Martin Wimmer "Der Fall MZ" Das Buch

  • Gestern habe ich das Buch von Martin Wimmer in einem Rutsch durchgelesen, vorweg: Es lohnt sich.
    Ich mochte Ihn, soweit man das als Besucher von Motorradrennen beurteilen kann, vor allem deshalb, weil er sich auch nach seiner internationalen Karriere nicht zu schade war, weiter auch auf schnöden deutschen Flugplätzen zu fahren. Er war keiner von den ehemaligen Stars, die mit 60 stolz behaupten, "seit 30 Jahren kein Motorrad mehr angefaßt zu haben".
    An das Buch ging ich mit großer Skepsis, Wimmer war für mich ein reiner Geschäftemacher, der den Zschopauern als Retter präsentiert wurde, selber aber nur mit Hilfe von Landesbürgschaften und dem Rückenwind der Politik chinesische Roller vermarkten wollte.
    Ein wenig stimmt das ja auch sogar, aber es ging um mehr. 'Sein Buch ist sehr offen: wer würde zugeben, daß er bei Einhell nur deshalb zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, weil der Chef den Martin Wimmer mal persönlich kennenlernen wollte?
    Er bekam dennoch die Stelle in Shanghai und lernte dort wohl das schwierige Handwerk, Geschäfte zu machen. An Selbstbewusstsein scheint es nicht gefehlt zu haben, es muß einen sogenannten "Wimmer"- Motor geben, eine Kombination aus 2-Takt und 4-Takt, dessen Vorteile die deutsche Ingenieurszunft aber nicht überzeugen konnte, weil, so Wimmer, VW Ingenieure auf dem Niveau von 1945 steckengeblieben sind, was den 2 Takter anbetrifft.
    Eine in seinen Augen revolutionäre Vorderradgabel hat er entwickelt, kein Hersteller interessierte sich dafür, Wimmer versuchte das Konzept in Fahrräder einzubauen, scheiterte erneut an mangeldem Interesse der Industrie.
    Auch Blockheizkraftwerke wollte er bauen, mit einem 125er MZ Motor, er glaubte damit sogar die Energiewende zum Guten zu wenden, wie er sogar der Päpstin der Öko-Religion, Frau Angela Merkel, schriftlich mitteilte.
    Viel persönliches lernt man in dem Buch, über seine zweite Frau, eine Ärztin aus Düsseldorf, die sich zurückzog, als es zu brenzlig wurde und über Ralf Waldmann, der seine Kündigung zum Eklat machte, in dem er einen wertvollen Moto 2 Rahmen auf den harten sächsischen Betonboden schmiß.
    Überhaupt die Rennfahrerei in den Moto GP2, ein völliges Mißverständnis, welches das Unternehmen MZ sicher nicht liquider machte. Absolut spannend dann die Rettungsversuche, es geht um Millionen, Bürgschaften, Kredite, unbezahlte Rechnungen von Kunden wie von Lieferanten, Übernahmversuche, die in letzter Minute scheiterten und einen mir bis dato unbekannten Peter Ertel aus Ludwigshafen, der immer wieder Löcher stopfte und dessen Bankkonto zum damaligen Zeitpunkt wohl unerschöpflich war.
    Man schwankt zwischen Bewunderung des Geschäftsmanns Wimmer ob seines Mutes, möchte aber manchmal auch Partei für die Banken ergreifen, die seinem Treiben im Erzgebirge dann irgendwann mal ein Ende setzen.
    Wer glaubt denn daran, daß eine Firma in Vietnam 640.000 MZ Zylinderköpfe kaufen wird ? Das die Schweizer Post mit elektrogetriebenen 3-Räder aus Zschopau in Zukunft die Post ausfährt ? Das MZ Viertaktmotoren keine Ventile mehr haben werden, weil die patentierte Walzensteuerung der millionenfach, weltweit gebauten Technik mit Nockenwelle und Ventilen überlegen sei ?
    Dass der Charly Roller kein Erfolg werden würde, hätte ich den Verantwortlichen auch gleich zu Beginn sagen können, mit sowas kann man allenfalls im Bierzelt klimarettende Politiker für eine halbe Stunde begeistern. An der Ladentheke, und dort spielt die Musik, war das Gefährt von Beginn an ein Flop. Er muß ein verrückter Kerl sein, der Martin Wimmer, vielleicht hätte ein besonnener, erfahrener Kaufmann an seiner Seite diesem irren Treiben Grenzen gesetzt und mit so einem Gespann wäre die Firma MZ doch zu retten gewesen. Ein absolut lesenswertes Buch.
    Man darf ja hier wohl keine Werbung machen, aber der Martin Wimmer ist ja einer von uns kann sicher ein paar Euro gebrauchen, außerdem hilft es, wenn man selbstständig ist, es nicht selber auch so toll zu treiben: www.durchdiebankweg.com

  • Die Schweizer Post fährt tatsächlich seit ein paar Jahren mit 3-rädrigen Elektrofahrzeugen die Post aus. Allerdings wurde damals ein Hersteller aus der Schweiz ausgewählt

  • Dieses Buch werde ich nicht kaufen. Ich bin zwar Fan der MZ- Renngeschichte, habe etliches an Literatur dazu und habe auch in meiner Jugend 4 MZ besessen und meist begeistert, aber manchmal auch frustriert bewegt, nur gehört Wimmer´s Story eigentlich nicht mehr zur MZ- Historie. Er hatte gedacht, er kann es nochmal versuchen, aber man hätte ihm abraten sollen.


    MZ ist es, wie vielen anderen deutschen Motorradbauern (Kreidler, Zündapp, Adler, Maico, NSU, Hercules...) gegangen. Billigere japanische Konkurrenz hat sie vom Markt gefegt. Schon in den 70er -80er Jahren. MZ hat nur so lange überlebt, wie die DDR mit billigen Maschinen irgendwo auf der Welt zu Geld kam. Dann war Schluss. Hätte, ja hätte es vielleicht einen gegeben, der das zweifellos vorhandene gute Image im Bereich des Geländesportes (noch 1987 Weltmeister) in die richtigen Bahnen für eine künftige Modedellpolitik gelenkt hätte? Aber von den alten Direktoren war nichts mehr zu erwarten und es kamen neue Herren von der Treuhandanstalt, die MZ erst mal in MuZ umtauften. Das war so ähnlich, als wenn jemand BMW in BuMW umbenennt, um ein neues Image zu schaffen. Aber egal, auch in diesem neuen Konstrukt hatte man versucht, mit alten Viertaktern in noch älteren Fahrgestellen Interesse zu erwecken. Zu der Zeit stand bei mir die erste Suzuki RGV, sowas hatte ich immer gesucht und mein Vater sagte, als er den Klang hörte: Das könnte auch von Walter Kaaden sein... . Ich habe ihm gesagt: Ja, aber, das die dann leichter ausgefallen wäre...


    Später gab es sicher gute Modelle, Supermoto, Geländesport, nur mit der 1000er hatte man sich wohl leicht übernommen. Auch der Einstieg in die 500er WM als MuZ, und dann das MotoGP- Projekt ...


    Martin Mimmer hat all dem nur noch eine Anektode zugefüget. Seine Aussichten waren von vornherein schlecht, dessen hätte es nicht unbedingt bedurft. Ich hoffe, das es wenigstens seinen ehemaligen Mitarbeitern gut geht, ihm natürlich auch, aber da sorgt er sich ja selbst, mit seinem Buch.


    Nun ist wohl MZ für alle Zeit Geschichte.


    Es grüßt Euch


    Wolf


    ein alter MZ- Freund

  • Hallo an Alle,


    erstmal vielen Dank an Peter Frohnmeyer für das schnelle Buchlesen und seine faire Kritik. Ich habe aber dennoch einige Anmerkungen zu machen, da sich anscheinend ein paar Fehler eingeschlichen haben:


    1) das Federungssystem für Fahrräder und Motorräder ist weltweit patentiert und funktioniert : https://www.youtube.com/watch?v=zyvRkzw8dDQ dass es nicht produziert wurde lag an der Situation bei MZ im Winter 2012, die genau im Buch beschrieben wurde.


    2) Die Insolvenz von MZ lag letztendlich daran, dass 300.000 Euro unserer EIGENEN GELDER (angelegtes Festgeld, dass frei wurde) von der Bank einfach "weggebucht" wurden und uns NICHT ausgehändigt wurden. Man benutzte diesen Vorgang A) um mich in eine Insolvenzanmeldung zu treiben und B) wartete die Bank dann bis zur Rechtskräftigkeit der Insolvenz (dadurch Enteignung des Firmengeländes usw.) damit diese nicht mehr zurückgenommen werden konnte, um dann 14 Tage später die Gelder auszubezahlen. Nach dem Motto: was wollt Ihr, hier ist ja Eure Kohle!


    3) Die Krise Begann im Januar 2012 als zwei Firmen insgesamt 530.000 Euro offene Rechnungen nicht bezahlten. Beide Geschäftsführer wurden verklagt. Der eine hatte eine eidesstattliche Falschaussage gemacht. Das Urteil ging zwar zu unseren Gunsten aus, aber die Bank nahm noch weitere 120.000 Euro durch die Insolvenz mit. Das zweite Verfahren über dann noch 230.000 Euro offene Rechnungen fiel ebenfalls in die Insolvenz. Wenn unsere Gelder (zurückgehaltenes Festgeld) normal, wie es sich gehört, freigegeben worden wären, hätten wir alleine dadurch 300.000 + 120.000 + 230.000 0 = 650.000 Euro in der Kasse gehabt und MZ würde weiter bestehen! Deswegen auch die ganzen Klagen gegen die Münchener Merkur Bank .


    4) Wir haben mit dem Dreirad Motorrad beim Test der Schweizer Post das bisherige Gefährt in allen Bereichen geschlagen, leider haben während der Insolvenz wesentliche Mitarbeiter gekündigt und das Projekt verlief NUR DADURCH im Sande.


    5) Es sollte weiter erwähnt werden, dass wir noch eine Weltneuheit auf der Motorradmesse Intermot 2012 mit unserem MZ 125 ccm Motor mit variablem Ventilhub und variablen Steuerzeiten vorgestellt haben. Auch diese Information ist mit Bild und Text im Buch http://www.motorcyclenews.com/…ober/oct1912-mz-is-back-/


    Die Erlöse des Buches werden für die Klagen gegen die Bank verwendet, ich habe schon über 100.000 Euro in zwei Jahren selbst aufgebracht und am 18.12.2014 ist die nächste entscheidende Verhandlung. Viel Spaß beim Lesen


    PS: Es sei hier versichert dass der NEUE Motor kommen wird, und wenn es nur ein Spielzeugmotor für Flugmodelle wird.


    Martin Wimmer

  • Zitat

    erstmal vielen Dank an Peter Frohnmeyer für das schnelle Buchlesen und seine faire Kritik.

    Hallo Martin,
    die Buchkritik ist von "nsumax".



    Ich habe das Buch gekauft, es ist aber noch nicht bei mir angekommen. Bin schon gespannt.

  • Vatertag in Siam - das holde Weib und die Prinzessin sind zu Besuch in meinem "Baustellen-Camp" - und ich bin dabei das Buch zum zweiten mal zu lesen - diesmal "langsamer und im Detail". gruesse an den MW, dem BH und den PR. Man(n) sieht sich :-) Ref Baustellen-Camp, siehe hier - www.fritz-hotel-pattaya.de owned by TEGS president FRITZ BURTCHEN - 5 km zum Bira, 10 km zu meiner Baustelle :-)

  • Lancelot - sorry!!??? (Ausser, vielleicht ..... ein Schweizer? H.M.!!??)


    Heute, guter Freund von Martin W. und ein guter Schpezel der alten Saecke vom Bira: "Mit dem Wimma wirds imma schlimma".


    Gruesse aus Siam!!!

    "The umbrella man"

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von hosenscheisser ()

  • Irrtum meinerseits!
    Ich dachte es sei Hans Mühlebach,
    aber aus fachkundiger Quelle habe ich erfahren, dass es sich um Boet van Dulmen handelt.
    Sorry Charly. :blush2:
    Gruss L.

  • Ex-MZ-Chef Wimmer vom Amtsgericht verurteilt


    Richter sieht Tatbestand der Insolvenzverschleppung


    http://www.freiepresse.de/NACH…rteilt-artikel9067453.php


    Chemnitz. Der ehemalige Geschäftsführer des Zschopauer Motorradherstellers MZ, Martin Wimmer, ist vom Amtsgericht Chemnitz wegen Insolvenzverschleppung verurteilt worden. Er muss 5400 Euro Geldstrafe zahlen. Das Gericht sah es laut einem Gutachten als erwiesen an, dass der Motorrad-Hersteller bereits Ende 2011 zahlungsunfähig war. Wimmer hatte jedoch die Insolvenz erst im September 2012 angemeldet. Er hatte die Traditionsmarke MZ dreieinhalb Jahre zuvor übernommen.


    Der zweite Prozesstag gegen den ehemaligen MZ-Geschäftsführer war die Stunde der Gutachter. Der Sachverständige Michael Harz kam dabei zu dem Schluss, dass das Unternehmen bereits am 31.12.2011 zahlungsunfähig war. Auch in den folgenden Monaten habe sich daran nichts geändert. Zwar hätten die vollständigen betriebswirtschaftlichen Unterlagen nicht vorgelegen. Anhand der Kontenführung seien aber die Zahlungsaus- und -eingänge gut nachvollziehbar gewesen.


    Der ehemalige Motorradrennfahrer hingegen sprach immerfort von einer Krise des Unternehmens. "Sie waren Anfang 2012 nicht in der Krise, sondern bereits zahlungsunfähig", sagte der renommierte Sachverständige, der unter anderem auch die Schlecker-Pleite bewertet hatte. Wimmer zweifelte mehrmals dessen Arbeit an: "Sie haben keine falsche Arbeit geleistet, sondern falsche Voraussetzungen angenommen." Wimmer wirft seiner Hausbank vor, durch den Einbehalt von nicht notwendigen Sicherheiten die Insolvenz herbeigeführt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte den 57-Jährigen wegen Insolvenzverschleppung, Veruntreuung von Sozialversicherungsbeiträgen, Bankrott und Untreue angeklagt.


    Die Umstände der Insolvenz sollen auch 2015 vor dem Landgericht München geklärt werden.


    erschienen am 18.12.2014 (Von Ramona Nagel) .
    © Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG

  • Da macht es sich der "Umbrella Man" wohl doch etwas zu einfach, nur den Inhalt eines Berichts einer hiesigen Tageszeitung wiederzugeben.


    Auch ergangene Gerichtsurteile stellen nicht immer "der Weisheit letzten Schluß" dar - könnte da einige Urteile nennen.


    Den tatsächlich so in der Presse erschienenen Bericht einfach so zu übernehmen hat schon etwas von Rufmord an sich.


    sring

  • Mann O Mann - der SRING unterstellt mir RUFMORD nur weil ich einen Zeitungsartikel "ohne (DUMMEN) Kommentar" hier verlinke. Ich jedenfalls hab' das Buch (siehe oben) gekauft und auch bezahlt, und damit zumindest mein kleines Scherflein zu Martins Unterstuetzung beigetragen. Was ich von Martin und MZ halte das wissen zumindest der Martin Wimmer und auch der Peter Rubatto. Gell!!! Und was ich vom Teutschen Rechtsstaat und von Teutschen Banken halte geht nur mich etwas an. Punkt! Und den MZ Aufkleber an Bern Hiemers Trainings-Bike (meine alte Susi) hab' ich vor Verkauf der Susi abgenommen - der hat einen Ehrenplatz in meinem office zuhause!!!

  • Martins Buch (bestellt und bezahlt) habe ich an einem Abend gelesen.
    Eine spannende und tragische Geschichte. Werten kann ich sie überhaupt nicht. Da werden so viele Erfindungen, Prozesse und Finanzkonstrukte angesprochen, dass ich irgendwann den Überblick verloren hab. Ich habe das Buch jetzt meinem Freund zum Studium übergeben. Er hat schon signalisiert, dass wir mal länger darüber telefonieren müssen.

  • Zum Artikel der Freien Presse Chemnitz möchte ich folgendes hinzufügen:


    Martin Wimmer musste sich am 18.12. wegen 16 Delikten vor dem Chemnitzer Landgericht verantworten. Schuldig wurde er einzig wegen Insolvenz-Verschleppung gesprochen. Die Begründung war aber recht merkwürdig. Obwohl das Unternehmen Ende Januar 2011 für eine mindestens 6stellige Summe gut war, hätte er nach Meinung des Gerichts im Dezember 2010 eine Massenentlassung durchführen und Insolvenz anmelden müssen.


    Martin Wimmer hat bei der Verhandlung glaubwürdig und kompetent über seine 3jährige Arbeit als Geschäftsführer des Traditionsunternehmen berichtet. Dabei hat er für jeden Beobachter unstrittig eine beeindruckende Vorstellung geboten. Das er als kluger und rechtschaffener Geschäftsmann gehandelt hat, ist dabei deutlich geworden. Verbrecherische Absichten unterstellte ihm am Ende nicht einmal der Staatsanwalt obwohl Insolvenz-Verschleppung eine Straftat ist.


    Der Richter hat mich sehr an den schillernden Ronald Schill erinnert. Das Gutachten war mindestens teilweise fehlerhaft und konnte nach meinem Verständnis den Angriffen Martin Wimmers nicht standhalten. Mehrfach kam der Gutachter in Erklärungsnot. Für die Verurteilung im Punkt Insolvenz-Verschleppung war es aber trotzdem maßgeblich. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Martin Wimmer hat die Möglichkeit in Berufung zu gehen.


    Weil die Kosten des Verfahren empfindlich hoch sind und Martin Wimmer immer noch das kämpferische Herz eines Rennfahrers hat, wird er für seine Rechtschaffenheit kämpfen. Nach meiner Einschätzung kann er aber nur Gewinnen wenn er die nötigen Mittel aufbringt. Seine finanzielle Situation (bedingt durch die bisherigen Verfahren) würde ich mit desaströs umschreiben. Aus diesem Grund möchte ich alle Leser dieser Zeilen bitten ein Buch zu bestellen. Der Erlös füllt seine Kriegskasse die er prall gefüllt bitter nötig hat. Damit ermöglichen Sie ihm die Revision und bewahren ihn höchstwahrscheinlich vor einem Offenbarungseid und der anschl. Privat-Isolvenz. Für seinen Versuch das Unternehmen zu retten hat er mehr als genug bezahlt.


    Nach meiner Einschätzung ist Martin Wimmer in dieser Angelegenheit zur Gänze ohne Schuld.



    Mit freundlichen Grüßen


    Heinz Hausner

  • Hallo Heinz Hausner,


    Deine Berichterstattung ist in der Ausführung sicher realistisch dargestellt. Ein Richter, der in seinem Leben noch nie Schauben eingekauft
    hat, um mit dem Mehrerlös beim Verkauf dann seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, will in der Lage sein, wirklich an der Front stehende
    Kämpfer zu verurteilen. Und dies noch auf Grundlage eines schwachen "Gutachters".
    Der Zeitpunkt kurz vor Weihnachten zeigt auch viel Fingerspitzengefühl.
    Das hier Bänker unrühmlich ihre Finger im Spiel hatten, liegt auch auf der Hand. :negativ: Die werden genau so allimentiert wie dieses Richterge......l
    Heinz H. Danke für Deine Ausführungen. :)
    ( War selbst mal 5 Jahre vom Amtsgericht bis Karlsruhe BGH-BVG wegen Richterdilettanten unterwegs - bis zum Endsieg,
    - Deutschland schafft sich ab........)


    Schöne Festtage
    TZ750 Heinz :).......................................Buch gerade online bestellt............

  • Nachdem nun ein Urteil gefällt wurde, ein schuldiger gefunden und erfolgreich bestraft wurde, macht man sich selbst auch so seine Gedanken...hat man da auch den richtigen erwischt?


    Hat man den richtigen verurteilt, oder einen schuldigen gefunden, der im Gegensatz zu den Bänkern nicht an einem so gewaltigen Hebel saß?


    Ich kenne den Martin Wimmer zu wenig um mir ein Urteil zu seiner Person zu erlauben.!


    Jedoch fällt es nicht schwer, gerade im Hinblick auf die Bankenkrisen die sich durch Leerverkäufe,... Spekulationen im Haarsträubendem Umfang,....wetten auf Aktienverläufe und Lebensmittelspekulationen


    einen sehr unseriösen Ruf verschafft haben, den ursprünglichen Verursacher der MZ - Pleite eher in deren Mitte zu suchen.


    An Seriosität von Bänkern glaubt doch hierzulande fast keiner mehr....das haben sie sich in akribischer Systematischer Verarschung ihrer eigenen Kunden selbst zuzuschreiben ...Daher tendiere ich eher dazu,


    das Urteil, bzw. die Bestrafung des Martin Wimmer als ungerecht zu bewerten. :negativ: :negativ: :negativ:

  • Ich habe keinerlei Beziehungen zu Banken, glückichweise erlernte ich einen vernünftigen Beruf, aber: Das allgemeine Rumschlagen auf Banken ist nicht richtig: Unsere Regierungen, die mit unsinnigen Gesetzen in den USA die Immobilienkrise erst schufen und die in Europa durch die sinnlose Flutung der Märkte mit Spielgeld ("Staatsanleihen") die Voraussetzungen für die Bankenkrise verursachten, sind schuld. Das wissen die natürlich ganz genau und sorgen, im Verein mit der gleichgeschalteten Presse, gerne für das Märchen, daß an allen Problemen die Banken die Verantwortung tragen.

  • Liebe Motorsportfreunde,


    beim Prozess gegen Martin Wimmer ging es nicht um die Banken. Die Frage nach einem Schuldigen wurde gar nicht gestellt. Das Gericht hat auf Grund eines zweifelhaften Gutachten festgestellt, dass er schon im Dezember 2010 Insolvenz anmelden hätte müssen. Sollte dieses Urteil rechtskräftig werden, hatte das zwei Auswirkungen.


    1 Martin Wimmer müsste einen Offenbarungseid leisten und in die private Insolvenz gehen weil er dann für etliche Millionen (die er nicht hat) persönlich haftbar wäre.


    2. Die sächsischen Steuerzahler müssten die Zeche bezahlen weil eine diesbezügliche Bürgschaft existiert (dann knallen bei der Bank die Korken).


    Ungerecht und völlig unverständlich ist die Begründung der Verurteilung. Nach Meinung des Gerichts hätte er wegen 3 Wochen geringfügiger Überschuldung (weil ein Kunde nicht rechtzeitig bezahlt hat) eine Massenentlassung anordnen, und einen Insolvenz-Antrag stellen müssen. Wenn man diese Regelung auf alle Kapital Gesellschaften in Deutschland anwendet, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit die meisten Geschäftsführer genau genommen Insolvenz-Verschlepper.


    trotzdem - Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr allen Motorsportfreunden -


    Heinz Hausner

  • Moin zusammen und ein gutes Neues.


    Rennfahrer riskieren immer viel und hoffen, dass alles gut geht.


    Alle standen hinter ihm, die Arbeiter, die Regierung, die Tradition. Geld war noch da Konzepte alle schon durch, als Martin Platz nahm, am Tisch 1 im großen Saal. Da stand ER schon lange in der Tuer.



    Zitate aus 'Der Spieler' von Achim Reichel

  • "Auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand“. Wie alle Volksweisheiten ist auch dieser Spruch sehr plakativ und beschreibt die Situation recht realistisch. Vor Gericht geht es oftmals nicht nach dem „gesunden Menschenverstand und Rechtsempfinden“ oder fundiertem Sachwissen, sondern eher um Glück gehabt (z.B. Uli Hoeneß) oder Pech gehabt (Martin Wimmer? ).


    Ich kenne die Hintergründe des Falls MZ nicht, bin kein Jurist und auch kein Banker. Was mich aber zunehmend mit Zorn erfüllt ist die Tatsache, dass vormals als seriös eingestufte Berufsgruppen wie Banker aus Geldgier jegliche Skrupel verlieren und Richter aus – ich weiß auch nicht aus welchen Gründen – Recht nach gut dünken auslegen. Der Dumme ist jeweils der
    einzelne Bürger vor Gericht, der um sein Recht gebracht wird, oder die Masse der Bürger, die mit ihren Steuergeldern die verzockten Banken stützen müssen.


    In dem Zusammenhang fällt mir da noch so eine Volksweisheit ein: "Steck sie alle in einen Sack und hau mit dem Knüppel drauf. Du triffst immer den Richtigen".


    Das soll jetzt nicht als Aufruf zur Gewalt verstanden werden. Das wäre ja "den Teufel mit dem Beelzebub austreiben". Ach, schon wieder so eine Volks…..


    Jürgen

  • Der Martin Wimmer beruft sich ja immer auf diese 300.000 EUR, die auf seiner Bank angelegt waren und die aber die Bank nicht rausrücken wollte. Nun ist das aber doch so, daß normalerweise eine Bank das Geld, sofern nicht fest angelegt, schon herausgibt, es sei denn, man hat die Einlage nicht für ein anderes Vorhaben, Bürgschaften zum Beispiel, als Sicherheit hinterlegt. Das eine Bank einfach so willkürlich Beträge behält, um den Kunden erst recht in den Ruin zu treiben, wäre natürlich kriminell und dass aknn ich mir nicht vorstellen. Andererseits las ich mal, daß die Räuber Firmengelände nur geringfügig als Sicherheit bewerten, dann die Insolvenz bewußt herbeiführen um nach dem Zusammnebruch, wenn der Geschäftsführer sowieso mit dem Rücken zur Wand steht, sich an den Grundstücken zu erfreuen, die für einen wesentlich höheren Wert verkauft werden können.

  • :) Servus & ein gutes neues Jahr,


    das Thema MW nervt ein wenig ... :S


    Dieser Thread wurde zum gleichen Thema in einem anderen Forum verlinkt, deshalb habe ich mich hier angemeldet.



    Ich hoffe der hiesige Admin hat kein Problem damit wenn ich den Link des anderen Forums hier poste.



    http://mz1000.motomonster.de/viewtopic.php?f=2&t=2039



    Als Rennfahrer mag MW etwas getaugt haben aber als GF und Inhaber von MZ .... Naja ....





    Gruß Chris

  • Ja, es ist genug gewimmert, Du hast Recht, Chris. In dem von Dir verlinktem Forum haben die Schreiber ja jegliche Zurückhaltung aufgegeben, hier ist das ein wenig schwieriger, eine Menge Symphatie schwingt mit, weil M.W. mal ein erfolgreicher Rennfahrer war. Mit einem unbekanntem Metallbauer, der die drohende Pleite durch ein paar Winkelzüge noch abwenden wollte, dann aber doch verurteilt wird, würde die Öffentlichkeit nicht so nachsichtig umgehen.

  • Nun ja, die MZ-Fangemeinde ist da etwas näher am Puls von MZ gewesen und hat wahrscheinlich auch ein paar Infos mehr, egal aus welchem Bundesland diese sind und auch egal welcher Inhaber sich gerade mit MZ "versucht" hat.



    Als bekannt wurde das Hr. Wimmer und andere die Firma übernommen haben, waren alle voller Begeisterung und Hoffnung und haben die Daumen gedrückt.


    Aber bereits von Anfang an, hat er sich nur selber ins "Rampenlicht" gestellt und dabei die eigenen Fans (sowohl die von MZ als auch die des Rennfahrers) verprellt, ebenso wie später diverse Händler.


    Außer irgendwelchen Ankündigungen kam nicht wirklich etwas.



    Warum auch immer in der Vergangenheit welche unternehmerischen Entscheidungen getroffen wurden (das will & kann ich gar nicht beurteilen), im nachhinein sind diese falsch gewesen und haben zum Scheitern der Firma geführt.



    Keine Ahnung, aber es wäre evtl. besser gewesen die wirtschaftliche Führung des Unternehmens einem Fachmann zu geben der das kann und für den echte Zahlen Vorrang haben.


    Unabhängig von wirtschaftlichen Aspekten, technisch hätte ich dem so einiges zugetraut.


    Ein junges Unternehmen aufzubauen und zu führen braucht halt alle Energie und hat andere Prioritäten und lässt keinen Spielraum für einen privaten Rennstall.



    Das dann ein Sportsmann versucht NUR anderen die Schuld zu geben finde ich schade.


    Hätte man mal versucht bei den eigenen Fans und Kunden nach Meinungen zu fragen was sie von diversen Dingen halten wäre man u.U. etwas klüger gewesen und hätte manche Entscheidung vorher nochmal überdacht.



    Egal, MZ ist nun endgültig Geschichte.


    Ich fahre meine 1000er Maschinen noch so lang es geht und was danach kommt wird sich zeigen.



    Meine Meinung.




    Gruß Chris

  • Liebe Motorsportfreunde,


    der Martin Wimmer ist bisher noch für überhaupt nichts rechtskräftig verurteilt worden. Insofern ist er als unbescholtener Geschäftsmann zu betrachten. Sogar der Staatsanwalt war von seiner retorischen Leistung derart beeindruckt, dass er im Plädoyer ausdrücklich darauf hinwies, dass Martin Wimmer kein Krimineller sei.


    Die 300000,- Euro Festgeld die hier im Treat angesprochen wurden, sind im Übrigen tatsächlich geflossen, allerdings erst ein paar Tage nach der Konkurs-Anmeldung.


    Weiter oben scheint man der Meinung zu sein, das Martin Wimmer mit Hilfe seines Charmes das Unternehmen bekommen hätte. Das ist natürlich Unsinn, er hat es bekommen weil er als einziger 5 Mio. Dollar dafür bezahlt hat. Der Vorwurf, er hätte kein Konzept gehabt ist ebenfalls Unsinn. Der Businessplan zur Sanierung war von Experten geprüft und für gut befunden worden.


    Um mögliche Spekulationen zur MZ Immobilie zuvor zu kommen, ist festzuhalten, dass Industrie-Grund der ehemaligen DDR in der Regel nichts wert ist (weil u.a. der Besitzer für die Entgiftung des Bodens verantwortlich ist). Das dürfte Martin Wimmer gewusst haben weil sich solche Grundstücke nicht recht beleihen lassen. Er hatte sicher nicht die Absicht Geld durch den Verkauf der Grundstücke zu verdienen. Das wäre auch vertraglich nicht möglich gewesen. Alle Vermutungen, er hätte sich am Betriebsvermögen bereichert, haben sich als unsinnig erwiesen. So etwas wäre dem Staatsanwalt gerne in die Hände gefallen.


    Er hatte die Vision, dass Traditionsunternehmen zu neuem Ruhm zu führen. Eine empfindlich teure Vision wie sich heraus stellen sollte. Die finanzielle Seite ist nämlich schon heute absehbar, Martin Wimmer hat für seinen Versuch, MZ vor dem Untergang zu bewahren mit seiner gesamten Kaufkraft und leider auch darüber hinaus bezahlt. Gewinnen kann er trotzdem noch sehr viel. Wenn er von der Insolvenz-Verschleppung frei gesprochen wird, könnte er sich für die Zukunft ein ehrenwertes Leben aufbauen. Wird er in der Revision verurteilt, bleibt er für sein restliches Leben ein durch Offenbarungseid gemachter, mittelloser Vorbestrafter.


    Martin Wimmer ist 57 Jahre alt, hat die letzten 8 Jahre unmenschlich viel gearbeitet, ist nervlich mehrfach über den Rubikon gegangen und hat eine Scheidung hinter sich. Der Verlust des (erheblichen) persönlichen Vermögens scheint dagegen eher gering. Für den möglicherweise naiven Versuch, MZ zu retten ist nach meiner Auffassung die Strafe schon geschehen. Recht viel härter kann ich sie mir nicht einmal vorstellen.


    Damit er letztlich nicht als Verbrecher aus Deutschland gemobbt wird, hoffe ich, dass möglichst viele sein Buch kaufen. Den Erlös wird er bis zum letzten Pfennig für sein letztes Rennen verwenden, und kämpfen wird er, wie es sich für einen anständigen Rennfahrer gehört, bis zur letzten Kurve.


    MfG


    Heinz H.


    PS: Gerechtigkeit ist ein hohes Gut, es lohnt sich dafür zu kämpfen!

  • Bitte nichts falsches unterstellen!


    Es hat niemand behauptet das er die Firma mit Charme erworben hat oder das er sich in irgendeiner Art an Betriebsvermögen bereichert hat !




    Woher beziehen Sie denn die Info das er 5 Millionen Dollar gezahlt hat?




    Bilanzen sind öffentlich zugänglich, haben sie die schon mal gelesen ?


    Oder mal in den letzten Jahren eine Crefo gezogen ? Ich schon.


    Wenn Konzepte und/oder Sanierungspläne doch so gut waren (und von Experten abgenickt), warum führten die nicht zum Erfolg?




    Zugegeben, in Sachen Visionen und Rhetorik war er Spitze, aber auch dies verpufft im Laufe der Zeit wenn keine vorzeigbare Erfolge kommen.


    Genau mit den zwei oben genannten Eigenschaften und einem wirklichem Konzept hätte er das benötigte Kapital evtl. auch außerhalb von Banken bekommen, richtig gemacht obendrauf noch ein paar Hundert bis Tausend ehrenamtliche Vertriebler.....




    Sorry, aber wenn ein GF einer GmbH Inso anmelden muss und sich rechtskräftig heraus stellt, dass diese verschleppt wurde, hält sich mein Mitleid in Grenzen.


    Was ist denn mit den Gläubigern und Mitarbeitern die hier einbüßen?


    Die werden bestenfalls mit einer Quote abgespeist nachdem die Verfahrenskosten abgedeckt wurden und das nur wenn überhaupt Inso-Masse vorhanden ist.




    Ich habe vor jedem Respekt der eine Firma gründet. Bei manchen werden die gesetzten Ziel erreicht und es läuft, bei anderen geht es halt schief.


    Die Gründe hierfür sind vielfältig aber so funktioniert Wirtschaft nun mal.




    Egal ob Erfolg oder Misserfolg, dafür verantwortlich sind immer die Firmeninhaber bzw. deren Geschäftsführung und nicht andere.




    Gruß

  • Sehr geehrter Herr Chris,


    im wesentlichen sind die 5 Mio. von Martin Wimmer, seiner Frau und Peter Ertel erbracht worden. Das meiste kam übrigens von Frau Wimmer. So steht es im Buch.


    Martin Wimmer ist nicht rechtskräftig verurteilt! Die Revision wird Ende des Jahres eine Entscheidung herbeiführen.


    Martin Wimmer hatte sicher nicht die Absicht Händler und Fans zu verprellen. Wenn das wirklich geschehen ist, dürfte es dafür plausible Gründe geben. Der Mann ist kein Idiot. Möglicherweise hat er den Händlern zum Wohle der Firma ein wenig vom Profit genommen. Das würde ich aber als "geschäftstüchtig" verbuchen.


    Sie unterstellen Martin Wimmer kein Fachmann in der wirtschaftlichen Führung eines Unternehmen zu sein. Wer ist den so ein Fachmann? Sind die Herren Zumwinkel, Wiedeking oder Middelhoff geeignete Fachmänner?


    Ob ein Unternehmen, dass auf den internationalen Markt tätig sein will auf den Rennsport als PR-Vehicle verzichten kann, können wir Laien nicht beurteilen. Sicher ist nur, ohne Werbung hat man auf dem Weltmarkt schon verloren. Waldmann und Wimmer waren ein perfektes Duo für ein derartiges Vorhaben. Niemand in unserem Land wäre dafür besser geeignet gewesen. MZ wäre bei entsprechenden Siegen weltweit ein begehrtes Produkt gewesen. Das hat er versucht und nach meinem Verständnis war es ein genialer Versuch. Das Image der Marke wäre enorm gestiegen. Ausserdem gehört der Rennsport traditionell zu MZ wie der Busen zur Frau!


    Martin Wimmer versucht nicht anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben, er erklärt in beeindruckender Weise, dass er das Unternehmen weiter geführt hätte wenn die Hausbank Ihrer Verpflichtung nach gekommen wäre (ich kann da keine Schuldzuweisung erkennen). Ob sich diese Bank korrekt verhalten hat oder den Konkurs herbeiführen wollte werden wir wahrscheinlich nie erfahren. Sicher scheint mir aber, dass die tatsächliche Zahlungsunfähigkeit durch die Hausbank ausgelöst wurde und zwar 9 Monate nach der amtlich festgestellten Zahlungsunfähigkeit (wer hat in dieser Zeit die Stromrechnung bezahlt)! Eine Verhandlung wird es zu dieser Frage im März vor dem Landgericht München geben. So lange sollten Sie noch warten bis Sie ihm unsportliches Verhalten vorwerfen.


    Sie irren sich auch in Hinblick auf die MZ Geschichte. Der Konkurs war nicht das Ende. Wenn ich richtig informiert bin, sind die Namensrechte immer noch intakt. Insofern braucht es nur einen Visionär mit Geld und schon kann es wieder los gehen.


    Und glauben Sie mir, MZ hatte einen klugen Visionär wie Martin Wimmer bitter nötig. Er war genau der richtige für die Probleme um MZ. Das Unternehmen war am Boden und von Heuschrecken schon geplündert. Sein Weg war mit Risiko behaftet aber voller guter Ideen, es hätte trotz der desolaten Situation klappen können wenn er nicht so allein gewesen wäre. Mit einem Typ Buchhalter wäre es jedenfalls der dringend benötigten Innovationen wegen nicht gegangen und mit einen Profi wäre die Kasse nach der Bezahlung seines Gehaltes schon leer gewesen.


    Abgesehen davon, dass sich der wirkliche Wert eines Unternehmen nicht nach Immobilien oder modernen Maschinen addieren lässt, kann man aus einer Bilanz nur sehr wenig über ein Unternehmen erfahren. Sie erfahren z. B. nichts über die Auftragsbücher und nichts über die Umsätze. Auch stille Reserven sind nicht zu erkennen (und innovatives Potential schon gar nicht). Bilanzen sind auch sehr unterschiedlich, ein und das selbe Unternehmen hat eine für die Steuer, eine für den Handel, eine für die Bank und eine weitere für sich selbst. Sie unterscheiden sich übrigens signifikant.


    Der eigentliche Wert eines Unternehmens ist das innovative und geistige Potential der Mitarbeiter (hat man davon genug, lässt sich fast jedes Problem lösen). Von diesem Potential gab es in Zwickau genug, was es noch gebraucht hätte, wären ein paar einflussreiche Persönlichkeiten gewesen die den Visionären den Rücken freigehalten hätte (in Bayern war FJS dafür bekannt). In Sachsen hat man anscheinend gedacht man könne ohne Fremdkapital eine Weltfirma retten (es sind geradezu lächerliche Zahlen die hier zur Debatte stehen). Es hätte einen mutigen Politiker und eine mutige Bank gebraucht, dann wäre MZ inzwischen eine AG mit aufregenden Fahrzeugen und die Taschen wären picke packe voll.


    Martin Wimmer hat jedenfalls meinen ganzen Respekt, er hat aufrichtig und ehrlich und klug versucht das Unternehmen wieder auf die Beine zu stellen. Es ist jammerschade das es nicht gelang. Ob das Spezialisten wie z. B. Middlhoff, Zumwinkel oder Wedeking besser hinbekommen hätten bezweifle ich sehr. Sicher scheint mir aber, dass sich bei diesen Spezialisten in der Konkursmasse ein Helicopter gefunden hätte.


    MfG


    Heinz H.


    PS: Martin Wimmer war vor seinem Engagement bei MZ für eine Deutsche Firma in China tätig. Ich glaube 7 Jahre lang. Aus dieser Zeit stammt die Hong Kong Adresse. Das er die Adresse vorsorglich für den Konkursfall eingerichtet hat ist nicht zutreffend, schließlich wusste er damals noch nichts von seinem MZ Engagement.

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  • Lieber Heinz, du glaubst also, daß, sagen wir mal in Kalifornien oder in Manchester, ein Kunde zum Roller Charly gegriffen hätte, weil sich MZ im GP Sport engagierte ? Du glaubst, MZ sei eine Weltfirma gewesen ? Vielleicht in den Augen einiger Nostaligiker im Erzgebirge, aus Kundensicht waren die Motorräder konstruktiv um 25 Jahren hinter den Japanern zurück. Im Straßenmotorrad Geschäft war schon gar nichts zu machen. Deine bedingungslose Unterstützung des Geschehens um den Untergang der Marke machen Dich nicht sehr glaubwürdig.

  • Lieber NSU-Max,


    es ist nicht wichtig was ich glaube, aber das eine Motorradfirma mit Rennfahren eine enorme Aufmerksamkeit erzielt, wusste man schon in den 50er Jahren (gucken Sie mal die Werbung von NSU an). Warum glauben Sie versenkt Mercedes 3stellige Millionen-Beträge Jahr für Jahr in der Formel1? Ob Sie es glauben oder nicht, die Verantwortlichen halten die irrwitzige Summe für eine gute Investition, Dabei handelt es sich um kluge Köpfe, nicht um Dummköpfe. Wird dadurch ein E-Smart mehr verkauft?


    Beim sog. Branding geht es nicht um den Verkauf eines Roller Charly (und mit Nostalgie hat das auch nichts zu tun), da geht es ums sog. Branding. Glauben Sie mir, das GP2 Engagement wäre im Erfolgsfall eine preiswerte Methode für ein zwingend benötigtes gutes Image der Marke gewesen. Nach dem ersten Sieg gab es jedenfalls in Sachsen ganzseitige Berichte mit großen Fotos und euphorischen Texten in vielen Zeitungen, z.B. die BILD Zeitung erklärt ganzseitig am 5.10.10 - das MZ-Wunder. Zum ersten mal seit Walter Kaaden wurde MZ weltweit wieder positiv, ja sogar euphorisch wahrgenommen. Weltweit konnte man sehen, dass in Zschopau eine neue Zeit mit einer hervorragenden Zukunftsperspektive angbrochen war. Wer behauptet, darauf verzichten zu können, ist in der Sache vorsichtig vormuliert, nicht ernst zu nehmen.


    Die Produkte waren nicht 25 Jahre hinterher, der 125ccm 4Takt Motor war ein großer Wurf, der ist noch heute ganz vorne mit dabei. Damit hätten sich gute Produkte für Straße und Gelände realisieren lassen. Der Benzin Roller war konkurrenzfähig und die gesamte Elektro-Motorisierung war seiner Zeit voraus. Diese Art der Fortbewegung hat im Moment zweistellige Zuwachsraten. Damit lässt sich richtig Geld verdienen. Martin Wimmer gelang es durch seine noch vorhandenen Kontakte die Produktion nach China zu verlegen, dass Unternehmen produzierte die Produkte kostengünstig. Eine abfällige Bemerkung über den Roller Charly ist im Übrigen überhaupt nicht angebracht. Das Konzept, das meiste Geld mit kleinen, innovativen Fahrzeugen zu verdienen war richtig erkannt und die Produktion richtig umgesetzt. Noch heute wäre MZ auf diesen Gebiet mit diesen Produkten gut aufgestellt.


    Wenn ich mich unglaubwürdig mache weil ich Anfeindungen und schlechte Manieren in der Öffentlichkeit nicht unkommentiert lasse, dann ist das halt so, dass muss ich dann hinnehmen. Aufhören werde ich damit aber nicht, das verlangt mein Verständnis von Anstand. Bei Martin Wimmer sind Anfeindungen nicht angebracht, der Mann hat alles was er zu geben hatte gegeben und wie ein Löve für das Unternehmen gekämpft (ob er Fehler gemacht hat oder nicht ist dabei nicht relevant), den Mann muss man jetzt nicht noch mit Füßen treten, schon gar nicht in der Öffentlichkeit!


    Ein einfaches Dankeschön wäre angebracht.


    MfG


    Heinz H.