Das traurige Ende: 2018 gibt es keine IDM mehr

  • Pressemeldung:

    Keine Fortführung der IDM in 2018

    Bei der heutigen Sitzung der Arbeitsgruppe Motorsport im Industrie-Verband Motorrad Deutschland e.V. (IVM) konnte kein tragfähiges Konzept für eine Fortführung der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) im Jahr 2018 gefunden werden.

    Die Arbeitsgruppe Motorsport im IVM, bestehend aus den Unternehmen BMW Motorrad, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha, tagte zwei Wochen vor dem Saisonfinale in Hockenheim, das vom 29. September bis 1. Oktober stattfindet. Trotz zahlreicher intensiver Gespräche konnte kein Konzept gefunden werden, das eine erfolgreiche Umsetzung der IDM im Jahr 2018 gewährleisten würde.

    Achim Marten


    Industrie-Verband Motorrad Deutschland e.V.


    Pressesprecher

  • Unfassbar. Es kann doch nicht sein, dass eine Sportart keine nationale Meisterschaft mehr hat. Aber wenn man sich die Beteiligten so anschaut, wundert es wenig, dass sie keinen Respekt vor der Geschichte haben. Seit den 20er Jahren hat es im Straßenrennsport (abgesehen von der kriegsbedingten Unterbrechung - immer eine DM gegeben.

  • Es wird bestimmt wieder eine deutsche Meisterschaft geben. Nur das Niveau muß sich den Gegebenheiten anpaßen. Als ich jung war, fuhr ich, neben den erreichbaren WM Läufen, immer zur DM. Auch von Stuttgart zum Ring, über die Pfalz, den Hunsrück, die Eifel, allein der schönen Strecke wegen. Und als ich noch in Gummersbach wohnte die fast identische Strecke in umgekehrter Richtung nach Hockenheim. Das funktioniert heute nicht mehr, unsere Eltern hatten 2-6 Kinder, heutzutage sind zwei bereits zu viel, der Nachwuchs fehlt. Und, ehrlich gesagt, so viele Zuschauer, abgesehen von St. Wendel und nach der Wende in Schleiz, gab es auch damals nicht. Heutzutage übernachten die Fahrer in aufwändigen Wohnmobilen, die Reifenhersteller bringen Unmengen Material an die Strecke, die Lastwagen an den Boxen erinnern an die Moto GP. Das politische Deutschland jedoch diskutiert ernsthaft ein Verbot des Diesel Motors, ist das geschafft, ist der Benziner dran, wir leben davon, möchten aber eigentlich mit Verbrennungsmotoren nichts zu tun haben. Das gesellschaftliche Klima ausgerechnet für Motorradrennen ist deshalb äußerst ungünstig. Wir müßen also einige Gänge zurück schalten. In St. Wendel fuhr vor 30 Jahren in der Superbike Klasse auch mal eine Laverda mit, war zwar auch damals sportlich ein Witz, aber möglich. Es gab auch unerschrockene Kandidaten, die im Zelt schliefen. Da wir nicht in Spanien sind, wo angesichts der Beerdigung von Angel Nieto mal locker 30.000 erscheinen, dürfen auch Flugplatzrennen in der Provinz kein Tabu sein. Immer noch besser, als in Assen vor 500 Zuschauern zu fahren. Die IDM hat historisch niedrige Eintrittspreise, die Unterstützung der größte europäischen Motorrad Zeitschrift, bietet kostenloses "Live-Timing", Ausstellungen der Hersteller, hat alles getan, um die Veranstaltungen attraktiv zu machen, ohne Erfolg. Deshalb ist radikales Umdenken angesagt, Es muß kein Reiterberger oder Florian Alt sein, die sich mangels besserer Möglichkeiten vor leeren Rängen abquälen, jedoch über hervorragendes Material verfügen, es darf auch mal wieder ein Verrückter vom Lande sein, der mit einer selbst getunten Fireblade sein Glück sucht. Auf dem aktuellen Niveau ist die deutsche Motorradmeisterschaft in jedem Fall am Ende.