Beiträge von Classic Race Museum

    „Selbstverständlich wird in diesem Beitrag auch keine Kommentierung des der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemachten Urteils des Landgerichts Koblenz im sogenannten 'Nürburgring-Prozess' vom 16.04.2014 vorgenommen“, schreibt Prof. Ingolf Deubel in einem Beitrag, auf den Motor-KRITIK dank des Hinweises durch einen Leser gestoßen ist. Er wurde bereits 2015 veröffentlicht. - Motor-KRITIK hat sich die Zeitschrift, in dem der Deubel-Beitrag mehr als 40 Druckseiten einnimmt gekauft und gleichzeitig die Staatsanwaltschaft Koblenz um die Anklageschrift zum damaligen Prozess gebeten um evtl. der Deubel'schen Darstellung die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft gegenüber stellen zu können. Über diesen Versuch, den Inhalt der Deubel-Geschichte – nach Ende des Prozesses verfasst – und seine Art der Darstellung – auch die seines Angriffs auf die „polemische Art“ des Landesrechnungshofes von Rheinland-Pfalz, der – wie auch die Medien – nach Auffassung von Prof. Deubel „oberflächlich“ und „sachlich unzutreffend“ gearbeitet hat, davon soll dann in nachfolgender Geschichte zu lesen sein.


    Des Deubel's General-Abrechnung!


    Diese Geschichte beginnt mit dem Tipp eines Lesers. - Danke! - Der einfachste Weg schien uns, Herrn Prof. Deubel direkt anzuschreiben und ihn zu fragen, ob er uns den Text seines Beitrages zur Verfügung stellen könne.


    Prof. Deubel antwortete umgehend:


    „Leider ist es mir aufgrund der Urheber- und Verlagsrechte verwehrt, Ihnen eine elektronische Fassung des Anfang Juni 2015 erschienenen Aufsatzes zuzusenden.“


    Aber er nannte uns den Titel der Zeitschrift, das Erscheinungsdatum und den Verlag.


    Nicht nur mit dem haben wir uns sofort in Verbindung gesetzt, sondern auch mit der Staatsanwaltschaft Koblenz. Wir hätten gerne die Anklageschrift erhalten, die aufgrund der staatsanwaltlichen Ermittlungen erstellt wurde und die Basis für das Strafverfahren gegen den Ex-Finanzminister des Landes Rheinland-Pfalz war. Aber nicht nur das. In der Bauphase von „Nürburgring 20092 war er auch Aufsichtsratsvorsitzender bei der landeseigenen Firma „Nürburgring GmbH“ und galt als enger Vertrauter des Ministerpräsidenten Kurt Beck.


    Der Leitende Oberstaatsanwalt in Koblenz, Harald Kruse, antwortete nett und um Verständnis bittend:


    "...ich fürchte Ihrem Anliegen auch weiterhin nicht entsprechen zu können. Zwar ist das Verfahren erstinstanzlich abgeschlossen. Allerdings hat der Bundesgerichtshof bisher über die verschiedenen eingelegten Revisionen noch nicht entschieden, so dass das hier ergangenen Urteil nicht rechtskräftig ist. Dessen ungeachtet wäre Ihre Bitte m.E. jedoch auch als Akteneinsichtsgesuch zu betrachten. Über dieses darf ich nicht entscheiden, weil das Verfahren formal bei Gericht anhängig ist, so dass dieses über die Herausgabe zu entscheiden hätte.“ - Um nach weiteren Erklärungen zu enden:


    „Es tut mir Leid, Ihnen angesichts dieser Umstände nicht weiterhelfen zu können. Hierfür bitte ich um Ihr Verständnis.“


    So haben sicherlich auch meine Leser dafür Verständnis, dass hier nur eine Darstellung von „Deubel's General-Abrechnung“ folgen kann. Die komplette Geschichte des Herrn Deubel können Sie leider erst nach Kauf der Zeitschrift zum Preise von 48,03 Euro lesen. Das Heft erreichte Motor-KRITIK mit dem Hinweis auf der Rechnung:


    „Aus dem Beitrag dürfen Sie bis zu zwei Druckseiten zitieren.“


    (Genaue Daten der Zeitschrift für mögliche Kaufinteressenten des Heftes finden Sie am Ende dieser Geschichte.)


    Schon die Einleitung zu der Geschichte, die den Titel trägt:


    „Das Nürburgring-Desaster – aus der Sicht eines Mitverantwortlichen“


    ...lässt ahnen, dass der Herr Professor Deubel hier ordentliche Arbeit geleistet hat:


    „Eklatante Kostensteigerungen, drastische Bauzeitenverlängerungen, langwierige und kostenträchtige Rechtsstreite um Bau und Planungsmängel sowie eine unzureichende Wirtschaftlichkeit im späteren Betrieb stellen sich bei öffentlichen Investitionsvorhaben in Deutschland (einschließlich militärischer Beschaffungen) nicht mehr als seltene Ausnahmen dar, sondern scheinen zunehmend zum Regelfall zu werden.“


    Um dann auch festzustellen:


    „Insofern stellt das im Zeitraum von Ende 2007 bis Mitte 2009 realisierte, aber – aus heutiger Sicht – gründlich misslungene Projekt „Nürburgring 2009“ und die nachfolgende Serie von Pleiten, Pech und Pannen, die sich trotz des Verkaufs der Nürburgring GmbH im Jahre 2014 auch noch im laufenden Jahr 2015 fortzusetzen scheint, eher eine Ausnahme dar. Denn seit nunmehr über sechs Jahren prägt und lähmt zugleich die Diskussion um die Vorgänge und die Zukunft dieser Rennstrecke in ganz maßgeblicher Weise die Landespolitik in Rheinland-Pfalz.“


    Im weiteren Text findet sich dann die interessante Vermutung von Professor Deubel, der als enger Vertrauter des seinerzeitigen Ministerpräsidenten Kurt Beck galt:


    „Nicht auszuschließen ist zudem, dass der Rücktritt von Kurt Beck als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz im Januar 2013 (nach einer Amtszeit von über 18 Jahren) nicht nur auf den kommunizierten gesundheitlichen Gründen beruhte, sondern auch auf das seit Juli 2012 feststehende Scheitern des Nürburgring-Projekts zurückzuführen war.“


    Prof. Deubel vergisst nicht darauf hinzuweisen, dass er von der 1. Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Koblenz...


    „...in 14 Fällen der Untreue und in einem Fall der uneidlichen Falschaussage vor einem Untersuchungsausschuss des Landtags...“


    ...insgesamt zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 42 Monaten verurteilt wurde, um diese Feststellung mit dem Hinweis zu ergänzen:


    „Hiergegen läuft – mit dem Ziel einer Aufhebung des gesamten Urteils – die Revision beim Bundesgerichtsshof.“


    Der darum noch nicht rechtskräftig verurteilte Prof. Deubel beginnt dann mit der Schilderung der Bedeutung des Nürburgrings für Region und Land, widmet ein Kapitel den Entscheidungsprozessen von 2002 bis zur Umsetzung der Pläne mit den Startschuss im November 2007, um dann in einem weiteren Kapitel zur Detailschilderung – aus seiner Sicht – von der Umsetzung der Pläne zu „Nürburgring 2009“ und der angedachten Finanzierung zu kommen.


    Er nennt in der Folge nicht nur die Zielvorgaben, sondern erinnert auch an das „Grobkonzept“:


    „Das anfängliche Grobkonzept umfasste unmittelbar am Nürburgring die Bereiche Boulevard, Fahrsicherheitstraining, Attraktionen, Nordschleife, Gewerbepark und Touren. Im Village Bereich wurden ein Village-Hotel, ein Themen-Hotel, eine Sport- und Eventhalle sowie ein Reiterhof vorgesehen. Im Resort Bereich umfasste die Planung einen Golfplatz mit einem Golfhotel, einen Bungalow Park, einen Campingplatz, ein Wellness Center und verschiedene Natur-Erlebnisbereiche (Tennis, Wandern, Klettern, Reiten, Mountain-Biking, Bogenschießen und Wintersport). Diskutiert wurde auch schon sehr frühzeitig über die Einrichtung einer Zweigstelle der Spielbank Bad Neuenahr.“


    Interessant ist, dass sich Prof. Deubel auch an dieses Faktum erinnert:


    „Der Aufsichtsrat stimmte in seiner Sitzung am 04.09.2007 der Abgabe einer Erklärung der Nürburgring GmbH zu, dass das vorgesehene Hotel und das geplante Motorsportdorf zu 100% privat finanziert werden und das Gesamtprojekt im Bedarfsfall mit mx. 50% öffentlich finanziert wird.“


    So kommt er dann auch – sozusagen automatisch – irgendwann auf das Thema Mediinvest und Kai Richter, den Prof Deubel beim Ersten Spatenstich – Motor-KRITIK war vor Ort – als den „Privatinvestor“ vorstellte. Auch in der Motor-KRITIK vorliegenden Darstellung des lt. Titel der Geschichte „Mitverantwortlichen“ wird – zumindest Motor-KRITIK – nicht so recht klar, wie es dazu kommen konnte.


    Wer hat eigentlich die Liquidität dieses „Privatinvestors“ und seiner Firma Mediinvest überprüft?


    Man erfährt zwar, dass Mediinvest am 18.08.2007 der Nürburgring GmbH mitgeteilt hat, dass man mit weiteren Geschäftspartnern inzwischen eine Projektgesellschaft, Motorsportresort Nürburgring GmbH (MSR) gegründet habe, die über ausreichend Kapital zur Umsetzung des geplanten Projekts in der Lage sei. Und Prof. Deubel schreibt weiter:


    „Die Bank für Tirol und Vorarlberg bestätigte zudem in einem unmittelbar an die Nürburgring GmbH gerichteten Schreiben, 'dass die Firma Geisler & Trimmel als Gesellschafter der Motorsport Resort Nürburgring GmbH in planerischer, technischer und finanzieller Hinsicht in der Lage ist, die geplanten Teilprojekte mit einem Gesamtvolumen von 70 Mio. Euro abzuwickeln'.“


    Im Mai 2008, schreibt Prof. Deubel später, hat sich dann Kai Richter beim ihm als Aufsichtsratsvorsitzenden/Finanzminister gemeldet um mitzuteilen, das die österreiche Bank nun eine Bankbürgschaft von 6 Millionen Euro verlange und ihn um den Ratschlag bat, an welche rheinland-pfälzische Bank er sich nun wenden solle.


    Prof. Deubel hat ihn an die ISB, die Investitions- und Strukturbank des Landes verwiesen. Dort hat man die Strategie entwickelt, mit einer „stillen Einlage“ bei der RIM (Tochergesellschaft der ISB) bei Mediinvest einzusteigen. Und es hat nach Schilderung des Herrn Prof. Deubel sogar eine...


    „bankmäßige Überprüfung des Businessplans der MSR“


    ...gegeben. Aber dann kam – so Prof. Deubel – die „Finanzkrise“, die von Lehman Brothers ausgelöst wurde. Und so finanzierte die österreichische Bank nicht mehr. - Deubel aber auch!


    Man erhält beim Lesen der Geschichte auch einen Eindruck davon, mit wie viel Gutachten sich die Politiker in Mainz absicherten und welche Klimmzüge dann gemacht werden mussten um eine Finanzierung darzustellen, die der eingangs gemachten Zusage entsprach. Zumindest in der öffentlichen Darstellung. Aber Prof. Deubel muss auch zugeben, dass die geplante – und sozusagen „verbriefte“ Privatfinanzierung gescheitert war.


    Prof. Deubel versucht sich dann in einer Erklärung seines Finanzierungsmodells in dem „gebrauchte (Risiko-) US-Lebensversicherungen“ eine Rolle spielen und schreibt in diesem Zusammenhang:


    „Seither gehört es zu den 'gesicherten Erkenntnissen' der Medien und sogar des Landesrechnungshofs von Rheinland-Pfalz, dass es sich bei dem dahinter stehenden SLS-Modell um ein hochspekulatives, ökonomisch unsinniges und für das Land äußerst risikoreiches Modell gehandelt hätte.“


    Und er zitiert den Landesrechnungshof um zu dem Urteil – seiner Beurteilung – zu kommen:


    „Bemerkenswert an dieser 'Würdigung' des Landesrechnungshofs ist vor allem, dass sich eine angesehene und normalerweise korrekt arbeitende Institution ohne nähere Analyse zu dieser in jeder Beziehung oberflächlichen, polemischen und sachlich unzutreffenden 'Würdigung' hat hinreißen lassen.


    Und der Autor und „Mitverantwortliche“ am Nürburgring-Desaster versucht sich dann an einer Erklärung, die – wenn wir uns bei Motor-KRITIK richtig erinnern – schon „damals“ nur von einem verstanden wurde: Kurt Beck.


    Wir erfahren später auch, dass die landeseigene Nürburgring GmbH zusammen mit der RIM für nur einen Euro die restlichen Anteile von 90% an der MSR übernahm. Motor-KRITIK kommentierte damals: „So teuer kann ein Euro sein.“ Denn das eigentlich simple Ergebnis, dass sich das Land Rheinland-Pfalz für diesen 1 Euro dann Schulden von 80 Millionen Euro einhandelte, ist in der Darstellung des Herrn Deubel nirgendwo so klar zu lesen.


    Bei allem guten Willen, der Darstellung des Prof. Deubel eine gewisse Einsicht zu entnehmen, kann die nur am Ende seiner mehr als 40-seitigen Schilderung des von ihm mitverantworteten „Desasters“ entnommen werden, wo er feststellt:


    „Die dadurch zu erwartenden gravierenden wirtschaftlichen Folgen (er bezieht sich auf die F1) für die Region um den Nürburgring waren schon im Jahr 2002 der Hauptgrund, das Projekt 'Nürburgring 2009' zu entwickeln. Wie heute unschwer festgestellt werden kann, ist der damals eingeschlagene Weg in desaströser Weise gescheitert. Mit dem Wissen von heute wäre es sinnvoll gewesen, wenn diesen Versuch erst gar nicht erst unternommen, sondern bereits damals ein Verkaufsprozess für den Nürburgring in Gang gesetzt worden wäre.“


    Aber Prof. Deubel bezweifelt, dass das damals schon politisch durchsetzbar gewesen wäre. Und er schließt mit den Sätzen:


    „Von daher wäre zum damaligen Zeitpunkt wohl nur die Variante 'langsames Siechtum' infrage gekommen. Es darf allerdings bezweifelt werden, dass die Landespolitik diese Variante auf Dauer durchgehalten hätte.“


    Die Landespolitik – jetzt unter neuer Leitung – versucht sich inzwischen im Verdrängen des selbst geschaffenen Problems. Nach dem Motto: Was nicht erwähnt und diskutiert wird, kann auch nicht existent sein.


    Darum – jetzt im einsetzenden Wahlkampf – die Erinnerung von Motor-KRITIK. - Nicht nur an die SPD gerichtet.


    MK/Wilhelm Hahne


    PS: Die Zitate stammen aus „ZSE – Zeitschrift für Staats- und Europawissenschaften“, Heft 1/2015, ISSN 1610-7780, erschienen bei Nomos Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Waldseestraße 3 – 5, 76530 Baden-Baden. - Bestellungen im Buchhandel oder www.nomos-shop.de (link is external). - Motor-KRITIK zahlt € 48,03.

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    Der deutsche EU-Abgeordnete in Brüssel, Dr. Werner Langen (CDU), hat der EU-Kommission, die den Nürburgring-Verkauf „abgenickt hat“, die Fragen gestellt, deren Beantwortung auch die deutsche Öffentlichkeit interessiert. Motor-KRITIK hatte darüber berichtet. Wie immer – und durchaus im bei der EU-Behörde üblichen Zeitrahmen, hat die – seit November 2014 neue – Leiterin der entscheidenden EU-Kommission nun gleichzeitig drei seiner Anfragen zum Thema „Nürburgring-Verkauf“ beantwortet. Motor-KRITIK veröffentlich nachfolgend alle drei Anfragen in ihrer textlichen Originalversion ohne weiteren Kommentar. Die Antworten auf berechtigte Fragen sprechen für sich. - Damit ist klar: Der Nürburgring geht in eine ungewisse Zukunft. - Für Jahre! - Jemand der sich mit Überzeugung als Besitzer bezeichnen könnte, den wird es nicht geben. Welche Bedeutung kommt da einem Pächter zu, dessen der Öffentlichkeit unbekannter Pachtvertrag – mit wem eigentlich? - genauso ungeklärt ist, wie das bisher noch nicht abgeschlossene Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung(!) einer landeseigenen GmbH, mit einem von der Landesregierung bestellten Geschäftsführer, der monatlich für seine Arbeit in dieser Firma – die operativ nicht mehr tätig ist – ein fünfstelliges Gehalt pro Monat erhält?


    Heute, Freitag, den 15. Januar 2015, hat Frau Margarethe Vestager, die in Dänemark der sozialliberalen Partei „Det Radikale Venstre“ angehört, dem EU-Abgeordneten Dr. Werner Langen dann sehr passend – eben „radikal“ - eine politische Antwort erteilt.


    Eigentlich waren es drei Anfragen, die Sie, liebe Leser, alle nachstehend zusammen mit den Antworten finden, die alle drei nicht nur das heutige Datum tragen, sondern auch alle ähnlich „gestrickt sind“. - Ob es sich da um „Luftmaschen“ handelt, mögen die Leser selbst entscheiden.


    Hier die Anfrage Nr. 1 und die Antwort, die Frau Vestager dazu einfiel:


    Anfrage zur schriftlichen Beantwortung E-014313/2015
    an die Kommission
    Artikel 130 der Geschäftsordnung


    Werner Langen (PPE)


    Betrifft: Beschwerden gegen den Weiterverkauf des Nürburgrings


    Im Beihilfefall Nürburgring hat die Kommission den Verkauf an Capricorn am 1. Oktober 2014 für rechtmäßig erklärt. Anschließend wurde die Rennstrecke allerdings an ein russisches Konsortium weiterveräußert. Gegen diesen Verkauf legten die unterlegenen Bieter „Ja zum Nürburgring e.V.“, Nexovation und Meyrick Cox, Ende des Jahres 2014 schriftliche Beschwerden bei der Kommission ein.


    Kann die Kommission vor diesem Hintergrund folgende Fragen beantworten:


    1. Wie ist der Bearbeitungsstand der Beschwerden gegen den Verkauf, und wann ist mit einem Bescheid der Kommission zu rechnen?
    2. Wie erklärt sich die außerordentlich lange Bearbeitungsdauer der Beschwerden?
    3. Wie bewertet die Kommission die Beschwerden vor dem Hintergrund der vor dem EuGH eingereichten Klagen?


    Antwort der EU-Kommissarin von heute:


    E‑014313/2015
    Antwort von Frau Vestager
    im Namen der Kommission


    (15.1.2016)


    Die Kommission teilt dem Herrn Abgeordneten mit, dass sie nach ihrem Beschluss vom 1. Oktober 2014 in der Nürburgring-Angelegenheit keine relevante Beschwerde gemäß Artikel 24 Absatz 2 der Verordnung (EU) Nr. 2015/1589 erhalten hat.


    Die Kommission verteidigt diesen Beschluss in von den Klägern angestrengten Gerichtsverfahren. Ihren rechtlichen Verpflichtungen entsprechend 1 wird die Kommission darauf achten, dass die Gerichtsverfahren in aller Ruhe und unter Beachtung des allgemeinen Grundsatzes der geordneten Rechtspflege ablaufen können.


    Es folgt Anfrage Nr. 2 des Abgeordneten Langen (CDU) mit der dazu erteilten Antwort:


    Anfrage zur schriftlichen Beantwortung E-014380/2015
    an die Kommission
    Artikel 130 der Geschäftsordnung


    Werner Langen (PPE)


    Betrifft: Europarechtliche Prüfung des Verkaufs des Nürburgrings


    Im Rahmen der Klagen einiger unterlegener Bieter gegen den Verkauf des Nürburgrings will die Kommission die europarechtliche Zulässigkeit des Verkaufs erneut prüfen, insbesondere vor dem Hintergrund des Weiterverkaufs des Nürburgrings an einen russischen Investor.


    Kann die Kommission dazu folgende Fragen beantworten:


    1. Ist es zutreffend, dass die Kommission ihre bisherige Einstufung des Verkaufsprozesses als europarechtskonform beibehalten will?
    2. Welche Dokumente zum Verkaufsprozess liegen der Kommission vor, und erachtet sie diese für eine sorgfältige und unabhängige Prüfung als ausreichend?
    3. Ist die Kommission bereit, alle vorliegenden Dokumente öffentlich zugänglich zu machen?


    Die aussagekräftige Antwort:


    E‑014380/2015
    Antwort von Frau Vestager
    im Namen der Kommission


    (15.1.2016)


    Die Kommission überprüft die Rechtmäßigkeit ihres Beschlusses vom 1. Oktober 2014 nicht erneut. Derzeit verteidigt die Kommission diesen Beschluss in den von den Klägern angestrengten laufenden Gerichtsverfahren. Wie bereits in einer früheren Antwort auf eine schriftliche Anfrage des Herrn Abgeordneten1 festgehalten, muss die Kommission dafür sorgen, dass die Gerichtsverfahren in Ruhe und unter Beachtung des allgemeinen Grundsatzes der geordneten Rechtspflege ablaufen können.


    Was die Frage des Herrn Abgeordneten über den öffentlichen Zugang zu allen der Kommission zur Verfügung stehenden Dokumenten angeht, so muss die Kommission jeden Antrag auf Zugang gemäß der Verordnung Nr. 1049/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. Mai 2001 über den Zugang der Öffentlichkeit zu Dokumenten des Europäischen Parlaments, des Rates und der Kommission2 behandeln; sie muss eine individuelle Bewertung des Antrags vornehmen und dabei die rechtlichen und objektiven Umstände zum Zeitpunkt der Antragstellung berücksichtigen.


    Die Anfrage Nr. 3:


    Anfrage zur schriftlichen Beantwortung P-014460/2015
    an die Kommission
    Artikel 130 der Geschäftsordnung


    Werner Langen (PPE)


    Betrifft: Klage des "Ja zum Nürburgring e.V." vor dem EuG


    Der Verein „Ja zum Nürburgring e.V.“ hat vor dem Gericht der Europäischen Gemeinschaften gegen den Verkaufsentscheid der Rennstrecke „Nürburgring“ geklagt. Die Kommission hat für ihre Stellungnahme eine Fristverlängerung beantragt. Dies wird damit begründet, dass die Kommission erst durch eine weitere Klage von NeXovation von der Tatsache erfahren habe, dass der Nürburgring an einen russischen Investor weiterverkauft wurde. Diese Tatsache war der Kommission aber nachweislich schon vorher bekannt, wie Kommissionsmitglied Vestager in einem Schreiben vom 05. April 2015 bestätigte.


    1. Warum hat die Kommission bzw. der beauftragte Anwalt behauptet, erst durch die Klage von NeXovation vom Einstieg des russischen Investors erfahren zu haben?
    2. Wie die Kommission in ihren Fristverlängerungsantrag selbst schreibt, ist es erforderlich den Weiterverkauf „in der gebotenen Tiefe und Sorgfalt“ zu prüfen. Warum ist diese Prüfung nicht bereits erfolgt, obwohl die Kommission spätestens seit Anfang des Jahres Kenntnis vom Weiterverkauf hatte?
    3. Welche konkreten Nachforschungen hat die Kommission in der Zwischenzeit angestellt, und zu welchen Ergebnissen ist sie gekommen, die für die Beurteilung der Klagen von Bedeutung sein könnten?


    Die Antwort:


    P-014460/2015
    Antwort von Frau Vestager
    im Namen der Kommission


    (15.1.2016)


    Die Kommission möchte daran erinnern, dass sie zu laufenden Gerichtsverfahren grundsätzlich nicht Stellung nimmt. Andernfalls bestünde die Gefahr eines Verstoßes gegen den allgemeinen Grundsatz einer geordneten Rechtspflege, da möglicherweise nicht sichergestellt wäre, dass die Erörterungen zwischen den Parteien sowie die Beratungen des Gerichts über die anhängige Rechtssache während des gesamten Gerichtsverfahrens in aller Ruhe ablaufen1.


    Nach der Rechtsprechung der Unionsgerichte folgt aus dem allgemeinen Grundsatz einer geordneten Rechtspflege, dass die Parteien das Recht haben, ihre Interessen unabhängig von jeder äußeren Beeinflussung, insbesondere durch die Öffentlichkeit, zu vertreten. Daher darf eine Partei, die Zugang zu den Verfahrensstücken der anderen Parteien hat, von diesen Stücken nur für die Vertretung ihrer eigenen Interessen Gebrauch machen und zu keinem anderen Zweck wie etwa dem, die Öffentlichkeit zur Kritik am Vorbringen der anderen Verfahrensbeteiligten zu bewegen.2


    Dieser allgemeine Grundsatz gilt auch für die Organe.3


    Schließlich stellt die Kommission fest, dass ihr bisher keine Beschwerde nach Artikel 24 Absatz 2 der Verordnung (EU) 2015/1589 zugegangen ist. Deshalb hat sie keine förmlichen Untersuchungsschritte eingeleitet.


    Das sind klare Aussagen, so unmissverständlich, wie wir sie von Politikern aus aller Welt kennen. Aber es sind keineswegs „Allerwelts-Aussagen“, den sie kommen von einer dänischen Politikerin.


    Und wir lernen: Nicht nur der Käse aus Dänemark ist weltberühmt!


    MK/Wilhelm Hahne

    Das Kalenderjahr 2016 ist ein Schaltjahr. Da die neue Geschäftsführung von Vielem Ahnung hat – aber nicht von Allem – hat sie das wohl falsch verstanden und „hochgeschaltet“. Zum Beispiel beim Preis für die Jahreskarten zum Befahren des Nürburgrings. Normalerweise sprechen Motorsportler vom „Überdrehen“, wenn man zu spät hochschaltet. Der Geschäftsführer der CNG (capricorn NÜRBURBURGRING GmbH), der diese Pächterfirma (!) des Nürburgrings leitet, schafft es aber, noch in 2015 hochzuschalten und trotzdem zu überdrehen. 1900 € kostet eine Jahreskarte zum Befahren des Nürburgrings im Jahre 2016. Das sind 15 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt zahlt man jetzt – wenn man es so umrechnet, und wie das uns gerne vorgerechnet wird – dann 3.800 DM, wenn es diese Währung noch geben würde. Und das Bundesfinanzministerium sagt noch jetzt im Jahre 2015: „Der Euro erleichtert die Mobilität“. Ergänzt wird eine solche Feststellung durch die der Landesregierung von Rheinland-Pfalz, die eigens mit einem Gesetz den freien Zugang zum Nürburgring garantierte, um dem Bürger den Schrecken vor einem „Verkauf an Privat“ zu nehmen. Allerdings hatte die EU-Kommission damals – 2013 - schon verlauten lassen, dass die Landesregierung von Rheinland-Pfalz „kein ungerechtfertigt niedriges Zugangsentgeld vorschreiben“ dürfe. - Daran hat sich wohl der CNG-Geschäftsführer orientiert und erwartet sicherlich Beifall aus Brüssel, wenn er nun heute, am 3. Dezember 2015, verkünden lässt:


    NEU: Nürburgring-Zugang für 1900 € p.a.


    Mit solch großen Zahlen kann man normal rechnen, muss nicht die Bruchrechnung bemühen. Da der Nürburgring keine „Ganzjahresdestination“ ist, wie das lt. den Plänen der Landesregierung (SPD) angestrebt war, dann kann man den Nürburgring in 2016 sicherlich vom 1. April bis 31. Oktober befahren. Das wäre also an 214 Tagen möglich, so dass eine Jahreskarte – ganz gleich ob man fährt oder nicht – dann 8,88 Euro pro Tag (!) kosten würde.


    Aber nun kauft man eine solche Jahrekarte ja nicht, um auf der Nürburgring-Nordschleife nicht zu fahren.


    Wenn man als Käufer einer Jahreskarte also nun gerne fährt und man wohnt im mittleren Einzugsbereich dieser Rennstrecke, dann wird man für die An- und Abfahrt um 3 – 4 Stunden rechnen müssen. Da bleiben – wenn man will – noch 1,5 Stunden zum Rundendrehen.


    Nach meiner eigenen Erfahrung kann nur ein sehr trainierter Fahrer mehr als acht Runden am Stück fahren, ohne durch Konzentrationsverlust in Fehler zu verfallen. Man kann also davon ausgehen, dass rd. 30 Minuten für eine Erholungspause abzuziehen sind. In dieser Stunde der reinen Fahrzeit kann man 7 – 8 Runden mit einem schnellen Automobil oder Motorrad also dann in zwei Etappen fahren.


    Macht man eine solche Tour in jedem Monat einmal, bezieht das auf die sieben möglichen „Fahr-Monate“ und kauft sich dafür jedes Mal zwei Vierer-Karten á 105 Euro, so würde man in 2016 dann 1.470 Euro ausgeben. Aber welcher Touristenfahrer fährt schon im Jahr sieben Mal an den Nürburgring um insgesamt 54 Runden zu fahren?


    Warum also 1.900 Euro zahlen? - Wobei man die Gesamtkosten bedenken sollte, die für An- und Abfahrt und Materialverschleiß beim Befahren des Rings (Reifen, Bremsen, Radlager usw) plus Benzin dann – einschl. Jahreskarte bei 5.000 Euro liegen können.


    Carsten Schumacher als Geschäftsführer am Nürburgring wird sicherlich für die Umrundung der Nordschleife keine Gebühr bezahlen, trotzdem wird er in den Jahren seiner Tätigkeit am Nürburgring bisher insgesamt noch nicht 54 Mal diesen Kurs umrundet haben.


    Ich selbst habe die Nordschleife im Laufe meines bisherigen Lebens ein paar tausend Mal umrundet, war auch über viele Jahre nicht nur der Besitzer, sondern auch der Käufer einer Jahreskarte zum Befahren des Nürburgrings, deren Preis sich zwar damals zwar auch schon mal leicht erhöhte, aber von mir dann nicht mehr gekauft wurde, als er die Summe von 500 DM (!) überstieg.


    An den damaligen Preisen – und dem uns immer wieder von politischer Seite vorgehaltenen Umrechnungskurs – dürfte eine Jahreskarte heute 250 Euro kosten. Hinzu kommen dann die Preiserhöhungen, die allgemein dazu geführt haben, dass die Preise für Konsumgüter sich heute auf gleichem Niveau bewegen, wie damals in der DM-Zeit.


    Es gibt auch „Güter“, dazu gehören Automobile, deren Preise von „damals“ sich nicht mehr mit den heutigen Preisen vergleichen lassen, weil es auf diesem Sektor ein so genanntes „qualitatives Wachstum“ gegeben hat. Es wurde zwar von niemandem gefordert, aber der Industrie war es so möglich, die Renditen deutlich und relativ unauffällig zu verbessern.


    Warum das notwendig war? - Mit Sicherheit wird das von Seiten der Automobilindustrie mit der gestiegenen Sicherheit argumentiert werden. - Man muss daran glauben. - Aber solche Argumente treffen für den Nürburgring nicht zu. Da muss einem dann klar werden, dass irgendwo etwas nicht stimmt.


    Trotzdem wird es Leute geben die die Meinung vertreten, dass 1.900 Euro für eine Jahreskarte zum Befahren des Nürburgrings eigentlich „ein Schnäppchen“ ist. Wenn man einmal überlegt, wie viel hundert Millionen Euro die Landesregierung von Rheinland-Pfalz unter Leitung von visionären SPD-Politikern hier „in den Sand gesetzt“ hat, haben sie recht: Es ist das tatsächlich wenig. - Aber es ist zu viel!


    Aber soll man das jetzt alles vergessen und – nach vorne schauen? – So wird einem jedenfalls geraten.


    Und der Nürburgring-Pächter ist wohl der Meinung, dass es eigentlich einem Gefühl der Dankbarkeit entsprechen sollte, nun als Nürburgring-Fan mit einem „Scherflein“ von 1.900 Euro zum weiteren Erhalt des Nürburgrings beizutragen.


    Zu diesem Zeitpunkt, da diese Geschichte geschrieben wird, ist – zumindest Motor-KRITIK – noch unbekannt, was die für 2016 von der CNG – zusammen mit einem Partner – geplanten fünf Trackdays über jeweils 7 Stunden an Freitagen vor den VLN-Läufen die Teilnehmer kosten werden. - Auch hier wird man sicherlich gerne abkassieren wollen. - Dass man zum Zeitpunkt, da die „Essener Motor-Show“ läuft, auch dort noch keine Kosten nennen kann, macht misstrauisch.


    Man kann also erwarten, dass sich die Inflation der Preise zum Befahren des Nürburgrings hier fortsetzt.


    Und die Landesregierung rührt sich nicht. Es beginnt der Wahlkampf und man möchte aus diesem Grund das Thema Nürburgring auf jeden Fall vermeiden. - Weil das Wählerstimmen kostet!


    Schließlich möchte man „an der Macht bleiben“, wie man so schön sagt. Und Macht ist ein Argument, das noch bedeutender ist als Geld. Denn wer Macht hat, hat auch Geld. Auch Geld zum Wegwerfen, wie die SPD-Landesregierung – damals – als sie noch alleine regierte, mit bewundernswertem Geschick bewiesen hat.


    Heute helfen die Koalitionspartner beim Verniedlichen, beim Vergessen. Sie verschwenden auch keinen Gedanken mehr an die bleibenden Schäden, die angerichtet wurden. - Und klammern sich heute schon an ihren Stuhl.


    Es wird diese Damen und Herren wenig interessieren, was heute für eine Jahreskarte zum Befahren des Nürburgrings verlangt wird. Der Nürburgring ist – sagt man – nicht mehr im Landesbesitz. Dass das im Grundbuch noch anders aussieht, liegt an den besonderen Umständen. - Sagt man.


    Zum Beispiel an den Umständen, mit denen man den Nürburgring in den Konkurs geführt hat, den man vorher durch geschicktes Ausnutzen aller gesetzlichen Möglichkeiten vermieden hatte, wie man in den Bilanzen nachlesen kann. - Bis nach einer Wahl! - Damals.


    Und wenn es Leute gibt, die heute 1.900 Euro im Jahr dafür zahlen, dass der Nürburgring zu einem großen Teil der nutzbaren Tage nicht zu befahren ist, dann sind die es doch selber schuld. - So wird die Erklärung der Politiker lauten.


    Sie haben recht! - Diese Käufer von Jahreskarten für 2016 sind auch wahrscheinlich schuld, dass diese Politiker in die Regierungsverantwortung gekommen sind.


    Die nächsten Landtagswahlen, die 17. in Rheinland-Pfalz finden am 13. März 2016 statt. Die Wahl fällt also in eine Zeit, in der die Jahreskarten noch nicht zu nutzen sind und man Zeit hat – zur Wahl zu gehen.


    MK/Wilhelm Hahne

    Auch wir bei Motor-KRITIK finden es toll und erfreulich, wenn nach einer verfahrenen Situation wieder Klarheit geschaffen wird. Ganz gleich zu welcher Zeit und wo. Gleich auch, ob wir privat oder geschäftlich betroffen sind oder es vielleicht eine Freizeit-Situation – z.B. im Sport - betrifft. Wir finden es aber nicht gut, wenn uns in einer unübersichtlichen, unklaren Situation eine Klarheit vorgegaukelt wird, die nicht vorhanden ist, wenn Situationen geschönt werden, die sich eigentlich unschön darstellen. Im aktuellen Fall Nürburgring wurde uns praktisch über ein Jahrzehnt eine Situation vorgegaukelt, die es so niemals gegeben hat. - Und die dann in einer unschönen Insolvenz endete. Dort ging - und geht - es dann unschön weiter. Gerichtliche Auseinandersetzungen stehen noch bevor, aber die neu Verantwortlichen versuchen den Eindruck von „Alles wird gut“ auch dadurch zu vermitteln, dass sie (scheinbare?) Erfolgsmeldungen an Erfolgsmeldungen reihen. Da wird z.B. aktuell ein Vertragsabschluss vermeldet. Der ADAC hat gleich für drei Jahre – und das für ein Bündel von Veranstaltern und einem Bündel von Veranstaltungen – einen Vertrag abgeschlossen. Aber niemand sagt mit wem. - Offiziell: Mit dem Nürburgring. - Ein toller Vertragspartner! - Da spricht man bei der VLN von Reglementanpassungen für 2016 und widmet z.B. einen ganzen Absatz der zukünftigen Nenngeldgestaltung für die GT3, die natürlich auch beim 24-Stunden-Rennen des ADAC eine große Gesamtsieger-Rolle spielen sollen. - Wie sieht es denn da wirklich aus? - Motor-KRITIK hat die schöne Termin- und Reglement-Fassade einmal ernsthaft abgeklopft.


    http://www.motor-kritik.de/node/1136

    Motor-KRITIK hatte gestern einen Titel in russischer Sprache gewählt, um auf die Anfrage eines deutschen EU-Abgeordneten - in englischer Sprache veröffentlicht – aufmerksam zu machen. Weil das Thema der Nürburgring-Verkauf ist und weil wir – wie sicherlich auch unsere Leser – jedes Puzzlestück brauchen, um zu einer möglichst objektiven Einschätzung der aktuellen Situation hier in der Eifel zu kommen. Wir hatten hier auf den Motor-KRITIK-Seiten die deutsche Übersetzung in den Vordergrund gestellt. Nach dem was uns als Echo erreichte, müssen wir davon ausgehen, dass die Veröffentlichung in Brüssel mit einer gewissen Absicht mit dem – aus unserer Sicht - gewaltigen Zeitversatz von fast einem Monat und in englischer Sprache erreichte. - Aufgrund unserer Veröffentlichung erreichte Motor-KRITIK auch umgehend eine Nachricht, die auf eine Situation bei der EU in Brüssel aufmerksam machte, die wir – zugegeben – bisher übersehen hatten. - Aber nachdenklich wird man dann schon, wenn noch am gleichen Tag – am 24. November 2015 - dann eine weitere Anfrage zum Thema Nürburgring eines aufmerksamen EU-Abgeordneten ins Internet gestellt wird. In englischer Sprache. Auch schon „alt“, vor einigen Wochen gestellt und nun erst – und das in englischer Sprache – veröffentlicht. - Man begreift dann so langsam, dass das Thema Nürburgring-Verkauf inzwischen wohl auch in Brüssel als „heiß“ empfunden und inzwischen mit der gebotenen Vorsicht – unter Ausnutzung aller legalen Möglichkeiten behandelt wird. - Mit Verzögerung und – in englischer Sprache. - So, als wäre der Nürburgring kein deutsches Problem.
    EU: Wenn die Sprache wichtig wird


    Die Geschichte gestern, die mit einem Titel in russischer Sprache, die wurde sozusagen mit einem Lächeln eingestellt. Tatsächlich hatten wir nicht wirklich begriffen, dass wir es begriffen hatten. Eigentlich wurde das erst klar, als uns eine Nachricht aus Brüssel erreichte, die den Kernsatz enthielt:


    „... Ich reiche keine Anfragen in Englisch ein. Die deutsche Version ist die Originalfassung. Ich werde bei der EU-Kommission auch gegen diese Vernachlässigung der deutschen Sprache protestieren. ...“


    Absender war jener deutsche EU-Abgeordnete, Dr. Werner Langen (CDU), den wir auf den Internetseiten der „Europäischen Union“ als intelligenten Fragesteller ausgemacht hatten.


    Also haben wir uns einmal mit der - bisher auch von uns – vernachlässigten Frage beschäftigt, welche Sprachen denn eigentlich in Brüssel eine Rolle spielen. - Gibt es dort gewisse „Gesetzmäßigkeiten“, nach denen verfahren wird – und die so die Reaktion des deutschen EU-Abgeordneten auslösten?


    Wir sind dann u.a. auf folgende Darstellung gestoßen:


    „Amtssprache ist die offizielle Sprache eines Staates für Gesetzgebung, Verwaltung, Gerichte und Schulen. Die Festlegung einer Amtssprache vermittelt den Bürgern das Recht, dass der Staat mit ihnen in dieser Sprache kommuniziert. In manchen Staaten sind auch Nationalsprachen von Minderheiten gesetzlich als zusätzliche Amtssprachen garantiert.


    Amtssprachen der Europäischen Union sind diejenigen Sprachen, in denen sich ihre Organe nach außen, insb. also gegenüber den Unionsbürgern, äußern. Die EU besitzt derzeit 23 Amtssprachen; jeder Mitgliedstaat erklärt bei seinem Beitritt, welche Sprachen er zu Amtssprachen erklärt haben möchte. Von den Amtssprachen sind die authentischen Sprachen oder Vertragssprachen zu unterscheiden. Dies sind diejenigen Sprachen, in denen für die Gründungsverträge eine verbindliche Fassung existiert. Es handelt sich dabei nicht um Amtssprachen im eigentlichen Sinne, da das Primärrecht kein Handeln der Union durch ihre Organe sondern deren Handlungsgrundlage darstellt. Während etwa Irisch zunächst nur Vertragssprache war und erst später auch Amtssprache wurde, sind derzeit die Amts- und Vertragssprachen jedoch deckungsgleich.


    Zur Vereinfachung wird bei internen Vorgängen, also innerhalb der Organe sowie teilweise im Verkehr der Organe untereinander, oftmals nur ein Ausschnitt aus dem Kreis der Amtssprachen verwendet, insbesondere Französisch, Englisch und Deutsch. Diese im internen Ablauf tatsächlich verwendeten Sprachen werden als Arbeitssprachen bezeichnet.“


    Deutsch ist also in Brüssel eine „Arbeitssprache“. Und in Deutsch hatte der Abgeordnete auch seine Fragen gestellt. (Das Original-Formular mit seinen eingereichten Fragen finden Sie im Anhang als pdf-Datei.) In genauer Kenntnis der Zusammenhänge musste dieser Abgeordnete die Motor-KRITIK-Darstellung als etwas provokativ empfinden.


    Und Motor-KRITIK ist bei dieser Gelegenheit auf ein Problem gestoßen, das z.B. von Margareta Hauschild, Leiterin des Goethe-Instituts in Belgien, in einem Interview mit den Kollegen von „EurActic“ so gesehen wird:


    „Deutsche EU-Beamte haben sich aus historischen Gründen geweigert, die deutsche Sprache auf EU-Ebene durchzusetzen. Stattdessen wollten sie zeigen, dass sie auch andere Sprachen sprechen, meistens Englisch.“


    Und „EurAktic“ stellt fest:


    „Die deutsche Version von EU-Dokumenten und Protokollen sucht die deutschsprachige Öffentlichkeit häufig vergebens.“


    Nun, ganz so schlimm war es Fall unserer Berichterstattung vom 24. November nicht. Wir hatten die deutschsprachige Öffentlichkeit mit der deutschsprachigen Version der Fragen des EU-Abgeordneten Dr. Langen informieren können. Aber Dr. Langen hatte recht:


    Warum wurden diese Fragen in Englisch eingestellt, wenn sie im Ursprung in Deutsch gestellt wurden, wo doch Deutsch – wie wir jetzt wissen – zu einer der drei wichtigen „Arbeitssprachen“ bei der EU-Behörde in Brüssel gehört?


    Beim Versuch, Beispiele oder Gegenbeispiele zu entdecken, stoßen wir dann am Abend dieses 24. November darauf, dass an diesem Tag ein weiterer Fragenkomplex des Herrn Dr. Langen, schon am 30. Oktober in deutscher Sprache (!) eingereicht, wieder in der englischen Version – exakt an diesem 24. November 2015 – also gestern – veröffentlicht wurde.


    Das ist wieder ein Screenshot der veröffentlichten englischen Version, die nach unserer Einschätzung nach einem Abgleich mit der Art, mit der vorher zu diesem Thema Nürburgring verfahren wurde, dann den Eindruck hinterlässt, dass man bei der EU-Kommission wohl sehr daran interessiert ist, das Thema Nürburgring unauffällig – aber korrekt - abzuhandeln.


    Es ist gerade diese „unauffällige Auffälligkeit“, die jetzt durch die Motor-KRITIK-Veröffentlichungen gestern und heute entsteht. Hier die deutsche Übersetzung der oben gezeigten Einstellung in englischer Sprache:


    „Anfrage zur schriftlichen Beantwortung E-014380/2015
    an die Kommission
    Artikel 130 der Geschäftsordnung
    Werner Langen (PPE)


    Betrifft: Europarechtliche Prüfung des Verkaufs des Nürburgrings


    Im Rahmen der Klagen einiger unterlegener Bieter gegen den Verkauf des Nürburgrings will die Kommission die europarechtliche Zulässigkeit des Verkaufs erneut prüfen, insbesondere vor dem Hintergrund des Weiterverkaufs des Nürburgrings an einen russischen Investor.


    Kann die Kommission dazu folgende Fragen beantworten:


    1. Ist es zutreffend, dass die Kommission ihre bisherige Einstufung des Verkaufsprozesses als europarechtskonform beibehalten will?


    2. Welche Dokumente zum Verkaufsprozess liegen der Kommission vor, und erachtet sie diese für eine sorgfältige und unabhängige Prüfung als ausreichend?


    3. Ist die Kommission bereit, alle vorliegenden Dokumente öffentlich zugänglich zu machen?“


    Während man hier in der Eifelregion den Eindruck haben muss, dass die eigentlich unverständlichen Abläufe und Geschehnisse im Umfeld des Nürburgringsverkaufs eigentlich akzeptiert wurden – vor allen Dingen von Mainzer Politikern (!) - wird an diesen Fragen – intern bei der EU-Behörde in Brüssel gestellt – deutlich, dass es auch Menschen gibt, denen unerklärlich ist, was uns als deutschen Bürgern, Wählern und Steuerzahlern im Land Rheinland-Pfalz zugemutet wird, wenn uns der Verkauf des Nürburgrings in der Gesamtheit seiner Abwicklung als „normal“ geschildert wird.


    Motor-KRITIK möchte hier zum Abschluss dieser Geschichte noch einmal an den Beschluss der EU-Kommission vom 1. Oktober 2014 erinnern, auf dem übrigens auf Seite 1 zu lesen ist:


    „Nur der deutsche Text ist verbindlich“


    und in dem man auf Seite 37, unter „3.8. Veräußerung der Vermögenswerte“ zu Beginn des Absatzes 92 lesen kann:


    „Bezüglich des Bruchs der wirtschaftlichen Kontinuität weist Deutschland auf Folgendes hin:


    a) Die Veräußerung erfolgt im Rahmen eines offenen, transparenten, diskriminierungs- und bedingungsfreien Bietverfahrens. Den Zuschlag erhält der Bieter, der das höchste Angebot eingereicht sowie einen Nachweis seiner Finanzierungsfähigkeit erbracht hat.“


    Und nun, liebe Leser, werfen Sie noch einmal einen Blick auf die gestern veröffentlichen Fragen an die EU-Kommission und lassen die realen Abläufe des Verkaufsverfahrens – wie sie auch auf diesen Internetseiten jeweils detailreich geschildert wurden – Revue passieren.


    An verantwortlicher Stelle in Mainz wird man darüber sicherlich anders denken als an anderen Stellen in deutschen Landen.


    Und man erhält eine Ahnung davon, was in Sachen Nürburgring in Zukunft noch passieren kann – und wird!


    MK/Wilhelm Hahne

    „Das ist doch alles kalter Kaffee“. - Das wäre die deutsche Übersetzung des oben stehenden Titels in russischer Sprache. Motor-KRITIK-Leser wissen seit dem 18. November wie die EU auf die Anfragen eines EU-Gerichtes reagierte, nachdem dort Klagen zweier „Betroffener“ durch den Verkauf des Nürburgrings an eine Firma der „Capricorn“-Gruppe eingegangen waren. Nun ist auf den Seiten der Brüsseler Behörde neu – am 23. November, also gestern – eine Anfrage eines deutschen Abgeordneten in englischer Sprache eingestellt worden, die zwar schon am 30. Oktober gestellt wurde, aber nun aufgrund der Veröffentlichung in Brüssel auch hier erstmals im Original dargeboten werden kann. - Und es gibt auch die deutsche Übersetzung dazu. - Dazu passt dann – finden wir bei Motor-KRITIK – der oben gewählte Titel ganz exakt:
    да э́то всё давны́м-давно́ изве́стно


    Es war auch am 30. Oktober 2015 genau jener Dr. Langen (CDU), den wir schon am 18. November als den Verfasser einer aktuellen Anfrage vorgestellt haben, der auch hier der Kommission ein paar Fragen stellte, die sicherlich zu diesem Zeitpunkt auch angebracht waren.


    Heute reichen wir seine Anfrage vom 30. Oktober 2015 in der englischen Originalfassung als Screenshot nach:


    Sie können der „Fußnote“ (unten links) entnehmen, dass das Papier tatsächlich erst am 23. November 2015 auf den Internetseiten in Brüssel „nachgereicht“ wurde. Zwar war die Anfrage bekannt, aber nun – mit dieser Motor-KRITIK-Veröffentlichung - ist sie auch offiziell.


    Hier folgt dann auch die deutsche Übersetzung:


    Anfrage zur schriftlichen Beantwortung E-014313/2015
    an die Kommission
    Artikel 130 der Geschäftsordnung
    Werner Langen (PPE)


    Betrifft: Beschwerden gegen den Weiterverkauf des Nürburgrings



    Im Beihilfefall Nürburgring hat die Kommission den Verkauf an Capricorn am 1. Oktober 2014 für rechtmäßig erklärt. Anschließend wurde die Rennstrecke allerdings an ein russisches Konsortium weiterveräußert. Gegen diesen Verkauf legten die unterlegenen Bieter „Ja zum Nürburgring e.V.“, Nexovation und Meyrick Cox, Ende des Jahres 2014 schriftliche Beschwerden bei der Kommission ein.


    Kann die Kommission vor diesem Hintergrund folgende Fragen beantworten:


    1. Wie ist der Bearbeitungsstand der Beschwerden gegen den Verkauf, und wann ist mit einem Bescheid der Kommission zu rechnen?


    2. Wie erklärt sich die außerordentlich lange Bearbeitungsdauer der Beschwerden?


    3. Wie bewertet die Kommission die Beschwerden vor dem Hintergrund der vor dem EuGH eingereichten Klagen?


    Hier wurde also nicht nach den Klagen, sondern nach den lange vorher – Ende 2014 (!) - eingegangenen Beschwerden gefragt, die bis heute nicht bearbeitet, beantwortet wurden.


    In Deutschland ist es um den Nürburgring still geworden. Man versucht in Mainz, Koblenz und Nürburg den Eindruck zu erwecken, als sei das Kapitel des Verkaufs abgeschlossen. - Irgendwie. -


    Doch bisher ist nur klar, dass eigentlich nichts, garnichts klar ist.


    Aber man „hält die Füße ruhig“, vermeidet jedes Aufsehen und versucht den Eindruck von...


    „Alles ist gut!“


    ...zu vermitteln. Die Person, die der Öffentlichkeit als der eigentliche Käufer bekannt wurde, Viktor Kharatonin, ein russischer Industrieller, der hält sich im Hintergrund, hat sich niemals der deutschen Öffentlichkeit vorgestellt. Sein über eine AG gehaltener Anteil an der in Brüssel mit „Capricorn“ registrierten Kauf-Firma, beträgt 80 Prozent.


    Wo „Capricorn“ drauf steht, ist inzwischen – und das schon lange nicht mehr – kein „Capricorn“ mehr drin


    Die vom russischen Investor zum Kauf des Nürburgrings gegründete Aktiengesellschaft ist von seiner Zusammensetzung, den mehr oder weniger beteiligten Aktionären her, auch weitgehend unbekannt. Bekannt wurden bisher im Wesentlichen – und auch nur den wirklich Interessierten – neben dem Namen des führenden russischen Investors, nur die Namen des Vorstands- und des Aufsichtsratsvorsitzenden dieser AG.


    Motor-KRITIK möchte nachstehend die wenigen – zumindest Motor-KRITIK bekannten - Kontaktdaten dieser beiden Manager hier veröffentlichen, damit Interessierte – aus welche Gründen auch immer – die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme haben:


    Michael Lemler
    Aufsichtsratsvorsitzender
    der NR Holding AG


    Mobil: 0172 65 29 779
    E-Mail: m.lemler@nrholding.de (link sends e-mail)


    Viktor Martin
    Vorstandsvorsitzender
    der NR Holding AG


    Mobil: 0173 34 34 006
    E-mail: vm@nrholding.de (link sends e-mail)


    Michael Lemler hatte zwar Motor-KRITIK schon vor Monaten zugesagt, die wichtigsten Kontaktdaten per E-mail zuzusenden. Leider ist er bisher wohl – auf Anraten der ihn beratenden Anwälte (?) - nicht dazu gekommen, so dass wir uns die Daten aktuell auf andere Art besorgt haben.


    Da diese Daten sicherlich von allgemeinem Interesse sind, haben wir uns erlaubt sie bei dieser Gelegenheit öffentlich zu machen.


    MK/Wilhelm Hahne

    Dass der Nürburgring-Verkauf eigentlich eine Farce war, ist allen Beobachtern klar, die die Aktionen über die Jahre verfolgt haben. Sie wird auch noch über Jahre die Gerichte beschäftigen. Wie die europäische Rechtsprechung darüber befinden wird, kann heute nicht vorhergesagt werden, aber es ist heute schon klar, dass auf dem Weg dahin noch manch seltsame Entwicklungen den ersten Eindruck unterstreichen werden. In diesen Tagen hat das Mitglied des Europäischen Parlaments in Brüssel, Dr. Werner Langen (CDU), eine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung – entsprechend Artikel 130 der Geschäftsordnung – an die Kommission eingereicht, die eigentlich keines Kommentars bedarf und deshalb auch nachstehend – ein wenig fassungslos fragend - einkopiert werden soll.


    Spielt die EU-Kom. „Russisch Roulette“?


    Für die Mehrheit der Leser, die dieses Spiel noch niemals gespielt haben, soll es hier mit einer Wiedergabe einer Erklärung aus „Wikipedia“ vorgestellt werden:


    „Russisch Roulette (auch: russisches Roulette) ist ein potenziell tödliches Glücksspiel, das mit einem Revolver gespielt wird. Die Trommel des Revolvers, in der sich nur eine Patrone befindet, wird so gedreht, dass die Position der Patrone den Beteiligten unbekannt ist. Der Spieler hält nun den Revolver an seine Schläfe und betätigt den Abzug. Je nach aktueller Position der Patrone kann dabei ein Schuss ausgelöst werden, was normalerweise zum Tod des Spielers führt. Bei mehreren Teilnehmern wird derselbe Revolver entweder so lange reihum gegeben, bis der Schuss fällt, oder man begrenzt das Spiel auf eine bestimmte Anzahl von Versuchen, wobei die Trommel vor jedem Versuch neu gedreht wird.“


    Motor-KRITIK wurde unwillkürlich an dieses „Spiel“ erinnert, als wir aktuell auf den Internetseiten der Brüsseler Behörde folgende Zeilen entdeckten. Sie wurden am 17. November 2015 eingestellt:


    "Parlamentarische Anfragen
    4. November 2015
    P-014460-15


    Anfrage zur schriftlichen Beantwortung
    an die Kommission
    Artikel 130 der Geschäftsordnung
    Werner Langen (PPE)


    Betrifft: Klage des „Ja zum Nürburgring e.V.“ vor dem EuG


    Der Verein „Ja zum Nürburgring e.V.“ hat vor dem Gericht der Europäischen Gemeinschaften gegen den Verkaufsentscheid der Rennstrecke „Nürburgring“ geklagt. Die Kommission hat für ihre Stellungnahme eine Fristverlängerung beantragt. Dies wird damit begründet, dass die Kommission erst durch eine weitere Klage von NeXovation von der Tatsache erfahren habe, dass der Nürburgring an einen russischen Investor weiterverkauft wurde. Diese Tatsache war der Kommission aber nachweislich schon vorher bekannt, wie Kommissionsmitglied Vestager in einem Schreiben vom 05. April 2015 bestätigte.


    1. Warum hat die Kommission bzw. der beauftragte Anwalt behauptet, erst durch die Klage von NeXovation vom Einstieg des russischen Investors erfahren zu haben?


    2. Wie die Kommission in ihren Fristverlängerungsantrag selbst schreibt, ist es erforderlich den Weiterverkauf „in der gebotenen Tiefe und Sorgfalt“ zu prüfen. Warum ist diese Prüfung nicht bereits erfolgt, obwohl die Kommission spätestens seit Anfang des Jahres Kenntnis vom Weiterverkauf hatte?


    3. Welche konkreten Nachforschungen hat die Kommission in der Zwischenzeit angestellt, und zu welchen Ergebnissen ist sie gekommen, die für die Beurteilung der Klagen von Bedeutung sein könnten?"


    Man muss sich die Frage stellen:


    Haben die Insolvenz-Sachwalter, haben die Vertreter der Landesregierung als Hauptanteilseigner der insolventen Nürburgring GmbH niemals mit den Vertretern der EU-Kommission über die „gestörten“ Abläufe beim Verkauf gesprochen?


    Wenn doch:


    Warum hat man in Brüssel inzwischen vergessen, dass „Capricorn“ inzwischen nur noch ein Wort, aber nicht mehr der Käufer des Nürburgrings – auf dem Papier (!) - ist?


    Die Anfrage des Dr. Langen wird für Verwirrung sorgen. - In Deutschland. - In Mainz. - In Nürburg. - Und anderswo.


    Wir alle dürfen auf die schriftliche Antwort der EU-Kommission gespannt sein.


    Motor-KRITIK wird selbstverständlich darüber berichten.


    MK/Wilhelm Hahne

    Wir befinden uns in RLP in der Phase des beginnenden Wahlkampfs. Die Landesregierung wirft ihren treuen Hunden „Fress'chen“ hin. Und man schnappt gierig danach. Und ist dankbar. So lesen sich dann auch die Geschichten, die in den Medien der Region zu diesen „Fress'chen“ erscheinen. Hat man sie wirklich einmal – vor dem Schreiben der Geschichte – so gelesen, wie man das eigentlich als verantwortungsvoller Journalist tun sollte? - Natürlich sollte die Presse berichten, auch über das was sie bekommt, aber sie sollte es dann auch für ihre Leser kommentieren. - Und hier fehlt bisher jeder Kommentar! - Den man natürlich auch nur dann schreiben kann, wenn man „im Thema ist“. - Natürlich haben wir auch bei Motor-KRITIK eine Meinung. Aber wir empfinden es als richtig, unsere Meinung an der Meinung der anderen zu überprüfen. Und so haben wir einen profunden Kenner der Nürburgring-Szene, Dr. Jürgen Haffke, Bonn, um seine „Bemerkungen“ (Anmerkungen und Meinung) zu einer Veröffentlichung des Innenministers von RLP, Rainer Lewentz, gebeten, die der im September dem „zuständigen Infrastrukturausschuss“ zur Kenntnisnahme über den Landtagspräsidenten übermitteln ließ. Das Papier hat natürlich über „vorhandene Löcher“ seinen Weg in die Redaktionen gefunden. Auch Motor-KRITIK liegt diese Unterlage vor. - So haben wir Dr. Jürgen Haffke, Bonn, gebeten, doch einmal einen kritischen Blick über die Veröffentlichung des Innenministers zu werfen, deren Inhalt offensichtlich – meint Motor-KRITIK – von wahltaktischen Überlegungen bestimmt wird. Darum möchten wir feststellen: Es ist....


    Zweierlei: Berichte lesen und beurteilen!


    Motor-KRITIK wird oft eine einseitige Berichterstattung vorgeworfen. Ein Blick zurück in die Vergangenheit zeigt, dass diese „einseitige Berichterstattung“ stimmig war, sich durch die Ereignisse bestätigte.


    Die „Rhein-Zeitung“, Koblenz und der „ Volksfreund“ in Trier haben sich mit einer (vertraulich?) aus Regierungskreisen erhaltenen Unterlage beschäftigt. Mit ähnlichen Ergebnissen: Gelesen – und den Inhalt unkommentiert dargestellt. - Weil man sich so alte Freundschaften erhält?


    Beinahe hätte ich für Motor-KRITIK spontan in die Tasten geschlagen. - Aber – mit einem gewissen zeitlichen Abstand – kommt man zu besseren Lösungen. Zumal sie dann als objektiv – auch von den Lesern – empfunden werden können.


    Also habe ich einen profunden Kenner der Szene gebeten, sich mal mit den Inhalten des Berichtes zu beschäftigen, die die Basis für wahlkampf-unterstützende Geschichten im Sinne der SPD-geführten Landesregierung sind:


    Dr. Jürgen Haffke, Bonn, der Autor einer Reihe von Büchern, die sich mit der Situation der Region um den Nürburgring beschäftigt.


    Ich möchte seine Darstellungen und Erläuterungen unverändert folgen lassen. - Ab hier:


    1) Auf Seite 1 des Berichtes heißt es: „Mit dem Landesgesetz soll der Nürburgring … als wirtschaftlicher und touristischer Motor für die Region … erhalten bleiben.“


    Dr. Haffke dazu: Welchen Raum versteht die Landesregierung unter „Region“? Den weiteren Ausführungen ist nämlich zu entnehmen, dass sie ausschließlich pauschal die Landkreise Ahrweiler, Mayen-Koblenz und Vulkaneifel mit den drei Verbandsgemeinden Adenau, Vordereifel und Kelberg und speziell den Ortsgemeinden Adenau, Nürburg und Kelberg berücksichtigt. Gemäß des aus dem gleichen Ministerium stammenden Landesentwicklungsplans IV, Karte 5 „Entwicklung“ soll der Nürburgring jedoch „Sonstiger projektbezogener Entwicklungsschwerpunkt“ für einen wesentlich größeren Eifelraum – mindestens bis Daun, Gerolstein und Prüm – sein.


    Fazit: Der Untersuchungsraum ist in weiten Teilen für die Aufgabenstellung des Berichts und eine verlässliche Bewertung der strukturpolitischen Effekte des Nürburgrings nicht zielführend.


    2) Im Titel des Berichts heißt es, das Ministerium wolle „Strukturpolitische Effekte, die vom Nürburgring … ausgehen“, dokumentieren. Auf den Seiten 2 bis 13 stellt der Bericht dazu allgemeine Daten der Landesstatistik zu Einwohnerzahlen, Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, Arbeitslosen und Tourismus für die genannten Kreise, Verbandsgemeinden und ausgewählten Ortsgemeinden zusammen, die angeblich die „strukturpolitischen Effekte des Nürburgrings“ beweisen sollen.


    Dr. Haffke dazu: Der Bericht missachtet die vom Gesetzgeber ausdrücklich geforderte Aufgabe, präzise die strukturpolitischen Effekte des Nürburgrings herauszuarbeiten. In welcher Weise der Nürburgring auf die jeweiligen Daten dieser Raumeinheiten Einfluss haben soll, wird an keiner einzigen Stelle dargelegt. Es kann auch jeder beliebige andere Faktor sein, der das Zustandekommen der Daten erklärt. Und so wird es sich mit größter Wahrscheinlichkeit auch verhalten, denn wie will man mit dem Nürburgring z.B. einerseits den Anstieg der Einwohnerzahlen im Kreis Ahrweiler, andererseits aber den Rückgang in den Kreisen Mayen-Koblenz und Vulkaneifel und selbst in Nürburg erklären?


    Fazit: Fast 11,5 Seiten von insgesamt 16 Seiten des Berichts erweisen sich so als völlig nichtssagend hinsichtlich der Einschätzung der strukturpolitischen Bedeutung des Nürburgrings, suggerieren aber mit ihren vielen Tabellen eine solide Beurteilungsgrundlage.


    3) Die Seiten 6 bis 13 des Berichts widmen sich dem „Wirtschaftsfaktor Tourismus“ und betonen eingangs ausdrücklich: „Dabei besitzt der Nürburgring auch aufgrund seiner internationalen Bekannt- und Beliebtheit für die Untersuchungsregion eine besondere touristische Bedeutung.“


    Dr. Haffke dazu: Zweifellos ist der Nürburgring weltbekannt, aber seine touristische Bedeutung ist im krassen Gegensatz dazu eher lokal. Wenn das Dorf Nürburg über 1400 Gästebetten aufweist, aber schon in den direkt benachbarten Dörfern Quiddelbach und Herrschbach fast keine offiziellen Gästebetten zu finden sind und selbst das nahe Adenau ein eher überschaubares Angebot vorhält, wenn zudem die Auslastung der Beherbergungsbetriebe vor Ort, wie der Bericht ja selbst auf Seite 8/9 ausführt, bei nur ca. 25% liegt, dann kann es mit der touristischen Bedeutung des Nürburgrings für die Region nicht so weit her sein, selbst wenn man in unmittelbarer Nähe von Start und Ziel damit Geld verdienen kann.


    Wie gering der Faktor des Nürburgrings für die Umgebung zu bewerten ist, zeigt sich sofort, wenn man den Jahresgang der Übernachtungen in Nürburg mit der Ortsgemeinde Kelberg und der Verbandsgemeinde Vordereifel vergleicht. Der Rennbetrieb wirkt sich touristisch nur in Nürburg und Teilen der Verbandsgemeinde Adenau signifikant aus, die anderen Gemeinden bleiben davon fast unberührt


    Statt z.B. diese Untersuchung durchzuführen, breitet der Bericht völlig irrelevante allgemeine Daten über den Tourismus in den Landkreisen aus und rechnet deren bisweilen positive Entwicklung dem Faktor Nürburgring zu, was ohne konkrete Beweisführung absurd ist. Natürlich bringen auch Tagestouristen Geld mit, aber auch sie geben es vornehmlich unmittelbar am Nürburgring aus. Für die Region fällt nur sehr wenig ab, selbst wenn man sich auch darüber in der seit jeher bescheidenen Eifel freut.


    Fazit: Der strukturpolitische Effekt des Nürburgringtourismus bezieht sich dominant auf das eine Dorf Nürburg, nicht einmal auf das gesamte Gebiet der Verbandsgemeinde Adenau und schon gar nicht auf die Region, wie es im Landesentwicklungsplan intendiert ist. Tatsächlich besteht ein massiver Interessenkonflikt zwischen dem Marktauftritt des Eifel-Tourismus, der mit dem Slogan „Natur pur erleben“ wirbt, und dem von beträchtlichem Lärm und Verkehrsstörungen begleiteten Rennsport- Tourismus am Nürburgring, was man auch in diesem Bericht tunlichst verschweigt.


    4) Die Seiten 13 bis 15 des Berichts widmen sich dem „Veranstaltungs- und Nutzungsmix am Nürburgring“ und konstatieren, er sei „im Wesentlichen unverändert geblieben“.


    Dr. Haffke dazu: Die auf Internetrecherche beruhende Zusammenstellung der Veranstaltungen von 2012 bis 2015 beschränkt sich schlicht auf ihre Nennung und enthält keinerlei Angaben über Besucherzahlen. Offensichtlich wollte sich auch das Ministerium nicht auf die in der Tagespresse jeweils gemeldeten Besucherzahlen verlassen, die traditionell von den Veranstaltern genannt werden. Damit hatte man in der Vergangenheit üble Erfahrungen gemacht. Man hat aber auch keinen Versuch unternommen, verlässliche Daten zu diesem Thema zu bekommen. Insofern spielt dieses Kapitel keine Rolle für die Bewertung der strukturpolitischen Bedeutung des Nürburgrings. Es dokumentiert allerdings, dass die Anlage auch bei privater Führung einer Vielzahl von Veranstaltern zur Verfügung steht und weiterhin für Touristenfahrten offen ist.


    Fazit: Dieser rennsportliche Aspekt ist in dem Bericht der einzige nachgewiesene Effekt des „Landesgesetz zur Erhaltung der Zweckbestimmung des Nürburgrings“ von 2013 und sagt nichts aus über strukturpolitische Effekte des Nürburgrings für die Region.

    5) Die Seiten 15/16 des Berichts bieten „Ergebnis und Zusammenfassung“, indem sie die vorhergehenden Ausführungen in 10 Absätzen kurz bündeln.


    Dr. Haffke dazu: Dieses Kapitel belässt es bei einer reinen Wiederholung der vorher ausführlicher dargelegten Daten und vermeidet in neun von zehn Punkten tunlichst eine Antwort auf den vom Gesetzgeber formulierten Auftrag, die strukturpolitischen Effekte, die vom Nürburgring unter besonderer Berücksichtigung des Landesgesetzes ausgehen, sachlich begründet nachzuweisen. Lediglich die Dokumentation des „Veranstaltungs- und Nutzungsmix“ belegt, dass dem Willen des Gesetzgebers nach allgemeiner Zugänglichkeit für Vereins- und privaten Rennsport bisher entsprochen worden ist.


    Fazit: Führt man sich diese völlig unbefriedigende Lösung der Aufgabe des Gesetzgebers durch das Landesministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur Rheinland-Pfalz insgesamt vor Augen, kann man sich nur wundern, wie die Tagespresse zu der Überschrift kommt: „Landesgutachten: Ring-Region quicklebendig trotz aller Krisen“ (Rhein-Zeitung) und „Gutachten: Ring-Region entwickelt sich positiv“ (Volksfreund). Der Minister und die Landesregierung werden zufrieden sein, der Bericht hat seinen Zweck erfüllt. Papier ist halt geduldig, und der Leser wird es schon schlucken. Denn seit 90 Jahren wiederholt man unverdrossen die Überzeugung von der strukturpolitischen Bedeutung des Nürburgrings für weite Teile der Eifel, auch wenn das eine Illusion ist.


    Bis hierhin die Beurteilung eines Dr. Haffke, dem Motor-KRITIK eine bessere Übersicht und Einschätzung der Real-Situation der Region um den Nürburgring – schon aufgrund seiner Beschäftigung mit diesem Thema seit vielen Jahren - zutraut, als den Kollegen von „Rhein-Zeitung“ und „Trierische Volksfreund“ - und die wahrscheinlich auch deshalb auf jede Art von eigenem Kommentar verzichtet haben.


    Bei Motor-KRITIK haben wir die sachliche Beurteilung von Basis und Auslegung durch Herrn Dr. Haffke genossen. Mehr Worte möchten wir als Kommentar „zur Sache“ nicht verlieren.


    Der Leser sollte sich aufgrund der ihm bekannten Fakten – und der Meinung, die Motor-KRITIK dazu hier zur Verfügung stellt - selbst eine Meinung bilden können.


    MK/Wilhelm Hahne

    Dr. Jürgen Haffke, so hörte ich, hatte auf Einladung des Vereins für Heimatpflege Adenau e.V. in der Komturei Adenau einen Vortrag zum Thema „Tourismus in der Hocheifel – eine kurvenreiche Geschichte“ gehalten. Und ich las in einer Zeitung: „Der Vortragende kam zu dem Schluss, dass das Ziel, den Nürburgring durch touristische Förderung zu einem Entwicklungsschwerpunkt im Sinne des Landesentwicklungsprogramms Rheinland-Pfalz für die Eifel, speziell die Hocheifel, werden zu lassen, durchaus noch nicht erreicht ist, sondern weiter beobachtet werden muss.“ - Nun kenne ich einige Veröffentlíchtungen des Dr. Jürgen Haffke und habe mich für seinen Vortrag – und die Fakten, die ihm zugrunde lagen – interessiert. Dr. Jürgen Haffke, Bonn, hat mir dann auf meinen Wunsch hin Unterlagen zur Verfügung gestellt, die er zusammen mit Winfried Sander, Leimbach (nahe dem Nürburgring), für eine geplante Veröffentlichung in einer geographischen Fachzeitschrift verfasst hat, da er seinen Vortrag in Adenau weitgehend frei, nur orientiert an einer Bildpräsentation, gehalten hatte. - Es gab kein Manuskript. - So versuche ich in der folgenden Geschichte aufgrund der Fakten, die mir Dr. Haffke liebenswürdigerweise zur Verfügung gestellt hat, die Frage zu beantworten:


    Nürburgring: Warum (k)ein Urlaubsziel?


    Der Nürburgring war zu Beginn des 19. Jahrhunderts kein Thema. Es gab ihn nicht. Man brauchte ihn nicht. Das Leben – Gewerbe und Handel – florierten im 18. Jahrhundert. Die Eifel galt nicht als arm. Doch durch die industrielle und verkehrliche Entwicklung im 19. Jahrhundert in anderen Gebieten – z.B. im Ruhrgebiet – kam es dann in fast allen Mittelgebirgsregionen in Europa zu beträchtlichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. - Auch in der Eifel.


    So kam es da zu Ab- und Auswanderungen. Hinzu kamen Missernten, die dann der Eifel zu dem zweifelhaften Ruf verhalfen, das“preußische Sibirien“ zu sein. - Aber wie gegensteuern?


    Der „Eifelverein“, 1888 gegründet, versuchte die Eifel mit einem neuen, positiven Image zu versehen und zeigte Perspektiven beim Fremdenverkehr auf. Der Erste Weltkrieg verhinderte einen Ausbau der ersten Ansätze.


    Heute wird wieder der Tourismus als Allheilmittel gepriesen. Aber auf dem Weg dahin, diesen Tourismus zu fördern und gezielt zu kanalisieren, ist es zu fehlerhaften Einschätzungen gekommen. Die Eifel hofft davon leben zu können, dass man in einem Einzugsgebiet liegt, das innerhalb von zwei Stunden von rd. 16 Millionen Bewohnern des Umfelds (Ruhrgebiet, Rhein-Main-Gebiet) erreicht werden kann.


    Im übrigen erkauft man sich bessere Lebensbedingungen dadurch, dass von der Eifel aus große Pendlerströme die besseren Verdienstmöglichkeiten im wirtschaftlich günstiger gestellten Zwei-Stunden-Umfeld nutzen. - Das ist seit rund fünfzig Jahren so.


    Nach dem Ersten Weltkrieg war die Situation in der Eifel eine andere. Gerade die Hocheifel zählte zu den ärmsten Gegenden Deutschlands. Die einzige Möglichkeit, die wirtschaftliche Situation der dort lebenden Bevölkerung zu verbessern, sahen Politiker darin, Anziehungspunkte für den Fremdenverkehr zu schaffen


    So kam es zum Bau des Nürburgrings, der – damals – einen belebenden Effekt dadurch erfolgreich darstellte, dass er zu den großen Rennwochenenden hunderttausende Besucher in die Eifel lockte. Das führte – auch Jahrzehnte später noch – zu dem illusionären Trugbild, dass ein modernisierter Nürburgring, den man dazu noch zu einem „Las Vegas“ der Eifel auszubauen versuchte, dann die Lösung aller Probleme sein würde. Aber der Gästezustrom konzentrierte sich weiterhin auf nur wenige Wochenenden und kam kaum über Nürburg hinaus.


    Die erste große Diskussion darüber, ob der Nürburgring als Rennstrecke der richtige Ansatz für strukturpolitische Investitionen zur Tourismusförderung sein könnte, entstand nach dem Unfall Niki Laudas 1976. Öffentliche Gelder waren knapp und Deutschland befand sich in der „Ölkrise“. Die Bundesregierung stieg am Nürburgring aus und trat ihren Besitz an das Land Rheinland-Pfalz ab.


    Man einigte sich darauf, eine neue Kurzrennstrecke zu bauen und neben der Traditionsrennstrecke Nordschleife aber auch den Nürburgring als „Freizeitzentrum“ zu nutzen. So kam es auch zu dem, was man heute als „touristischen Ausbau an Start und Ziel“ bezeichnen würde.


    Der damalige Geschäftsführer, Rainer Mertel (CDU), baute dann das Geschäft am Nürburgring aus. „Rock am Ring“ und „Rad am Ring“ entstanden in seiner Zeit. Dann gab es noch die Idee von einem ganzjährig nutzbaren Freizeitpark „Motorland“, die aber „mangels Masse“ (Geld) scheiterte. Mertel konnte dafür nur einen einzigen Sponsor/Investor (in Frankreich) finden und musste – zu seinem Glück –, nachdem ihm Rainer Brüderle, der damalige Wirtschaftsminister von RLP, eindeutig erklärt hatte, dass keinerlei Zuschüsse vom Land zu erwarten seien, das Projekt „beerdigen“.


    2004 tauchte in einem etwas anderen Gewand eine ähnliche Idee auf, die „Erlebnisregion Nürburgring“, die vom neuen Geschäftsführer der (überwiegend) landeseigenen Nürburgring GmbH, Dr. Walter Kafitz, initiiert wurde, um im Landeshaushalt zur Förderung des Tourismus bereit gestellt Gelder zu nutzen. Auch da wurde von „ganzjährig“ gesprochen, obwohl jeder wusste, dass das bei den in der Hocheifel herrschenden Wetterbedingungen nicht möglich ist.


    Aber niemand hat z.B. in der damals noch direkt am Nürburgring betriebenen Wetterstation am Nürburgring nach den statistisch erfassten Wetterdaten der letzten Jahre gefragt. Und positive Gutachten, die alle das Investitionsprogramm der Landesregierung für die „Erlebnisregion Nürburgring“ stützten – auch nachdem es zu „Nürburgring 2009“ mutierte – die basierten auf falschen, überhöhten Besucherzahlen am Nürburgring. Soweit die Autoren Haffke/Sander in ihrem Manuskript.


    In meinem 2010 erschienenen Buch ist nachzulesen, dass nicht nur Motor-KRITIK vor dem Bau des überdimensionierten Projekts gewarnt hatte. Als besondere Warnung hätte auch die Tatsache dienen können, dass sich kein privater Investor für das Projekt fand, der nach Darstellung der Politiker 50 Prozent der Gesamtkosten zu tragen hatte. - Sonst sollte nicht gebaut werden.


    Es wurde gebaut. Ein privater Investor wurde „erfunden“. Und Gelder über einen Umweg von Mainz so in das Projekt gesteckt, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck geweckt werden sollte, die Gelder wären wirklich private Investitionen. Wirkliche private Investitionen wurden vom „privaten Investor“ dann so genutzt, dass sie sich vielfach auszahlten. (Grundstücke Ferienpark Drees)


    Selbst der Landesrechnungshof hat mehrfach auf unerklärliche Entscheidungen (auch des Finanzministers) hingewiesen. Es gab dann „Rettungsversuche“ der Art, die einer Herzmassage ähneln, die dann zum Abriss des Herzmuskels führt: Es musste nach „Zwischenlösungen“, die als „Vertuschungsversuch“ zu werten sind, in 2012 dann (nach den Landtagswahlen 2011!) die Insolvenz der landeseigenen Gesellschaft Nürburgring GmbH und ihrer Töchter angemeldet werden.


    Da diese Insolvenz „in Selbstverwaltung“ angemeldet und vom Insolvenzgericht akzeptiert wurde, gab es nicht nur einen, vom Insolvenzgericht bestimmten, Insolvenz-Sachwalter, sondern auch einen vom „Besitzer“ der GmbH bestimmten Insolvenz-Geschäftsführer, der seit dieser Zeit (s. „WiWo“) das stattliche Gehalt von 17.850 Euro monatlich bezieht und aus der Insolvenzmasse bezahlt wird.


    Wie diese Entscheidung der Landesregierung, so ist auch der Verkauf des Nürburgring an einen bestimmten Bieter kritisch zu sehen und inzwischen auch der Anlass für zwei Klagen vor einem europäischen Gericht.


    Aus dem „Käufer“ des Nürburgrings, einem – von der Landesregierung – hochgelobten mittelständischen Unternehmer, in der Abwicklung des Insolvenzverfahrens dazu geworden, ist inzwischen ein von der Staatsanwaltschaft beobachteter Geschäftsmann geworden, der seinen Anteil an der „Käufergesellschaft“ längst an eine Reihe von russischen Investoren abtreten musste, um den Insolvenz-Sachwalter „nicht alt aussehen“ zu lassen.


    Haffke/Sander kommen in ihrer noch nicht veröffentlichten Abhandlung zu der Feststellung:


    „Solange es den Nürburgring gibt, ist es der Staat gewesen, der unverdrossen in die Hocheifel investiert hat. An den Argumenten dafür hat sich in 90 Jahren wenig geändert. Die Silhouette der Nürburg ist allerdings zum weltbekannten Markenzeichen geworden. Die touristischen Probleme gab es von Beginn an. Sie sind nicht allein dem Projekt „Nürburgring 2009“ geschuldet. Es ist zweifelhaft, ob der Nürburgring dem politischen Ziel, durch Förderung des Tourismus „Entwicklungsschwerpunkt“ für die Eifel zu werden, jemals gerecht werden konnte. Die Rennstrecke hat immer erfolgreich das Potential der Rennsportfans angesprochen. Die Gruppe der Eifelurlauber erreichte sie damit aber nicht.“


    Wer einen Blick in die Landesstatistik von Rheinland-Pfalz der letzten Jahre wirft, dem wird das noch klarer. Umso unverständlicher ist auch die Investition der Landesregierung in Hotelneubauten am Nürburgring. Das hat z.B. auch Auswirkungen bei der statistischen Darstellung der Entwicklung des Tourismus in der Eifel, weil diese an den Stellen Lücken aufweisen muss, bei denen sonst auf die wirtschaftliche Situation eines einzelnen Betriebes (!) geschlossen werden könnte.


    Und es gibt eine Menge „Lücken“, wenn man z.B. einen Blick auf die statistische Darstellung „Übernachtungen in der Hocheifel 1995 – 2004“ wirft. (Die Veröffentlichung der Übersichten möchte Motor-KRITIK aber den schon genannten Autoren überlassen.)


    Der Urlaubs-Tourismus in der Eifel entwickelt sich bisher nur da, wo sich der Lärm des Nürburgrings nicht mehr wahrnehmen lässt. Was den Rückschluss nahe legt, dass sich mit der Weiterentwicklung des Nürburgrings nicht die Entwicklung des Urlaubs-Tourismus in der Region positiv beeinflussen lässt, sondern ausschließlich die Kurzaufenthalte der Rennsportfans.


    Man sollte hier für eine entsprechende Weichenstellung – auch in der Politik – sorgen. Und so wird auch der Nürburgring eigentlich niemals zu einem wirklichen Urlaubs-, sondern nur zu einem Ausflugsziel werden können. Die Region wird davon immer weniger profitieren, je weiter sich der Motorsport weg von Mehrtages- zu Eintages-Veranstaltungen entwickelt.


    Damit wäre dann eigentlich auch die Frage beantwortet, ob der Nürburgring eigentlich ein oder kein Urlaubsziel ist.


    Noch Fragen?


    Die Frage, wie man denn in Zukunft mit dem Nürburgring Geld verdienen kann, werden der Pächter und die Veranstalter dann zu Beginn der Saison 2016 beantworten. - Das wird dann neue Fragen aufwerfen!


    MK/Wilhelm Hahne

    Heute hat der gemeinnützige Verein „Ja zum Nürburgring“ durch seinen Pressesprecher die Öffentlichkeit via „facebook“ informiert, dass die Klage des Vereins, den Verkauf des Nürburgrings betreffend, aktuell im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurde. Auf der offiziellen Internetseite des Vereins findet sich übrigens ein solcher Hinweis nicht. - Motor-KRITIK ist nicht einem bestimmten Verein verpflichtet, arbeitet auch nicht als „Medienpartner“ für irgendwen, so dass wir es richtig empfinden, unsere Leser darauf aufmerksam zu machen, dass schon Wochen vorher eine Klage der US-Firma NeXovation – ebenfalls den Verkauf des Nürburgring betreffend – auch im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurde.


    Die US-Firma „NeXovation“ hat seine Klage am 26. Juni 2015 eingereicht, der Eingang wurde im Amtsblatt der Europäischen Union (C 311/50) am 21. September 2015 veröffentlicht.


    Die Klage von „Ja zum Nürburgring“ wurde am 10. Juli 2015 eingereicht und vor zwei Tagen, am 14. Oktober 2015 im Amtsblatt der Europäischen Union (C 337/17) veröffentlicht.


    Es macht sicherlich keinen Sinn, jetzt Details der Klagen hier zu diskutieren. Motor-KRITIK hat jeweils alle Unterlagen, die auch jetzt einen Teil der Basis für die Klagen sind, den Motor-KRITIK-Lesern zugänglich gemacht.


    Jetzt kommt es als nächstes darauf an, wie die Europäische Kommission unter ihrer neuen Leiterin, Margrethe Vestager (47), in ihrer Position als EU-Kommissarin für Wettbewerb reagiert. Die Veröffentlichungen im Amtsblatt der EU sind nur Zusammenfassungen, die aber schon ein gutes Bild vermitteln.


    Wenn Motor-KRITIK richtig informiert ist, spielt die EU-Dame „auf Zeit“, hat das Gericht jetzt schon um eine Fristverlängerung für ihre jetzt notwendigen Antworten gebeten.


    Es könnte sein, dass nun auch der Insolvenz-Sachwalter in die Bredouille kommt. Man denke nur an die so genannte „Bankbestätigung“ der Deutschen Bank, die beim Verkauf an den ersten Käufer, die capridorn NÜRBURGRING Besitzgesellschaft mbH, wie sie später firmierte, eine bedeutende Rolle spielte, aber eigentlich nicht mehr war als ein Stück Papier. (Das man übrigens hier auf diesen Internetseiten einsehen kann.)


    Die EU-KOM wird nicht umhin kommen, jetzt – nachträglich – in der Sache Nürburgring noch einmal selber zu ermitteln. Motor-KRITIK weiß nicht, wer und was alles in Brüssel erzählt wurde. Aber es waren sicherlich wunderhübsche Geschichten. - Aber ob sie etwas mit der Realität in den Abläufen zu tun hatten, dass muss bis zu einem Gerichtsentscheid offen bleiben.


    Wobei wir uns den Hinweis nicht verkneifen können, dass die Juristische Abteilung in Brüssel die von der EU-Kommission getroffenen Entscheidungen nicht in allen Punkten unangreifbar gefunden hat. - Wie man auf den EU-Fluren flüstert.


    Interessant ist übrigens, dass „Ja zum Nürburgring“ sich erst zu einer – sicherlich nicht billigen (!) - Klage entschloss, nachdem „NeXovation“ seine Klage eingereicht hatte. Man sah sich dazu praktisch gezwungen, wie es vor Kurzem noch der Vorsitzende des Vereins, Otto Flimm, erörterte, weil nicht auszuschließen war, dass evtl. der zweite Käufer des Nürburgrings (Motor-KRITIK sieht das so), eine unter russischer Kontrolle befindliche Aktiengesellschaft, sich mit dem Kläger „NeXovation“ auf irgendeine Art und Weise vergleichen könnte, die dann vielleicht ihre Klage zurückziehen könnten und... -


    Der Leser mag sich die dann entstehende Situation selber ausmalen. - Die „Ja zum Nürburgring“-Klage hat also Blockade-Charakter.


    Die Geschichte heute wird nur geschrieben, um in den hier auf diesen Seiten dargestellten Abläufen um den Verkauf des Nürburgrings keine wesentlichen Lücken entstehen zu lassen. Und wie von Motor-KRITIK gewohnt, findet der Leser die zwei Veröffentlichungen der Klagen in der im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlichten Zusammenfassung als pdf-Datei im Anhang.


    Bilden Sie sich bitte selber eine Meinung!


    MK/Wilhelm Hahne

    Am Nürburgring ist vieles anders. So ist sein Neuausbau praktisch ein „Beck-Messer“ für sinnlose Geldausgaben und eine „Laudatio“ wird am Nürburgring anders übersetzt als im Duden. Es fällt nicht nur Politikern schwer, beim Thema Nürburgring „auf dem Boden zu bleiben“. Auch Hubschrauber schrauben sich nicht ganz so tief. Für die Guten (und Mächtigen) unter ihnen (auch Besitzer) hat man einen Landesplatz auf einem Hoteldach direkt an der Rennstrecke gebaut. Diese Rennstrecke – die alte Nordschleife – ist nicht nur die längste der Welt, sondern in 2015 auch weltweit die einzige mit Geschwindigkeitsbeschränkungen. Sie wird bewirtschaftet von einer Besitzgesellschaft die keine ist und deren zwei Gesellschafter sich vor Gericht vielfach verklagen und bekriegen. Der Nürburgring liegt eben in Rheinland-Pfalz, wo auch andere Gesetze gelten als z.B. in Nordrhein-Westfalen, und eine Mondfinsternis in Nürburg wirkt auch anders als der „Mond von Wanne-Eickel“. - Eine geglückte Mondlandung ist in der Praxis wahrscheinlicher als eine geglückte Hubschrauberlandung auf einem Hoteldach in Nürburg. - Aber man sollte das alles positiv sehen. - Empfehlen unsere Landespolitiker in Mainz. - Darum lautet auch der Titel zu dieser kleinen (dummen) Geschichte:


    http://www.motor-kritik.de/node/1103

    Bereits am 26. Juni 2015 habe ich versucht, die „verkehrte Welt“ zu verdeutlichen, die die Landesregierung des Landes Rheinland-Pfalz z.B. durch den Staatssekretär der Mainzer Landesregierung im Finanzministerium, Salvator Barbaro, darzustellen versuchte. Man versucht im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung der landeseigenen Nürburgring GmbH Forderungen die sich aus einem EU-Verfahren ergeben – auch(!) – als „vorrangig“ darzustellen. Unter Hinweis auf eine EU-Beurteilung, dass „Fördergelder“ des Landes an ihre GmbH nicht zulässig waren und zurückgezahlt werden müssen. Da sich diese GmbH, die Nürburgring GmbH, aber in Konkurs befindet, kann eine Rückzahlung nur aus der (noch) vorhandenen „Masse“ erfolgen. Aus der müssen aber entsprechend dem deutschen Insolvenzrecht zunächst einmal die vorrangigen Forderungen – z.B. die der Handwerker – beglichen werden. Die Forderungen der Landesregierung werden aber vom Insolvenz-Sachwalter aufgrund der vorhandenen Sachlage überwiegend als „nachrangig“ eingestuft. Da widerspricht dann ein Salvatore Barbaro, als Staatssekretär im Finanzministerium in Mainz tätig, und erfährt dabei – scheinbar – Unterstützung durch die EU-Kommission. - Motor-KRITIK hat auch in diesem Fall als einziges Medium über Anfragen und Antworten der EU-Kommissarin informiert. - Da sich inzwischen die Einstellung der RLP-Landesregierung zur Art ihrer Forderung durchzusetzen scheint, möchte Motor-KRITIK heute noch einmal etwas zur Antwort der EU-Kommission auf die Anfrage eines EU-Abgeordneten schreiben, aber auch darstellen, warum eigentlich unverständlich ist, dass sich in dieser Sache nicht die Presse mit um die Klärung einer Frage bemüht, deren Antwort die an der Umsetzung des Monster-Projekt „Nürburgring 2009“ beteiligten Handwerker eventuell die Existenz kosten kann. Aber man feiert sich selbst gerne in „bunten Farben“ für guten Journalismus. - Motor-KRITIK-Meinung:


    http://www.motor-kritik.de/node/1093

    Am Freitag, 21. August 2015, gab es in Nürburg nicht nur ein „STRaßenfest“ - wie schon in den Jahren zuvor – sondern auch eine Podiums-Diskussion, mit der die Frage beantwortet werden sollte: „Quo vadis Nürburgring?“ - Das geschah recht ordentlich. Allerdings kam es mir als Beobachter so aussagekräftig vor, als hätte jemand gefragt: „Können Sie mir sagen wo ich hin will?“ - Und der Andere antwortet: „Tut mir leid! - Da komme ich schon her.“ - Es gab auf intelligente Fragen intelligente Antworten. Andere würden es „intelligente Sprachregelungen“ nennen. Nur: Die konnten nicht unbedingt zum Verständnis der tatsächlichen Situation am Nürburgring – mit seinen ganzen Wirren um die Insolvenz und Vertragssituation – beitragen. In der Diskussion war der Versuch der Nürburgring-Protagonisten zu verspüren, mit einer geschickten Taktik von „Schönreden“ die reale Situation abzudecken, um ein Hinterfragen erst gar nicht aufkommen zu lassen. - Das hatte schon bei allen Medien in den letzten Wochen funktioniert. Man hatte zum Auslösen von positiven Effekten in der Öffentlichkeit erfolgreich emotionale Anstöße genutzt – und versuchte diese Linie jetzt auch durchzuziehen. Aktuell mit dem einfachen Hinweis: Wir haben es geschafft! Ab 2016 gibt eine keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Rennstrecke Nürburgring mehr. - Nach dem Motto: „Wir haben die Kuh vom Eis geholt!“ Und es gab Beifall auf offener Szene von denen, die nicht begriffen haben – begreifen konnten (!) – dass diese Geschwindigkeitsbegrenzung so überflüssig ist – und ab 2016 hoffentlich dann war - „wie ein Kropf“ - um es allgemeinverständlich zu sagen. - Man hätte fragen sollen: „Wer hat die Kuh auf's Eis gestellt? - Man arbeitet in den Kreisen der Nürburgring-Akteure aber auch mit dem Thema Sicherheit. Als Alibi-Funktion. Um eine breite Öffentlichkeit zufrieden zu stellen. - Sicherheit funktioniert mit Sicherheit immer. Wer kann schon gegen Sicherheit sein? - Hier funktionierte „Sicherheit“ als reines Ablenkungsmanöver von den realen Problemen des Nürburgrings. - Aus Motor-KRITIK-Sicht. - Darum titeln wir heute – und schreiben dazu eine nachfragende , aber auch informierende - also zum Titel passende (aber auch darum notwendig lange!) Geschichte:


    http://www.motor-kritik.de/node/1084

    Am 27. Juli 2014 gab es eine Pressemitteilung der CNG, der „capricoron NÜRBURGRING GmbH“, in der u.a. zu lesen war: „Die capricorn NÜRBURGRING GmbH (CNG) hat die Weichen für die Zukunft über ihre diversen Hotelkapazitäten gestellt und einen neuen Managementvertrag mit der internationalen Lindner Hotels AG mit Sitz in Düsseldorf abgeschlossen. Ab dem 1. Januar 2015 wird der Betrieb des gesamten Hotel- und Gastgewerbes der CNG für zunächst drei Jahre von der Lindner Gruppe geleitet. Das 4-Sterne Haus wird künftig ‚Motorsport & Congress Hotel Nürburgring’, das 3-Sterne Haus ‚Hotel Grüne Hölle Nürburgring’ und die Ferienhäuser im benachbarten Drees ‚Ferienpark Nürburgring’ heißen. Über die Details des Managementvertrages haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.“ - Am 17. August 2015 liest man in einer aktuellen „Nürburgring-NEWS“ der CNG: „Die Sicherheit auf der Nordschleife bei Rennen, aber auch bei Testfahrten der Industrie und bei Touristenfahrten hat für uns höchste Priorität“, erklärte Carsten Schumacher, Geschäftsführer der Nürburgring-Betreibergesellschaft CNG beim Runden Tisch am Montag, 17. August im Lindner Congress & Motorsport Hotel am Nürburgring.


    Wird aus „heißer Luft“ ein kalter Wind?


    Das Beispiel aus dem Vorspann zu dieser Geschichte ist symptomatisch. Ab 1. Januar 2015 sollte das Hotel an der neuen Zufahrt zur Grand-Prix-Strecke „Motorsport & Congress Hotel Nürburgring“ genannt werden. Die Zuordnung „Lindner“ verschwindet. - Verkündet Carsten Schumacher am 27. Juli 2014.


    Am 17. August 2015 vermeldet er dann einen „Runden Tisch“, an dem er teilgenommen hat, der – Zitat – im „Lindner Congress & Motorsport Hotel“ stattfand.


    Hat Carsten Schumacher die Aussage in seiner Pressemitteilung vom 27. Juli 2014 vergessen?


    Aber es scheint immer noch eine Steigerung möglich:


    Am 17. August 2015 ist in der aktuellen „Nürburgring-NEWS“, getitelt mit:


    „Mehr Sicherheit auf der Nordschleife“


    zu lesen:


    „Stellvertretend für den 22-köpfigen Expertenkreis am Runden Tisch, zu dem der Nürburgring eingeladen hatte, erklärte DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck, der nicht persönlich teilnehmen konnte: 'Alle Beteiligten wollen die Nordschleife und ihre Einzigartigkeit erhalten. Jedoch ist jedem bewusst, dass wir die Sicherheit erhöhen müssen. Für dieses Ziel hat der Nürburgring als Strecken-Betreiber mit großem Einsatz eine Reihe von wirkungsvollen Maßnahmen detailliert ausgearbeitet, die bei diesem Runden Tisch auf breite Zustimmung gestoßen sind.'“


    Es handelt sich also bei dem „22-köpfigen Expertenkreis“ offenbar um eine Instanz ohne Substanz. Sie wurde nur als Staffage missbraucht? - Und der Herr Stuck erklärte zum Ergebnis des „Runden Tisch“ im einem Hotel, das es mit diesem Namen seit dem 1. Januar 2015 nicht mehr gibt, was es denn in den nächsten Jahren am Nürburgring geben soll. - Toll!


    Und Audi plant aktuell – überall vermeldet – dass man einen „E-Stadtgeländewagen“ (?) in der Entwicklung hat, der eine Reichweite von 500 Kilometern haben soll. - Es soll ihn dann in 2018 geben. - Und alle Medien klatschen Beifall! - Toll!


    Toll ist auch, dass man die derzeitige Situation des Nürburgrings in einem wirren Insolvenzverfahren – Herrn Lieser sei Dank! - ganz vergisst. - Das wäre eigentlich das, was man aktuell berücksichtigen sollte. - Und das weder in den „nächsten Jahren“, noch in 2018 (wie die Fach-Kollegen bei Audi jubeln). - Jetzt!


    Aber in der „News“ von der Nürburgring-Internetseite (es ist keine Presse-Info!) liest man auch:


    „Der Teilnehmer-Kreis sprach sich zudem für eine sukzessive Umsetzung der Maßnahmen in den kommenden Jahren aus.“


    Es ist in den „News“, die in der Computer-Kennung mit „UB“ (Uwe Baldes) gekennzeichnet ist, z.B. auch zu lesen:


    „Insbesondere die Sicherheit der Zuschauer steht im Vordergrund der Planungen für zusätzliche Schutzzäune in mehreren Streckenabschnitten und einer Sperrzone im Bereich Schwedenkreuz. Zur Erhöhung der passiven Sicherheit ist die Optimierung der Schutzlinien durch zusätzliche Leitplanken und FIA-Schutzzäune vorgesehen, beispielsweise entlang der Döttinger Höhe zur besseren Absicherung der angrenzenden Bundesstraße.“


    Die 22 Experten (!) des aktuellen „Runden Tisch“ werden sich sicherlich kaum an den 12. April 2008 erinnern, wo beim Training zu einem VLN-Rennen zwei Fahrzeuge auf der „Döttinger Höhe“ kollidierten. Das war, nachdem FIA-Zäune installiert worden waren, zu deren Aufstellung ich „damals“ (nachzulesen in meinem Buch) schrieb:


    Der FIA-Zaun wurde bisher zum Teil mit untauglichem Material verbaut.
    Seine Aufstellung kann - wie ich in der Vergangenheit aufgezeigt habe - keine Unfälle verhindern.
    Das mit der Aufstellung des FIA-Zauns z.T. verbundene Versetzen der Leitplanken kann die Unfallgefahr erhöhen.
    In der ersten Bauphase erfolgte der Bau ohne jede Genehmigung.
    Es erfolgte offenbar keine Baukontrolle.
    Die Baugenehmigung wurde dann in Turbo-Geschwindigkeit erteilt.
    Die FIA hat diesen Zaun nicht gewollt.
    Laut Nürburgring GmbH (und DMSB) erfolgt der Bau mit Ausrichtung auf eine Zukunftssicherung der Strecke.
    Die Strecke steht zum großen Teil unter Naturschutz.
    Zuschauer werden offiziell nur bei einem Rennen an der Nordschleife geduldet.
    Die Durchführung irgendwelcher Rennen wäre nicht gefährdet gewesen, wenn der FIA-Zaun nicht gebaut worden wäre.
    Der FIA-Zaun verschandelt die Eifel-Landschaft.
    Der FIA-Zaun verändert den Charakter dieser Natur-Rennstrecke.
    Dieser FIA-Zaun wird die Zuschauerzahlen in Zukunft mindern.
    Dieser FIA-Zaun ist also in seiner Wirkung geradezu kontraproduktiv zu den anderen Bemühungen der Nürburgring GmbH um mehr Besucher.
    Warum wurde dann dieser FIA-Zaun überhaupt gebaut?


    Damals, am 12. April 2008, hingen die Plastik- und Carbon-Teile in den Bäumen oberhalb der FIA-Zäune an der „Döttinger Höhe“. Und ein Streckenposten (weibl.) erlitt einen Armbruch, weil sie zum vorderen Streckenposten Sichkontakt halten musste (lt. Vorschrift), das aber nicht hinter ihrem neuen FIA-Schutzraum konnte und darum vorgetreten war.


    Vergessen? - Wahrscheinlich einfach nicht gewusst. - Aber auch nicht begriffen, dass es die absolute Sicherheit nicht geben kann. Sonst müsste man auch in den Zuschauerbereichen alle Mauselöcher schließen, in die man treten und sich den Fuß brechen kann. - Aber die CNG haftet ja nicht. - Sie kassiert ja nur.


    Ich bin jahrezehntelang auf dem Nürburgring, auf der Nordschleife, Rennen gefahren. Ich bin für Sicherheit! Aber nicht für die Darstellung von Sicherheit, die nur Alibi-Charakter hat.


    Um den neu entstandenen Ansprüchen – welchen eigentlich (?) - von Sportbehörden zu entsprechen? - Die Rennergebnisse werden in Tausendstel-Sekunden gemessen, wegen Verfehlungen um 1 sec bei der Boxen-Mindeststandzeiten (auch ein Blödsinn!) wird eine Sport-Strafe verhängt und die Funktionäre, winken im Schutz ihrer Sportbehörden dann Rennen um zwei Sekunden zu früh ab?


    Um ein Ergebnis zu manipulieren? - Oder aus Dummheit, Trägheit, Zufall?


    Hans-Joachim Stuck hat am 17. August – in Abwesenheit (!) – ein „Präsidenten-Blabla“ geäußert. Er hat die Möglichkeit seine Aussagen zu konkretisieren. Mit Unterstützung des Geschäftsführers der CNG, Carsten Schumacher. - Es wäre schön, wenn auch Landrat Dr. Jürgen Pföhler am 21. August 2015 „vor Ort“ wäre. Das ist der Mann, der für die Baugenehmigungen der FIA-Zäune durch „seine Behörde“ verantwortlich ist.


    Handelt er verantwortlich? - Sind die angedachten Maßnahmen der 22-köpfigen Experten-Kommission sinnvoll?


    Keiner – außerhalb dieser Gruppe – kennt die Namen und die Kompetenz dieser Damen und Herren!


    Auch sie sollten sich am 21. August 2015 den Fragen der interessierten Fans beim „STRaßenfest“ in Nürburg stellen!


    MK/Wilhelm Hahne

    Gespeichert von wh am/um 17 August, 2015 - 12:49


    Freitag, 21. August 2015 – also in dieser Woche – exakt um 16:00 Uhr, startet mal wieder im Umfeld der Nürburger Gemeindehalle ein Straßenfest, mit dem gleichzeitig an die aktuelle Situation des Nürburgrings erinnert werden soll. - Es ist also eine „Spaß-Veranstaltung“ mit ernstem Hintergrund. An diesem Jahr erhält diese Veranstaltung sicherlich auch besondere Bedeutung dadurch, dass man zu diesem Termin dann auch wohl das endgültige Ergebnis der am Wochenende zuvor durchgeführten „ADAC GT Masters Nürburgring“ erwarten kann. Dank einer überreglementierten Veranstaltung mit überforderten Funktionären sind die Rennen wohl beide nicht so ausgegangen, wie sie die wenigen vor Ort befindlichen Zuschauer live zu erleben glaubten. Motorsport ist eben nicht mit Bundesliga-Fußball zu vergleichen. Da werden evtl. auch Rennergebnisse erst am Ende von Sportgerichtsverfahren nach Wochen und Monaten offiziell bestätigt – oder nicht. - Oder aber beim:


    Save The Ring: STRaßenfest in Nürburg


    Es ist ein VLN-Wochenende. Freitags gibt’s die so genannten „Einstellfahrten“, in dessen Rahmen jeweils auch der DMSB-Präsident, Hans-Joachim Stuck, von einem Sponsor bezahlt, in dessen Auftrag, mit einem speziell hergerichteten Audi R8 auf der Nordschleife „Taxifahrten“ durchführt.


    Als geborener Rennfahrer macht ihm das Spaß, als angelernter DMSB-Präsident hat er da große Sicherheitsbedenken.


    Auch an diesem 21. August wird das „Taxifahren“ eine Aufgabe von Hans-Joachim Stuck sein, mit der er wohl mehr eine Aufgabe als Repräsentant des größten deutschen Automobilkonzerns, VW, erfüllt – von dem er auch bezahlt wird. - Oder vom TÜV Rheinland?


    Er ist als Präsident des DMSB, des Deutschen Motor-Sport-Bundes, also gleichzeitig bei einem Automobilkonzern unter Vertrag, arbeitet aber auch als „Taxifahrer“ - natürlich gegen ein Zusatz-Honorar - und – wie er dem Veranstalter des „STRaßenfestes“ mitteilte, wird er entsprechend einer Verpflichtung gegenüber seinem Arbeitgeber VW, dann früh am Abend an einem offiziellen „VW-Abend“ in Trier teilnehmen müssen, weshalb er – so war seine Entschuldigung – leider nicht an der geplanten Diskussionsrunde am 21. August teilnehmen kann.


    In Trier läuft an diesem Wochenende, vom 20./23. August, die „ADAC Rallye Deutschland“, die übrigens durch das Unwissen (Kurzsichtigkeit!) eines damaligen Geschäftsführers der Nürburgring GmbH mal vom Nürburgring und der Region vertrieben wurde. - Weil „Touristenfahrten“ nach seiner Rechnung mehr einbringen, als die Vermietung an einen Rallye-Veranstalter. - Wirklich!


    Hans-Joachim Stuck ist ein kluger Taktiker, der sich nicht gerne – vor allen Dingen in der Öffentlichkeit - festlegen (lassen) möchte. Und darum... -


    Das hat einen Privatmann gestört, der für das STRaßenfest auch einige Exponate bereit stellt und er hat den Chef des VW-Konzerns, Martin Winterkorn, per E-mail angefragt, ob der Konzern in Trier bei seiner Gala nicht mal wenige Stunden auf einen Hans-Joachim Stuck, den „Gaudi-Bursch“, verzichten könne, damit der auch mal eine wichtige andere Aufgabe – die als DMSB-Präsident nämlich– auf dem STRaßenfest in Nürburg in der geplanten Diskussionsrunde – z.B. zum Geschwindigkeits-Limit auf der Nordschleife – wahrnehmen kann.


    Martin Winterkorn hatte wohl dafür großes Verständnis und hat über seine Presseabteilung, Herrn Thul, sicherstellen lassen, dass Hans-Joachim Stuck am 21. August 2015 – nach seinen „Taxifahrten“ auf der Nordschleife, dann auch vor der Gemeindehalle in Nürburg in der Diskussionsrunde auftritt.


    Leute, die Hans-Joachim Stuck gut zu kennen glauben, sind davon überzeugt, dass den jetzt wohl zum 21. August eine „Sommer-Grippe“ (o.ä.) überfällt. - Achtung! - Das würde in diesem Fall aber wohl zu einer „Abmahnung“ in der Wolfsburger „Personal-Akte“ führen!


    Diese Diskussions-Runde wird aber auch sonst gut besetzt sein, wenn auch schon jetzt so mancher zuckt, weil es dort gilt „Farbe zu bekennen“. Andere „zucken“, weil sie glauben, dass sie in dem vorhandenen Umfeld leicht die Kontrolle verlieren könnten. - Und machen erst mal einen „Rückzieher“. - Aber sie werden sicherlich „vor Ort sein“.


    Darum wird interessant sein zu beobachten, wer sich am 21. August 2015 überhaupt der Diskussion um die aktuellen Probleme am Nürburgring stellen wird.


    Als zuverlässig können auf dem Podium erwartet werden:


    Carsten Schuhmacher, Geschäftsführer der CNG, dem Pächter des Nürburgrings;
    Karl Mauer, Generalbevollmächtigter der VLN OHG;
    Dirk Adorf, Toyota-Händler und BMW-Werksfahrer, Vorsitzender der DMSB-AG „Nordschleife“;
    Olaf Manthey, Teamchef des GT-Porsche-Werks-Teams und Nürburgring-Fan;
    Altfried Heger, Ex-BMW-Junior und Chef einer Motorsport-Marketingagentur;
    Ossi Kragl, Inhaber einer Nürburger Marketing-Agentur und „Nürburgring-Geschädigter“,
    Lars Gutsche, Streckensprecher VLN;
    Hans-Joachim Stuck, DMSB-Präsident und VW-Repräsentant (? - s.o.); - u.a. -


    In der Presseinladung zu dieser Veranstaltung heißt es u.a.:


    „Seit mittlerweile 6 Jahren befindet sich der Nürburgring und mit ihm wirtschaftlich von ihm abhängige Eifelregion und die weltweite Motorsportgemeinde in Aufruhr und Unsicherheit durch die Belastungen, welche das Nürburgring 2009 Projekt der Rheinland Pfälzischen Landesregierung der Rennstrecke und der Region aufgebürdet hat.


    Seit Anfang dieses Jahres ist ein zweiter Faktor hinzugekommen, der weltweit für Aufsehen gesorgt hat und die Frage nach der Zukunftssicherheit des Motorsports auf der Nürburgring Nordschleife aufgeworfen hat: Seit dem Unfall während des ersten Langstreckenrennens der VLN, bei der ein Zuschauer ums Leben kam, existieren auf der Nordschleife an zwei Stellen Tempolimits, welche temporär für mehr Sicherheit sorgen sollen, aber sowohl dem motorsportlichen Grundgedanken widersprechen, wie auch für starken Widerspruch durch viele Motorsportler und sinkende Teilnehmerfelder gesorgt haben.
    Auf dem STRassenfest der Initiativen „Wir sind Nürburgring“, „Ja zum Nürburgring e.V.“ und „Save the Ring“ kommen traditionell die Insider des Rings zusammen, Motorsportler, Funktionäre, Teamchefs um sich über die aktuellen Entwicklungen rund um den Ring zu informieren und auszutauschen.“


    Die Podiums-Diskussion steht übrigens unter dem Motto:


    „Quo vadis Nürburgring?“
    (Für Nicht-Lateiner: „Wohin gehst du, Nürburgring?“)


    Einwurf von Motor-KRITIK:


    Hätte man nicht besser „Кво вадис?“ fragen sollen?


    Außer den o.g. Persönlichkeiten, die man – auf dem als Podium genutzten – LKW-Anhänger erwarten darf, ist mit der Anwesenheit auch anderer Verfechter von „Save The Ring“ zu rechnen. Ganz bestimmt mit Otto Flimm, Vorsitzender von „Ja zum Nürburgring“, einem Verein, der auch einen Gerichtsprozess gegen den Verkauf des Nürburgrings in seiner jetzigen Form gegen der Beschluss der EU-Kommission eingeleitet hat.


    Eine Anreise zu diesem VLN-Wochenende schon am Freitag, wird also für viele Nürburgring-Fans nicht nur interessant, sondern auch deshalb wichtig sein, weil sich über die Anzahl der Besucher einer solchen Veranstaltung auch die öffentlichen Meinung ausdrückt.


    Und am Samstag, dem 22. August 2015, wird dann der 6. VLN-Lauf in 2015 auf der Nürburgring-Nordschleife durchgeführt.


    Das 38. RCM DMV Grenzlandrennen, mit einer Renndauer von 4 Stunden.


    Natürlich haben die STRaßenfest-Veranstalter auch dafür gesorgt, dass am 21. August niemand hungern oder dürsten muss. Und es gibt – neben köstlichen „Eifler-Schnibbelchen“ - auch Live-Musik!


    Und wie gesagt – eine spannungsgeladene – Diskussionsrunde. „Quo vadis, Nürburgring!“


    MK/Wilhelm Hahne

    Wer hat das wohl über diesen Termin gesagt? - Motor-KRITIK hatte diesen Termin veröffentlicht, nachdem an der vorletzten Gesellschafterversammlung (GV) der CNBG, der capricorn NÜRBURGRING Besitzgesellschaft mbH, Dr. Axel Heinemann, als Minderheitsgesellschafter nicht teilgenommen hatte. - Wie er mir selbst auf Anfrage mitteilte, aber Motor-KRITIK schon vorher berichtet hatte. Alles was Dr. Heinemann so macht, ist nicht am Wohl der Region um den Nürburgring orientiert, sondern an seinem ganz persönlichen Wohl. Er wollte nicht den russischen Investor als seinen Partner in der alten Capricorn-Firmenhülle. Aber Jens Lieser bestand darauf, obwohl ihm Dr. Heinemann andere Investoren als seine Gesellschafter empfohlen hatte. Und nun kämpft Dr. Heinemann einen einsamen, aber wirksamen Kampf gegen seinen Gesellschafter in der gemeinsamen Firma. Und da kann er sich auch auf den von ihm dort als „seinen Geschäftsführer“ eingesetzten Adam Osieka verlassen. Bisher – exakt bis zum 30. Juli 2015 – war der auch Geschäftsführer des Heinemann-Besitzes (er ist allerdings auf den Namen seiner Frau eingetragen!) „Getspeed“ in Meuspath. - Nun kann der sich ganz auf den Nürburgring konzentrieren. Und darauf, dass dort nun die Tanksäulen alle in exakt der gleichen Zeit die gleiche Menge Benzin fördern. Denn daran soll es liegen, wenn Adam Osieka bisher schon mal bei Langstreckenrennen zur VLN-Serie verloren hat. Osieka ist ein „Winnertyp“ und da kann es nur an den Tanksäulen – oder doch an seinem Horoskop? - liegen, wenn er am Ende eines Rennens, in dem er einen Porsche GT3 bewegt – nur zweiter Sieger ist. - Auch Dr. Axel Heinemann wollte bei der Gesellschafterversammlung am 5. August nicht zweiter Sieger sein. Er war nämlich gar nicht erst erschienen. Und stellte Bedingungen. - Auch z.B. im Hinblick auf den mit der VLN abgeschlossenen Dreijahres-Vorvertrag, dem noch die zweite Unterschrift fehlt, um rechtsgültig zu sein. - Motor-KRITIK berichtete. - Darum kam dieser GV besondere Bedeutung zu. Und es war schon von Bedeutung wenn jemand den Ausgang so mit Worten kommentierte, wie dann hier zum Titel wurden:


    http://www.motor-kritik.de/node/1075