre das, wenn wir alle zusammen mal eine richtige große Tour unternehmen würden und nicht nur die umliegenden Ortschaften oder den Bodensee heimsuchen würden. Und ins Ausland sollte es auch gehen, also mindestens nach Österreich oder in die Schweiz. Ein heißer Sommer kam und eines Samstagmorgens ging es los: 2 Wochen voller Erlebnisse lagen vor uns und darüber werde ich in ein paar Teilen schreiben.


    Teil 1


    16 Kreidler Florett (alles Kleinkrafträder, also nix mit Versicherungskennzeichen), 1 Suzuki GT 250 und ein Opel Rekord Caravan mit 3 Mann Besatzung starteten. War schon ein imposantes Bild, zumindestens von vorne, denn von hinten war die Luft mit Zweitaktwolken etwas getrübt. Ruckzuck überschritten wir die Schweizer Grenze (für die meisten zum ersten mal überhaupt bzw. zum ersten Mal auf eigenen 2 Rädern) und besichtigten den Rheinfall bei Schaffhausen. Nachmittags war dann nach mehreren Versuchen am Greifensee bei Zürich auch ein Campingplatz gefunden, der den wilden Haufen, unter den argwöhnischen Blicken der anderen Camper, aufnahm. Gleich abends ging es dann los nach Zürich, das wir aber nicht komplett erreichten, da ein Teil der Gruppe irgendwie abhanden kam. Der Rest hielt sich einfach Richtung Stadtmitte. Zu Fuß wurde dann die Innenstadt erkundet und völlig unbeabsichtigt landeten wir dort, wo über den Kneipen die roten Lampen leuchteten und die Preise für ein Bier fast dem einer Tankfüllung entsprach. Als einer von uns neugierig durch den Vorhang einer solchen Bar schielte, erhielt er, völlig unbeabsichtigt, einen Schubs von hinten und flog die Stufen runter direkt in den Gastraum. Als er sich wieder aufrappelte, kamen schon 2 der Betreiber (richtige Kleiderschränke) auf ihn zu. Flugs drehte er sich um die eigene Achse und verließ den Laden fast wieder so schnell wie er in ihm gelandet war. Auf uns stieß er erst um die nächste Ecke und hatte überhaupt kein Verständnis dafür, dass wir uns die Bäuche hielten vor Lachen. Auch auf die Frage, wie den die Puppen in der Bar so ausgesehen hätten, reagierte er in der nächsten Zeit etwas allergisch.


    Teil 2


    Nach 2 Tagen baden nervte uns der Campingplatz und vor allem die Besitzerin, die immer was zu meckern hatte. Die Frage "wie wär´s mit Südtirol" stand auf einmal im Raum - ein Teil von uns war dort schon im Schullandheim gewesen - und ab gings. Leider begann es dann pünktlich zur Abreise zu regnen. Und es kam, was kommen mußte. Es gab einfach kein Stück, immer wieder mußte der ganze Tross anhalten, weil abwechselnd immer wieder ein Moped wegen Wassereinbruch streikte. Nachmittags landeten wir dann in Vaduz, der Hauptstadt des Fürstentums Lichtenstein. Die Stimmung hatte etwas gelitten und stundenlang saßen wir mit nassen Klamotten in einem Cafe herum. Es wurde dann ein Erkundungstrupp ausgesendet um nach einem Nachtquartier zu suchen. Grinsend kamen die drei dann auch wieder zurück und verkündeten, dass sie ein solches gefunden hätten, wir es allerdings erst nach Einbruch der Dunkelheit beziehen könnten. Die Fahrt ging dann etwas außerhalb, einen Feldweg runter und dann standen wir vor unserem Quartier - einer Feldscheune. An der Stirnseite stand groß aufgesprüht "Flitzerstübli". Das Tor wurde vorsichtig aus den Angeln gehoben und das Heuhotel bezogen. Der nächtliche Regen war uns egal, wir hatten ein trockenes Dach über dem Kopf. Am nächsten Morgen hatte sich das Wetter etwas gebessert und es herschte Aufbruchstimmung. Die Motoren wurden angelassen - doch was war das - da stand noch einsam und unbeladen eine rote Kreidler, die von Oschi. Also zurück in die Scheune und tatsächlich in einer Ecke , völlig unter Heu bedeckt, lag der noch in seinem Pennbeutel. Er hatte die ganze Nacht Angst gehabt, dass die örtliche Polizei oder unser unfreiwilliger Gastgeber auftaucht und war erst gegen Morgen eingeschlafen. Die anderen, die eine Etage über ihm gelegen waren, hatten Heu auf ihn losgewälzt. Ein freundlicher Tritt ins Gesäß und auch er war wach, packte seine Habseligkeiten und bestieg seine Florett. Es ging trotzdem nicht los. Es war nämlich noch 5 Minuten Brillensuche angesagt, die war Oschi im Heu abhanden gekommen. Ein tolles Bild: mindestens 10 Mann wühlen im Heu nicht nach der berühmten Nadel sondern einer Brille.


    Fortsetzung folgt

    In unserer damaligen Mofa- und Mopedclique, so Mitte der 1970iger Jahre, gab es auch Kumpel Willi. Er war als Schüler stolzer Besitzer eines Zündapp-Automatik-Mofas in goldgelb und immer gut für einen "dicken Hund".


    Szene 1: Willis Augen hatten nicht mehr die beste Sehschärfe, doch die ihm verpasste Brille trug er am Anfang so gut wie nie, verringerte sie doch seiner Ansicht nach, seinen Chancen beim anderen Geschlecht deutlich. Eines Sommertages waren wir zu dritt über Landstraße unterwegs und näherten uns von hinten mit deutlichem Geschwindigkeitsüberschuss von ca 5 km/h einem Traktor mit Anhänger. Vorneweg Willi mit der Zündapp, ich mit meinem Mars-Mofa (die Quelle-Kaufhaus-Ausführung der Solo-Mofas) und ein weiterer Kumpel mit einem alten DKW-Moped dahinter. Den Gegenverkehr in Form eines Autos konnte man auf der langen Geraden schon von weitem sehen. Willi jedoch kniff die Augen zusammen, beugte sich zwecks Verringerung des Luftwiderstands über den Lenker und zog raus um zu überholen. Mit blieb fast das Herz stehen und dem entgegenkommenden Autofahrer wohl auch. Das da was kam, erkannte nunmehr Willi auch, ging kurz vom Gas, schwenkte zwischen Traktor und Anhänger etwas ein, ließ das Auto passieren um dann unerschrocken wieder am Gasgriff zu zerren und den Überholvorgang zu beenden. Autofahrer und Traktorfahrer hupten wie wild und schüttelten den Kopf oder die Faust. Am Treffpunkt angekommen, erzählte Willi dann zwar was von "ganz mein Fahrstil", wir empfahlen ihm zukünftig bei Fahrten ohne Brille die gelbe Armbinde mit den schwarzen Punkten zu tragen, damit andere Verkehrsteilnehmer sich auch darauf einstellen können.


    Szene 2: Ich war schon stolzer Besitzer einer gelben Kreidler Florett RS-B(linker), als Willi arg mitgenommen bei mir zuhause auftauchte und mich bat, ihn ein paar Nachbarorte weiter zu fahren, damit er dort an einem Grillplatz sein Mofa abholen könnte. In der Nacht zuvor hatte er seine Versetzung in die nächste Klasse gefeiert. Das Mofa stand aber dort, wo Willi dachte, nicht. Auch konnte keiner der anderen Partyteilnehmer, die wir innerhalb der nächsten Stunden aus den Betten klingelten, zum Verbleib des Mofas Auskunft geben. Willi war jetzt der festen Ansicht, dass das Mofa wohl geklaut worden sei und wollte, das ich ihn zur Polizei bringe, damit er den Diebstahl melden könne. Nachdenklicher Blick von mir und dann die Frage, die eigentlich schon längst gestellt gehört hätte: "Wiillii... wie bist du nachhause gekommen?" "Gute Frage - nächste Frage. Aufgewacht bin ich in meinem Bett ..... aber wie ich da hingekommen bin .... keine Ahnung ... Filmriß..." Also zurück in unseren Heimatort (natürlich hatte es zwischenzeitlich angefangen zu regnen), die Scheune aufgerissen und da stand die goldgelbe Zündapp, zwar stark verschmutzt, aber komplett. In der Nacht zuvor war Willi wohl zu dritt auf seinem Mofa unterwegs gewesen: er selbst, sein Schutzengel und sein (2-Promille-)Affe.


    Szene 3: Beliebter Treffpunkt war der Hof vor der Firma meiner Eltern. Dort standen im Sommer 1975 5 oder 6 Floretts aus dem Hause Kreidler sauber aufgereiht nebeneinander. Die Fahrer dazu saßen auf einer Holzbank und die Gespräche drehten sich wie immer um die wichtigsten Dinge der Welt: Moped, Mädchen, Wochenende und Weizenbier. Da bog Willi in den Hof ein, gab nochmals kurz Gas und griff dann in die Bremshebel. Seine Augen weiteten sich, ungebremst zog er mit einem Schlenker an den Mopeds vorbei und prallte auf die Hauswand. Es hob ihn aus dem Sattel, über den Lenker, den er nicht losließ, nach vorne und kurz bevor sein Kopf die Hauswand beschädigte, wieder zurück in den Sattel. Er war nicht einmal umgefallen und stieg dann ab. Die Gabel am Mofa war krumm und bei näherer Untersuchung stellten wir dann fest, das links der Bremszug gerißen war und rechts, da die Schraube fehlte, der Hebel bei seinem harten Zugriff nach unten gerutscht war. Wenn Willi die nächste Zeit irgendwo auftauchte, sprangen alle auf und schoben die Mopeds weg. Sicher ist sicher.


    Szene 4: Willi trug zwischenzeitlich seine Brille regelmäßig, hatte den Autoführerschein und ein Auto. Eines Freitagnachmittags kam er wieder in unseren Hof gefahren und wollte wissen, was den abends so bei den Motorradfreunden abginge. Zwischenzeitlich war auch meine Mutter vom Einkaufen zurück, hatte die Taschen ausgeladen und in den Hof gestellt, um das elterliche Auto in die Garage zu fahren. Abendprogramm war klar und Willi knallte den Rückwärtsgang rein, winkte noch kurz meiner Mutter zu und fort war er. Im Hof zurück blieben die Einkaufstaschen, vor wenigen Sekunden noch prall gefüllt mit den Wocheneinkäufen und den Schokoladehasen fürs anstehende Osterfest, jetzt recht platt. Willi hatte sie einfach überfahren und brachte später auch überhaupt kein Verständnis dafür aus, dass mein Vater aus Sicherheitsgründen ihn bat, zukünfig unseren Hof nur noch zu Fuß zu betreten und alle Fahrzeuge, die er je bewegen würde, auf der Straße davor abzustellen.

    Anscheinend ist übers Wochenende wo ich im Bayrischen Wald beim
    Elefantentreffen war im Forum so einiges (leider) aus dem Ruder
    gelaufen. Zurück zum Thema "Nachwuchs in der Motorradszene. Seit
    mehrern Jahren stellen wir in unserem Bekanntenkreis fest, das er
    ausbleibt und mit uns auch das Durchschnittsalter bei den
    Motorradfahrern mitgestiegen ist. Bei Motorradtreffen und auch
    bei kurzen Rast auf den Höhen irgendwelcher Pässe kann man feststellen,
    das die Zahl der Graumelierten vorherscht. Mein zwei Jungs habe ich
    über 125iger und jetzt 450iger ans Motorradfahren herangeführt, nur
    sind sie in ihren Cliquen die einzigen. Persönlich bemühe ich mich auch
    bei Veranstaltungen, die mit dem Motorrad zu tun haben (also auch
    Oldtimerveranstaltungen, Moto-Cross, IDM) gerade mit jüngeren
    Motorradfahrern ins Gespräch zu kommen. Mein kleiner persönlicher
    Beitrag. Ich weiß nämlich noch, wie meine damalige Clique und ich so um
    1975 als mir mit unseren Kreidlern auftauchten, gerade von den "echten"
    Fahrensleuten (so nannte die damals glaube ich Klacks) schief
    angeschaut wurden. Die letzten beiden Wochenende konnte ich aber
    feststellen, das es doch Nachwuchs gibt. Bei der Motorradmesse in
    Friedrichshafen waren am Samstag viele junge Leute zu beobachten und
    jetzt beim Elefantentreffen waren wir ganz begeistert wie viele junge
    Teilnehmer auf eigenen zwei Rädern (jede Menge Zündapp- und
    Simson-Mopeds) angereist waren. Also sollten wir die Hoffnung nicht
    aufgeben.

    Hallo Marc,


    herzlich willkommen bei classic-motorrad.


    Du bist für die gerade laufende Diskussion "Nachwuchs unter den
    Motorradfahrern" ein gutes Beispiel, das es den eben doch gibt.


    Offensichtlich ist die Honda CB 450 S immer noch das ideale
    "Einsteiger-Motorrad", auch meine beiden Söhne fahren jeweils nach 2
    Jahren Yamaha YBR 125 jeder dieses Modell bzw. starten im Frühjahr
    damit. Und diese Hondas kommen auch bei anderen Jungs aus dem
    Jugendtreff bei uns im Ort gut an.


    Gruß Jochen

    Viele jammern um den Nachwuchs in der Motorrad-Oldtimerszene und
    befürchten für die Zukunft (zu Recht) einen Wertverfall bei ihren
    geliebten und teuren Oldtimern. Lobenswert sind sicherlich
    die Aktionen von verschiedenen Clubs um Jugendliche an dieses Hobby
    heranzuführen. Leider habe ich aber auch schon andere Beobachtungen
    gemacht, die ich kurz schildern möchte:


    - Bavaria Historic in Maxlrain, Fronleichnamstag vor 3 Jahren. Zwar
    stehen bei dieser Veranstaltung ganz klar die vierrädrigen Objekte im
    Vordergrund, aber es gab auch einen abgegrenzten Bereich für
    zweirädrige Schätzchen. Am Eingang zu diesem Areal ein mit Warnweste
    ausgestatteter Spezialist, der, ausgestattet mit profundem Fachwissen,
    durch Daumen nach oben oder nach unten entscheidet, wer einfahren darf
    (und damit den Eintritt spart) oder wer sich einen normalen Parkplatz
    suchen muss. Harleys oder Buells, egal welchen Baujahres, durften alle
    rein, BMW (klar, bayrisches Lokalpatroismus muß sein) hatten auch gute
    Chancen (Hauptsache Boxermotor, der durfte im Softchopperkleid gerne
    auch schon 4 Ventile haben) und auch Italiener gingen meistens durch.
    Fahrer japanischer Motorräder hatten es da schon schwerer und dann kam
    die Krönung: es näherten sich dem Tor 3 Jungs mit Mofas aus den
    1970iger Jahren. Die Mofas waren sicherlich nicht hochglanz geputzt und
    hatten auch zeitgenössische Zubehörausstattungen wie einen Fuchsschwanz
    (wahrscheinlich auch einiges schneller als 25 km/h), aber im
    Originalzustand. "Schleicht euch, wo kommen wir da den hin" wurden die
    Jungs angegangen und der Leuchtwestentyp bekam auch noch zustimmendes
    Kopfnicken bei den umstehenden Kennern.


    - Mein jüngerer Sohn bewegt neben seiner Yamaha YBR 125 auch
    gelegentlich unsere Yamaha Bop von 1978. Nur wenige Kilometer von
    unserem Wohnort weg, lockte ein Oldtimertreffen, das er schon von klein
    auf mit mir besucht hatte. Voller Stolz schwang er sich auf die Bop und
    knatterte dorthin. Zunächst wurde ihm dann die Zufahrt zum
    Ausstellungsgelände verweigert und er aufgefordert den Eintritt zu
    entrichten und das "komische Ding aus dem Kaufhauskatalog" gefälligst
    vor der Absperrung abzustellen. "Da kann jeder kommen" war der
    Kommentar und der Hinweis, dass die Bop immerhin schon 29 Jahre alt
    sei, wurde mit einem höhnischen Lachen quittiert. Enttäuscht wollte
    mein Sohn schon umdrehen, da mischte sich ein echter Kenner ein und
    nach weiterer Diskussion konnte er einfahren. Auf dem Platz selbst
    durfte er dann unsere Bop neben anderen 50ccm Schätzchen von Kreidler,
    Maico, Honda und Yamaha abstellen (deren Eigentümer waren aber keine
    Jugendliche mehr) und es interessierten sich auch sofort Leute für das
    Maschinchen, das eben seltener ist, als eine vergleichbare Honda Dax.
    Als sich ein Ardie-Fahrer, der sich freute, das so ein Junger kommt,
    beim Veranstalter dafür einsetzte, dass er auch noch, wie jeder andere
    Auto-, Motorrad- oder Bulldogfahrer, den Gutschein für ein Freigetränk
    und eine Gratiswurst erhielt, war die gute Laune meines Sohnes zwar
    wieder hergestellt, aber seine Begeisterung für Veranstaltungen dieser
    Art hat doch gelitten.


    - Auf der Fahrt zu einem 50 + 80ccm Treffen (es durften auch 750ccm
    sein, Hauptsache 2-Takt) überholte ich ein Hercules Mokick, gefahren
    von einem 16jährigen. Ich winkte ihm beim Überholen mit der XJ 900 kurz
    zu und sprach ihn auf dem Treffen auch an. Er schilderte mir dann, dass
    er das Ding für wenig Geld erworben und wieder selbst zum Laufen
    gebracht hätte. Gemeinsam schlenderten wir durch die Reihen und er war
    auch sehr interessiert. Nur als wir wieder zu seinem Mokick zurück
    kamen, stand dort gerade einer dieser Spezialisten und ließ sich über
    die eigenwillige Lackierung des Fahrzeugs mit Ausdrücken wie
    "stümperhaft - die war mal grün - und überhaupt eine Schande, so
    rumzufahren -" aus.


    Für mich alles Beispiele, wie man Jugendliche in dieser Szene vergrault
    (obwohl viele vor zig Jahren wohl auch ihre ersten Erfahrungen mit
    irgendwelchen alten in Popfarben angemalten Mopeds gesammelt haben).


    Bei einem großen Oldtimertraktorentreffen dann für mich das ganze
    Gegenteil: Auf den alten Schleppern saßen jede Menge Jungs und Mädchen,
    die offensichtlich Freude an diesem Hobby hatten. Mancher der Schlepper
    hatte auch schon bessere Tage gesehen, aber das interessierte dort
    niemanden. Und auf den Anhänger wurde ab und zu sogar ein altes Mofa
    oder Moped mitgeführt (bis zur seltenen Garelli Bonanza).

    Hallo TWeick,


    im August diesen Jahres war ich beim Moto Cross in Holzgerlingen und habe in 2 meiner Bücher von Volker Rauch den Jon Ekerold, der bei dieser Veranstaltung, 2 seiner Söhne betreute, unterschreiben lassen. Jon hat mich dann gefragt, ob ich zufällig wisse, was aus Volker Rauch geworden sei. Er war echt überrascht, als ich ihm sagte, das ich irgendwo gelesen hätte, dass Volker Rauch sich das Leben genommen hat. Jedesmal wenn ich die letzten Monat eines seiner Bücher rausgezogen habe, hatte ich mir vorgenommen, einmal in meinen alten Motorrad- und PS- Heften nachzuschauen, ob ich etwas finde. Seit deiner Anfrage habe ich dann auch angefangen, bin aber leider (noch) nicht fündig geworden. Wenn mich die grauen Zellen nicht trügen, gab es irgendwo einen Nachruf, mit einem Bild, das Volker Rauch im Belstaff zeigte, gemeinsam mit seinem Vater. Bleibe dran, vielleicht finde ich ja noch was.


    Gruß Jochen

    Eigentlich möchte ich hier nicht auf die SAC-Veranstaltung direkt eingehen (war selber auf dieser Veranstaltung und allen vorangegangenen Revivals in Villingen-Schwenningen), sondern nur einmal anmerken, dass sich bei mir der Eindruck breitmacht, dass bei manchen Beirägen hier doch nach meiner Meinung, eine etwas eigenartige Einstellung feststellbar ist. Für das Hobby "Rennsport mit Motorradoltimern - und sei die Maschine eine noch so neue Replica" wird von allen und jedem Toleranz und Verständnis eingefordert. Gegenüber anderen Veranstaltungen fallen dann jedoch Ausdrücke wie "lächerliche Römerveranstaltungen mit entwüdigenden Schaukämpfen" oder "Krachevent mit bekannt leidigen Begleiterscheinungen" für ein Open-Air-Konzert. Friedbert Morsch ist sich sogar nicht einmal zu schade, den tragischen Tod eines Rettungssanitäters bei einem Unwetter während des South-Side-Festival heranzuziehen. Schon mal die Frage gestellt, wie viele Fahrer dieses Jahr bei Motorsportveranstaltungen (auch historischen) ihr Leben verloren haben? Was hätte vor Jahren in Villingen-Schwenningen passieren können, als ein Funktionär mitten in die Gespanne gerannt ist? Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen! Ich erwarte von anderen, dass sie aktzeptieren, dass ich trotz dem hohen Unfallrisiko seit vielen Jahren mit dem Motorrad unterwegs bin (und das auch bei Regen und im Winter), Renn- und Oldtimerveranstaltungen besuche, meine Freude auch an Rockmusik und dem einen oder anderen Ritterturnier und Römerfest habe und lasse dafür meine Mitmenschen ihren Spass an Volksfesten, Volksmusik, Volksmärschen und sonstigen Vergnügungen. Bei der Durchführung von Veranstaltungen wie dem SAC-Revival geht es doch eher um die richtige Argumentation (und dazu gehören auch Fragen, wie ob sich 750ccm Rennmaschinen aus den 1970iger Jahren noch mit dem Schottenring-GP vertragen, offene Auspuffrohre an irgendwelchen Replicas zeitgemäss sind oder eher die Schmerzgrenze überschreiten sowie die Teilnahme von aktuellen Sportwagen am "Schwäbisch-Hill-Event" inTübingen? Argumente wie "Kulturgut" und Großveranstaltung (bei dem kleinen Häufchen an Fahrern und Besuchern in Neuhausen) und das Verunglimpfen anderer Freizeitbetätigungen sind sicherlich, wenn es um den Fortbestand dieses Hobbys geht, sicherlich nicht die große Hilfe.


    Jochen

    "Soichnass" oder warum man im Auto nässer werden kann als auf dem Motorrad


    Warnung: Diese Geschichte ist nicht ganz hasenrein !!!


    Vorweg bedarf es für die, die der schwäbischen Sprache nicht mächtig sind, zuerst einmal eines kleinen Nachhilfeunterrichts. Fürs Wasserlassen oder Pinkeln gibt es hier den Begriff "soicha" oder "bronza". Bei längerem Regen spricht man dann von "Soichwetter",vergleichbar dem norddeutschen "Schittwetter". Und wer in einen Regenschauer kommt und bis auf die Unterhose nass ist, der sagt halt "I bin soichnass".


    Nun, was hat das alles mit dieser Geschichte zu tun?


    Irgendwann so um 1981 odere 1982 hatten wir uns freitags mehrere Mann hoch, zu einem Motorradtreffen (Name und Ort des Treffens lasse ich lieber weg, da ich zu den damaligen Veranstaltern immer noch ein gutes Verhältnis habe) aufgemacht. Die Anfahrt und der Zeltaufbau erfolgte im strömenden Regen. Der Belstaff hatte auch schön dicht gehalten, was nicht immer der Fall war. An ein Lagerfeuer war nicht zu denken, also im Sturmschritt Richtung Festzelt. Da fährt doch ein VW Polo direkt vor dass Festzelt und sein Fahrer, Mitglied des veranstaltenden Motorradclubs, verkündete aus dem herunter gelassenen Fenster sogleich lauthals: "Bei so einem Wetter fahre ich doch nicht mit dem Motorrad, schließlich spinne ich doch nicht." Gekleidet in voller Ledermontur wird er in den folgenden Stunden an der Theke nicht müde, seine Weltanschauung zu verkünden. Die bestand zum einen daraus, dass selbst ein Toni Mang gegen ihn und seine Kawasaki niemals auf der Straße eine Chance hätte und zum anderen, dass alle die bei so einem Wetter mit dem Motorrad kommen und zelten, einen Sprung in der Schüssel hätten. Wir konnten das Geschwätz nur ertragen, in dem wir, wie er, dem Bier zusprachen. Nur was man oben reinleert, muss ja auch wieder raus.
    Als der Druck auf der Blase immer größer wurde, traten wir also zu dritt vor das Festzelt. Es regnete noch immer stark und die Toilette war weit weg. Nun, wenn die einen bei diesem Wetter nicht mit dem Motorrad fahren, kann doch eigentlich auch niemand von uns verlangen, dass wir bei diesem notwendigen Gang nass werden. Also hieß es, im Schutz der Dunkelheit, direkt vor dem Festzelt "Wasser marsch". Nur dumm, da stand ja noch der VW Polo. Dass das Fenster immer noch offen war, haben wir, glaube ich, nicht gesehen. Dieses Austreten wiederholte sich im Laufe des Abends und in wechselnder Besetzung, noch des öfteren. Bei dem Bierkonsum war natürlich der Strahl jedes einzelnen, nicht ohne entsprechenden Druck. Irgendwann hat es uns dann doch gereicht und wir fanden den Weg in unsere Zelte und Schlafsäcke.


    Frühmorgens (so gegen 10.00 Uhr) weckte uns dann auch nicht mehr das Geräusch der Regentropfen auf dem Zeltdach,sondern Durst und Hunger. Außerdem schien die Sonne von einem fast blauen Himmel. Mit leichtem Schädelbrummen und langsamen Schrittes ging es also wieder Richtung Festzelt, vorbei an einem VW Polo, der mit von innen angelaufenen Scheiben immer noch da stand. Auf dem heruntergelassenen Fahrersitz lag ein natoolives Bündel.
    Nach dem 3. Kaffee erscheint dann auch, wesentlich gealtert, der nervige Typ vom Vorabend. Vorwurfsvoll hält er seinen Armeeschlafsack
    in der Hand und beginnt lauthals darüber zu schimpfen, dass er das Fenster aufgelassen und es in sein Auto hineingeregnet hätte. "Alles
    soichnass" wiederholte er mehrmals und erzählte jedem, der ins Festzelt kam, von seinem Malheur. Wir sahen uns nur an und lachten lauthals, den Sitz und Schlafsack waren im wahrsten Sinne des Wortes "soichnass" (hochdeutsch: von unserem Urin getränkt).
    Sobald nur einer das Wort "soichnass" fallen liess, ging das Gelächter wieder los. Bei unserem Aufbruch stand der Arme immer noch an der Theke und ich konnte mir im Vorbeigehen den Kommentar, dass ich doch bei Regenwetter lieber mit dem
    Motorrad zum Treffen fahre,da Belstaff und Zelt anscheinend dichter seien als sein Auto, nicht ersparen.


    PS: ein klein bißchen schäme ich mich heute ja schon für unser damaliges Verhalten, aber wenn diese Geschichte irgendwo und zu später Stunde am Lagerfeuer wieder die Runde macht, geht die Lacherei schon wieder los.

    Craig Jones 16.1.1985 - 04.8. 2008


    Der Supersportfaher Craig Jones (GB) ist in der Nacht zum 4. August
    seinen schweren Verletzungen, die er sich bei einem tragischen
    Rennunfall anlässlich des WM-Laufes am 3. August in Brands Hatch
    zugezogen hat, erlegen.


    Wir trauern um ihn gemeinsam mit seiner Familie, seinen Freunden und seinem Team.

    Bei den Motorradgeschichten hat Peter erzählt, dass er seinen ersten
    Besuch im Fahrerlager vom Nürburgring dem früheren Tübinger
    Motorradhändler und Rennfahrer Günther Fischer zu verdanken hat.
    Vor kurzem habe ich gelesen, dass Günther Fischer letztes Jahr
    verstorben sei, allerdings mit einem Fragezeichen versehen. Weiß jemand
    was genaueres?

    Zu dritt waren wir 1987 Anfang Mai zum GP nach Italien (Monza) gefahren (das
    Drum-Rum zu diesem Rennen ist eigentlich eine eigene Geschichte wert)
    und waren natürlich am Samstag den ganzen Tag beim Training entlang der
    Strecke unterwegs, da für zwei von uns dies der erste Besuch dort war.
    Am Nachmittag standen wir dann am Eingang zum Fahrerlager als die
    250iger vom Zeittraining zurück kamen. Bevor ich mich recht versah,
    betätigte sich mein Kumpel Waldemar als Helfer, indem er
    ans Heck von der Maschine von Reinhold Roth griff und half diese zu
    schieben. Reaktionsschnell nahm dann Arno diese Methode auf und beide
    waren grinsend im Fahrerlager. Da wollte ich aber auch rein, nur
    war schon alle Fahrer durch und das Tor wieder zu. Selbiges wurde
    streng durch einen schon etwas älteren Italiener bewacht, der auf
    seinem kleinem Hocker davor saß. Aber es war warm und der arme Mann
    nach Mittagessen mit Pasta und Rotwein auch etwas müde. Immer wieder
    fielen ihm die Augen zu und der Kopf sank ihm immer öfter auf die
    Brust. Also eine gute Position eingenommen und als das Tor ein Stück
    aufging und irgendein Berechtigter herauseilte ,war ich schon hinein
    gehuscht. Die beiden Kumpels waren schnell gefunden und wir waren dann
    bis in den Abend hinein im Fahrerlager unterwegs. Erst mal drinnen
    wollte damals kein Mensch noch irgend einen Ausweis sehen und auch den
    Fahrer und Mechanikern konnte man ruhig über die Schulter schauen. Auch
    so manches Gespräch, vor allem natürlich mit Reinhold Roth, ergab
    sich so. Einfach super.

    Hallo pur,


    ich bin seit 1973 mit dem motorisierten 2-Rad unterwegs und natürlich
    hat sich die ganze Szene verändert. "Echte" Tourenfahrer mit
    grundsätzlich dem neuesten weiß-blauen Produkt aus Berlin (oder jetzt
    China?) und einer Jahresfahrleistung von 3.500 Kilometern oder die
    nicht ein Motorrad sondern eine amerikanische Legende bewegen prägen
    schon das Bild etwas. Aber es gibt auch noch andere und die Hand zum
    Gruß heben oder Hilfe leisten ist noch nicht ausgestorben. Nur ein
    kleines Beispiel: Jedes Jahr fahre ich die Schwarzwaldhochstraße
    mindestens einmal im Winter, Frühjahr, Sommer und Herbst. Dabei
    lassen sich einfach tolle Impressionen einfangen und die Unterschiede
    der Jahreszeiten und bei den Vegetationen werden einem eindrücklich.
    Dafür suche ich mir aber einen ruhigeren Wochentag aus; da sind nicht
    soviele Tiefflieger auf 2 Rädern und Trödler auf 4 Rädern unterwegs. So
    auch im April des letzten Jahres. Aber trotz Wochentag hatte es dieser
    Ausflug etwas in sich. Auf der Anfahrt gab sich ein älterer
    Rollerfahrer alle Mühe unter Mißachtung einer Stopstelle mein
    Bremskönnen auszuprobieren und am Parkplatz beim Mummelsee rechnete ein
    Mercedesfahrer beim Wenden mit niemanden, vor allem nicht mit mir. Na
    ja, beides Mal gerade noch gutgegangen. Also erstmal an einem Parkplatz
    (nicht an den bekannten Treffpunkten) Pause gemacht. Seitenständer
    raus, Helm ab, Jacke runter und ...... wrumm.... Supersportler mit
    Fahrer im Hanging-Off-Stil sticht vorbei, wirft den Bremsanker und
    kommt zurück: "Hast Du Probleme, kann ich helfen?" "Danke, nein,
    nur Pause". "Schönen Tag noch" und weg war er (toller Sound). Kurz
    darauf swingt eine BMW R 100 RT an mir vorbei und nach einem eleganten
    Wendemanöver steigt das Rentnerehepaar ab, um mir ihre Hilfe
    anzubieten, natürlich mit dem Hinweis auf das tolle Bordwerkzeug der
    Gummikuh. Das Gespräch war dann noch ganz nett, aber kaum wieder
    allein (wann komm ich eigentlich zum Vespern?) stehen eine FJR 1300 und
    eine Pan-European neben mir, ganz besorgt ob die alte XJ Probleme
    macht, was sie sich eigentlich nicht vorstellen könnten, da das Ding ja
    ewig hält. Beim Verstauen des Fotos und Getränkeflasche im Tankrucksack
    bietet dann noch ein Africa-Twin Fahrer seine Hilfe an und bevor jetzt
    womöglich noch ein Harley-Fahrer kommt breche ich die Pause ab und
    setze meinen Ausfahrt fort.


    Und das alles ohne Panne und ohne gelben Schal.

    1986 machten wir bei der TT auf der Isle of Man die Bekanntschaft von 2 Motorradfahrern aus dem Rosenheimer Raum. Beide bewegten ihre BMW bzw. Ducati Darmah alles andere als langsam. Irgendwann beim xten Guiness im Thynwall-Inn stellte es sich dann heraus, dass beide bei der Polizei und auch dienstlich auf 2 Rädern unterwegs waren und zwar am Sudelfeld, der bekannt berüchtigten Bergstrecke am Tatzelwurm. Die und die Umgebung haben sie uns dann bei späteren Treffen gezeigt. Echte Motorradfahrer und Kumpels mit Benzin im Blut. Gruß also an Wastl und Helmut.

    Die ganze Geschichte kommt mir doch irgendwie bekannt war:


    Ende März, schönes Wetter, die Saisonkennzeichen-Fahrer 04-10 kriegen
    Frühlingsgefühle. So auch ein Bekannter. Also schnell in die Garage,
    kleinere Aufräumaktion und dann die im letzten Jahr erworbene BMW R 850
    R aus der Garage geschoben. Da steht dann das Prachtstück, so wie sie
    nach der letzten Ausfahrt im Herbst weggestellt wurde. Das gute Stück
    wurde für gutes Geld von unserem Wiedereinsteiger (2 Jahre Erfahrung
    mit dem Hercules-Sportbike und dann 30 Jahre nur 4-rädriges) erworben
    und natürlich (wenn schon - dann richtig) durch viel unbedingt
    notwendiges Zubehör ergänzt. Voller Besitzerstolz also Daumen auf den
    Anlasser und .......... brrrrr krrrrr brrrrr. Was ist bitte schön das?
    Also nochmal und brrr krrrr brrrr.... Handy raus, Anruf bei mir: "Hör
    mal, die Roadster springt nicht an, die macht ganz komische
    Geräusche.... Anwort: "Klar, Batterie leer." "Kann nicht sein, die
    Batterie ist doch erst ein Jahr alt, bei meinem Auto hält die doch
    ewig." Antwort: "Hab´ja auch nicht gesagt, das sie kaputt ist,
    sondern nur leer." "Warum soll die leer sein, nee nee, das muss was
    anderes sein." Leicht genervte Antwort: "Hast wohl sicherlich die
    Batterie über Winter nicht abgeklemmt und Zeituhr und der andere Poffel
    haben sie leer gesaugt!" "Meinst Du?" "Jaaaaa...." "Und was soll ich
    jetzt machen?" "Batterie ausbauen und über Nacht laden!" "Ich will aber
    morgen fahren, schließlich gilt ab da mein Saisonkennzeichen wieder und
    der Wetterbericht ist auch gut, meinst Du wenn ich sie schnell auf den
    Autoanhänger lade und zu meinem BMW-Partner (früher hieß das noch
    Händler) bringe, geht das schneller?" "Kann ich mir nicht
    vorstellen, da springen sicherlich noch mehr von der weiß-blauen
    Klapphelmfraktion rum, die den ganzen Winter ihrem Motorrad kein
    Augenmerk geschenkt haben und jetzt "technische Probleme" haben." "Mal
    sehen, tschau". Anruf am nächsten Abend "Du hattest recht, konnte
    keinen Termin bekommen, alles voll, aber ich habe das Ding mit
    Starthilfekabel fremdgestartet und dann kam sie auch gleich. Das ganze
    heute morgen nochmal und jetzt war ich schon unterwegs. Einwandfrei,
    150 Kilometer runtergefahren und wenn es nicht angefangen hätte zu
    regnen wären das noch viel mehr geworden. Nur jetzt muß ich doch noch
    in die Werkstatt, die schauckelt so komisch, vielleicht ist ja was an
    den Stoßdämpfern." "Hast Du nach dem Reifendruck geschaut?" "Wieso
    Reifendruck, da sind noch die gleichen Reifen drauf wie im
    Herbst und die haben auch noch 3mm Profil..........

    Ein beliebtes Reiseandenken aus dem Bayrischen Wald sind farbige Glaskugeln, die dann den heimischen Garten verschönern.


    Das dass nicht unbedingt auf Motorradfahrer zutreffen muss, zeigt die nachfolgende Geschichte:


    Sonntagmorgen. Das 52. Elefantentreffen (und gleichzeitig das 20igste) im Bayrischen Wald geht zu Ende. Übers ganze Wochenende war der Jammer groß, da in diesem Winter 2008 der Schnee ausgeblieben ist. Aber gegen morgen setzt dann doch noch Schneefall ein und die Straßen um Thurmansbang-Solla werden weiß und für manchen zur Schlitterpartie. An den Straßenrändern wird öfters eifrig geschraubt, da Elektrik oder Zündkerzenstecker Probleme bereiten. Vielen schwerbepackten Solofahrer (oftmals aus Italien) bleibt an den Steigungen das Schieben nicht erspart. Aber auch manches Gespann oder leichte Enduro hat so seine Schwierigkeiten.


    So bahnt sich auch unsere kleine Gruppe mit 3 Motorrädern den Weg durch den Schnee. Vorneweg unser "Saurier", eine schon etwas betagte Yamaha TR 1, dahinter eine Honda SLR 650 und eine Beta 350. Urplötzlich rutscht bei der TR 1 das Vorderrad auf dem glatten Untergrund weg; der Sturz ist unvermeidlich. Aufgrund der geringen Geschwindigkeit passiert jedoch nicht viel, der Fahrer bleibt unverletzt und an der TR ist das Bremspedal krumm und der vordere Blinker ab. In Sichtweite ist bereits eine Tankstelle, also den schweren Hobel dort hingeschoben und mit freundlicher Hilfe des Tankwarts läßt sich der Schaden schnell richten. Der eigentlich am Straßenrand zurückgelassen Blinker wandert unbemerkt in den Tankrucksack der Honda. Damit lässt sich doch sicherlich noch was anfangen ......


    Nach ein paar Tagen dann die zündende Idee: Mit Eddingstift erhält das Blinkergehäuse die Aufschrift "Elefantentreffen 2008", der Stecken von einer Silvesterrakete ist auch schnell gefunden und der komplette Blinker inklusive gesprungenem Glas wird im Vorgarten des Sturzpiloten aufgestellt.


    Merke: "Wer den Schaden hat, braucht sich um den Spott nicht kümmern" bzw. "wer mit solchen Freunden zum Elefantentreffen fährt, braucht eigentlich keine Feinde mehr".


    classic-motorrad.de/forum/index.php?attachment/1194/

    Spätherbst, Ende der 1970iger Jahre, Schmuddelwetter vom feinsten, aber im Schwäbischen Wald lockt das kleine Treffen eines befreundeten Motorradclubs. Bloß wie hinkommen? Die Yamaha XS 650, meine japanische Lady wegen hohen Versicherungsprämien und schmalem Geldbeutel ist abgemeldet und das Wintermopped, eine Hercules K 101 (Baujahr 1961) mal wieder defekt. Mitfahren in einem Auto kommt nicht in Frage, ist ja schließlich nicht standesgemäß und wer möchte schon als Discogänger oder Weichei angesehen werden. Also als Sozius auf eine Enduro Honda XL 250 S meines besten Kumpels gestiegen (müssen wir damals noch schlank gewesen sein) und eingeklemmt zwischen Gepäck und Fahrer geht es los. Schnell noch bei Kumpel G. vorbei, aber bis der mal wieder Kundendienst und Beladung seines BMW R 50 Gespanns abgeschloßen hat, ist es später Samstagnachmittag. Endlich geht es los, das Gespann besetzt mit drei Personen vorneweg, wir hinterher. Die Fahrt selbst ist für mich eigentlich recht langweilig, sehe nach vorne ja nur die Belstaff-Wachsjacke meines Fahrers. Bei unserem Fahrstil damals vielleicht ja auch kein Fehler.Beim Überholen eines LKWs, der uns über eine längere Strecke eingesaut hatte, drehe ich dann den Kopf nach links um nicht zuviel Gischt abzubekommen. Aber was ist denn das? Da sitzt doch tatsächlich so ein Typ auf einem Fahrrad im Straßengraben und winkt uns mit der Faust zu. Naja habe ja heute meinen freundlichen Tag und eh nichts zu tun, also freundlich zurück gewinkt und noch gedacht: Kaum bist du aus deinem Landkreis raus, ändern sich schon die Sitten und Gebräuche. Nach einer weiteren Stunde Fahrt erreichen wir dann den Festplatz und jetzt schütteln sich erstmal alle vor Lachen aus und ich werde auch aufgeklärt. Unser Gespannfahrer hatte genug von dem LKW, aber schlechte Sicht nach vorne und da er kein Licht eines entgegenkommenden Autos sah, auf einem kurzen geraden Stück einen Gang runtergeschaltet und dann rausgezogen..... den entgegenkommenden Fahrradfahrer hatte er nicht gesehen. Der Sportfreund erschrak jedoch und fuhr schnurrstrack in den Graben. Sein Winken war wohl dann doch nicht so freundlich gemeint. Selbst schuld, was muß der Kerl bei so einem miesen Wetter auch Fahrradfahren und das auch noch ohne Licht.

    Noch zeigt das
    Thermometer am Nachmittag dieses Sommertages im Jahr 1987 mehr als 30
    Grad an, als am Empfang eines Campingplatzes unterhalb der
    bekannten Meteoraklöster der Platzinhaber durch das Geräusch von
    3 herannahenden Motorrädern aufgeschreckt wird. Viele der Camper
    beobachten mit Interesse wie die vollgepackten BMW-Boxer-Motorräder
    nach kurzer Begrüßung zielstrebig zu einem Platz im Schatten gelenkt
    werden. Als die Fahrer die Helme abnehmen und die Lederjacken
    ausziehen, stößt ein Wohnmobilist, der sonnen geschützt unter der
    Markisse seines Luxusgefährtes sitzt, seine Frau an: "Schau mal, die
    eine Maschine fährt ja ein Mädchen." Unvermeidlich die Antwort, die
    wahrscheinlich alle motorradfahrende Frauen kennen: "Ja ist die
    Maschine denn nicht viel zu schwer für die?" Anweisung des Ehemannes:
    "Mach den Armen doch schnell mal einen Kaffee!", woraufhin seine
    bessere Hälfte im Innern des Mobils verschwindet und zu hantieren
    beginnt. Die drei mit ihren Gummikühen haben es wohl vernommen,
    beginnen dann aber in Vorfreude auf einen servierten Kaffee, mit den
    Aufbauarbeiten. Routiniert werden 2 größere Doppeldachzelte mit Vorraum
    aufgebaut, Stühle und Rolltische aufgestellt und die Zelte flugs
    eingeräumt. Die Augen des Wohnmobilisten werden immer größer, als aus
    den Seitenkoffern immer mehr Utensilien, wie Gas- und Benzinkocher,
    Geschirr usw. auftauchen und die Luftmatratzen über einen kleinen
    Kompressor, der an der Bordsteckdose angeschlossen wird, aufgepumpt
    werden. Als schließlich auch noch die Zeltbeleuchtung an die Steckdosen
    von zwei der Motorräder angeschlossen und verlegt wird, sagt die aus
    dem Wohnmobil zurückgekehrte Ehefrau inbrünstig zu ihrem Mann: "Die
    haben ja alles selbst dabei." Antwort des Mannes: "So ein Luxus" ....
    und das war es dann mit dem Kaffee für die "armen Motorradfahrer". Also
    schnell selber einen Becher für jeden gekocht. Das abends der
    griechische Wein vor den Zelten nicht aus der Flasche, sondern aus
    Gläsern getrunken wurde, hat das Wohnmobilisten-Ehepaar wohl nicht mehr
    besonders überrascht. Und auf dem Campingplatz war für Gespräch gesorgt.