Beiträge von nsumax

    In meiner Jugend habe ich oft im Wald gearbeitet, im Oberbergischen regnet es eigentlich immer, ich bin es gewohnt, naß wie eine Katze herumzulaufen, ohne Schaden zu nehmen. Der Donnerstag Abend brachte aber in Hockenheim so einen Regenguß, der sogar die Vorfälle in Walldürn vor ein paar Jahren in den Schatten stellte. Gerade zu dem Zeitpunkt, wo Abnahme war, eine Flucht unmöglich, füllte sich das Fahrerlager mit Wasser, die das sonnenverwöhnte Hockenheim wohl noch nicht gesehen hat. Und nur eine Hose dabei, ist doch sonst immer so schönes Wetter dort! Wollte eigentlich noch Essen gehen, ganzen Tag nichts bekommen. Ausfahrt nicht möglich, keiner traute sich, durch den vollgelaufenen Tunnel zu fahren. Glücklicherweise hatte mein Freund noch ein paar Frikadellen vom Lidl zur Hand, Bier war auch ausreichend vorhanden, so konnten wir mit knapper Not überleben.

    Kassel darf man nicht als „Rennen“ betrachten. Ich fuhr dort letztes Jahr, in meiner Klasse tummelten sich Kawasaki 1000 und Hercules 50. Die Streckenführung ist ein einziges Grausen. In der Hauptsache geht es nur darum, alte Autos zu zeigen, den Zuschauern die Illusion eines Rennens zu geben. Die Motorräder sind lediglich Beifang. Dennoch sticht uns dann doch der Hafer, es wird eigentlich zuviel riskiert. Diese Strecken sind nicht zu unterschätzen, gerade weil sie mit einer Rennstrecke nichts zu tun haben. Ich war mal Teilnehmer beim „Böblinger City Grand Prix“, durch die Fußgängerzone bergab, an Ampeln vorbei, ein großes Erlebnis. Das Fahrerlager aber dann doch voll mit humpelnden und schmerzverzerrten Gestalten. Ich kam durch, brach mir dann aber in Schwenningen, auf einer ähnlichen Horrorstrecke, das Schlüsselbein, der rechte Zeh tut heute noch weh, nach 8 Jahren. Es macht zwar Spaß auf solchen Schaurennen, viele Zuschauer, die nah an der Strecke stehen, auch außerordentlich Anteil nehmen, aber ich trinke seitdem lieber einige Bier mehr am Vorabend bei solchen Veranstaltungen, daß hemmt den Tatendrang am „Renntag“ dann doch heftig und hilft, gesund nach Hause zu kommen.

    Uwe, daß ist mr schon klar, daß da in Frankfurt keine Bürotürme besetzt sind, damit der Hobbyrennfahrer seine Starterlaubnis bekommt. Nur, mein Sohn hat am 03.03.2018 das Geld und den Antrag versendet, inzwischen zählen wir den 18.04.2018. Er hat auch dort angerufen, eine sehr freundliche Frau erklärte Ihm, nichts bekommen zu haben, aber das Geld müßte ja eigentlich irgendwo sein. Darüber war allerdings keine Auskunft zu bekommen. Mir liegt es fern, solche Verbände zu kritisierern, ich weiß zu wenig über deren Arbeit. Aber solche Bearbeitungszeiten müßen nun wirklich nicht sein. Und wenn tatsächlich, wie behauptet, "die Post schon mal öfters nicht zustellt", dann muß doch jemand mal nachfragen, woher den das Geld kommt, welches eingezahlt wurde, oder es zumindest zurück schicken.

    Eine gelungene Veranstaltung, die man so früh im Jahr tatsächlich nur in Hockenheim durchführen kann. Nur hier, im badischen Rheintal, kann man morgens beim strömenden Regen von zu Hause losfahren, in der festen Überzeugung, daß sich das Wetter dort und zwar nur dort im Laufe des Tages verbessern wird. Auf dem Nürburgring geht das nicht, hier fährt der Kunde los, während die Nachbarn den Grill auspacken und wird mit Kälte, Regen, in Härtefällen mit Schneeregen empfangen. Sechs Mal darf gefahren werden, für in unseren Kreisen geradezu lächerliche 120,-- €. Und gewinnt die Erfahrung, daß ein Zweitakter am neuen Schaltgestänge aber auch tatsächlich jede Schraube und Mutter losvibriert, die er vorfindet. Dank und Gruß deshalb auch an den benachbarten Gespannfahrer, der über einen unerschöpflichen Vorrat an selbstsichernden Muttern verfügte. Ein schöner Auftakt, die Einstellfahrten zu Hockenheim.

    Die C-Lizenz kann ja ab diesem Jahr nicht mehr am Vernstaltungsort erworben werden, warum auch immer, wird sicher seine Gründe haben. Nun bin ich ja nicht mehr jung, meine Lebenserfahrung lehrte mich, das Dokument bereits im Januar zu beantragen. Meine Befürchtungen bestätigten sich, erst nach einer schriftlichen Nachfrage erhielt ich das Papier, nach einigen Wochen, aber immer noch rechtzeitig, um beim John/Sattelberger Ereignis im Mai dabei sein zu dürfen. Mein Sohn, jung wie er ist, war nicht so schlau, überwies das Geld mit Antrag am 3.März, bislang ohne Erfolg. Als er letzte Woche, 25.03.2018 nachfragte, bekam er zur Antowrt, die Lizenzen würden immer 2 Wochen nach Beantragung ausgestellt. Nun ja, inzwischen sind aber mehr als 2 Wochen vergangen. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, was der DMSB ist, was er macht, warum er so wichtig ist. Auf der Web Seite ist von Umwelt Preisen die Rede, was wohl sogar ein Motorsport Bund inzwischen zwingend vorzuweisen hat, um an Fördergelder zu kommen. Auch scheint eine Beziehung zum deutschen olympischen Komitee zu bestehen, was mich erstaunt. Vielleicht fordern diese und andere Tätigkeiten den Verein auch so stark, daß die Ausstellung von C-Lizenzen einfach mal hinten an stehen muß. Dennoch überrascht diese lange Bearbeitungszeit, wenn man früher das begehrte Dokument von einer freundlichen Dame im Rahmen der Papierabnahme innerhalb von Minuten überreicht bekam. Mir ist schon klar, daß es solche Verbände geben muß, ich verstehe auch, daß nach dem Sport mit alten Motorrädern in so einem Verband kein Hahn kräht, allenfalls gerade noch über dem Auto Slalom auf Aldi Parkplätzen dürften wir angesiedelt sein. Nur, daß Ausfüllen einer Pappkarte sollte doch innerhalb 4 Wochen möglich sein. Vielleicht liest auch ein Funktionär des DMSB hier mit und kann einmal schlüßig erklären, was für Hintergründe und Widerstände vorhanden sind, diese lange Bearbeitungszeit zu rechtfertigen. Mein Sohn, langjähriger Begleiter und seit 2 Jahren auch aktiv, würde sich freuen.


    Gruß


    Stefan

    Schenkt man dem Bericht von Manfred Amelang Glauben, knallt es mächtig bei den Funktionären des VFV. Das mag Gründe haben, die wir nicht kennen. Vielleicht liegt es aber auch daran, daß wir Fahrer den Organisatoren nicht die Wertschätzung geben, die sie eigentlich verdient hätten. Ich fahre jetzt nahezu 10 Jahre auch beim VFV, neben einigen für mich unverständlichen und kontroversen Streitereien bei der technischen Abnahme, kann ich aber in dieser Zeit keinerlei grobe Schwächen beobachten. Wir können auf allen in Deutschland zur Verfügung stehenden Strecken fahren, die sich grundsätzlich in einem perfekten Zustand befinden. Der Zeitplan wird mit geradezu pedantischer Exaktheit eingehalten. Zugelassen wird im Prinzip alles, was 2 oder 3 Räder hat und einen Stummellenker sein Eigen nennt. Die Geduld der Damen bei der Papierabnahme ist mir aus dem Berufsleben bei ähnlichen Situationen unbekannt. Die Einführung der B Klasse eröffnete auch jüngeren Motorrädern und Fahrern das Tor, seitdem ist mein Sohn nicht mehr nur als kritischer Beobachter seines Vaters, sondern auch als aktiver Fahrer dabei, mit schlanken 22 Jahren. Die Einführung der Online Nennung, unter Auslassung der grausamen Papierabnahme, ist eine Revolution im Klassik Sport. Sonderläufe und enorm interessante Ausstellungen in Hockenheim, jedes Jahr nach einem anderen Motto, verkürzen die langen Wartezeiten zwischen den Läufen. Schotten ist eine Veranstaltung in Hessen, über die im ganzen Land gesprochen und die jeder kennt, sogar wenn er mit dem Motorradsport im normalen Leben nichts am Hut hat. Wenn wir bereits abreisen, haben die Funktionäre bis in den späten Abend auszuharren, bis jeder Motor gefahren, jeder Pokal übergeben wurde. Das Theater im Vorfeld, die Diskussionen mit den Betreibern der Strecken, den Verbänden, Versicherungen, den Behörden dürften enorm Zeit und Nerven kosten, von Leuten, die auch noch etwas anderes zu tun haben. Der VFV hat also auf der Habenseite eine Menge aufzubieten, braucht sich nicht zu verstecken. Dennoch gehört leises oder lautes Murren beim abendlichen Fahrerlager Bier zum guten Ton. Ich kann diese allgemeine Unzufriedenheit nicht verstehen, die sich vielleicht auch in den Kreisen der Funktionäre verbreitet hat. Wir haben 2 außerordentlich leistungsfähige Klassik Veranstalter in Deutschland, darauf sollten wir stolz sein und vielleicht auch den Organisatoren einmal und mehr als in der Vergangenheit mitteilen, daß sie eine hervorragende Arbeit abliefern.

    Das Wochenende begann normal, Regenschauern bereits am Freitag, Ausfälle wegen gelöster "SuperSeal" Steckverbindern, Kette gerissen, am Freitag Abend heftige Regenfälle. Ist ja soweit nicht weiter bemerkenswert. Am Samstag weitgehend trocken, bis dann ein Gewitter über den Flugplatz niederging, daß es in sich hatte. Aus Angst um das Wegfliegen meines Vorzeltes verbrachte ich den Sturm weitgehend im Freien, unterstützt von meinen Bier und Zigaretten Vorräten. Was sich dann dargeboten hat, war allerdings für mich einzigartig, Autos im Wasser und Matsch versunken, Transporter mit noch aufgespanntem Planen, unter denen noch vor wenigen Stunden fröhlich geschraubt und gezecht wurde, kaum noch erreichbar. Dann wurden wir im Zuge der herrschenden Panikstimmung in unserem Lande von offizieller, vermutlich behördicher Seite, tatsächlich aufgefordert, unsere Autos, Motorräder und sonstigen Habseligkeiten zurückzulassen und mit Bussen in eine Turnhalle gefahren zu werden, um dort, umsorgt von der eingeübten Betreuungsindustrie, die Nacht zu verbringen. Die Angst vor soviel staatlich organisierter Fürsorge veranlaßte das Fahrerlager in panischer Hast den Ort zu verlassen, solange es noch möglich war. Kein Bier, stattdessen die Aussicht auf Tee und filzige Decken vom THW, dann doch besser die Flucht nach Hause. Sie ist uns gelungen.

    Ich kann mich erinnern, anlaßlich des "Kölner Kurs", ich glaube es war 2009, im Fahrerlager gegrillt zu haben, ein Dank noch heute an den REWE in Adenau für das vorzügliche Fleisch. Überwiegend sind jedoch in meiner Wahrnehmung bei dieser Veranstaltung Gedanken an Sorgen, die frostschutzlose Yamaha könnte in der Nacht zum Sonntag Schaden nehmen. Dieser VFV Lauf ist eindeutig zu früh. Sicher eine Frage der Streckenmiete, man muß sich ja bereits wundern, daß der MSC Porz überhaupt jedes Jahr die Möglichkeit erhält, dort ein Rennen durchzuführen und sich gegen die zahlungskräftige Autofraktion zu behaupten. Wir nehmen ja jedes Jahr einiges in Kauf, späte Einreise in das Fahrerlager, weil dort noch russische und schweizerische Porsche im Weg stehen, technische Abnahmen außerhalb des Fahrerlagers mit umständlicher Ent- und erneuter Beladung unserer Motorräder. Und das alles für 3 Läufe, ist Pech im Spiel wird einer davon noch wegen Kollegen, die noch mehr Pech hatten, abgebrochen. Normal, daß es oft bei spärlichen 30 Minuten Fahrtzeit bleibt. Bin ich beruflich im Ausland, verbinden meine Gesprächpartner mit Deutschland Bier, Schweinshaxen, Franz Beckenbauer, Heidelberg und den Nürburgring. Nur ich, als Eingebohrener, mit Stammbaum bis in das frühe Mittelalter, darf diese Strecke nur unter äußerst widrigen Umständen befahren. Sicherlich können der MSC Porz, der rührige VFV, der bewundernswerte Manfred John die Streckenmieten für eine Veranstaltung im Sommer nicht stemmen. Für abgehafterte Eishockey Stars aus Osteuropa, die fragwürdige Leistungen in der zweiten Liga darbieten, ist jedoch immer Geld für den Bau einer neuen Eishalle vorhanden. Von absolut langweilgen Fahrrad und Marathon Läufen, wo sich dem Rentenalter nahe Personen den Rest geben, gar nicht zu reden. Wenn Sport überhaupt subventioniert gehört, muß auch der Motorradsport dazu gehören. Wird überhaupt einmal der Steuerzahler für den Motorsport in Haftung genommen, ist immer nur von der Formel 1 die Rede, dann fließt Geld und das auch nur unter erheblichem Widerstand. Im Breitensport, so könnte man unsere Szene zutreffend einordnen, soll auf einmal in einem Land, daß die Energieversorgung quasi verstaatlichte, alles nach den herben Regeln der Marktwirtschaft zugehen. Ich habe für diesen Staat eine Unmenge Steuern bezahlt, für diesen Staat bei der Bundeswehr gelernt, den Klappspaten zur Sicherheit nach dem Stich noch mal umzudrehen, jetzt darf ich mit allem Recht auch mal fordern, auf dem Nürburgring in erträglichen Jahreszeiten, bei besten Bedingungen, die Yamaha zu fahren.

    “Willste mit“ Charly willst Du mich verarschen? Hier ist den ganzen Tag Nebel, ich habe seit gestern Halsschmerzen und Du fragst mich, ob ich mit zum Bira will. Was würde ich jetzt dafür geben, Deine Einladung anzunehmen. Noch nicht mal mit der BETA kann ich raus, aus Angst, nächste Woche erste richtig krank zu werden.

    Schöner Film, Charly. Aber eine Frau konnte man mit einem Motorrad noch nie fangen. Schon gar nicht mit einer Norton, sowas konnte doch zu unseren Zeiten mit einem Ascona nicht mithalten, da stiegen die gerne ein. Meine eigene Frau war da allerdings eine Ausnahme, als wir uns kennenlernten, war ich gewohnt, alleine zu fahren, alle meine vorherigen Versuche scheiterten spätestens Anfang Herbst an den besagten Asconas. Ich hatte mich daran gewöhnt, war auch fest entschlosen, grundsätzlich kein Weib mitzunehmen, allein dem unnützen Gewichts wegen. Sie wollte dann doch mal mitfahren, herausbekommen, was der Grund war, warum ich grundsätzlich an Wochenenden nie Zeit hatte. In den Nordschwarzwald ging es mit der Le Mann, ich fuhr bewußt wie ein Teufel um ihr diesen Unsinn ein für alle mal auszutreiben. Kurz nach Bad Liebenzell, Zigarettenpause und die sagt, sowas schönes habe sie noch nicht erlebt. Ich war geschockt, die erzieherische Maßnahme total gescheitert. Muß an den Lafranconis gelegen haben. Wir mußten heiraten, fuhren mit der Guzzi nach Schleiz, direkt weiter nach Brünn, das ganze Gepäck auf der Blinkerstange, scheiß egal. Und vieles mehr. Nur, die Motorradfahrer Phantasie, mit einem Motorrad Frauen ins Bett zu bekommen, bleibt heute wie früher ein feuchter Traum. Das gelingt allenfalls Harley Fahrern, die können nach Schweiß, Zigarretten, Whiskey und Bier stinken wie ein Tier im Wald, da hocken sich die feinsten Perlen drauf. Aber wegen sowas Harley Davidson fahren ? Nein, muß nicht sein.

    Der Hinweis, daß ich nicht so viel bremsen soll, mußte ja kommen, ich wußte auch, es kann nur der Charly sein, der es als Erster aufbringt ! Erstmal vielen Dank für die vielen Hinweise, der Uwe hat übrigens Recht, die 4 Kolben von Brembo, die "Goldenen", taugen tatsächlich nichts, an der Cagivo Mito meines Sohnes brach auch nach Paßabfahrten der Bremsdruck hoffnungslos zusammnen. Mein Problem ist aber noch etwas weitergehend: Die Brembo hatte mir genügend haarige Situationen bereitet, ich tauschte die bereits vor 2 Jahren gegen eine 6 Kolben Nissin mit ganz hervorragenden Ergebnissen. Das ist aber, verbúnden mit dem Scheibendurchmesser von 320 mm, anläßlich einer Abnahme einem Prüfer aufgefallen und der besteht auf Einhaltung des Reglements: maximaler Durchmesser von 300 mm und maximal 2 Kolben an jeder Zange. Umbauen auf 2 Scheiben je 300 mm und 2 Zangen je 2 Kolben wäre die beste Lösung, ist aber nicht so einfach, wegen meiner Speichenräder geht es da unten sehr knapp zu. Könnte ich aber immer noch machen, muß halt etwas gefräst und gedreht werden. Auch müßte ein linker Holm noch besorgt werden, mir fehlen die Aufnahmen. Am Einfachsten wäre es jedoch, die eine Scheibe zu belassen, den Durchmesser zu verringern und dort, falls es sowas gibt, eine 2 Kolben Zange anzubauen, die temperaturmäßig nicht aufgibt, wenn es heiß ist und viele stark gebremst werden muß, zum Beispiel in Walldürn. Ich werde diesen Herrn in Speyer mal ansprechen, is nicht weit und in das Museum dort könnte ich auch mal wieder gehen.


    Danke und Gruß


    Stefan

    Also das die Dorna den Rossi raushalten will, halte ich für unwahrscheinlich. Es war doch gerade Rossi, der die WM interessant gemacht hat, anderenfalls hätten wir erneut eine 1-Mann Schau der Herren Marques oder Lorenzo gesehen, mit gelegentlichen Überraschungen durch Pedrosa. Schätzungweise 20 % Zuschaeuerverlust hätte dsas gegeben, daran kann die DORNA kein Interesse haben. Ich weiß auch gar nicht, warum Rossi auf einmal so überhöht wird, in seiner Ducati Zeit wurde er in Italien geradezu verachtet. So sind sie halt, die Italiäner, den Duce knüpften sie auch auf und beschmutzten die Leiche, als er ihnen nicht mehr nützlich erschien. Jetzt auf einmal ist Rossi wieder der reinste Gott, nicht nur in seiner Heimat, auch hier bei uns. Rossi hat die WM doch nicht in Sepang verloren, sondern in den vielen Rennen davor, bei denen es ihm nicht mehr gelang, Siege zu erzielen. Gelegenheit für Lorenzo, den Abstand zu verkürzen. Ich weiß auch gar nicht, warum der Marques den Rossi vorbeilassen sollte, sind wir hier beim Wrestling wo der Kampfverlauf einem Drehbuch folgt ? Es war ein spannendes Jahr mit einem Rossi, der die Saison interessantd gemacht hat, aber wenn Lorenzo am Ende die meisten Punkte einfährt, sollte man anerkennen, daß er ein würdiger Weltmeister ist und das auf Grund seiner Leistung auch verdient hat.

    Hat jemand an einer 350er Yamaha oder einem Motorrad mit ähnlicher Leistung Erfahrung mit Ein-Scheiben Bremsanlagen, maximal 300 mm Durchmesser und einer Lookheed 2-Kolben Zange ? Ich frage deshalb, wei ich bei mit einer 4-Kolben Brembo ("Die Goldene") erhebliche Probleme wegen Überhitzung hatte. Ein Freund von mir sgte, die 2-Kolben Lookheed sei auch bei 1-Scheiben Anlagen vollkommen ausreichend, es gebe keine Probleme mit mangelnder Bremsleistung oder gar Wegbleiben des Druckpunkts auf Grund von Übertemperaturen. Jetzt will ich umrtüsten auf 2 Kolben Zangen und stehe vor der Frage, 1 Scheibe lassen und mit der gepriesenen Lookhead oder gleich umbauen auf Doppel-Scheiben. Hat jemand Erfahrungen mit der Lookheed Variante und gibt es Bezugsquellen ? Die Zangen soll jemand nachbauen, original wären die nicht mehr zu beko,mmen. Über Eure Hilfe würde ich mich sehr freuen.

    Den Mitteldeutschen haben wir ja viel zu verdanken, vor allem im Motorradsport. Sie verfügen noch über eine große Anzahl von Klassik Veranstaltungen, liegen mit Schleiz bei der IDM und am Sachsenring mit der Moto GP bei den Zuschauern ganz vorne. Die Party am Ankerberg, ich durfte das mal miterleben, ist gewaltig, auch für uns Ältere. Offensichtlich ist der Widerstand von Umweltgruppen dort geringer, ich vermute, dem Mitteldeutsche gelingt es noch eher, diese Weltverbesserer auszugrenzen und zu isolierern. Aber genug ist genug: Die Super Bike WM, endlich mal wieder in Deutschland, gehört jetzt aber auch mal in den Westen. 40.000 kamen früher auch nach Hockenheim, feiern konnten wir auch! Wir im Westen haben jetzt auch mal eine Chance verdient. Zumal, liebe Sachsen, bitte nicht böse sein, der Sachsenring ist schon eine recht seltsame Strecke , nicht zu vergleichen mit dem feinen Nürburgring oder gar dem Motodrom, wo eine Atmosphäre wie im Fußballstadion herrscht, sollte der Reiterberger einbiegen. SBK in Hockenheim, Klassik Rennen auf dem Sachsenring, ich komme nach Sachsen zum Fahren und die Sachsen besuchen uns mal in Hockenheim. Das wäre gerecht, aber wer weiß, wer da wieder die Fäden zieht, wer weiß, ob die westdeutschen Streckenbetrieber überhaupt Interesse haben. Vermutlich haben die keine Lust, oder der Termin ist bereits belegt, weil die Onkelz spielen. Schade.

    Ich habe mir, für teures Geld, ein komplettes Sortiment der elektrischen Steckverbinder "AMP Super Seal" gekauft. Das wird inzwischen auch von Ersatausrüstern als lösbare, mehrpolige Steckverbindung eingesetzt. Ich dachte, meine Yamaha und meine Guzzi damit zu verkabeln. Aber mit keiner Zange, ich habe in meiner Firma sogar sehr professionelle und teure Quetschzangen, gelingt mir eine saubere Verbindung. Manchmal geht es, meist nicht, die besten Ergebnisse werden sogar mit einer normalen Spitzzange erreicht, aber auch das ist nicht zuverlässig und es dauert Ewigkeiten. Kennt jemand eine geeignete Zange, mit der ich in einem Zug eine perfekte Quetschung herstellen kann ? Geld spielt in diesem Fall keine Rolle, ich will das teure Material endlich sinnvoll anwenden können.

    Es bringt auch nichts, unseren Gegnern immer mehr entgegenzukommen, erstens geht es denen gar nicht und die Umwelt, die wollen eher ihre Verbotsorgien, ausleben Sorgen sowieso am Ende nur dafür, die Grenzwerte nach einer kurzen Pause erneut zu senken. Das ist wie mit der Promillegrenze oder dem Cholesterin Spiegel. Auch in Schleiz hat uns die verordnete Mittagspause zum Wohle schlafender Kinder nichts gebracht. :rolleyes::diablo:

    Eine geniale Idee, für uns Süddeutsche den Hockenheim Ring zu mieten, man kann dem VfV nur gratulieren. 5 Mal fahren, klasse organisiert, dass, Wetter für die Jahreszeit genial und die Querspange fahre ich sowieso sehr gerne, man ist so schön schnell wieder im Motodrom. Danke an den VfV für die tolle Gelegenheit zum “Spazierenfahren“.

    Nicht jeder hat das Geld oder die Hingabe, eine originale Rennmaschine zu fahren, zu warten und zu pflegen. Es gibt auch viele, die nicht wegen drei oder vier Veranstaltungen im Jahr eine echte TZ herumstehen haben wollen. Die Arroganz der Besitzer von "echten Rennmotorrädern" hätte auch dann ihr Ende, wenn die belächelten, ehemaligen und umgebauten Straßenmotorräder nicht mehr dabei wären, denn dann wären nur noch wenige am Start und die Nenngelder horrend. Ich bin eigentlich gerade der Clubsportklassen wegen zum Klassik Rennsport gekommen. Bei allem Respekt vor einer Adler oder Max waren es die Ducati, BMW oder Yamaha Motorräder, die mich zunächst als Zuschauer, dann auch als Fahrer angezogen haben. Der VFV hat das ja sehr kontrovers diskutiert, aber im Rückblick war die Entscheidung, im Prinzip alles zuzulassen, was nach Rennmaschine aussieht, goldrichtig. Gerade im Fahrerlager bemerke ich an den von den "echten Rennfahrern" so ungeliebten Umbauten, daß diese vom Publikum sehr intensiv wahrgenommen und hinterfragt werden. Umgekehrt wären die Veranstaltungen auch tatsächlich so gut wie ohne Wert, wenn nicht auch eine hohe Anzahl von Maschinen am Start wären, die wirklich mal im Wettbewerb einer deutschen oder intertnationalen Meisterschaft gestanden haben. Das eine bedingt das andere. Von Oberlehrern wie Herrn Ilg, der kraft seines Amtes auf jedes interessante Motorrad aufsitzen darf, Unterkunft, Verpflegung und unterwürfige Begleitung an jedem beliebigen Rennwochenende genießt, sollten wir uns nicht auseinander treiben lassen. Weder in eine "M.John" noch eine "VFV" Fraktion, denn beide Veranstalter beherrschen ihr Metier ausgezeichnet. Und nicht noch weiter in eine Hälfte, die Rennmotorräder im Sinne eines Karl 'Reese pflegt und den anderen, die mit umgebauten Moto Guzzis die Szene bereichern. Positiv an der Polemik des Herrn Ilg ist, daß er uns, in diesen kargen Februar Zeiten, noch mal richtig in Schwung gebracht hat, ich habe mir sogar das Heft aus diesem Grunde einmal wieder gekauft. Jetzt hat man noch Zeit zum Lesen, schon in wenigen Wochen, wenn wir wieder "Spazieren-Fahren", interessiert das alles niemanden mehr.

    Man hat mir schon die Handball WM geklaut, nur über komplettes Abo in SKY zu sehen, jetzt sagt mein Sohn, MotoGP kommt auch nur im Bezahl-Fernsehen: Damit hat sich mein Interesse erledigt. Jetzt kommen wieder die und sagen, im Ausland mußt Du ja auch bezahlen, ja mag sein, aber das ist es mir nicht wert. Die Übertragungen laufen ja sowieso zu Zeiten, wo man selber Motorrad fährt oder daran schraubt. Schade drum. Vergessen sollte allerdings nicht werden, daß zu Zeiten, wo ich selber ein glühender Fan der Motorrad WM war, gar nichts übertragen wurde, entweder man fuhr selber hin oder mußte bis Mittwoch auf die MSA warten. Wir sind schon richtig verwöhnt inzwischen.

    Ich sehe gerade im You Tube einen SBK Lauf in Daytona, guter Sport, wie bei uns. Die IDM leidet ja auch unter mangelndem Zuschauerinteresse, aber kann das sein: Ich sehe dort überhaupt keinen Zuschauer. Niemand. Im Fahrerlager sehe ich ein, zwei Personen auf ihren Wohnmobilen stehen, aber sonst: Null. Ist denn das möglich ? Kennt jemand die Szene in den Staaten und kann das erklären ?

    Vorsicht, nach den Aussagen im Buch des Martin Wimmer sollten diese 50 Mitarbeiter nicht nur in der Moto GP den Ruhm der Marke MZ in der Welt verbreiten, sondern nebenbei auch noch 700.000 Zylinderköpfe für einen Kunden in Vietnam fertigen, die Schweizer Postboten vom Fahradfahren befreien, mit Blockheitkraftwerken den Klimawandel bekämpfen, ganz nenebei auch noch jeden deutschen Haushalt mit einem Elektro Roller versorgen und vieles mehr. Ganz großes Kino im Erzgebirge. Aber die Banken sind Schuld, alles klar, die Herren Unternehmer.

    Ich sehe eigentlich nicht gerne Filme, manchmal lockten mich Frauen zum Kinobesuch, dreimal veließ ich den Saal nach 20 Minuten, "Kramer gegen Kramen", "Ein Kind namens Babe", daß mußte ich mir nicht antun, wir verbrachten den Restabend besser an einer Theke, da hatte ich mehr davon. Jetzt bin ich Amazon Prime Mitglied, man kann unter tausenden von Filmen aussuchen, ich fand "Road TT"", eine Dokumentation über das Leben der Dunlop Brüder und der Söhne von Robert Dunlop. Was für ein Film. Was für eine Tragik. Kein Vergleich zu dem ordinärem Geschwafel eines Guy Martin im populären TT Film "Hart am Limit". Selten hat mich etwas so mitgenommen, phantastische Bilder, original, nicht nachgestellt. Niemand könnte diese Geschichte erfinden, es wäre unglaubwürdig, wenn der ältere Bruder beim Rennen stirbt, der Jüngere wenige Jahre später auch tödlich verunglückt und der eigene Sohn das Rennen am Tag danach, wo er eigentlich mit seinem Bruder und seinem Vater gemeinsam in der 250er Klasse starten wolllte, gewinnt. Das alles präsentiert, wie es nur die Briten können, mit Kommentaren von Angehörigen, Freunden, die sogar zweimal an der Unfallstelle direkt Abschied zu nehmen hatten. Das ist wirklich unter die Haut gegangen. Man möchte gar nicht mehr zur TT fahren. Was fehlt, ist mal ein wirklich fröhlicher, positiver Film zum Thema Motorrad Rennsport, der diese Tragödien ausklammert und ausschließlich über die schönen Seiten des Motorradfahrens berichtet. Sowas kann man tatsächlich nur im Winter ansehen, in der Gewißheit, daß die Saison noch weit vor uns liegt. Ich traf den Joey Dunlop mal auf der TT, wollte gar nicht groß diese Größe mit dusseligem Fan Gelaber von seiner eigentlichen Arbeit ablenken, er war sich aber nicht zu schade, mit mir und unseren Plastik Bier Bechern anzustoßen und mir mit einigen Vorschlägen zu besonders schönen Streckenabschnitten zu helfen, die TT noch mehr zu genießen. Er war ein besonderer Mensch. Sein Bruder Robert, immer so ein wenig im Schatten des großen Bruders, ein ganz anderer Typ, muß auch ein ganz Großer gewesen sein, wie dieser Film beweist. Wie tragisch schön doch das Motorradfahren ist. Wäre das im Kino gelaufen, ich hätte das Lichtspielhaus nicht verlassen.

    Zum Zeitpunkt der Übernahme durch M.W. hatte MZ, erinnere ich mich richtig, 50 Mitarbeiter. Gegen Ende 25. Ich kenne Firmen mit dieser Mitarbeiterzahl, die gerne und freudig den örtlichen Fußballverein unterstützen, wobei das Engegement ab der Verbandsliga meist einegestellt wird, da ab diesem Niveau andere, größere Geldquellen erschlossen werden müssen. Ich kenne aber keine einzige Firma in dieser Größenordnung, die sich ein komplettes Moto-GP Team leistet, dazu nicht mal mit einem Bauernjungen aus der Umgebung als Fahrer, sondern mit einem Anthony West und einem Ralf Waldmann als Manager. Vergleiche von MZ mit Mercedes, BMW oder Porsche verbieten sich eigentlich von selbst. Der Größenwahn in Zschopau scheint immer noch kein Ende zu finden.

    Lieber Heinz, du glaubst also, daß, sagen wir mal in Kalifornien oder in Manchester, ein Kunde zum Roller Charly gegriffen hätte, weil sich MZ im GP Sport engagierte ? Du glaubst, MZ sei eine Weltfirma gewesen ? Vielleicht in den Augen einiger Nostaligiker im Erzgebirge, aus Kundensicht waren die Motorräder konstruktiv um 25 Jahren hinter den Japanern zurück. Im Straßenmotorrad Geschäft war schon gar nichts zu machen. Deine bedingungslose Unterstützung des Geschehens um den Untergang der Marke machen Dich nicht sehr glaubwürdig.

    Ja, es ist genug gewimmert, Du hast Recht, Chris. In dem von Dir verlinktem Forum haben die Schreiber ja jegliche Zurückhaltung aufgegeben, hier ist das ein wenig schwieriger, eine Menge Symphatie schwingt mit, weil M.W. mal ein erfolgreicher Rennfahrer war. Mit einem unbekanntem Metallbauer, der die drohende Pleite durch ein paar Winkelzüge noch abwenden wollte, dann aber doch verurteilt wird, würde die Öffentlichkeit nicht so nachsichtig umgehen.

    Der Martin Wimmer beruft sich ja immer auf diese 300.000 EUR, die auf seiner Bank angelegt waren und die aber die Bank nicht rausrücken wollte. Nun ist das aber doch so, daß normalerweise eine Bank das Geld, sofern nicht fest angelegt, schon herausgibt, es sei denn, man hat die Einlage nicht für ein anderes Vorhaben, Bürgschaften zum Beispiel, als Sicherheit hinterlegt. Das eine Bank einfach so willkürlich Beträge behält, um den Kunden erst recht in den Ruin zu treiben, wäre natürlich kriminell und dass aknn ich mir nicht vorstellen. Andererseits las ich mal, daß die Räuber Firmengelände nur geringfügig als Sicherheit bewerten, dann die Insolvenz bewußt herbeiführen um nach dem Zusammnebruch, wenn der Geschäftsführer sowieso mit dem Rücken zur Wand steht, sich an den Grundstücken zu erfreuen, die für einen wesentlich höheren Wert verkauft werden können.

    Das man mit so einem Quatsch überhaupt einen akademischen Abschluß erreichen kann, ist der eigentliche Skandal. Es fing damit an, daß in den mittlerern 80er Jahren ein Freund von mir seine Ingenieurarbeit im Baufach damit ableisten durfte, in dem er auf einer Müllkippe die Bewegungen der Fahrzeuge beobachtete und schriftlich optimierte. (Niemand der Fahrer und Vorgesetzten änderte später sein gewohntes Verhalten auf der Kippe) Heutzutage bekäme er für diese bahnrechenden Erkenntnisse, die uns im Wettlauf mit den Asiaten entscheidend nach vorne brachten, wahrscheinlich einen Doktortitel.

    Ich habe keinerlei Beziehungen zu Banken, glückichweise erlernte ich einen vernünftigen Beruf, aber: Das allgemeine Rumschlagen auf Banken ist nicht richtig: Unsere Regierungen, die mit unsinnigen Gesetzen in den USA die Immobilienkrise erst schufen und die in Europa durch die sinnlose Flutung der Märkte mit Spielgeld ("Staatsanleihen") die Voraussetzungen für die Bankenkrise verursachten, sind schuld. Das wissen die natürlich ganz genau und sorgen, im Verein mit der gleichgeschalteten Presse, gerne für das Märchen, daß an allen Problemen die Banken die Verantwortung tragen.

    Kann man so und so sehen: Das "Du", welches im Moment zwischen Kunde und MV Händler üblich ist, muß ich nicht unbedingt haben. BMW verkauft seine Motorräder über seine Autohäuser glänzend, die kleinen früher üblichen Motorradhändler hat man alle aussortiert und hatte großen Erfolg mit dieser Maßnahme. Ich habe auch kein Problem damit, wenn der BMW Händler zum höflichen "Sie" greift und mich nicht mit einem schmutzigen Öllappen in der Hand begrüßt. Andererseits: Wir hatten hier früher einen Ducati Händler im Dorf, ein unheimlicher Saustall, aber wenn ich mal eine Feingewindemutter, eine Hauptdüse oder ein Schraubnippel brauchte, wurde eines von unzähligen Holzschubladen geöffnet und das gewünschte Teil wechselte für eine Mark den Besitzer. Das geht in der "Ducati-World" heutzutage natürlich nicht mehr. Es wäre schade um die Händler, wenn Mercedes Motorräder über seine Niederlassungen verkaufen würde und denen kündigt. Ich glaube aber, bei den geringen Stückzahlen lohnt diese Maßnahme nicht und es wird so kommen, daß in den Schaufenstern hier und da eine F3 stehen wird, der Vertrieb jedoch unangetastet so bleibt, wie er ist. Mercedes war nahe an Ducati dran, ließ sich dieses Filietstück aber vom Konkurrenten aus Ingolstadt wegschnappen. MV ist das, was noch übrig blieb, hat aber nicht die weltweite Bedeutung und Aufmerksamkeit, wie Ducati, BMW oder Triumph. Das hat in Stuttgart vielleicht noch nicht jeder verstanden, daß sie einen ganz kleinen Nischenanbieter erworben haben, den die Jungen oft gar nicht kennen und um dessen Image es unter uns Motorradfahrern nicht gut bestellt ist. Mir ging es genauso: als ein Freund von mir seine neue 1088 erwarb, pilgerte der ganze Verein zu Ihm, "Ducati gucken". Meine flammneue F4 blieb völlig unbeachtet, keiner kam und ich mußte mich in der Garage ganz alleine an diesem wunderschönen Motorrad erfreuen.

    Gestern habe ich das Buch von Martin Wimmer in einem Rutsch durchgelesen, vorweg: Es lohnt sich.
    Ich mochte Ihn, soweit man das als Besucher von Motorradrennen beurteilen kann, vor allem deshalb, weil er sich auch nach seiner internationalen Karriere nicht zu schade war, weiter auch auf schnöden deutschen Flugplätzen zu fahren. Er war keiner von den ehemaligen Stars, die mit 60 stolz behaupten, "seit 30 Jahren kein Motorrad mehr angefaßt zu haben".
    An das Buch ging ich mit großer Skepsis, Wimmer war für mich ein reiner Geschäftemacher, der den Zschopauern als Retter präsentiert wurde, selber aber nur mit Hilfe von Landesbürgschaften und dem Rückenwind der Politik chinesische Roller vermarkten wollte.
    Ein wenig stimmt das ja auch sogar, aber es ging um mehr. 'Sein Buch ist sehr offen: wer würde zugeben, daß er bei Einhell nur deshalb zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, weil der Chef den Martin Wimmer mal persönlich kennenlernen wollte?
    Er bekam dennoch die Stelle in Shanghai und lernte dort wohl das schwierige Handwerk, Geschäfte zu machen. An Selbstbewusstsein scheint es nicht gefehlt zu haben, es muß einen sogenannten "Wimmer"- Motor geben, eine Kombination aus 2-Takt und 4-Takt, dessen Vorteile die deutsche Ingenieurszunft aber nicht überzeugen konnte, weil, so Wimmer, VW Ingenieure auf dem Niveau von 1945 steckengeblieben sind, was den 2 Takter anbetrifft.
    Eine in seinen Augen revolutionäre Vorderradgabel hat er entwickelt, kein Hersteller interessierte sich dafür, Wimmer versuchte das Konzept in Fahrräder einzubauen, scheiterte erneut an mangeldem Interesse der Industrie.
    Auch Blockheizkraftwerke wollte er bauen, mit einem 125er MZ Motor, er glaubte damit sogar die Energiewende zum Guten zu wenden, wie er sogar der Päpstin der Öko-Religion, Frau Angela Merkel, schriftlich mitteilte.
    Viel persönliches lernt man in dem Buch, über seine zweite Frau, eine Ärztin aus Düsseldorf, die sich zurückzog, als es zu brenzlig wurde und über Ralf Waldmann, der seine Kündigung zum Eklat machte, in dem er einen wertvollen Moto 2 Rahmen auf den harten sächsischen Betonboden schmiß.
    Überhaupt die Rennfahrerei in den Moto GP2, ein völliges Mißverständnis, welches das Unternehmen MZ sicher nicht liquider machte. Absolut spannend dann die Rettungsversuche, es geht um Millionen, Bürgschaften, Kredite, unbezahlte Rechnungen von Kunden wie von Lieferanten, Übernahmversuche, die in letzter Minute scheiterten und einen mir bis dato unbekannten Peter Ertel aus Ludwigshafen, der immer wieder Löcher stopfte und dessen Bankkonto zum damaligen Zeitpunkt wohl unerschöpflich war.
    Man schwankt zwischen Bewunderung des Geschäftsmanns Wimmer ob seines Mutes, möchte aber manchmal auch Partei für die Banken ergreifen, die seinem Treiben im Erzgebirge dann irgendwann mal ein Ende setzen.
    Wer glaubt denn daran, daß eine Firma in Vietnam 640.000 MZ Zylinderköpfe kaufen wird ? Das die Schweizer Post mit elektrogetriebenen 3-Räder aus Zschopau in Zukunft die Post ausfährt ? Das MZ Viertaktmotoren keine Ventile mehr haben werden, weil die patentierte Walzensteuerung der millionenfach, weltweit gebauten Technik mit Nockenwelle und Ventilen überlegen sei ?
    Dass der Charly Roller kein Erfolg werden würde, hätte ich den Verantwortlichen auch gleich zu Beginn sagen können, mit sowas kann man allenfalls im Bierzelt klimarettende Politiker für eine halbe Stunde begeistern. An der Ladentheke, und dort spielt die Musik, war das Gefährt von Beginn an ein Flop. Er muß ein verrückter Kerl sein, der Martin Wimmer, vielleicht hätte ein besonnener, erfahrener Kaufmann an seiner Seite diesem irren Treiben Grenzen gesetzt und mit so einem Gespann wäre die Firma MZ doch zu retten gewesen. Ein absolut lesenswertes Buch.
    Man darf ja hier wohl keine Werbung machen, aber der Martin Wimmer ist ja einer von uns kann sicher ein paar Euro gebrauchen, außerdem hilft es, wenn man selbstständig ist, es nicht selber auch so toll zu treiben: www.durchdiebankweg.com

    Du kannst in der Welt hinkommen, wo Du willst, jeder kennt Franz Beckenbauer, jeder, der schon einmal ein Motorrad in den Händen hielt, den Nürburgring. Nur bei uns, wo es wichtig ist, ob Ampelmännchen geschlechtsneutral sind, wo die Jugend zur Altenpflege erzogen wird, einen Zweitaktmotor aber nicht mehr zu erklären weiß, wo von Entschleunigen die Rede ist, als davon, in der Fuchsröhre so lang wie möglich Gas stehen zu lassen, ist der Ring ein Modell von gestern. Lieber lassen sich die Politiker bei der Einweihung des nächsten, vollkommen nutzlosen Windparks fotografieren, als sich mit dem Motorsport zu identifizieren. In unserem Grün durchwirktem Land hat Motorradsport keine Unterstützung zu erwarten. So gesehen ist ein russischer Investor wahrscheinlich die beste Alternative: Dort müssen die Männer noch nicht die Windeln ihrer Bälger selber wechseln oder Stricken lernen, um den Frauen zu gefallen, dort gelten vielleicht noch die Ideale, die den Nürburgring ausmachen und berühmt machten.

    Der Bernd Müller war mir ein Begriff, will er aus Weiershagen kam und gerne in Dieringhausen in der damals dort sehr lebhaften Kneipenszene gastierte. Beim EM Lauf in Hockenheim kann er auf die Idee, unbedingt abends noch nach Heidelberg zu fahren, es wurde so schlimm, daß ich mir auf der Toilette noch 50 Mark von ihm borgen mußte, um mein Gesicht nicht vor meiner damaligen Freundin zu verlieren. Am nächsten Tag sprang der verdammte Yamaha Motor vom Schons erst an, nachdem ich ihn fast die ganze Zielgerade herunter geschoben hatte, nach der Nacht in Heidelberg eine konditionell beeindruckende Leistung von mir. Als er nicht mehr selber mitfuhr sind wir Woche für Woche nach Assen, Spa, Sankt Wendel, überall wo es damals schönen Rennsport zu sehen gab, gefahren. Waren schöne ausgelassene Wochenenden, feiern konnte der prächtig. Bernd soll später, ich kann es gar nicht glauben, schwul geworden sein und ist an einer Infektion gestorben.

    Es wird doch jetzt mal Zeit, daß die Akte MZ geschlossen wird, auch in den Köpfen der Motorradfahrer, die das Ende jetzt so beklagen. Es sind dieselben, die den Kauf einer MZ noch nicht mal in Erwägung gezogen haben, als noch die Möglichkeit bestand, etwa eine 1000er dort zu erwerben. Bis auf die Rennsportabteilungen der Ostzeit konnten die eigentlich auch nichts, schlugen ebenso wie ihre Brüder im Westen Vierkantrohre platt, um Platz für die Kettenspanner zu schaffen. Und so zuverlässig, wie die Legende die alten ETZ heutzutage macht, waren die ja gar nicht, jede RD war haltbarer und hatte noch glatte 10 PS mehr zu bieten. Über die Geschichten nach der Wende müßte mal ein Buch geschrieben werden. Schlußpunkt dann Martin Wimmer, ein elektro Roller sollte jetzt den Durchbruch schaffen. Ich vermute, aus China importiert, verbunden mit der Hoffnung, parallel in Berlin angesichts der Wind- und Solar Hype Subventionen abgreifen zu können. Es hätte anders kommen können: Wie ein verstaubter und insolventer Motorradhersteller doch noch nach oben kommen kann, sogar an die Spitze Europas, zeigt KTM. MZ hat das nicht geschafft, auch nie schaffen wollen, die Existenz dieser Firma nach der Wende diente anderen Interessen, als der Herstellung von Motorrädern. Deshalb sollte das Gejammer über den Untergang sich in Grenzen halten, es gab und gibt genügend Alternativen, niemand braucht zwingend ein Fahrzeuzg aus Zschopau.