Klassik Trophy Assen 2018 - Grand Prix Luft

  • Presseinfo

    Ein Hauch von Grand Prix lag noch in der Luf über dem Fahrerlager in Assen, als eine Woche nach Großen Preises der Niederlande, dem größten Motorradsportereignis in Europa, die Piloten der Klassik Trophy dort gasterten. Ein prall gefülltes Fahrerlager sorgte zudem für die richtge Atmosphäre im Mekka des Motorradsports. Fahrer aus vielen Natonen nutzten die Gelegenheit direkt nach dem Grand Prix dort zu starten. Mehrere Engländer waren über den Teich zum Duell mit den Kontnental-Europäern gekommen.


    Doch dies war nicht das einzige Highlight des langen Wochenendes. Das Trefen der Bromfets (nicht zu verwechseln mit Pommes Frites), wie die 50er in unserem Nachbarland lustgerweise bezeichnet werden, lockte rund 600 Besitzer der 50er Mopeds an. Das Korso mit Rundfahrt um die Strecke begeisterte Zuschauer und Fahrer gleichermaßen. Die Ausstellung der Exponate im Fahrerlager entlockte den Besuchern ein breites Grinsen. Wurden beim Anschauen der Hercules, Kreidler oder Zündapp die Jugenderinnerungen wieder lebendig.


    Aber weit über die bekannten deutschen Marken hinaus bestaunten Fachleute wie Fans gleichermaßen die bei uns fast unbekannten Marken aus den 50er und 60er Jahren, wie Batavus über Demm, Derbi, Garelli, Itom vorwiegend aus Italien. Ebenfalls vertreten die frühen Modelle der japanischen Hersteller und die gepimten Varianten, von Chrom bis Graft war so ziemlich alles vertreten.


    Natürlich durfen die erfolgreichen niederländischen Grand Prix Fahrer und Weltmeister, wie Henk van Kessel, Aalt Toersen und Jos Schurgers nicht fehlen. Schließlich gewannen sie in den 70er Jahren mit der von niederländischen Importeur van Veen vorbereiteten Kreidler Weltmeisterschafsläufe und Weltmeisterttel. Holland war zu jener Zeit das Land der 50er Rennmaschinen. Die Jamathi Eigenbau-Rennmaschine, mit der Paul Lodewijk in Assen den Grand Prix vor dem favorisierten Hans-Georg Anscheidt auf der Zweizylinder-Suzuki gewann, war nicht nur als Exponat ausgestellt.


    Da passte es auch, dass die 50er des Euro Cup ihre Rennen ausfuhren. Bei den Klassikern holte sich beide Male Bert Smit (Kreidler) den Sieg. In Lauf 1 vor Aalt Toersen auf beschriebener Jamathi, Platz 3 am Willem Heykoop (Vooskamp-Kreidler) und dem Serben Karoli Kenyeres auf einer Tomos. Lauf 2 sah die Reihenfolge wie folgt aus: Heijkoop vor dem deutschen Jürgen Brecht (Zöllner Kreidler) und Jaap Groot (Garelli).


    Spannend, wie immer die Freetech 50er mit neuzeitlicher Technik für Fahrwerk und Motor. Nicht mal eine halbe Sekunde trennten im Rennen Orlando Heijkoop auf einer Aprilia vor Robin Fick (Yamaha TZ50) im ersten Lauf. Gleiches Ergebnis in Lauf 2, nur diesmal noch knapper mit 3/10 Sekunden Abstand. Platz 3 ging an dem von Windschatenspielen geprägten Rennen an Henry Tibben, der sein Derbi-Aggregat in einen italienischen GRC-Rahmen verbaut hat.


    Bereits am Samstag trugen einige Klassen die ersten Rennen Rennen aus. Allen voran die internatonal stark besetzte Klasse der älteren Zweitakter. Zunächst sah es nach einem ungefährdeten Sieg des Engländers Luke Noton auf der Lou Baty vorbereiteten Yamaha TZ 350 aus. Doch in der letzten Runde stoterte der Motor, Zündaussetzer. So kam Jimmy Lafneur aus Belgien zu einem unerwarteten Sieg. Den Union Jack hielten auf den nachfolgenden Plätzen Richard Peers-Jones und Peter Howarth hoch. Die Ehre für Deutschland retete Günter Hinze als vierter vor Manfred Schneider, alle auf Yamaha TZ 350.

    In Lauf zwei sahen die Besucher den Südafrikaner Hudson Kennaugh als Sieger, der den favorisierten Luke Noton klar hinter sich ließ. Lafneur vor Peers Jones und Hinze lautete der Zieleinlauf dahinter.


    Bei den 250ern setzte sich in Lauf 1 der Niederländer Rik Janssen gegen den Dänen Leif Nielsen durch. In Lauf 2 verhinderte ein technischer Defekt den weiteren Erfolg des Einheimischen. Somit ging der Sieg an Nielsen, der wieder die Bartol 250 mit samt der damaligen englischen Mechaniker von Erbauer Harald Bartol mit nach Assen brachte. Michael Wild hate mit seiner Rotax befeuerten Fior keine Chance gegen die österreichische Eigenkonstrukton der 70er Jahre.


    Als Hecht im Karpfenteich entpuppt sich in der 125er Klasse die Yamaha TZ 125 von Rene Voss gegen die Honda-Meute, der in beiden Läufen Oldie Roland Stephan hinter sich bringen konnte. Interessant im Feld die Zweizylinder Eigenbau-Rennmaschine, die den Bridgestone-Motor als Basis hat, unter Jos Schurgers. Damit gewann er einst Grand Prix Rennen, ebenfalls dabei die Weiterentwicklung daraus, die Condor unter Bernd Meyer.

    Imposant: Das Feld der 50 Superbikes wenige Sekunden vor dem Start in Assen.


    Die Grand Prix Klasse der modernen Zweitaktern war in Lauf 1 geprägt vom Zweikampf des Holländer Erwin Postmus und des deutschen Carsten Schröder, beide auf den letzten gebauten Yamaha Zweitaktmodellen Baujahr 2009. Mit nicht einmal 2/10 Sekunden Vorsprung gewann Postmus vor dem deutschen. Gegen die beiden hate auch der Schwede Oscar Winberg als driter keine Chance. Lauf 2 konnte Schröder nicht bestreiten, somit kam Postmus zu einem leichten Sieg vor Winberg und Hartmut Schmid auf einer Aprilia.


    Bei den Zweitaktern bis 1992 der 250er sah Doppelstarter Jimmy Lafneur in beiden Läufen vor Harald Merkl als Sieger, beide auf den Reverse-Yamahas. In Lauf 1 platzierte Frank Eismann seine Yamaha vor der Bakker-Rotax von Stefan Tennstädt. In Lauf 2 schob sich der Österreicher Werner Reuberger vor die beiden deutschen und konnte nach seiner Verletzungspause endlich wieder auf das Podest steigen.


    Zur Familienangelegenheit entwickelte sich die 125er Klasse. In Lauf 1 die beiden Wormser Carlo Sieben vor Sven Sieben und dem Belgier Stjn Earets. Der brachte die einstmals als Einzylinder-Versuchsträger für Kenny Roberts Modenas Dreizylinder KR Luyten an den Start. In Lauf zwei drehten die beiden Honda-Piloten die Reihenfolge, driter der Eidgenosse Rene Dünki (Honda).


    Klare Verhältnisse gab es bei den Big Twins in beiden Läufen: Fabio Frankenberger (Ducat) vor Jens Hofmann (Moto Guzzi) und Harry Fath (Ducat) lautete das Ergebnis. Bruder Valentno machte es dem großen Bruder gleich und gewann ebenfalls beide Läufe der Top Twins. In Lauf 1 war es Alex Michel mit der MZ auf Platz 2 vor Uwe Zimmermann (Suzuki SV 650). Im zweiten Durchgang holte sich Georg Regele (Suzuki SV 650) Rang 2 vor Ducat-Treiber Daniel Deibler.


    Bei den 600er Supersportlern waren Martn Kalla Kalabis und seine Yamaha R6 nicht zu schlagen. Beide Läufe gingen an den Kölner, ebenso wir Rang 2 an Thomas Hinke auf der Honda CBR 600. Thilo Kiefer auf einer weiteren Yamaha R6 wurde driter in Lauf 1, in Lauf 2 holte sich Martn Dülfer (Yamaha R6) den letzten Podiumsplatz. Bei den kleineren 400ern Supersport-Maschinen gingen in beiden Rennen die Podiumsplätze an Ralf Merten (Kawasaki ZXR 400) vor dem Belgier Jeroen Henrard (Honda VFR 400) und Rainer Nagel (Kawasaki).


    Ein Höhepunkt war wieder mal die Superbikeklasse. Beide Durchgänge waren geprägt von Zweikampf der jüngeren Piloten. Gian Mertens (28 Jahre) trieb seine Dohlda-Honda RC 30 gekonnt um den Kurs, die Erinnerungen an die glorreichen Zeiten dieses Modells bei den Weltmeisterschafsrennen wach werden ließ. Zwar hing Nicolai Kraf (20 Jahre) mit seiner Suzuki GSX-R wie eine Klete an dem Belgier, aber vorbei kam der Hockenheimer nicht. Dahinter hielt sich Martn Bähr (25 Jahre) den Niederländer Jeroen Versteeg und den Eidgenossen Thomas Meier (Kawasaki ZXR 750) vom Leibe.

    In Lauf 2 gelang es Versteeg seine Honda RC 45 wieder in respektablen Abstand zu dem Führungsduo auf Rang 3 zu fahren. Knapp dahinter die Suzuki-Piloten Kim Jensen aus Dänemark und Reinhard Strack. Martn Bähr gehörte zu den Pechvögeln. In der letzten Runde wurde er auf Platz 3 liegend von einem Konkurrenten abgeschossen, dennoch retet sich der Heidelberg ins Ziel.


    Die Gespannklasse wurde von Bernd Krauß mit Axel Braunshausen im Boot auf ihrer mit dem Kawasaki ZX 10 Motor angetriebenen Eigenbau-Gespann beherrscht, die in beiden Rennen siegten. Claus Pickl mit Malte Pecksen konnten sich die Paarung Carsten Treske und Claudia Mertens hinter sich lassen, beide vertrauten auf Suzuki-Motoren.

    Im zweiten Durchgang setzten sich die Zweizylinder gegen die Vierzylinder durch. Der Guzzi motorisierte Holländer Hendrik Jonker mit der Patricia Visscher im Boot platzierte sich vor Thilo Wotzka und Tobias Fritz auf der Haller-BMW 100.


    Mit dabei die aktuellen Superbike- und Supersport-Maschinen der SuperbikeLux-Trophy, die bei einigen Veranstaltungen der Klassik Trophy mit am Start sind. Der Lauf, der zum BeNeCup der belgisch-niederländischen Meisterschaf zählte, wurde in Lauf 1 eine klare Beute von Yan Ancia (BMW S 1000 RR) vor Sander Claesen (Aprilia RSV 4) und Mike Cleutjens (Yamaha R1).
    Im zweiten Durchgang hing das Trio der Erstplatzierten eng beisammen und wechselte öfers die Positon. Im Ziel lautete die Reihenfolge Claesen von Ancia und Cleutjens, die praktsch nebeneinander über die Ziellinie fuhren. Der Zeitunterschied gerade einmal 7/10 Sekunden für das Kampfrio.


    Mit von der Parte die MZ-Jungs auf ihren Skorpion 660 mit Yamaha-Motor. Tony König holte sich in beiden Läufen den Sieg, während Doppelstarter Ralf Merten Platz zwei vor Knuth Strauß holte. In Lauf 2 wurde Strauß zweiter vor Norbert Schäfer.


    In der Klassik 83 (bis Baujahr 1983) war gegen Jens Hofmann und seiner Moto Guzzi kein Kraut gewachsen. Kenny Hinck mit der Kawasaki Z 1000 kam beide Male auf den Ehrenplatz, während Thomas Tippelt seine Suzuki Katana 1100 auf Rang 3 ins Ziel brachte. Dieser Platz ging in Lauf 2 an Mathias Garske und seine Honda Bol d Or .


    Assen war zweifelsohne ein Höhepunkt der laufenden Rennsaison, darüber waren sich Fahrer, Besucher und Organisatoren einig. Den Termin für 2019 sollten sich Besucher, Fans und Fahrer schon mal vormerken.
    Die kompleten Ergebnisse sind auf der Homepage unter klassik-motorsport.com veröffentlicht.

    Letztes gebautes Modell der Yamaha TZ 250: Erwin Postmus gewann vor Carsten Schröder.