Die BMW K 75 Story - vom Straßenmotorrad zum Klassik-Racer

  • Hallo zusammen,


    ich möchte in den nächsten Wochen eine interessante Story erzählen.
    Die Geschichte meiner K 75 und mir begann im Herbst 2013.
    Ich war auf der Suche nach einem Motorrad als Ersatz für meine R100S, mit der ich 2013 bei der Klassik Trophy gestartet war.
    In Mobile entdeckte ich eine BMW K 75 mit Km-Stand 99900.
    Warum eine K 75 ?
    Es war nicht meine Erste. 1989 kaufte ich mir schon einmal eine K 75 C und fuhr damit 3 Jahre auf der Straße.
    Über die Wintermonate erfolgte ein Umbau, bei dem ich alles abbaute was nicht unbegint notwendig war.
    2014 war das Jahr der Erbprobung - auch mit diversen Pannen. Am Sachsenring brannte die Zylinderkopfdichtung durch
    und in Walldürn versagte die Elektronik-Box ihren Dienst...
    2015 war das Jahr der Bewährung - ohne Pannen und gegen Boxer-BMW´s und Moto-Guzzi Le Mans gefightet ...
    2016 wechselte ich in eine andere Klasse - Regularity Trophy und drehte gewaltig auf - Gesamtergebnis Platz 1.
    2017 als GOLDSTADT-Racer ist eine erneute Teilnahme bei der Regularity Trophy geplant.



    Beste Motorradfahrergrüße


    BMW-Hanse

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  • Zum Jahreswechsel 1989/90 kaufte ich mir meine erste K75. Es war eine der ersten C-Modelle Baujahr 1985.
    Das Vorgängermotorrad war eine in die Jahre gekommene R65 mit der ich mit Freundin und späteren Frau
    Mitteleuropa bereist hatte.
    An der K75 war alles eine Nummer größer - man konnte sich daran gewöhnen.
    Es wäre das bessere Reisemotorrad gewesen - mittlerweile war ich Solo unterwegs, da meine Frau mit den
    Kindern beschäftigt war - wenn ich nicht gerade mal eine Runde mit Ihnen vor dem Haus drehte ;-)

    Die K 75 war richtig schnell und drehte im 5. Gang bis an den Begrenzer.
    Kollegen vom Motorradclub waren beeindruckt mit welcher Präszision (s)ich das Motorrad auch in engen Kurven
    lenken ließ und die K 100 Fahrer sahen des Öfteren in das dreieckige Auspuffrohr.
    Nach 5 Jahren kaufte mich mir wieder eine Boxer R80 Monolever, die inzwischen fast das selbe Fahrwerk hatte
    und der Motor mehr Emotionen versprühte. Ganz vergessen habe ich die K 75 nie.
    Zurückerinnert habe ich mich im Jahr 2013 als ich auf der Suche nach einer kostengünstigen Maschine für den klassischen
    Motorsport war. Im Taunus fand ich ein Objekt für 1.300 Euro, welches noch gut in Schuß war jedoch mit 99.900 km.
    Auf der Heimfahrt machte ich dann den Tachostand 6-stellig

    Und die alte Lady lief nach 100 km Schonung dann genau so schnell wie meine BMW seinerzeit :)

    Beste Motorradfahrergrüße


    BMW-Hanse

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  • Alle überflüssigen Teile wurden von mir zunächst abgebaut. Das spart zumindest einmal Gewicht ein :P 
    Den Motor checkte mein Freund und BMW-Serviceleiter von ahg und hat ihn als gut befunden.





    Im Internet gab es jede Menge Racingteile. Ich entschied mich fur eine Verkleidung und Höckersitzbank im Ducati SS Stil.
    Der Heckrahmen musste gekürzt werden und eine Halterung für die Verkleidung wurde benötigt. Da half wieder das Internet.

    Für kleines Geld erwarb ich eine Halterung von der K75S und so nebenbei einen Arrow-Endtopf einer Triumph Speed-Tripple.
    Den Originallenker ersetzte ich durch einen M-Lenker aus der Ersatzteilkiste.
    Die K75 sah danach schon viel sportlicher aus.

    Beste Motorradfahrergrüße


    BMW-Hanse

  • Die Saison 2014 startete zum ersten Mal an Ostern in Italien.
    Die Veranstaltung fand auf einer interessanten Rennstrecke in Francicorta statt.
    Ich startete mit der K75 Classic Race in der Viertakt Klasse Open auch zum ersten Mal.
    Kleinere technische Mängel konnte ich bei den Trainings beheben. Das Fahrwerk war noch nichts für die Rennstrecke.

    Der Kardan machte seine Schübe und Zuckungen und es musste ein anderer Stoßdämpfer rein.

    Die Feuerprobe haben Fahrer und Maschine überstanden und bei mittelmäßigen Ergebnis die ersten Punkte eingefahren.

    Beste Motorradfahrergrüße


    BMW-Hanse

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  • Es ging 2014 dann weiter nach Walldürn.
    Die K75 machte in den Trainings einen guten Eindruck.

    Mittlerweile war ein Gasdruckstoßdämpfer von Wilbers montiert. Durch Zudrehen der Zustufe

    konnte ich den Aufstellmoment des Kardans beim Beschleunigen und Schalten außer Kraft setzen.


    In den Pausen kamen viele Fans und wollten den "Flying Brick" sehen.


    Beim ersten Lauf am Samstag Abend drehte ich kräftig auf und schaffte
    einen respektablen 4. Platz in der Klasse Open. Die K 75 hatte Ihren ersten Erfolg eingefahren.

    Allerdings hatte der Motor gegen Ende des Laufs Aussetzer, die mir größere Sorgen bereiteten.



    Am Sonntag früh beim Warm-up zeigte sich dann das Problene extrem. Leider konnte ich den
    2. Lauf nicht mehr mit der K75 fahren und musste mit der R100S als Ersatzfahrzeug an den Start.
    Grund für das Problem war die Einspritzbox.

    Beste Motorradfahrergrüße


    BMW-Hanse

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  • Schon 2 Wochen später war der Sachsenring angesagt.

    Da ich lediglich in einer Klasse startete packte ich die K75 in einen kleinen Nissan Lieferwagen.

    Die technische Abnahme war schon ab Donnerstag Abend. Ich musste noch den Lenkeinschlag begrenzen,

    dann schafft ich auch diese Hürde. Am Freitag Morgen 8.30 Uhr war das erste (und letzte) Training für mich

    und meine K75. Alles lief zunächst recht gut. Da ich die Strecke nicht kannte hängte ich mich an eine 500er

    Honda und fuhr auch 10 Minuten Runde um Runde - dann mit einem Mal lief der Motor nicht mehr auf allen

    Zylindern. Ich fuhr in die Boxengasse konnte auf die Schnelle keinen mechanischen Defekt finden.

    Letztendlich war das Problem eine durchgebrannte Kopfdichtung zwischen 2 Zylindern.

    Ich hatte einen Startplatz, konnte die beiden Wertungsläufe nicht antreten - 0 Punkte

  • Bis die Diagnose "Zylinderkopfdichtung" herauskam hatte ich in meiner Werkstatt so ziemlich alles ausprobiert.

    Letzlich ergab die Kompressionsmessung ein eindeutige Ursache.

    Allein schaffte ich es nicht den Motor zu zerlegen. Ich hatte Unterstützung von einem Kumpel, der bei BMW

    arbeitet und das Ganze mit mir zusammen an 2 Abenden durchzog. Unheimlich viel dabei gelernt.

    Dabei blieb der Motor im Motorrad - bei der K75 kommt man so gut wie überall hin.

    Dann war auch schon das nächste Rennwochenende in der Eifel "Dahlemer Binz".

    Ein Flugplatzkurs mit je 2 Schikanen, den ich von der Boxer-BMW schon kannte.

    Ergebnis Lauf 1 Platz 6 und in Lauf 2 Platz 5 und damit 21 Punkte in der Klassik Open Wertung.


    Beste Motorradfahrergrüße


    BMW-Hanse

  • Hallo zusammen,


    um mich für den Lauf am Lausitzring vorzubereiten, bin ich nach Hockenheim zum Montagstraining gefahren.

    Die haben mich und mein Motorrad angesehen, als ob wir von einem anderen Stern wären.

    Ein Verantwortlicher meinte, wenn ich nicht die Mindest-Rundenzeit halte dann würde ich rausfliegen ?:(

    Zugegeben bin ich das letzte Mal in Hockenheim vor 10 Jahren gefahren.

    Es lief so weit alles gut - ich flog nicht raus und war mit meiner 30 Jahre alten K75 nicht mal der Langsamste.




    Und gelernt habe ich wieder mit höheren Geschwindigkeiten umzugehen.

    Spät vor Kurven bremsen und durch runden Fahrstil Geschwindigkeit mit aus den Kurven hinaus zu nehmen.



    Beste Motorradfahrergrüße


    BMW-Hanse

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  • Saisonfinale am Lausitzring 4./5.10.2014


    Damit waren die BMW K 75 RS und ich für den Lausitzring bestens vorbereitet.

    Als Doppelstarter kam ich insgesamt 7 mal zum Fahren und legte rund 200 Rennkilometer zurück.


    Die Straßenlage war ausgezeichnet und besonders die Linkskurven lagen Fahrer und Maschine.

    Ich schaffte bei den beiden Rennläufen jeweils einen 4. Platz und nochmals Punkte für die Meisterschaft.


    Beste Motorradfahrergrüße


    BMW-Hanse

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  • In der Saison 2015 sollte sich die K 75 bewähren.

    Optisch bekam sie noch etwas mehr rote Farbe, was ihr recht gut stand.


    classic-motorrad.de/forum/index.php?attachment/12450/


    Zum Testen ging es im März nach Anneau du Rhin.

    Sehr gutes Training auf dem großen Kurs und Vorbereitung für den


    Saisonstart in Franciacorta 2015

    Freies Training:

    Zum ersten Mal im neuen Jahr waren die Gladiatoren der 4-Takt Klassik Open zusammen im Starterfeld. Es kamen noch die Starter der 750 Klasse hinzu. Beim ersten freien Training um 10.15 Uhr waren 35 Motorräder auf der Strecke. Ich fand recht schnell meinen Rhythmus und fuhr zunächst mal in einer Gruppe. Dann probierte ich dies und jenes aus und hängte mich an Hans Schlotter dran. Was sich später zeigte, war dies kein Fehler. Eine Armada von getunten Yamaha TR 1 fuhren gegenseitig gehetzt durchs Starterfeld. Die Guzzis von Andreas Tappe und Jörn-Dieter Schneckner waren ebenfalls vorne mit dabei. Der Einzige der bei dem Tempo der schnellen Yamahas einigermaßen mithalten konnte, war Gregor Kraus mit seiner auffällig lackierten 1000er BMW Boxer (Tigerente). Uwe Sigloch und Thorsten Müller mit Ihren „Old School Maschinen“ mussten um den Anschluss kämpfen.

    Erstes Zeittraining

    Beim ersten Zeittraining sah es ähnlich aus. Dieses Mal konnten Andreas Tappe und Hans Schlotter gefolgt von Gregor Kraus zu den schnellen TR 1 durchdringen. Ich lag auf dem 13. Platz und war damit äußerst zufrieden. Dahinter lagen noch einige Guzzis und Ducatis.

    Zweites Zeittraining

    Dieses Mal hielt Patrick Gleim mit seiner schnellen Moto Guzzi Le Mans den Anschluss zu den Yamahas. Dahinter Andreas Tappe, gefolgt von Hans Schlotter und Gregor Kraus. Jörn-Dieter Schneckner kam noch hinter ein paar schnellen Ducatis an. Ich kämpfte gegen eine 1200er Laverda und belegte schließlich dahinter den 17. Platz. Dieser war dann auch mein Startplatz für die beiden Rennen am Sonntag. Ich war mit dem Ergebnis so weit zufrieden, auch die Rundenzeit von 1:32 war für mich o.k.

    RM35121.jpg

    Dieses Foto entstand beim Zeittraining der 4-Taktklasse 750/Open


    Lauf 1 – Franciacorta 5.4.2015


    Gegen 10 Uhr fanden die Vorbereitungen zu unserem ersten Rennlauf der Saison 2015 statt. Die Strecke war nass und es nieselte, also alles andere als ideale Bedingungen. Das Rennen wurde als Wettrace = Regenrennen ausgewiesen. Die Fahreraufstellung wurde in der Boxengasse vorgenommen. Ich stand in Reihe 6 Mitte auf Platz 17. Vor mir eine schnelle Ducati 750 – davor Gregror mit seiner Tigerente. Links von mir war ein Österreicher mit einer 1200 Laverda und rechts eine Ducati Panda 750. Wo bin ich da hineingeraten? Blaue Ampel – fahren bis zum Start. Grüne Flagge zur Einführungsrunde – alle fuhren los, zum Teil beherzt oder etwas zögernd. Ich reihte mich ein und folgte der Truppe. Dabei bemerkte ich zum Teil große Vorsicht einiger. (Ich war an diesem Tag schon mit meiner Boxer unterwegs und kannte schon alles). Zurück am Start. Grüne Flagge – Ampel Rot – Puls 160 – Aus und Feuer – ich überholte mindestens 5 Motorräder und reichte mich hinter den führenden auf Ideallinie ein. Ein Schweizer mit seiner Egli fuhr innen und drängt sich vor der nächsten Linkskurve rein. Das gab Unruhe im Feld und Lücken. Nach der letzten 90 Grad Rechtskurve beschleunigte ich aus dem 2. Gang bis Eingang Motodrom und schnappte mir beim Anbremsen noch einen der 750er Fahrer. Zieldurchlauf und 2 weitere Kurvenfolgen, dann kam es Eingangs der Schikane zu einer Kollision zwischen einer 750er Ducati und einer wunderschönen vollverkleideten Laverda. Ich suchte mir einen Weg durch die liegenden Motorräder, doch schon nach der nächsten Kurve wurden die roten Flaggen geschwenkt und das Rennen abgebrochen. Wir fuhren zurück in die Boxengasse. Das Starterfeld hatte sich dezimiert, die schnellen TR 1 hatten sich komplett zurückgezogen. Langes Warten und eine böse Überraschung. Mit einem Mal wurde es an meinem rechten Oberschenkel richtig heiß und dann ein leichter Knall und Dampf und Wasserschwall. Durch das lange Warten mit laufendem Motor ist das Kühlerwasser ins Kochen geraten. Ich musste meine Maschine auf die Seite schieben und der Marschall machte Bindemittel über die Lache. Ich setzte den Gummistopfen wieder drauf und warte erst mal ab. Dann Blau. Ich saß drauf machte die BMW an, sie lief, ich fuhr los – allerdings mit Warnlicht „Wasser“. Bis zur Startlinie war es aus. Der Schweizer mit der Egli ordnete sich vor mir schräg ein – das war auch nicht gut. Die Einführungsrunde verlief ähnlich. Startaufstellung. Grüne Flagge – Ampel Rot – Aus und Feuer – ich überholte den Schweizer und noch einen und die beiden links und rechts von mir reihten sich wohl hinter mir ein. Alle fuhren Rad an Rad. Wieder fuhr die Egli in der Innenkurve durch und hat sich vor Hans reingedrückt. Ganz vorne sah ich Gregor mit seiner Tigerente. Nun war ich direkt hinter Hans. Mit meiner Maschine konnte ich gut mithalten und es gab eine Kurve, die seiner Boxer überhaupt nicht gefiel. Ich probierte es mal aus und war kurz neben ihm – dann eben in der Nächsten. Doch vor der Schikane schoss der Österreicher mit seiner Laverda an mir links vorbei und machte mir die schmale Spur zwischen dem Ölbindemittel zu. Vollbremsung bis zum Bindemittel – Bremse los und durch. Und es hielt – jetzt dran bleiben und ich rückte auf und Durchfuhr die Ziellinie mit 7/10 Abstand als Gesamt Siebter und in meiner Klasse auf Platz 5. Es kamen 16 Motorräder ins Ziel


    1. Gregor Kraus

    2. Patrick Gleim

    3. Hans Schlotter

    4. Bern Zojer A

    5. Hansjörg Vollmer

    6. Jörn-Dieter Schneckner

    7. Guido Hufschmid

    8. Andreas Tappe

    9. Thorsten Müller

    10. Uwe Sigloch

    IMG_20150405_133343.jpg

    Siegerehrung nach dem 1. Lauf


    Lauf 2 - Franciacorta 6.4.2015

    Gegen 14.30 Uhr fand der 2. Lauf statt. Wieder war die Strecke nass und es nieselte, damit gleiche Bedingungen wie am Vormittag.

    Wieder Wettrace und Fahreraufstellung zunächst in der Boxengasse. Ich hatte dieses Mal einen Regenkombi an.

    Blaue Ampel – fahren bis zum Start, dann grüne Flagge zur Einführungsrunde die in enger Formation gefahren wurde.

    Zurück am Start.

    Grüne Flagge – Ampel Rot – Start – ich überholte wieder den Honda Fahrer und noch eine Ducati und Moto Guzzi und reihte mich hinter den Führenden ein. Das Feld verteilte sich. Ganz vorne lag Gregor, gefolgt von Andreas Tappe, der seine regenscheu ziemlich abgelegt hatte. So ging das Ganze mal zwei Runden. Der Laverda-Fahrer, der vor mir lag schnappte sich dann in der „Boxer-Kurve“ den Hans. Ich schloss auf und lag nun direkt hinter ihm. Erst probierte ich es in der Schikane vorbeizukommen, doch was wäre zu gefährlich gewesen. Noch eine Runde dann lies ich das Gas vor der Boxer-Kurve stehen, stach innen hinein und schaltete auf den 2. Gang runter und wieder gab wieder Stoff. Dann drehte ich bis zum Vierten alle Gänge bis 10.000 U/min, nach der 100 m Markierung hart in die Bremsen und auf den 3. Gang runter und gleich anschließend mit Zwischengas in den Zweiten und rein ins Motordrom. Ich hatte noch etwas Bangen, dass ich auf der langen Zielgeraden vielleicht doch noch überholt werden könnte und lies das Gas stehen. Ich orientierte mich nach vorne wo in 100 Meter Abstand die Laverda fuhr und zog meine Runden durch. In der vorletzten Runde wurde es vor der Schikane neben mir plötzlich laut und ich zuckte. Da war noch Gerd Thomsen mit seiner 750 Ducati, der mich überlistete. Ich lies ihm die Ideallinie, da ich wusste, dass nichts mehr anbrennen konnte. Ich blieb an ihm dran und durchfuhr die Ziellinie mit ½ Sekunde Abstand wieder als Gesamt Siebter und in meiner Klasse auf Platz 4. Es kamen 15 Motorräder ins Ziel.


    1. Gregor Kraus

    2. Andreas Tappe

    3. Bern Zojer A

    4. Hansjörg Vollmer

    5. Hans Schlotter

    6. Jörn-Dieter Schneckner

    7. Thorsten Müller

    8. Patrick Gleim

    Beste Motorradfahrergrüße


    BMW-Hanse

  • Rennwochenende in Walldürn 5. -7.6.2015

    Wir trafen am Freitag gegen 13 Uhr bei hochsommerlichen Temperaturen in Walldürn ein. Das Fahrerlager war schon gut gefüllt und wir steuerten den Platz vom vergangenen Jahr an.


    Gegen 14.30 Uhr war ich das erste Mal mit der Boxer dran. Ein kerniger Ton, gleichmäßige Beschleunigung, gute Bodenfreiheit und Klasse Bremsverzögerung. Bei der Endgeschwindigkeit konnte ich mit den Yamaha´s RD 350 mithalten. Danach kurze Pause und es ging mit der BMW K 75 raus. Nach der 2. ten Runde drehte ich auf der langen Geraden mal auf und kam mit dem kurzen Endantrieb nun in den 5. Gang bis 9.000 Um/min. Dies ergibt eine Spitzengeschwindigkeit von ca. 190 km/h. Ich versuchte den Bremspunkt auf unter 100 Meter zu legen, was kein Problem war. Das wiederholte ich bei den anschließenden Fahrten so lange bis ich bei gerade mal bei 60 m lag. Die Bremsflüssigkeit kam zum Kochen und der Bremshebel ließ sich ohne Funktion durchziehen. Nach einer Runde funktionierte sie wieder. Mittlerweile hatten wir eine Außentemperatur von 37 Grad. Neue Bremsflüssigkeit. Handgestoppte 57 Sekunden waren okay.


    Samstag – Training und Rennen 1

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    Am Samstag früh begann es gegen 6 Uhr zu regnen. Ich war schon um 8.15 Uhr an diesem Morgen beim freien Training - bei Nässe und leichtem Regen. Die weißen Markierungen mussten jedoch gezielt aus der Ideallinie herausgenommen werden. Nach 5 Runden lief es dann richtig gut, bis auf ein Mal der Motor zu stottern anfing. Das selbe Problem hatte ich im letzten Jahr gegen Ende des ersten Rennens. Es war die Einspritzbox, die ich unter dem Höcker sitzen hatte. Das Ersatzteil war dabei und wurde gewechselt. Der Motor läuft wieder rund und ohne Aussetzer.

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    Zeittraining

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    Als ich mit der K 75 zum Vorstart rollte waren schon alle da und große Hektik. Ich sortierte mich an einer freien Stelle ein. Nach 2 Runden ging es dann zur Sache. Ich fuhr lange zusammen mit einer Ducati fand dann eine 600 er BMW die super lief und zum Schluss fuhr ich alleine auf freier Bahn. Rundenzeit 58.5 Sek. und damit Startplatz 13 in der Gesamtgruppe. In meiner Gruppe war es Platz 7.

    Nun raus und auf ein Neues. Ich steuerte einen Trailer an, an
    dem meine Frau auf mich wartete. 20 m zur K 75, die direkt bei Kurt
    vor seinem Reifenstand parkte. Motor an, Helm auf, drauf aufs
    Motorrad – vom Halteständer runter. Ich wollte gerade Gas geben als ich
    verschiedene Rufe hörte „Halt – Plattfuß“. Kurt ließ 2,2 bar rein und
    ich startete durch.


    Startplatz 13 im Vorstart – eigentlich hätte ich einen Kran gebraucht um dort hinzugelangen. Irgendwie klappte es und schon ging es los zum Start. Ich öffnete das Visier, die Beine in den Wind, damit ich noch etwas Abkühlung bekam. Eine Einführungsrunde. Ich blieb schön ich der Reihe und ließ keinen in die Kette reinschlüpfen. Außenlinie in der ersten Linkskehre. Einige innen fielen zurück. Schikane - schön dran bleiben und Gas voll aufziehen bis hin zur nächsten Kehre nach ca. 800 m. Alles super – langsames anrollen bis zur Startlinie. Ich stand direkt hinter Gregor mit seiner Tigerente. Links stand Hugo mit seiner Guzzi und winkte kurz. Es ging ganz schnell – rote Flagge weg – Deutschland Flagge runter und los. Die BMW vor mir raste los ich hinterher, das Vorderrad hob kurz ab – ich fuhr an einer Maschine vorbei ein anderer kam von hinten angeschossen und reihte sich vor mir ein. Selbe Situation wie bei der Einführungsrunde. Die Außenlinie machte zu und die Motorräder im Innenfeld mussten sich irgendwo hinter mir eine Lücke suchen. Da waren im Feld vor mir noch einige 750er hauptsächlich Ducatis und 500er Vierzylinder Honda und Benelli von denen ich noch die eine oder andere schnappen konnte. Kurz vor Ziel in der letzten Runde lag etwas in der Luft. Nach der 800 m langen Geraden bremste ich etwas gemächlicher und Hugo mit seiner Guzzi dahinter in Lauerstellung nutzte dies aus und überholte mich langsam. Meine BMW kam in die Drehzahlen und ich war direkt dran zum Überholen. Gelbe Flaggen – Sturz vor uns in der Schikane. Überholverbot bis zum Ziel – naja Platz 5 – mehr als verdient.


    Sonntag Lauf 2 Klassik Open

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    Sonntag früh hatte ich um 9.00 Uhr Warm-up mit der K 75. Immer noch Probleme mit der Luft im Reifen. Ich kam verspätet auf die Strecke und fuhr zusammen mit einer Ducati. Vor der Schikane ließ ich das Gas stehen und ordnete mich vor ihm ein. Im gleichen Moment schoss ein 400er Senior Fahrer an uns vorbei – direkt in den Strohballen. Hinter uns fuhren noch 2 Motorräder in seines rein. Ergebnis knapp eine Stunde Verzögerung. Wenigstens konnte ich dann im Anschluss mit der Boxer noch ein paar schnelle Runden drehen – die lief super und die Schaltung ging auch wieder perfekt.

    Fliegender Wechsel – wieder kam ich raus – Motorrad abgestellt und zur K 75, dieses Mal war der Luftdruck schon gecheckt. Es war am Sonntag nicht ganz so heiß wie am Vortag und ich hatte auch noch mehr Power, also gerade mal richtig warmgefahren.


    Zum Vorstart

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    Dort drängten sich Menschenmassen um etwas zu sehen. Wir mussten nicht lange warten, bis wir die Flagge zum Vorstart bekamen. Ich stand auf Platz 13. Dieses Mal etwas versetzter zu Gregor. Alles so weit gut – Einführungsrunde – letzte Kehre vor Start. Wir rollten langsam zu unseren Plätzen. Alles ging ganz schnell – rote Flagge weg – Deutschlandflagge und Feuer. Diesmal blieb die K75 unten, ich blieb direkt hinter Gregor und machte die Tür zu. Nach Kehre und Schikane überholte mich ein Schneller und ich noch 2 vor mir bis es zum Anbremsen ging. Ich ließ das Gas stehen und bremste erst bei ca. 70 Meter vor der Kurve Gang 4 – Gang 3 - Zwischengas Gang 2 und im Scheitel Vollgas und gute Linie suchend bis zur Schikane. Hier ließ ich den 5. Gang drin und nahm nur kurz das Gas weg und fuhr im vollem Zug durch. Ich wollte zu meinen Verfolgern etwas Abstand gewinnen. In meinem Nacken befand sich Stefan Beck mit seiner Egli-Honda und Hugo mit seiner Guzzi. Ich fuhr 5 Runden strikt nach Plan, Als ich einmal zurückschaute sah ich einen respektablen Abstand. Nun wurde es auch unter meiner Sitzbank etwas heißer. Ein Zeichen dafür, dass der Lüfter anging, weil ich den Motor auf den langen Geraden schon regelmäßig auf 9.500 U/min gedreht hatte. Ich war bisher noch nie so schnell in Walldürn unterwegs – Rundenzeiten um 56 Sekunden, wie ich später erfuhr – Schnitt ca. 127 km/h. Gegen Ende des Rennens muss sich Hugo mit seiner Moto Guzzi doch noch auf eine halbe Sekunde Abstand an mir herangekämpft haben. Gelangt hat es ihm nicht und ich wurde in meiner Klasse 4.ter hinter Gregor Kraus mit seiner BMW R 90 S (Tigerente), Michael Stöcker und seiner Laverda 1000 Corsa und dem Sieger Hans Schlotter auf BMW R 100.


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    Beste Motorradfahrergrüße


    BMW-Hanse

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  • Revange am Sachsenring

    Sachsenring Klassik – Lauf 7 und 8 der Klassik Trophy 4-Takt

    Am Freitag Morgen regnete es, auch zum ersten Renntraining der 4-Takt Klasse . Vorsichtige erste Runden und dann gab es im über 40 köpfigen Starterfeld auch eine Truppe, die nun beherzter unterwegs war. Zugegebener Maßen gehörte auch ich dazu. Es ging immerhin um den Startplatz. Die Ergebnisse standen etwas auf dem Kopf – ich lag sogar auf Platz 13. Gegen 12.35 Uhr war das eigentliche Zeittraining. Es hatte mal wieder aufgehört zu regnen und war am Abtrocknen. Jetzt ging es richtig zur Sache. Das Mittelfeld lag bei Zeiten um 1:50 – 1:59, was dann meine Zeit mit der K75 und Startplatz 25 ! bedeutete. Dahinter kamen noch weitere 17 Fahrer – Startaufstellung in 14 Reihen. Jetzt hatten wir erst einmal 27 Stunden Pause.

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     heft_sachsenringweb.jpg2015-06-20_Klassik_Trophy_histor.jpg
     

    Rennsamstag – Regentag ohne Erbarmen mit Wechsel aus Schauern wieder Aufklaren. Temperaturen nicht mehr als 14 Grad. Unsere Rennzeit lag bei 15.35 Uhr und die Zeit rückte näher. Die Fahrer hatten unterschiedliche Konzepte von Regenkombi, über Regenjacke einer mit Regenschuhen. Die Strecke war noch feucht aber gerade leicht am Abtrocknen. Kaum war ich im Vorstart wurden wir auch schon auf die Strecke gewunken. Eine Besichtigungsrunde bis zur Startaufstellung. Start zur Einführungsrunde – die vorderen Reihen gaben beherzt Gas und fuhren in 3 er Reihen Richtung Rechtskurve. Irgendwie gab es dann nur noch 2 Reihen, die gemeinsam durch die Rechts – links Kombination Richtung Omega fuhren. Dort sortierte sich die Truppe in Einerreihe. Dann weiter so bis zur Zielgeraden und Startaufstellung. Schon war die Rote Flagge weg. Puls 180 Lampen aus und Feuer. Ich schoss nach vorne, wie alle anderen auch. Gleiche Situation wie bei der Einführungsrunde. Ich fuhr außen und wechselte im Omega nach Innen, dann den Berg hoch und in einer Linie durch eigentlich 3 Kurven. Und schon fiel das Feld auseinander. Die Regenfahrer hatten die besseren Karten und zogen ihre Runden. Allmählich gab es trockene Stellen. So nutzte ich auch mal die Chance nach der langen Geraden sehr spät zu bremsen und gleich mal 2 aus der 500er Truppe zu schnappen. Die machten mir allerdings später von hinten gewaltig Druck. Ich war direkt hinter Karsten Guhra mit einer schönen BMW R 100 RS, der auf der Ideallinie fuhr. Ich wollte nichts riskieren und blieb dahinter. Jetzt machten sich Stefan Hochlenert mit der Suzuki GS 450 und Jan Thomsen mit einer schnellen SR 500 und auch noch eine 500er Honda dran mit zu attackieren. Ein paar Kurven ging das gut, dann konnte ich sie nicht mehr halten und sie brachen durch. Ich blieb dahinter und schaute mir das Ganze nochmals an, als sie auf Karsten auffuhren. Ich dachte daran gleich mit dran zu hängen und kam auch ziemlich nahe dran. In der letzten Kurve vor Ziel kamen sich dann Karsten und Stefan nochmals ins Gehege. Stefan konnte ich noch fast überholen Abstand 0,015 sec. Zu Karsten war es immerhin 1 Sekunde. Im Ziel Gesamtplatz 18 in meiner Klasse Platz 8 – ich war zufrieden und wir waren heil geblieben.


    Sonntag – Lauf 2

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    Bereits um 8.15 Uhr war am Rennsonntag Morgen der Vorstart für unsere 4-Takt Klasse. Wenigstens war das Wetter gnädig und es regnete nicht. Die Strecke war über Nacht abgetrocknet. Wir drehten unsere Besichtigungsrunde bis zum Start. Ich fuhr an Reihe 9 ganz links. Zügig fiel die Flagge zur Einführungsrunde. Ähnlich wie am Vortag schossen alle Richtung erste Kurve mit späterem Bremspunkt als zuvor. In dieser begann eine richtiges Gerangel nach vorne. Nach dem Omega beruhigte sich die Gruppe und folgte dem Streckenverlauf bis zur Zielgeraden. Tempo raus und langsames rollen bis zum Startplatz. Jetzt lief alles in Zeitlupe ab – Visir noch einen Spalt auf damit ich Luft bekomme. Rote Fahne weg. Rotes Licht - - - aus. Und Start. Ich beschleunigte 1. 2. 3. Gang überholte meinen Vordermann und schoss links an noch 2 weiteren Motorrädern vorbei. Man merkte, dass dieses Mal die Fahrer das Gas länger stehen ließen. Es ging in die erste Rechts. Die Führenden waren in Sichtweite eine Kurve weiter. Ich sah Hans und Hugo von meiner Truppe bereits in Richtung Omega. Links tauchte Stefan Beck mit der Egli und eine rote 500er Honda auf. An die hielt ich mich mehrere Runden. Das Tempo wurde schneller und ich merkte wie ich an meine Grenzen sowohl leistungsmäßig als auch fahrerisch kam. Ein Blick zurück zeigte mir zwar keine direkten Verfolger, doch der Abstand vor mir wurde größer und auch die 500 er Honda zu der ich immer wieder Anschluss fand entschwand allmählich. In der letzten Runde wurde es plötzlich nochmals hektisch als etwas Schwarzes an meiner Seite auftauchte - Thorsten Müller, mein Markenkollege mit seiner R100RS. Er setzte in der letzten Kurve vor Start/Ziel zum Überholen an und fuhr vorbei. Ich gab noch mal richtig Gas, hatte zwar einen leichten Rutscher ließ es stehen – Windschatten. Keine Chance, die RS war zu schnell. Gut gemacht Thorsten – Platz 8 – ich dahinter auf Platz 9.


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    Beste Motorradfahrergrüße


    BMW-Hanse

  • Luxembourg Moto Classic 11. -12.07.2015

    Am Freitag war Anreise, Aufbau, Dokumenten- und Fahrzeugabnahme. Bei uns war noch ein Mechanikertrupp mit 2 Spezialisten aus dem Ruhrgebiet angereist. Die K 75 war das Objekt und es wurden die Drosselklappen erstmals einjustiert, die Einspritzung synchronisiert, Leitungen und Kabel überprüft und zum Teil getauscht. Beim Kompressionstest stellten Jürgen und Andreas eine Schwäche des ersten Zylinders fest. Zu Testzwecken wurden dann noch 2 Regler zur manuellen Steuerung der Einspritzmenge auf den Tank installiert. Am Samstag war dann großer Testtag mit einem freien Training und 2 Zeittrainings. Die Übersetzung war zu kurz und wir nutzten die Pause um auf den langen Endantrieb umzubauen. Jetzt lief die K 75 Classic Race wie ein Uhrwerk, respektable Zeit bei einem Schnitt von rund 168 km/h.

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    Der Kurs in Colmar-Berg ist recht interessant: Eine lange leicht ansteigende Gerade die in einer über 180 Grad Rechtskurve ausläuft. Es folgt ein Linksknick der nach unten in eine Rechtskurve fällt. Dann eine langgezogene Kurve, die schlagartig endet und mit einem Versatz rechts in eine Rechtskurve übergeht. Dann eine Links- Rechtskombination gefolgt von einer über 90 Grad Linkskurve und dann eine 180 Grad Rechtskurve. Die mündet dann mit einem leichten Linksknick an einer Spitzkehre, die zurück auf die lange Zielgerade führt. Also selbst auf dem Papier gar nicht so einfach.

    Renntag – Lauf 1 Klassik Open, Top Twin Klassik Youngtimer Junior und Senior:
    Ich stehe auf Platz 25 - vor mir auf 21 steht Andreas Tappe, weiter links ein Reihe vorne steht Hans Schlotter auf 20. Grüne Flagge – wir rücken vor zum Start. Die rote Flagge weg und der Rennleiter schwenkt Grün für die Einführungsrunde. Alle fahren zügig los und bilden 3, dann in der Kurve 2 Linien. Alles ziemlich eng. Mal schaut einer rechts mal links vorbei – ich gebe immer gleich wieder Gas um aufzuschließen. Alles mündet im Nadelöhr zur Zielgeraden. Jeder steuert in Richtung seines Startplatzes. Die rote Flagge lässt uns abbremsen. Jeder dreht jetzt am Gasgriff, um den Motor bei Laune zu halten. Es wird wohl noch gewartet bis die Letzten auf ihren Startplätzen stehen. Das Mädel mit der roten Flagge läuft vor dem Feld nach rechts. Der Rennleiter hält die grüne Flagge ganz hoch. Setzt an zum Schwenk und die Motoren heulen auf. Mein Vordermann kommt super weg - ich auch. Er fährt rechts ins Fahrerfeld ich links. Alle in voller Beschleunigung auf diese eine 180 Grad Rechtskurve. Die ersten nehmen das Gas zurück – super vorbei. Ich lasse es stehen, vorne links sehe ich Hans, und Andreas mit der Guzzi hat schon das rechte Knie raus. Ganz eng und hakelig geht es durch die Kurve es sind aber immer noch 2 Reihen bis zur nächsten. Spätestens bei der übernächsten müssen sich noch einige einsortieren. Es geht um Zentimeter, aber alles gelingt. Einige junge Fahrer mit vorgewärmten Slicks machen Hanging-off an Ihren Lenkern in den 2 langgezogenen Kurven. Die Spitzkehre kommt und es trennt sich Spreu vom Weizen. Hab gleich mal 2 Plätze gut gemacht, verliere aber einen noch auf der Ziellinie an eine schnelle Moto Guzzi. Dafür schaffe ich einen 400er Fahrer beim Anbremsen der 180 Grad Rechtskurve. Noch ist das Feld recht dicht. Nach der 2. Runde hat sich eine Spitzengruppe schon etwas abgesetzt. Da war auch schon der Bremspunkt gewesen und ich bin jetzt ganz außen in der 180 Grad rechts. Der 400er hat sich die Innenkurve genommen und mich geschnappt. Ich schloss auf und blieb hinter ihm. An der Schikane hat er zu früh gebremst, ich lief auf, er fuhr einen großen Bogen und ich innen dran vorbei. Auf die Dauer war mir diese Action zu anstrengend und ich ließ ihn ziehen, versuchte an den schnellen Passagen nicht zu viel Zeit zu verlieren und blieb in Sichtweite. So ging es Runde um Runde. Die Temperatur vom Motor wurde in den letzten beiden Runden immer höher und ich war froh in Ferne die Zielflagge zu sehen - geschafft. Ergebnis Platz 9


    2. Lauf 4-Takt Klasse Open, Top Twin:

    Die Vorbereitungen zum 2. Lauf waren ähnlich dem Ersten. Allerdings kam ein leichter Wind auf und die Wolken machten etwas zu. Ideale Rennbedingungen vom Asphalt, vielleicht ein par Grad zu warm für Fahrer und Motoren. Gleiche Startaufstellung – 3 Lücken entdeckte ich im Fahrerfeld wohl nach Ausfällen. Nach der Einführungsrunde erfolgte die kurze Ruhephase vor dem Start. Dann grüne Flagge und „Feuer frei“. Dieses Mal kam ich besser weg und orientierte mich an den Doppelrohren einer 900er Ducati der Top Twin Klasse. Ich beschleunigte in einer Linie von ganz rechts nach Kurveneingang links außen. Die anderen Motorräder waren mit Ihrer eigenen Liniensuche beschäftigt. Wieder ganz eng in 2 Reihen durch die 180 Grad Rechtskurve- 2 Juniorfahrer berührten sich kurz beim Anbremsen der 2. Kurve und die hinteren rückten wieder ein wenig auf. Nun ging es richtig zur Sache – ich selbst fuhr unglaubliche gefühlte Schräglagen. Später sah ich, dass selbst der Schalthebel und eine Ecke des Endschalldämpfers angeschliffen waren. Meine Stiefel setzten auf und ich zog sie in den beiden langgezogenen Kurven immer schon vorher etwas höher. Vor mir hatte ich immer eine Honda VFR im Visier, zu der ich vor der Schikane und auf der Geraden aufschließen konnte, aber in den schnellen Kurvenpassagen wieder verlor. Die Fahrzeit wurde langsam zur Ewigkeit. Mein Hintermann machte mit seiner Moto Guzzi Druck. Aus meiner BMW konnte ich nicht mehr rausquetschen und ich benutzte die Einspritzerhöhung dann noch in der letzten Runde auf der Zielgeraden. Und das war auch gut so. Nach den Zeiten hatte der Nächstplatzierte Jürgen Schleimer beim Zieldurchlauf gerade mal einen Abstand von 0,1 Sekunden auf mich. Ergebnis Platz 7.

    Beste Motorradfahrergrüße


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  • Motor 1 platt

    Der Check nach dem Rennen hat ergeben, dass der Motor komplett platt war. Im Ölkreislauf befand sich eine Öl-Benzin-Wasser-Emulsion. Die Kompression lag zwischen 4 und 6. Das Ergebnis nach 100.000 Straßen und 1.500 Rennkilometern.

    Der Reservemotor musste ran.



    Vorsorglich hatte ich ein Exemplar mit zugesicherten 68.000 km Laufleistung schon daliegen.

    Dank der Hilfe meines Sohnes haben wir an 2 Abenden den alten Motor aus- und den neuen eingebaut.




    Wir hatten dafür genügend Zeit, da ich Oschersleben nicht starten konnte und dann erst wieder in Most/CZ fuhr.

    Beste Motorradfahrergrüße


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  • 1. ADAC Würzburger Klassik Motorradrennen Autodrom Most 21. – 23.8.2015

    Die Rennstrecke in Most ist sehr beeindruckend - eine saubere gepflegte Anlage. Der Belag wurde im vergangenen Jahr erneuert, lediglich in 2 langen Kurven war der Asphalt rissig (von Truckrennen). Man konnte sich darauf einstellen und eine andere Linie Fahren. Freitag war für mein Team Trainingstag. Auch die meisten meiner Kollegen der Rennserie waren schon da. Nach der Fahrerbesprechung und Fahrzeugabnahme ging es dann gleich auf die Strecke. Ich fuhr jeweils 3 Turns mit der K 75 Classic Race und der Fallert-BMW-Boxer Die K 75 mit dem getauschten Motor vermittelte ein ganz anderes Fahrgefühl. Nach einem Turn Schonung ließ ich den Ziegelstein fliegen. Am Samstag spulte ich meine Runden ab und fuhr auch schon mal 2:08, was später Startplatz 34, genauer gesagt 12. Reihe ganz links bedeutete.

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    Beim 1. Lauf am Sonntag waren alle etwas angespannt. Nach der Einführungsrunde rollten wir an unsere Startplätze. Der Starter läuft mit der roten Flagge vorbei am Feld nach rechts und zeigt mit der Flagge hoch zu den roten Startampeln. Motoren drehen hoch, die Luft bebt. Lampen aus und mit Vollgas los - ich komme gut weg zwischen zwei vor mir rein - schalten auf den 2. Gang - verschalten. 3,4 Motorräder rasen vorbei, bis ich wieder Vorschub habe. In der Schikane staut es sich und ich fahre an eine freie Stelle, bleibe in der Linkskurve ganz rechts hinter einem Nachzügler der Top Twin. So ging es weiter bis zur Spitzkehre. Beim Rausbeschleunigen und Schalten auf den 3. Gang fiel dieser auch raus Jetzt fuhr auch noch eine 600er Honda an mir vorbei - Ruhe bewaren und dranhängen. Erste Runde gut. Beim Anbremsen der Schikane kann ich einen Platz gut machen. Dann bleibe ich an einer bunten Moto Guzzi einige Runden dran. Die bremste mich ein, doch fand ich einen Weg an ihr vorbei. Beim Runterschalten ging der Gang recht schwer rein. Große Sorge - auch Hochchalten schwer - die Kupplung hatte sich verstellt und trennt nicht mehr. Ich blieb auf meiner Position und fuhr, wie auf rohen Eiern, die letzten Runden. Geschafft - Ergebnis Platz 10 in meiner Klasse - gegen Ende hatte ich keine Kupplung mehr. Gleich nach dem Rennen haben wir den Fehler gesichtet und festgestellt, dass sich die Kontermutter gelöst hatte und durch die Vibrationen das Spiel immer kleiner wurde. Glück im Unglück!

    Beim 2. Lauf lief alles weit aus besser. Die selbe Startaufstellung. Als die roten Startlampen aus gingen legte ich einen Blitzstart hin. Wieder zwischen den beiden, in der vor mir liegenden Reihe, durch und zielstrebig in Richtung Scheitel der Schikane. Links und rechts direkt neben mir bremsen einige früher und ich finde einen Platz direkt hinter einer schnellen Suzuki Wankel. Dann 2 Kurven weiter ein Sturz eines zu schnellen Juniorfahrers. Ich blieb hinter der Wankel und wir zirkelten 2 Runden zusammen um den Kurs. Nach Überfahren der Ziellinie fasste ich den Entschluss irgendwie an ihm vorbeizukommen und zog rechts aus dem Windschatten neben ihn. Ich wartete so lange bis er anbremste – erst dann ging ich in die Eisen. Vollbremsung loslassen 4. Gang loslassen 3. Gang Zwischengas runterschalten auf den Zweiten und mit der Motorbremse in die Kurve. Sofort auf Linkskurve eingelenkt und kurz vor dem Scheitel angasen. Kein Konter und ich schloss auf eine 900er Ducati auf. Dahinter biss ich mich fest, fuhr dann auch meine Bestzeit von 2:05, und blieb dran bis ins Ziel. Ergebnis Gesamtplatz 26 und in meiner Klasse Platz 9 erkämpft. In der Tabelle liegen wir auf einem sicheren 5. Platz. Das Finale wird Mitte September am Lausitzring stattfinden.

    Beste Motorradfahrergrüße


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  • Lausitzring - Klassik Trophy Finale und ADMV Classic Cup 2015

    Beim ADMV CLASSICS Lausitzring 2015 wurde, wie im vergangenen Jahr, die Kurzvariante mit 3,5 km und 11 Kurven gefahren davon 7 Links- und 4 Rechtskurven. Am Lausitzring war der ADMV Classic Cup e.V. der Veranstalter und die Klassik Trophy hat sich in diese Veranstaltung mit eingebracht.


    Der ADMV ist Ausrichter von Gleichmäßigkeitsfahrten, bei denen der Fahrer sein Tempo selbst bestimmen kann und dann möglichst Nahe an seiner vorgegebenen Zeit liegen sollte. Bei der Klassik Trophy werden richtige Rennen ausgetragen. Training, Zeittraining, Lauf 1, Lauf 2. Dafür gibt es Punkte, die in einer Tabelle zusammengezählt werden. Das Ergebnis ist die Jahreswertung. Das Besondere in diesem Jahr war, dass es auch bei der Klassik Trophy eine Wertung für die Regularity gab und ich mich darin eingeschrieben habe. Die Veranstaltung am Lausitzring ist die letzte im Jahr und danach stehen auch die Jahresergebnisse fest.

    Zunächst hatte die Klassik Trophy ihr Training. 42 Maschinen waren im Starterfeld meiner Gruppe. Nach 2 Trainings lag ich auf dem 27. Startplatz. Der 1. Lauf wurde noch am Samstag Abend gefahren: Zieleinlauf bei der Klassik Trophy Wertung - Platz 6. Am Sonntag war der erste Gleichmäßigkeitslauf des ADMV im Classic Cup. Hier fuhr ich auf Platz 5. Um die Mittagszeit war dann der 2. Lauf zur Klassik Trophy. Nach einem beherzten Start ordnete ich mich mit der BMW im vorderen Mittelfeld ein. Die beste Rundenzeit war 1.43 Min. was soweit o.k. war. Ich war kurz davor mich auf den 5. Platz vorzufahren, als ein Sturz von 2 Fahrern zu einem Rennabbruch führte. Wertung dann wieder auf Platz 6 in der Klassik Trophy. Damit habe ich in der Jahreswertung einen 5. Gesamtplatz erreicht.



    Bis dahin waren wir von Regen verschont – es hatten sich immer wieder Wolken gezeigt. Doch bei den 2 letzten Läufen war „Wet Race“ angesagt. Bestzeit im Training. Und beim darauffolgenden Lauf wollte ich mal meine Regenqualifikation testen und lies die BMW fliegen.


    Gesamtplatz 5 bei der Klassik Open 2015

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  • Nun fehlen mir genau noch 2 Jahre über die ich in Kürze ausführlicher berichten werde.

    2016 kam die Boxer Trophy und ich setze darauf mein Augenmerk. Im Vorjahr war ich mit der Fallert-Boxer in der Klasse Regularity unterwegs

    und hatte diese gewonnen. Deshalb startete ich mit der K 75 nun in dieser Klasse mit der Startnummer 1.


    A



    Außerdem bekam die Maschine ein anderes Outfit - Superbike - und Farbe blau.

    Beste Motorradfahrergrüße


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