Beiträge von nsumax

    Nach langem Ringen und angetrieben von diesem Forum habe ich mir im Winter eine "klassische" Rennmaschine zugelegt. Eine 350er 2-Takt Yamaha, kein Modell, auf dem Bill Ivey oder John Doods saß, sondern einfach nur schön zurechtgemacht für den Spaß auf der Rennstrecke.


    Ich will auch gar keinen Veteranen Paß und brauche auch keine technische Abnahme durch Carl Reese. Ich habe mich aber zu eingen lizenfreien Veranstaltungen angemeldet und die Termine rücken näher. Geld ist längst überwiesen, Formulare ausgefüllt und abgeschickt. Aber es rührt sich nix. Und ich sitze hier startklar und überlege, ob ich am 04.05 mit der Yamaha am Ring oder ganz zivil mit dem Gespann in Schleiz bin.


    Deshalb meine Frage an die Experten: Ist das normal, daß die Veranstalter ihre Bestätigungen so spät herausschicken ? Vielleicht wollen die mich und die Yamaha ja gar nicht, schließlich bin ich nicht Willi Marewski. Vielleicht fehlt mir auch noch ein Schuß Gelassenheit.


    Über Infos der erfahrenen Mitrstreiter hier im Forum würde ich mich freuen.


    Gruß



    Stefan

    Den Bernd kannte ich gut, ein Oberberger bis in die Fußspitzen: Hochdeutsch war Ihm völlig fremd. Er war ein gerngesehener Gast in unserer heimischen Kneipenszene, ich traf in immer in Spa, Hockenheim und St.Wendel, es gab immer viel zu erzählen, zu lachen und zu trinken.


    Er heiratete, ich verlor Ihn aus den Augen. Er soll später zum anderem Ufer übergetreten sein, starb an irgend einer Krankheit, viel zu jung.


    Ich habe vom Gespannduo Egon Sch. und Bernd M. nie wieder etwas gehört und gelesen, schön das man mal einen Bericht lesen darf, der den eigenartigen Charakter von Bernd und dieser enzigartigen Zeit ein wenig würdigt.


    Gruß




    Stefan

    Ihr habt natürlich Recht: Der Zweitakter gab kleinen Firmen ( Kreidler, Maico, Morbidelli ) und kleinen Fahrern ( Kunz, Klein Hagen, Klein Klaus, Raudies und und und ) die Möglichkeit, eine WM zu fahren, manchmal sogar zu gewinnen. Allein die Präsenz der Firma Kreidler hat hier in Schwaben unzählige gute Motorradfahrer zum Rennsport gebracht. Das gibt es in Deutschland heute nicht mehr und das ist sehr zu bedauern.


    Das liegt aber nicht an der Struktur der jetzigen WM, schon gar nicht an den 4- Taktern, sondern daran, dass heute der Weg nur noch über übermäßig professionelle ADAC und Marken Cups geht. Da braucht das Talent von Anfang an gleich Sponsoren, mindestens einen absolut ehrgeizigen Vater.


    Die wahren Talente, die sich früher zunächst mal als drittklassiger Mechaniker ( Mang ) oder bei drittklassigen Bergrennen ( Mang ) oder auf mühseligen Flugplätzen ( Mang )nach oben kämpfen mußten, bleiben außen vor.


    Denn es gibt für diese Menschen keine Startmöglichkeiten mehr, weder auf 4- oder auf 2 Taktern.


    Es ist erst 20 Jahre her, da mußten in der JUPO 250er die Trainings geteilt gefahren werden, soviel Bewerber gab es. Heute gibt es gar keine JUPO mehr.


    Auch nicht auf 2 Taktern.


    Und: Bei allem Respekt vor den genialen Schraubern vergangener Zeiten, die es übrigens heute auch noch gibt: Eine Weltmeisterschaft war schon immer das Schaufenster der Industrie, um ihre Verkaufszahlen zu steigern. Auch NSU hat die WM nicht gewonnen, um schwäbischen Tüftlern eine Spielwiese zu bieten, sondern weil man, ganz kommerziell, Arbeitsplätze in Neckarsulm gesichert und gesteigert werden mußten.




    Gruß



    Stefan

    Früher war eben nicht alles besser, ich erinnere mich an viele Veranstaltungen, bei denen eine leistungsmäßig überlegene Werksmaschine die Rennen meilenweit anführte. Angel Nieto war so Einer, auch Ballington und teilweise Toni Mang: Die waren, kraft Ihrer Unterstützung durch die Werke bzw. genialer Konstrukteure , den Gegner so was von überlegen, daß man von spannenden Rennen in kleinster Weise sprechen konnte.


    Das gibt es in heutiger Zeit nicht, die Felder sind in allen Klassen viel ausgeglichener.


    Vor Rennen, in denen die Gespanne vor der 500 er fuhren schützte mich die Gnade der späten Geburt. Ich sehe auch sehr gerne Gespanne, fahre sogar selber eins, aber das sich bei abschließenden Gespannrennen die Ränge leeren, hat wohl jeder schon beobachtet.


    Übrigens waren gerade die Gespannrennen angesichts der Überlegenheit einzelner Fahrer ( Biland, Schwärzel ) und der Schwierigkeit, im Rennen zu überholen, an Langeweile jahrelang kaum zu überbieten.


    Natürlich waren das auch schöne Renen früher, sonst wäre ich nicht 20 Jahre lang deswegen jedes Wochenende durch Deutschland und Europa getingelt. Aber viele Entwicklungen sind heutzutage auch in die richtige Richtung gegangen:


    Wer würde sich heute noch die 80er Klasse ansehen ? Kann sich noch jemand an die unbeholfenen, spärlichen Fernsehberichte erinnern ? War es spannend, als die Konkurrenz eines Agostini allenfalls aus altersschwachen 1 Zylinder Viertaktern bestand ? Ist das Interesse für Gespanne, 80er, 350er in Ländern wie USA, Italien oder China eigentlich vorhanden ? War es so erregend, die Fahrer auf der Nordschleife nur maximal 6 – mal zu sehen und über den Rennverlauf oftmals gar nicht informiert zu sein ?




    Gruß


    Stefan

    Das ist doch Quatsch,


    als 1976 die 4-Takter aussterben mußten, weil mit 500 ccm und den geltenden Geräuchvorschriften keine ausreichende Leistung zu erzielen war, jammerten alle rum und befürchteten den Untergang des Abendlandes.


    Dann kamen die 4 Takter wieder und jetzt will wieder jeder mit 2 Takten fahren.


    Ich finde, die WM hat durch die Abschaffung der 350 er, 80 er und der Gespanne sehr gewonnen. Seien wir doch mal ehrlich: Es war früher auch oft sehr langweilig, sich von morgens 8:00 bis nachmittags um 15:00 durch zu kämpfen, bis endlich die 500 er kamen. Und bei den Gespannen gingen 2/3 der Besucher auch nach Hause.


    So ist es gewesen und nicht so, wie einige Romantiker unter uns es gesehen haben wollen.


    Das Geld hat schon immer eine entscheidende Rolle gespielt, vielleicht nicht so bei Karl Hoppe, bei Hailwood und Redmann aber sehr wohl


    Ich finde die jetzigen 4-Takter faszinierende Maschinen. Die Inszenierung des Sonntags mit der 125er als Nachwuchsklasse, der 250er als erster Appetithappen und die GP Klasse als absoluten Höhepunkt des Motorradrennsports, halte ich für gelungen. Zudem sind, dem Fernsehen sei es gedankt, die Pausen zwischen den Rennen erfrischend kurz. Keine Shell Parade mit Darbietung unzähliger Werbebanner wie in England oft gesehen, keine Mittagspause in Hockenheim der Kirche wegen, keine uninteressanten Kirmesrennen als Pausenfüller.


    Sogar gegen die Eintrittspreise will ich nicht unbedingt was sagen in Zeiten, wo für ein dusseliges Jo Cocker Konzert von vielleicht 2 Stunden Dauer 80 EUR und mehr hingelegt werden. ( zum Vergleich: Wochenendticket GP Valencia: 85 EUR )


    Es soll so bleiben, wie es ist.


    Gruß


    Stefan

    Hallo Charly,


    glaube mir, ich meine es ernst: Immer, wenn ich hier was geschrieben habe, gucke ich täglich nach und freue mich, wenn Du geantwortest hast. Weil Du mich so schön lobst, das tut einfach gut. Und weil ich von Dir den Eindruck habe, daß Du auch so ein richtig schön Verrückter bist.


    Klar würde ich auch gerne mal meine Beiträge mit einem Bild aufwerten, aber kannst Du mir mal erklären, wie das geht ?


    Gruß aus Deutschland


    Stefan

    Hallo Charly,


    glaube mir, ich meine es ernst: Immer, wenn ich hier was geschrieben habe, gucke ich täglich nach und freue mich, wenn Du geantwortest hast. Weil Du mich so schön lobst, das tut einfach gut. Und weil ich von Dir den Eindruck habe, daß Du auch so ein richtig schön Verrückter bist.


    Klar würde ich auch gerne mal meine Beiträge mit einem Bild aufwerten, aber kannst Du mir mal erklären, wie das geht ?


    Gruß aus Deutschland


    Stefan

    Veranstaltungen mit klassischen Rennmotorrädern schießen wie Pilze aus dem Boden und wir bestaunen hohe Zuschauerzahlen. Die Menge an Besuchern erreicht sicherlich noch nicht das Niveau von Flohmärkten oder gar Ritterspielen, darf aber durchaus in vielen Fällen schon als lokales Großereignis eingeschätzt werden.


    Mit steigendem Interesse der Bevölkerung an unserem Sport muß jedoch ein Absinken des Fachwissens unserer Gäste in Kauf genommen werden, wovon der nachfolgende Bericht Zeugnis ablegen soll:


    Auch ich gehöre zu den in Klassik Kreisen ungeliebten Zeitgenossen, die ab und an das Nummerschild ihrer Serien Guzzi abschrauben und an Rennen mit klassischen Motorrädern teilnehmen.


    Dabei stellt die Guzzi im normalen Leben nichts besonders dar. Gelegentlich beobachte ich Interessierte, die vor dem Fahrzeug in die Hocke gehen und nachdenklich den Bereich unter dem Tank in Höhe der Vergaser untersuchen. Meist stehen diese Menschen nach einiger Zeit mit einem Seufzer und der Bemerkung wieder auf, es handele sich leider doch nur um ein Exemplar der II-er Reihe. Die Mühe hätten sie sich sparen können, denn eine LM I ist von einer LM II schon aus 25 m Entfernung an der Lage der Bremssättel, auch für Kurzsichtige, leicht zu unterscheiden.


    Ganz anders, wenn eine Startnummer auf den Tank geklebt wurde. Dann ist das Motorrad und sein Fahrer auf einmal umringt von einer begeisterten Fanschar, auch wenn ich vorher vergessen hatte, den Spiegel abzuschrauben. Ich muß Fragen nach meiner Rennkarriere beantworten während hundert Meter weiter Jim Redmann erfolglos versucht, seine Biographien zu verkaufen.
    Vor einigen Wochen fuhr ich bei einem als Demonstrationslauf getarntem Bergrennen mit. Ich lud einige Bekannte ein, wovon einer, wir wollen Ihn Klaus nennen, einen dieser cremefarbigen, schwuchteligen BMW Chopper fährt. Dieses Motorrad braucht kein Mensch und darf wohl allenfalls als Hommage der BMW AG an die nordamerikanische Schwulenszene verstanden werden. Klaus ist aber erwiesenermaßen normal veranlagt, galt er doch, bis zu seiner Hochzeit, im Raum Böblingen/Sindelfingen als der Frauenheld schlechthin.


    Im zweitem Lauf trieb ich die Guzzi mit höchstem Risiko, insbesondere durch die Zielkurve. Weniger meiner Fans wegen, sondern eher um meiner Frau zu demonstrieren, was für einen schneidigen Haudegen Sie da vor 14 Jahren heiraten durfte.


    Diese vergangenen zwei Minuten auf der Strecke, in denen mein Leben am seidenem Faden hing, hatten mich durstig gemacht, ich suchte umgehend das nächste Bierzelt auf. Dort im Kreise meiner engsten Fans bemerkte ich, daß Klaus mit meiner Leistung nicht zufrieden war. Ich sei ja als Letzter angekommen, was denn auf der Strecke passiert sei ?. Ich versuchte Ihm zu erklären, daß am Berg nicht alle gleichzeitig losfahren, daß da einer alle 15 Sekunden einen losläßt und das einer die Zeit nimmt, alles vergeblich. Klaus fehlte die Vorstellungskraft für eine so umständliche Auslese zwischen Langsam und Schnell. Für Ihn ist der erste Fahrer im Ziel auch der Sieger, der Letzte der schlechteste der Verlierer, so hat er es von Kai Ebel gelernt.


    Ich verzichtete auf eine Aufklärung der wirklichen Kriterien für einen Pokal, denn die deutsche Erfindung der Gleichmäßigkeitswertung hätte nun wirklich den ganzen Biertisch intellektuell völlig überfordert.


    So werden wir in Zukunft immer mehr begeisterte Anhänger an den Rennstrecken begrüßen dürfen, müssen aber auch damit rechnen, daß unsere neuen Fans von unserem Sport so wenig Ahnung haben, wie ein Neger vom Schlittschuhlaufen.


    Ich für meinen Teil werde mich beim nächstem Bergrennen beim Start ganz nach vorne drängeln. Und mich im Bierzelt als Sieger feiern lassen. Wenigstens einmal im Leben.


    Gruß


    Stefan

    100 Jahre TT, da war ja mächtig was zu Lesen in den letzten Wochen. Überschwänglich wird berichtet, denn die TT zu kritisieren traut sich kein Redakteur. Erst recht nicht die deutschen Edelfans, kein Quartier ist schlecht, das Wetter hat man hinzunehmen, Engländer sind gut, freundlich und hilfsbereit, nichts darf die Freude an diesem Ereignis trüben.


    Ich war 9 x auf der TT: Sicher gehört ein Besuch auf der Insel immer noch zu den schönsten Erlebnissen, die man als Motorradfahrer erleben darf. Aber es sollten in nachfolgendem Beitrag auch einmal einige Schattenseiten dieser Veranstaltung aufgezeigt werden.


    Fangen wir mal mit was Schönem an: Unvergessen bleibt mir meine erste Ankunft. Mangels Ticket heißt es zunächst mal 11 Stunden in Heysham im Regen stehen, glücklicherweise bestens unterstützt durch einen ebenfalls wartenden Schweizer Bus, dessen Insassen mich aus einem schier unerschöpflichem Biervorrat versorgen. Bier von Schweizern ist natürlich nicht umsonst, half mir aber über aufkommende Depressionen hinwegzukommen, denn keiner der Offiziellen war bereit oder in der Lage, einigermaßen verbindliche Aussagen zur beabsichtigten Reise zu machen. Irgendwann nachts torkele ich die Guzzi irgendwie aufs Schiff.


    Ich komme in der Frühe in Douglas an, bin müde, verkatert: Hätte ich in den Tank meiner Guzzi gehaucht, sie wäre bestimmt noch etliche Kilometer mit dem Restalkohohl gefahren. Ich fahre suchend durch Douglas, da ist auf einmal ein Kälberstrick über die Straße gespannt, ein Polizist weist mir freundlich einen Parkplatz zu. Da knallt auch schon, wie eine Kanonenkugel, ein Motorrad den Bray Hill hinunter: Ich hatte bis dahin schon viele Rennen in Europa gesehen, aber so einen Verrückten mit über 200 km/h durch eine Ortschaft, daß gibt es nur hier, im Nu war ich hellwach.


    Später fand ich Quartier auf einem Camping Platz in Hillbary. Dreimal baute ich mein Zelt auf, jedes Mal erschien der Camping Fürst und wies mir eine noch schlechtere Stelle zu, mit dem Hinweis, der Platz sei für Gäste aus England reserviert. So sah ich ihn zum ersten Mal, den freundlichen Manxman.


    Wollte man duschen, gab es eine Bretterbude. Nach Einwurf einer Pfund Münze in einen Automaten tröpfelt für 2 Minuten kaltes Wasser aus einem umgebogenem Rohr aufs Haupt.
    Als besonderen Service für den von Kontinent angereisten Fremden schützt eine Tür vor ungewollten Blicken. Diese läßt sich aber nicht verschließen, was manchen ungeduldigen Nachfolger veranlaßt, mal kurz hereinzuschauen. Aber Briten haben sowieso ein gespanntes Verhältnis zu Türen und Scharnieren, dazu später noch mehr.


    Zweimal habe ich gezeltet: Das andere Mal direkt unter dem Fahrerlager, auf einem Golfplatz. Während wir aßen, tranken und uns vor dem Zelt erholten, spielten gut angezogene Briten unbeirrt Golf um uns und die Motorräder herum. Der Platz lag schön zentral in Douglas, aber sanitäre Einrichtungen gab es dort überhaupt nicht. Wir kletterten zum Waschen über den Zaun in das Fahrerlager, übrigens direkt da, wo H-O. Butenuth seinen Wohnwagen stehen hatte. Da gab es immer was zu erzählen.


    Einmal wollte meine Frau sich auch mal ein Bild von der Insel machen, wollte herausfinden, was ihren Mann eigentlich da immer hintreibt. Ich buchte blind eine Ferienwohnung in Peel, wo wir von einer apathisch wirkenden Frau, wir wollen Sie im folgendem Susan nennen, begrüßt wurden. Susan saß eigentlich den ganzen Tag am Meer und beobachtete versonnen Ihre 2 Bälger beim Spielen. Ihr Wohnhaus schien Sie sträflich zu vernachlässigen. Meine Frau, als Schwäbin in hohem Maß zu absoluter Sauberkeit erzogen, schickte mich erst mal in
    den Supermarkt, Sacrotan holen. Ausgestattet mit diesen bewährten Reinigungsmitteln aus deutscher Produktion war die Wohnung schnell gesäubert. Kapitulieren mußte die schwäbische Präzision allerdings angesichts der Kissen und Sofas, die dort lebenden Milbenkulturen wurden zwar während unseres Aufenthaltes kräftig in Aufruhr gebracht, konnten aber letztlich nicht ausgerottet werden.


    Aus angeborener Neugier versuchte meine Frau einmal eine Nebentür zu öffnen, die, mangels Scharnieren, krachend zu Boden fiel. In dem sich öffnenden Raum erblickten wir einen mannshohen Turm mit Wäsche in äußerst unappetichlichem Zustand. Susan schien, nicht nur während der TT, sondern auch schon Monate vorher, keine Zeit gefunden zu haben, die Unterwäsche ihrer Familie zu säubern.


    Nach wenigen Tagen beschied uns der Hausherr ohne besonderen Anlaß, daß wir fortan unsere Behausung nur noch durch eine rückwärtige Feuertreppe betreten dürfen. Auch hier konnte ich die von deutschen Fans viel gelobte Gastfreundlichkeit des Manxmans und Briten nicht in vollem Umfang erkennen.


    Eines abends, wir kamen vom Essen, brachte ich die dortige Gartentür nicht mehr auf. Susan schickte mich in einen nahen Pub, wo ich Ihren Angetrauten auftrieb. Ich glaubte etwas von „Fucking Germans“ gehört zu haben, hielt aber den Mund, denn der Mann war völlig betrunken. Aber auch dieses englische Maschinenbau Genie bekam das Tor nicht auf und zerschlug die Konstruktion schließlich mit einem gezieltem Beilhieb. Seit diesem Tag fahre ich jedes Mal, wenn ich wieder die TT besuche dort hin und kontrolliere das Gartentor: es wurde bis dato nicht repariert.


    Zum Schluß suchte ich Susan auf, um zu bezahlen, Sie wirkte völlig abwesend. Ich gab Ihr das Geld, Sie wußte nicht wofür, ich glaube, Sie hatte uns schon vergessen.


    Meine Frau fuhr nie wieder mit zur TT. Ich schon und schlief in verschiedensten Hotels. Das sind in der Regel verwinkelte und verschachtelte Altbauten. Vermietet werden grundsätzlich Einzelzimmer, die jedoch für eine Person eigentlich zu klein sind. Kommt mal ein Freund mit, vermieten sie diese Einzelzimmer an 2 Personen. Dann steigst du die ganze Zeit über Tankrucksäcke und Gepäckrollen und wachst nachts erschreckt Rücken an Rücken neben Deinem Kumpel auf. Ich weiß, bei uns zu Hause wollen die Wowereits und Westerwelles uns einreden, daß sei normal, aber ich kann nicht anders, es ist mir unangenehm.


    Um die Toiletten zu finden braucht es großes Geschick. Neben einem ausgeprägtem Orientierungssinn ist auch eine gute Nase empfehlenswert, um sich in den verwinkelten Gemäuern zurechtzufinden. Die Türen der Toiletten sind selten verschließbar, meist sind die Scharniere herausgerissen. Zwischen Geschlechtern wird nicht unterschieden, weshalb man nicht erschrecken sollte, wenn während der Verrichtung auch mal eine Frau hereinschaut.


    Da die Engländer aber auch jeden Winkel mit Teppich auslegen, somit auch Flächen rund um die Kloschüssel oder der Pißrinne, hat sich dort ein übel riechender Brei aus Kot- und Urinresten sowie Kleenex Tüchern festgesetzt. Die Toiletten, Duschen und Flure sollten deshalb mit festem Schuhwerk betreten werden, denn gereinigt wird während der TT nicht und außerhalb der TT fehlt sowieso das Personal und Interesse.


    Was hinten raus kommt, muß vorne rein, wir kommen zum Essen. Man kann auf der TT auch wirklich gut essen, zum Beispiel gibt es in Laxey einen Italiener in hervorragender Qualität. Auch kann man in Peel am Hafen gut speisen, wenn das Restaurant nicht so schrecklich nach Essen stinken würde. Da Personal knapp ist, werden massenweise ungebildetete Schotten als Kellner eingeflogen, die auf Ihrem langen Weg von der Küche zum Kunden die Hälfte der Speisen verlieren. Das Geschmier setzt sich in den unvermeidlichen Teppichen fest und fängt spätestens nach der Trainingswoche an zu faulen.


    Einmal bot unser Wirt abends ein „Grand Menü“ zur Feier des nahenden Mad Sundays an. Als erfahrener TT Kenner lehnte ich das Angebot dankend ab. Die Reste verkaufte mein Wirt dann nachher auf der Straße unter einer Plastikplane. Ein Freund von mir wollte nicht hören, kaufte ein Rindfleisch, biß einmal hinein und feuerte das Stück über die Promenade auf den Strand. Ich glaube, nicht einmal die Möwen haben es noch angerührt.


    Werden mal Teile gebraucht, etwa ein Unterbrecher für eine Guzzi, sollte man sich keineswegs von dem imponierendem Eindruck des Händlers in Castletown irritieren lassen: Er wird den Unterbrecher nicht haben, er wird versprechen, daß er morgen einen geliefert bekommt, er wird einen bis an das Ende der TT vertrösten und am Tag der Abreise mitteilen, daß Teil sei da. Rufe dann nicht an und sage, daß Du nun nicht mehr vorbeikommen kannst, sondern verlasse die Insel wie geplant. Du ersparst Dir dabei eine Lektion zum Thema, was Engländer wirklich über Deutsche denken.


    Die sind sowieso nicht so beliebt auf der Insel, wie sie sich immer einreden, die TT ist und bleibt eine rein britische Veranstaltung, bei denen Gäste vom Kontinent, noch dazu aus Deutschland, allenfalls mit Skepsis und Zurückhaltung begegnet wird.


    Überhaupt die Abreise: Als korrekter Deutscher informiert man seinen Wirt vor der Abreise, daß morgen früh kein Frühstück mehr zubereitet werden muß, die Fähre geht schließlich um fünf. Er wird sagen, er würde ein kleines Paket herrichten, als Ersatz für das bezahlte, aber nicht eingenommene Mahl: Suche dieses Frühstückspaket nicht, niemand wird es finden, denn es wurde nie zubereitet.


    Das also, als kleinet Auszug, ist auch die TT. Natürlich gibt es auch unvergleichbare, schöne Momente und Erlebnisse: Ein Rentner sitzt neben mir und wir blicken gemeinsam schweigend auf die See, bis er bemerkt: „Beautifull day, nicest place on earth, never go back“, zu diesem Zeitpunkt und der aktuellen Wetterlage zweifellos eine richtige Bemerkung. Oder der Neuseeländer, der im Rucksack eine Manx Kurbelwelle mitführt, mit der er die Reise finanziert. Wir verkaufen das Teil an einen Franzosen, der uns sofort zu einer Flasche Wein einlädt. Einmal blicke ich versonnen in Castletown auf eine wunderschöne Velocette, da zieht mich ein älterer Mann mit in seinen Keller: Alles voll mit toprestauriertem Gerät. Da trifft man Iren, die einem schon nach einem Bier krachend auf die Schulter schlagen und Ihr Haus samt Tochter zur nächsten Nord-West 200 kostenfrei anbieten. Und wenn abends noch Training ist, und ich beobachte, wie man Creg ny Bar anbremst und mit Vollgas Richtung Hillbary verschwindet, dann nehme ich mein Bier vom Strohballen, schaue mal zurück auf meine am Pub wartende Guzzi, trinke und bin mit mir und der Welt so was von im Reinem, wie an keinem anderem Platz auf Erden.


    Und sehe bei der Qualität der Unterkünfte, der Toiletten und des Essens nicht mehr so genau hin. Aber ganz so hündig unterwürfig, wie die meisten deutschen TT Fahrer, sollte man das Ganze auch nicht sehen.


    Gruß


    Stefan

    Seit über 20 Jahren wohne ich nun im Südwesten der Republik und es ist mir äußerst peinlich, wenn ausgerechnet ein Freund aus Lüdenscheid im fernem Sauerland mich darauf hinweisen muß, daß es im nahen Elsaß neben Barr und Gashney noch ein Klassik Rennen gibt: Den „Grand Prix de Bösenbiesen“.


    Wo das liegt ? Im motorradtechnischem Niemansland, der ungeliebten Rheinebene zwischen Vogesen und Schwarzwald. Wäre Gott Motorradfahrer, er hätte uns nicht diesen flachen Graben geschaffen, den man entweder schwitzend wie ein Büffel, oder naß wie ein Pudel leidenschaftslos durchfährt.


    Dennoch galt es diese Lücke zu schließen und zunächst steht ja auch eine äußerst reizvolle Schwarzwaldquerung bevor. Die Plakate, mit denen der rührige „MC Barr“ für de Veranstaltung wirbt, sollte man allerdings nicht überbewerten, statt voller Ränge und 4 Zylinder Gileras finden wir lediglich ein verschlafenes Nest vor. Die Zuschauerzahlen am Samstag bewegen sich im 2-stelligem Bereich, eine Gilera kann man auf dem Parkplatz allenfalls in Rollerform bewundern.


    Immerhin ist ein beeindruckendes Bierzelt vorhanden. Dort wird „Cronenbourg“ gereicht, über den Geschmack wollen wir uns nicht beschweren in Zeiten, wo wir alle zu Hause auch nur „Öttinger“ im Keller vorhalten.


    Gefahren wird auf allem, was zwei oder drei Räder hat. Auch eine 200er Honda ist dabei, dass fuhr mal ein Studienkollege von mir, aber nicht, weil er Rennen damit gewann, sondern weil er als bekennendes DKP Mitglied seine Nähe zur Arbeiterklasse zur Schau stellen wollte. Nebenbei fehlte Ihm auch einfach das Geld zum Auto.


    Aber auch feinstes Gerät war zu sehen, Norton Manx, Hondas, die brüllen wie eine MV und sogar ein Königswellen BMW Gespann in wunderbar speckigem, ungepflegtem Allgemeinzustand. Ich sehe auch gerne diese topsauber aufgebauten Motorräder im Sinne des deutschen Veteranenverbandes, aber so ein verbrauchtes Gesamtkunstwerk hat auch etwas.


    Die Rennatmosphäre leidet etwas unter einer Tempobegrenzung auf 50 km/h in den Ortschaften: Die Akteure knallen voller Leidenschaft auf Bösenbiesen zu und werden dann durch Schikanen und Hinweisschilder auf dieses unwürdige Tempo heruntergebremst. Immerhin schienen es die Fahrer mit dieser Erziehungsmaßnahme am Sonntag nicht mehr so genau zu nehmen und zeigten gewohnt sauberen Sport.


    Meinem Sohn (12) gefielen die als „Spectacel“ angekündigten Stunt Darbietungen auf abgehalfterten Suzukis sehr gut, wenn auch so manches „Wheelie“ nicht so ganz gelingen wollte.


    Zum Nachtleben in Bösenbiesen kann ich nicht viel sagen, mein Frau
    war dabei und die vermeidet unnötiges Zelten wo immer Sie Gelegenheit dazu findet.


    Bei der Rückfahrt hatte ich noch die Befürchtung, trockenen Fußes nach Hause zu kommen, ein im deutschem Sommer ungewohntes Gefühl. Doch der Himmel hatte ein Einsehen und überschüttete besagten Rheingraben mit kräftigen Schauern. Als ich in einer Regenpause mein Gespann entschlossen auf 180 km/h beschleunigte, flog mir das Gestänge vom Verdeck davon, was mir zum Schluß noch einen ernsthaften Ehestreit eintrug: Meine Frau hatte das Unheil kommen sehen, ich aber auf Ihre verzweifelten Hinweise nicht reagiert.


    Insgesamt ein schönes, rundes Klassik Wochenende.


    Gruß


    Stefan

    Mit großer Skepsis fuhr ich am 22.07.07 nach Böblingen: Wollte mir mal den dort stattfindenden „City Grand-Prix“ ansehen. Eigentlich mag ich es nicht so, wenn der örtliche MSC mit Hilfe der Sparkasse einfach ein paar Straßen absteckt und Motorräder drauf fahren läßt.


    Mir sind richtige Rennstrecken, ehemalige Straßenkurse oder Bergrennstrecken lieber, weshalb ich auch Schotten nur wegen seiner einzigartigen Atmosphäre schätze, nicht wegen der Strecke.


    Was ich aber dann in Böblingen geboten bekam, war einmalig: Wer meint, noch näher an die Fahrer heranzukommen, kann sich nur noch mitten auf die Strecke stellen. Eine Streckenführung mitten durch die Innenstadt. Eine in dieser Stärke nie gehörte Geräuschkulisse. Ein Steckensprecher, ich glaubte den Chef des Tübinger Boxenstops zu erkennen, der in wunderbarem, reinstem Schwäbisch seine unglaubliche Fachkenntnis zum Besten gibt. Begeisterte Zuschauer, die in der Mehrzahl mit Motorrädern im Leben nicht zu tun haben und früher vielleicht auch nichts zu tun haben wollten. Freier Eintritt und kurze, praktische Wege zu unzähligen Bierständen.


    Die Fahrer sollten es angesichts der nahen Zuschauer eigentlich ruhig angehen lassen, werden aber durch vermeintliche Außenseiter immer wieder zum Vollgas herausgefordert. So treibt ein graubärtiger Wilder ein Gelände BMW-Gespann um die engen Kehren, was die Kneeler Freunde sich nicht bieten lassen wollen und prächtig am Kabel ziehen. Wenn da mal einer rausfliegt, gibt’s Tote.


    Einer scheint Rupert Hollaus zu sein, auf einer Fox kopiert er den EX Weltmeister mit gleicher Fahrhaltung und grimmigem Gesichtsausdruck.


    Ehemalige schwäbische Rennsportgrößen, es gab ja genug davon, geben sich die Ehre. Auch hier feines Gerät aus „Will`s Motorcycle World“ dem Tübinger Boxenstop, dem „Team Solitude“.


    Ein MV Sonderlauf rundet das Ganze ab. Und überall interessante Motorräder auch aus meiner Zeit: BMW, Honda, 2-Ventiler Ducatis usw...


    Das so etwas wieder möglich ist und genehmigt wurde ist für mich ein Wunder. Und beweist, daß in unserer Klassik Szene in Deutschland nach Jahrzehnten der Verbote und Gängeleien wieder ganz schön was geht.


    Gruß


    Stefan

    Der "Motor Sport Aktuell", Informations- und Klatschblatt der Rennsportfreunde, war es eine Meldung mit Bild wert: Jim Redmann trat auf dem Sachsenring in Begleitung seiner neuen Freundin auf. Eigentlich für den guten Jim nichts besonderes, wenn man seine Biographie kennt, nur: Seine Begleitung zählt 19 Jahre !!


    Der Mann ist ja wirklich der Hammer !! In einer Zeit, wo sich wir deutlich Jüngeren schon auf eine Zukunft vorbereiten, in der wir uns ausschließlich nur noch um Motorräder kümmern wollen, zeigt sich Jim mit einem Mädel, daß seine Urenkelin sein könnte. Dazu läßt er auch noch fröhlich Sprüche über die unterschiedlichen Risiken beim Sex und beim Motorradfahren vom Stapel: Früher sei das Rennfahren gefährlich gewesen, heute der Sex.


    Fehlte nur noch, daß MV oder Honda dem rüstigem Mann ein Motorrad für die Superbike-IDM anbieten, ich fürchte, er würde das Angebot nicht ausschlagen. Oder absagen, weil Ihm diese Klasse zu langsam ist.


    Wenn das Schule macht, daß 74-jährige noch mit solch jungen Dingern rummachen dürfen und können, dann scheint ja unsere Zukunft gar nicht so übel zu werden.


    Auf der nächsten Kirmes werde ich am Autoskooter oder der Raupenbahn in jedem Fall mal einen Annäherungsversuch starten.


    Gruß


    Stefan

    Lieber Charly,


    natürlich hast Du recht. Mein Sohn, 12 Jahre, wurde bereits im Alter von 3 Jahren im Seitenwagen auf die TT "veschleppt" und hat 100 x mehr Kilometer in der Enge eines Seitenwagens verbracht, als im Auto.


    Will die Mama mal nicht mit, muß er auf engen Sitzbänken Platz nehmen, die eigentlich nur für eine Person gedacht waren, weil sein Vater, ungeachtet seines fortgeschrittenen Alters, am Motorrad alles haßt, was nach übertriebener Bequemlichkeit aussehen könnte.


    Er hat auch gelernt, Gespräche mt mir zu unterbrechen, wenn gerade einer von uns Wahnsinnigen bei mir zu Hause die nahen Serpentinen raufsägt, sein Vater braucht Konzentration, um die Anzahl der Zylinder, die gewählte Ventilsteuerung, oder gar das Fabrikat am Geräusch zu ermitteln.


    Er liebt mich, aber ich glaube, er hält mich für verrückt.


    Du siehst, ich tue eine ganze Menge, "das Feuer zu enfachen".


    Meine Mutter hat ihre Abneigung gegen Motorräder bis zu ihrem jetzigem Alter von 81 Jahren bewahrt. Ihr Ältester saß als Sozius auf einer R 50, dessen Fahrer starb. 2 Jahre später beendete Ihr Jüngster seine 50er Karriere auf seiner heißgeliebten Kreidler mit einem Beckenbruch. Ferner verbindet Sie Motorradfahren mit ungehemmtem Alkohohlgenuß und der Unmöglichkeit, Schulen oder gar Studien erfolgreich zu beenden.


    Letztes Jahr starb ein 17 jähriger aus der Nachbarschaft auf seiner Mito beim Versuch, in einer Rechtskurve einen Bus zu überholen, gleiches passierte vor wenigen Wochen dem 16 jährigem Sohn eines nahen KTM Händlers.


    Natürlich muß man das bei 4 Milionen Zweirädern in Deutschland relativieren, aber das alles geht mir durch den Kopf, wenn ich daran denke, welche Entscheidung mir in 4 Jahren bevorsteht: Roller oder Aprilia ?


    Er soll sich entscheiden, wie er will, aber traurig wäre ich schon, wenn er mit 18 mit einem dusseligem Polo auftauchen würde.


    Gruß


    Stefan

    Ein Aspekt wird meines Erachtens immer zu wenig beachtet:


    Wenn junge Frauen sich entscheiden müssen, ihre ersten partnerschaftlichen Erfahrungen auf dem Beifahrersitz eines Cabrios, oder auf der spärlichen Sitzbank einer 600er zu sammeln, werden sie sich in großer Mehrheit für das erste Angebot entscheiden.


    Offene Auspuffe, höllenartige Beschleunigungen, phantastische Schräglagen imponieren Frauen nicht sehr, sobald sie sich selbst einem solchem Kamikaze ausliefern sollen. Auch zerstört der Helm die sorgsam gerichtete Frisur, bei Regen wird gefroren, bei Sonne geschwitzt. Kein attraktives Angebot für eine Frau, wenn man bedenkt, welche reizvollen 4-räderigen Alternativen ihr zur Verfügung stehen.


    Für junge Männer, wir haben es selbst ja auch noch nicht ganz vergessen, ist es aber gerade in diesen Jahren sehr wichtig, daß sich ab und an auch mal ein Weib unter die heimische Bettdecke mischt. Und da wägt so mancher doch ganz cool ab, was ihm wichtiger erscheint, eine wilde Motorradtour mit abendlichem Alleinsein, allenfalls gemildert durch den Konsum ungezählter Bierflaschen, oder eine gepflegte Cabriotour, für dessen Mühe die Partnerin des Abends zurückzuzahlen bereit ist. .


    Bei uns war das früher ja auch nicht anders, nur hatten die Kollegen von der 4-rädrigen Zunft damals allenfalls einen Käfer oder Kadett anzubieten und wir galten vielleicht als die etwas robusteren, unangepaßteren Typen, was vor 30 Jahren als attraktiv galt.


    Inzwischen haben die Frauen aber erkannt, daß ein Reihenhaus am Stadtrand mit Zafira vorm Haus für ihr Leben wichtiger ist als ein unverbesserlicher Motorradfan, der auch mit 50 Jahren seine Ketten heimlich im Backofen auskocht und am Heiligabend begehrt, TT Videos aufzulegen.


    Deshalb ist der Niedergang der Verkaufszahlen nicht auf mangelndes Interesse der Männer zurückzuführen, sondern zum großen Teil deswegen, weil diese Art der Feizeitbeschäftigung bei jungen Frauen auf wenig Resonanz stößt.


    Gruß


    Stefan

    Als der Rolf Steinhausen in den 70er und 80er Jahren seine größten Erfolge feierte entwickelte sich aus seiner Heimat aus, dem Oberbergischem, ein Fantourismus, den man ansonsten lediglich bei Fußballspielen beobachten kann.


    In Spa und Assen sowieso, aber auch bis nach Le Man und Salzburg legten unzählige leergetrunkene Erzquell und Zunft-Kölsch Büchsen Zeugnis von der Herkunft der Besucher ab.


    Da tummelten sich dann auch Leute, die vom Motorsport und von Motorrädern überhaupt keine Ahnung hatten, sich aber dennoch als Insider niemals das Recht nehmen ließen, dem armen Rolf wichtige Ratschläge mit auf den Weg zu geben.


    Einmal war ich Zeuge, wie ein Experte, im Hauptberuf Busfahrer, Ihm mit der Wegnahme des Gespanns drohte, sollten sich die Trainingszeiten nicht bessern.


    Der Steinhausen hat das alles mit Gleichmut ertragen, während ich den Toni Mang mehreremale in wilder Flucht erlebte, als er den Ansturm der oberbergischen Rennsportfans bemerkte.


    Muß ja auch überaus lästig gewesen sein, wenn Rennbesucher einen Weltmeister darauf hinweisen, er fahre das falsche Kettenfabrikat, oder den Steinhausen vor einem Rennen danach fragten, wie viel Bier er eigentlich vor dem Start trinke.


    Ich selber ging den Leuten nie zu nahe, aber gelacht hab ich über die oft komischen Dialoge genug. Wir hatten alle jahrelang immer einen Riesenspaß an den Rennstrecken, es ist eben doch interessanter, wenn sich unter den Akteuren wenigstens einige siegfähige Deutsche befinden.


    Schade für die jetzige Jugend , daß diese Zeiten wohl endgültig vorbei sind.


    Gruß


    Stefan

    Hallo Charly,


    Du fragst nach Lösungsvorschlägen, wie wir verhindern können, daß uns die Umwelt Mafia nicht den Spaß verdirbt:


    Obwohl auch schon der ADAC einknickt hilft meiner Meinung nach nur stetiges Gegenargumentieren, Schreiben von Leserbriefen, Besuch von Parteiveranstaltungen und die Hoffnung, daß der Druck der Industrie und Gewerkschaften so groß wird, daß Herrschenden doch noch vernünftig werden und wir wieder mal mit einer kräftigen Steuererhöhung davonkommen. So war es ja letztlich in den vergangenen 30 Jahren auch.


    Auch gut ist, die Grünen zu wählen, denn sind die erst mal wieder an den Fleischtöpfen, lassen sie uns in Ruhe. ( Oder hast Du während deren Regentschaft noch einmal etwas vom Ozon oder dem Tempolimit gehört ? ) Ich kann es leider selber nicht praktizieren, da mich beim Ankreuzen von solchen Parteien immer ein Zitteranfall mit anschließendem Unwohlsein überfällt, hier muß die Gesundheit einmal Vorrang haben.


    Im schlimmste Fall ziehe ich nach Frankreich, obwohl diese Hype dort auch grassiert. Wenn gar nichts mehr geht, werde ich vielleicht dein Nachbar in Thailand.


    Gruß aus Deutschland


    Dein Stefan

    Hallo Charly,


    natürlich gibt es AIDS, so wie es Infektionskrankheiten unter uns Menschen schon immer gegeben hat, besonders dann, wenn sexuelle Praktiken gepflegt werden, die nicht unmittelbar vom lieben Gott zur Fortpflanzung ausgewählt wurden. Es ging aber zu keiner Zeit die von Berufs Apokalyptikern prophezeite Lebensgefahr für uns Westeuropäer davon aus.


    Deine Schuldzuweisungen an die Großindustrie irritieren mich etwas und erinnern mich an das sinnlose Geblöke vielerlei K-Gruppen in den 70er und 80er Jahren. Immer sind die anderen Schuld, die "Großen", die "Mercedes-Fahrer", sollen die doch erst mal anfangen usw. usw. Ich dagegen freue mich über jede neue Kunststoff- Teppich oder Autofabrik, die entsteht. Mir macht es Spaß und sichert meinen Lebensstandard, an der Entwicklung und dem Aufbau von neuen Maschinen und Techniken mitzuwirken. Außerdem: Es muß für Techniker und Ingenieure auch noch Tätigkeitsfelder jenseits der Solarzellen und der Windräder geben, wenn wir überleben wollen.


    Zu den Altenheimen: So einen Ablaßhandel habe ich immer abgelehnt. Ich weigere mich auch standhaft, alljährlich mit meinem Gespann an diesen Behindertenralleys teilzunehmen. An meiner Aprilia RS 250 habe ich, zwecks Leistungssteigerung, den KAT entfernt, soll ich im Gegenzug eine Stunde bei einem 85-jährigem am Krankenbett verweilen ?


    So, jetzt hoffe ich, Du hast jetzt endlich die gewünschte Stammtischkultur.


    Was mich heute wirklich bewegt: Ich habe mir zum Herausdrehen von Federbeinen an einer Max Gabel ein Spezielwerkeug machen lassen, daß ist jetzt im Innendurchmesser ca. 1 mm zu klein und paßt da nicht drüber. Das verdirbt mir jetzt den ganzen Samstag, weil ich wegen Regen ersatzweise auch nicht fahren kann. Wie kriege ich jetzt doch noch das verdammte Federbein da raus ?


    Viele Grüße


    Dein Stefan

    Hallo Charly,


    daß einzige, was die gemerkt haben, ist, daß die Regierung mal wieder ein zugkräftiges Argument für Steuererhöhungen braucht, die UNO eine Rechtfertigung für ihre Weltregierung sucht und tausende von Wissenschaftlern und Journalisten Futter zum Überleben brauchen.


    Der Club of Rome wollte uns in den 70ern Angst machen, daß in 15 Jahren das Öl zu Ende wäre. Dann kamen das Waldsterben, AIDS, Ozon, der saure Regen, BSE und die Vogelgrippe, alles Lügen, um uns gefügig zu machen.


    Das CO² und der Klimawandel ist die Vogelgrippe 2007. Genauso eine erfundene Gefahr, um das Volk in einen permanenten Ausnahmezustand zu versetzen. Das hilft beim Steuernerhöhen und läßt uns angstvoll nicht nachfragen, was für Stümper da eigentlich in Berlin und New York an der Macht sind.


    Die höheren Steuern werden wir immer bezahlen, damit man uns weiter fahren läßt. Und vielleicht schon im nächstem hartem Winter beim Schneeschüppen bemerken, daß von einem Klimawandel gar nicht die Rede sein kann, uns man wieder mal über den Tisch gezogen hat.


    Bis zum nächstem Weltuntergang.



    Gruß


    Stefan

    Es gibt zwei Zeitschriften, die sich mit dem Thema klassische Motorräder befassen, beide sind in meinen Augen sehr gut gemacht. Ich weiß gar nicht, welche der Beiden diesem Forum und dieser Web Seite näher steht.


    Aber in einer der Zwei fand ich jetzt einen Artikel über die Hoffmann Gouverneur: Erzählt aus der Sicht der damals direkt Beteiligten, aus technischer und kaufmännischer Sicht, herrlich !!


    Zeitschriften, die sich mit klassischen Motorrädern befassen, haben es wohl oft nicht leicht, passende Themen zu finden, denn wir wissen inzwischen, wie eine Max läuft und bis wann eine Le Mans offene Trichter tragen durfte.


    Aber Artikel, geschrieben und verfasst von Leuten, die damals Zeitzeugen waren, sind aus meiner Sicht hoch interessant. Warum wurde aus der 250 er keine 350 er gebaut ? Was wurde aus den Prototypen ? Welchen Einfluß hatte, um bei Hoffmann zu bleiben, die Vespa Lizenzfertigung auf den Geschäftserfolg ? ( Ich wußte das übrigens gar nicht, daß die in Düsseldorf mal Vespas bauten )


    Mir macht so was Spaß zu lesen und es dürfte noch genügend ehemalige Werksangehörige geben, die Ihre Erinnerungen an NSU, MZ, DKW, Horex oder Adler zum Besten geben können.


    Beim Übergang 1969 von der 69/S zur 75/5 gab es doch sicherlich bei BMW geügend Gesprächsstoff, der sich aufzuarbeiten lohnen würde.


    Aber auch frühere Importeure wären gefragt: Was wurde aus den ersten Importeuren japanischer Motorräder, was macht ein Michael Krech heute ?


    Eine Frage aber noch zum Thema Hoffmann: Was war denn eigentlich der Richard Küchen für einer: Immer schöne runde Formen und unsichtbare Vergaser, aber ist dem eigentlich auch mal eine Konstruktion gelungen, die sich thermisch wenigstens einigermaßen im Gleichgewicht befand ? Muß doch auch ein ganz Verrückter gewesen sein.


    Gruß


    Stefan

    Mein lieber Herr Schneider,


    auch wenn Sie sich in der Veteranen Szene einige Meriten erworben haben: So muß ich mich nicht von Ihnen beleidigen lassen.


    In keinster Weise möchte ich einen Menschen wie Jim Redman in irgendeiner Weise herabwürdigen.


    Das Gegenteil ist der Fall: Während z.B. ein Phil Read oder ein Dieter Braun bei Veteranenveranstaltungen hofiert und völlig zu Recht als hohe Persönlichkeiten behandelt werden, bemerke ich, daß ein Jim Redman die Pausen zwischen seinen Auftritten zu unwürdigen Verkaufsveranstaltungen seiner Bücher nutzten muß.


    Das halte ich eines 6-fachen Weltmeisters für unwürdig und gehört angeprangert !


    Gerade des Respekts wegen, den ich einem Fahrer wie Jim Redmann, natürlich aber auch anderen, entgegenbringe, empöre ich mich darüber, daß sich dieser Mann in solcher Art zur Schau stellen muß.


    Lustig ihre Bemerkungen zur NSU MAX: Ein Max Fahrer darf also nicht Kritik in der von mir gewählten Form üben, welches Motorrad würde denn besser Ihre Vorurteile mir gegenüber bestätigen, lieber Herr Schneider ?

    Das während der Klassik Rennen in Spa ein Jim Redmann anwesend ist, darf man als Besucher erwarten, auch wenn der Altvordere im Fahrerlager meist schlafend auf seinem Campingstuhl anzutreffen ist.


    Dafür spendet er Trost wenn er zeigt, wie man in diesem Alter noch Motorradfahren kann, es gibt mir Hoffnung, daß auch mir noch ein paar Jährchen im Sattel bleiben.


    Das er auf der Solitude im Sommer erneut auftritt, überrascht auch nicht, hält er doch dort immer noch den Streckenrekord. Das seine MV mangels Benzin dort nicht anspringt ist nicht Ihm und seinem Alter, sondern eher seinem Begleitpersonal anzulasten.


    Das er aber während eines Bergrennens in Tübingen erneut auf einem Klappstuhl schlafend in der Sonne sitzen muß, verwundert: Nichts gegen das "Schwäbische Hill Event" und seine Macher, aber muß ein 6-facher Weltmeister in diesem Alter wirklich noch 10 Stunden am Tag in der schwäbischen Provinz Bücher verkaufen ?


    Ob er das wirklich gerne und aus freien Stücken macht ?


    Oder zwingen ihn finanzielle Engpässe, oder gar die völlige Pleite, zu diesen Demütigungen ?


    In jedem Fall zeugt der Anblick eines vor sich hin dösenden alten Mannes nicht gerade von Freude am Leben.


    Muß er sich das antun ? Was haben wir davon, wenn sich ein Altstar dermaßen unwürdig zur Schau stellen muß?


    Kennt jemand die Hintergründe und könnten wir nicht anderweitig helfen ?

    In der letztem Motorrad Classic gibt es einen Bericht über den Veteranen Grand Prix auf dem Salzburgring mit Andeutungen und merkwürdigen Bemerkungen: Leider sagt der Autor nicht klar und deutlich um was es geht. Es scheint, er kritisiert die vielen sehr ehrgeizigen "späten" Rennfahrer, die solche Veranstaltungen nutzen, die mit viel Geld und Bemühungen engagierten Stars auf der Strecke herauszufordern.


    Klar, daß kann einem Phil Read nicht passen, wenn sich ein 60 jähriger Bauunternehmer im Pensionsalter seinen Traum erfüllt und zur Hatz auf Ihn und seine Paton bläst.


    Einem Dieter Braun werden kostbare Ausstellungsstücke geliehen, die er dann bis zur Neige ausquetschen muß, um der Horde wildgewordener Rentner zu entkommen.


    Meinte der Autor dieses Problem ? Ist es auch bei anderen Rennveranstaltungen aktuell ? Kann man es den Aktiven verdenken, wenn Sie die Gelegenheit nutzen, sich mit Ex-Weltmeistern zu messen ? Oder ist das im Rahmen einer Veteranenveranstaltung nicht mehr hinnehmbar ?


    Die Meinung anderer Forumisten würde mich interessieren.


    Gruß


    Stefan

    Ein wunderschöner Bericht: Ich war als Westmensch mal 1987 beim zentralen Training in Schleiz. Obwohl ich damals jedes Wiochenende im Westen irgendwo auf einem Rennen war: Sowas hatte ich noch nicht gesehen.


    Diese Eigenbauten konnte man den ganzen Tag bestaunen, das kannten wir Westler nicht in dieser Form.


    Und die Zuschauer ! Zu einem DM Lauf bequemten sich bei uns damals höchstens 1000 Leute, in Schleiz waren es zig-Tausend, obwohl offiziell gar kein Rennen war.


    Un nie vergessen werde das Bier in einer Kneipe, um die die Rennfahrer im 180° Knick herumfuhren.


    So ist mir Schleiz bis heute in guter Erninnerung, die Atmosphäre ist auch jetzt noch immer was Besonderes und die Strecke meiner Meinung nach die schönste in Deutschland.


    Gruß


    Stefan

    Natürlich kann ich eine Kette vernieten. Ich denke nur, HONDA hat sich was dabei gedacht, nur Endlosketten anzubieten.


    Sind immerhin 160 PS, die da dran rumzerren.


    Aber in Wolfenbütterl war ich auch noch nie.


    Gruß


    Stefan

    Ja, daß darf nicht passieren. Warum lief Öl aus, Motorblock beschädigt ?


    Ich habe ein Doppel X Gespann, mit Scot Oiler ist die erste Kette noch drauf: 48.000 km !


    Ich weiß auch, die muß mal gewechselt werden, aber sieht noch einwandfrei aus.


    Sollte ich aber vielleicht zur Vorsicht doch mal wechseln, aber man muß die Schwinge ausbauen und ixch habe noch so viele andere Projekte.


    Gruß


    stefan

    Mit 14 Jahren fuhr ich mein erstes Motorrad im Wald. Seit diesen fernen Tagen habe ich noch nichts gefunden, was mir mehr Spaß machen konnte.


    Mit 48 Jahren wollte ich mir einen Traum erfüllen und erwarb im letztem November eine MV Agusta F 4.


    Habe manche Abend mit einer Flasche Bier davor gesessen und sie angeguckt.


    Habe in Gedanken schon meine ganzen Hausstrecken abgefahren.


    Melde Sie an.


    Mache noch bei der Arbeit ganz bewußt erst noch etwas fertig.


    Ziehe den Lederkombi an, fahre 20 min, merke, das es zu kalt ist, will einen Schal holen. Meine Frau sagt, der Klang sei nicht so doll. wie an meiner Guzzi. Ich sage, dann stelle Dich mal auf den Balkon, wenn die mal ausdreht, wirst Du schon hören, wie so ein Vierzylinder klingt.


    Ich fahre, wunderbare Serpentinen, drehe aus, leichte Links, da steht ein Traktor, hat schon den Blinker links, will auf den Häckselplatz.


    Ich kriege es mit der Angst, bremse, Hinterrad blockiert, komme auf den Dreck und die Fuhre schlägt in die Böschung ein.


    5000 EUR Schaden. Alles tut weh. Wie früher.


    Und das mit 48 Jahren.


    Aber bald ist sie wieder fertig und dann geht es richtig los.


    Gruß



    Stefan