Nürburgring soll verkauft werden

  • Wir sind Nürburgring


    Kommt alle, Mainz wartet auf Euch



    Die Strecke ist 160 Kilometer lang, davon sind die ersten 15 Kilometer als Demo angemeldet und genehmigt.
    Ab 9 Uhr solltet Ihr Euch auf dem Messegelände in 55129 Mainz (an der L425/Ludwig-Erhard-Straße/Genfer Allee) sammeln. Dort wird es einen Kontrollpunkt geben, der Euch zum Parken einweist.
    Weil sich bis heute bereits mehr als 1.000 Teilnehmer angesagt haben, wird von uns und unseren zahlreichen Helfern eine logistische Meisterleistung erwartet. Um den Verkehr in Mainz nicht komplett lahm zu legen, werden ab 11 Uhr Gruppen von jeweils 100 Fahrzeugen in einem Abstand von 15 Minuten auf einen Kurs durch die Stadt bis zur Autobahn starten. Die Gruppierung ist notwendig, weil wir mit dem Korso die Mainzer Innenstadt für Stunden komplett lahmlegen. Das würde dann auch sämtliche Rettungswege blockieren. Deshalb lassen wir eine Art Atempause um dann wieder für ordentlich Aufmerksamkeit zu sorgen. Unsere Strecke wird auch durch die Bannmeile um die Regierungsgebäude führen.
    An der Autobahnauffahrt endet der offizielle Teil der Demonstration. Ein Autokorso über die Bundesautobahn ist nicht möglich. Fahrt bitte ganz normal und ohne andere zu behindern weiter über die A60/A61 bis zur Abfahrt 33 (Wehr) und dann über die B412 nach Nürburg. Für den letzten Streckenabschnitt hat die Polizei ihre Unterstützung zugesagt.


    Bis 18 Uhr sollten alle Fahrzeuge in Nürburg eingetroffen sein, dann beginnt in der Graf-Ulrich-Halle eine Party auf der unter anderem auch “De Köbesse“ auftreten werden.


    Zu den Übernachtungsmöglichkeiten in Nürburg haben wir bereits gepostet.

  • Wer noch Zimmer für den Korso am 15.Febr. sucht,hier noch eine Info.


    Das Waldhotel der Familie Marhöfer in Jammelshofen ist nur 5 km von Start und Ziel entfernt.


    Unser 3 Sterne Haus verfügt über 60 Betten alle Zimmer mit Dusche-WC,
    Sat -TV ,Telefon, und Balkon ,Komfortzimmer m .Bauernmöbeln,
    sowie einen reserviertem Parkplatz.


    Doppelzimmer 70,- Euro
    Einzelzimmer 45 ,- Euro


    Infos unter http://www.waldhotel-eifel.de
    tel.02691 - 2031
    fax.02691 - 7630
    Mail: wald-hotel@t-online.de

  • Gespeichert von wh am/um 7 Februar, 2014 - 16:47


    Zwischen 1967 und 1976 war das der Titel einer Vorabendserie bei der ARD. Nicht alle Leser werden sich daran erinnern können. Aber irgendwie machte es „Klick“ bei mir, als ich auf Graf Oeynhausen's „weiße Seiten“ stieß, nachdem eine E-mail in Richtung „Bilster Berg Drive Resort“ mit einer Antwort-Email gleich mit dem zweiten Satz so beantwortet worden war: „Wir wissen es zu schätzen, dass Sie auch unsere Sicht der Dinge hören möchten.“ - Und dann kam genauso wenig wie später, als ich mir im Internet „der ersten frei finanzierten Autorennstrecke in Deutschland“ (PR-Mitteilung „DomiZiel“ vom 31. Mai 2013) mal ein paar Daten auf deren Internetseite ansehen wollte. Sie waren „weiß“, weil man im Teutoburger Wald offenbar noch nicht begriffen hat, dass ein Mediengestalter sein Handwerk gelernt haben sollte, wenn er seine Ideen auf Computer-Mattscheiben platzieren möchte; genauso wenig wie es genügt, mal Rennen gefahren zu sein, um eine Autorennstrecke zu führen. - Marcus Graf von Oeynhausen-Siersdorpff, wie sein kompletter Name lautet, führt als Geschäftsführer nämlich nicht nur das „Bilster Berg Drive Resort“, sondern gehört – nach eigenen Aussagen - zusammen mit zwei Partnern zu einer Bietergruppe um den Nürburgring. - Lässt er mitteilen.


    „Graf Yoster gibt sich die Ehre!“


    Weil Motor-KRITIK wohl ein wenig zu gut informiert war, hatte ich in meiner Geschichte zu den Absichten einer H.I.G. Capital in London, den Herrn Grafen aus dem Teutoburger Wald als „Berater“ dieses Private Equity-Fonds (andere sagen Hedge-Fonds, wieder andere „Heuschrecke“) vorgestellt. In meiner Geschichte hatte ich auch darauf hingewiesen, dass diese Firma inzwischen in Luxembourgh 63 Briefkastenfirmen (so sagt man wohl allgemeinverständlich) eingerichtet hat.


    Die H.I.G. selbst sieht sich in ihrer Internet-Darstellung so:


    „ H.I.G. Europe ist der europäische Arm von H.I.G. Capital, einem der weltweit größten und aktivsten Private Equity-Fonds im Small- und Midcap-Segment. Mit weltweit mehr als 250 Investment Professionals verwaltet H.I.G. Capital zurzeit ein Kapital von mehr als €10 Milliarden. Investments der von H.I.G. verwalteten Fonds umfassen die Bereiche Private Equity, Wachstumskapital, Distressed Debt, Direktfinanzierung, Immobilien und Life Sciences. Seit der Gründung im Jahr 1993 hat sich H.I.G. Capital weltweit an mehr als 200 Unternehmen im Small- und Midcap-Segment beteiligt. Die Portfoliounternehmen von H.I.G. erwirtschaften momentan einen Umsatz von zusammen mehr als €22 Milliarden.“


    Nach Motor-KRITIK-Recherchen sind in der „Europa-Zentrale“ von H.I.G., einer GmbH britischem Rechts, eine Reihe von Directoren tätig, unter denen sich auch solche deutscher oder österreichischer Herkunft befinden, die im Fall „Nürburgring“ dann nicht nur mit jemanden aus der H.I.G.-Dependace Hamburg, sondern auch um den Grafen von Oeynhausen-Siersdorpff und seinen Projektentwickler, Dipl. Ing. Hans-Joachim Pillich, verstärkt wurde.


    Zuvor war H.I.G. in der Presse schon als Berater ein weiterer „Rennfahrer“, dieses Mal mit britischem Pass, Meyrick Cox, zugeordnet worden, der aber wohl mehr den Finanzmarktspezialisten zuzuordnen ist. Den Herren in London ging (und geht) es wohl darum, in jedem Fall einen Bezug zum Motorsport zu verdeutlichen.


    Denn einem Private Equity-Fonds wird nicht unbedingt zugetraut, sich langfristig an einer Rennstrecke wie dem Nürburgring in Sachen Motorsport zu engagieren. Wie ein Blick auf die Zusammensetzung solcher Fonds, ihre Basis und Arbeitsgrundlage zeigt.


    In einen solchen Fonds investieren überwiegend professionelle Anleger, wobei dort die Pensionskassen, wie sie z.B. in Amerika üblich sind, eine bedeutende Rolle spielen. Auch im Fall H.I.G., die ihre Wurzeln eigentlich in Amerika hat. Die Pensionskassen investieren gerne in solche Fonds, weil sie dort fast sicher sein können, eine hohe Rendite zu erzielen.


    Private Equite-Gesellschaften kaufen mit dem ihnen zur Verfügung gestellten Kapital Anteile an Firmen – oder auch die Firmen gleich ganz – von denen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit sicher sein können, in relativ kurzer Zeit (drei bis fünf Jahre) einen hohen Gewinn zu erzielen. Sie bringen sich selbst dort durch von ihnen angeworbene Geschäftsführer ein, die sich möglichst an der jeweiligen Firma beteiligen sollen, um auch ein privates Interesse am schnellen Gewinn zu haben.


    So sehen wir bei Motor-KRITIK dann auch die Rolle des Herrn Grafen von Oeynhausen-Siersdorpff im Falle H.I.G, der zwar auch beim „Bilster Berg Resort“ einer von 169 Gesellschaftern ist, aber eigentlich nur einer von zwei Geschäftsführern.


    Bei normaler Betrachtung der Situation sollte er gerade in der Anlaufphase, in der sich die Rennstrecke „Bilster Berg Resort“ befindet, keine Zeit haben, sich auch noch um andere Projekte zu kümmern, denn diese neue Rennstrecke in Deutschland schreibt im ersten Jahr ihres Bestehens ohne Zweifel „rote Zahlen“. Die Umsatzgröße wird derzeit ungefähr bei einem Zehntel dessen liegen, was am Nürburgring möglich ist.


    Das größte Problem dieser neuen Renn- und Teststrecke im Teutoburger Wald sind wohl die von den zuständigen Behörden zugeordneten „Lärmquoten“, die – bei täglicher Abrechnung – dazu führen können, dass ein Testtag schon mal um 14 Uhr abgebrochen werden muss, weil der „Gesamtkrach“ schon zu diesem Zeitpunkt das behördlich vorgesehene Tagesmaximum überschreitet. Porschefahrer, die aus der Schweiz angereist waren, haben das z.B. schon erleben können.


    Es gibt für den Herrn Grafen also im Teutoburger Wald noch viel zu tun. Trotzdem gehört er mit zwei weiteren Personen bzw. Firmen, einem Dreier-Bieter-Team an, das sich darum bemüht, den Nürburgring zu übernehmen.


    Auf eine entsprechende Motor-KRITIK-Anfrage ließ der Herr Graf durch seine Presse-Referentin so antworten:


    "Wir können bestätigen, dass sich Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff gemeinsam mit zwei Partnern am Bieterverfahren des Nürburgrings beteiligt. Wir bitten um Verständnis, dass sich Graf Oeynhausen vor Abschluss des laufenden Verfahrens nicht dazu äußern wird."


    Korrekte Antwort, die aber bei aufmerksamen Beobachtern der Szene aus den Gründen – wie oben schon erwähnt – zu einer Reihe von Fragen führt:


    Woher soll das Geld für eine Einlage kommen?
    Wie will der Herr Graf den Gesellschaftern an der Rennstrecke im Teutoburger Wald sein Handeln erklären?
    Wie will er – neben seiner Geschäftsführertätigkeit am „Bilster Berg“ - noch Aufgaben am Nürburgring übernehmen?


    Wie von Motor-KRITIK schon in diesem Tagen öffentlich gemacht, werden die Insolvenz-Sachwalter die erste Phase des „Bieterverfahrens“ am Nürburgring jetzt Mitte Februar nicht erfolgreich abschließen können, so dass sie intern schon verkündet haben, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem Verkauf des Nürburgrings erst gegen Ende dieses Jahres zu rechnen ist. - Auch wenn beim SWR aktuell noch andere Töne zu hören waren.


    Also wird wohl weder mit „Capricorn“ noch der „H.I.G.“ ein Abschluss zustande kommen.


    Was verständlich ist, wenn man sich als Leser noch einmal mit den Recherche-Ergebnissen von Motor-KRITIK zu diesen „Bietern“ auseinandersetzt.


    So rückt dann der ADAC wieder – ohne sein Zutun – in den Focus. Während es in deren Vereins-Gebälk kräftig knarrt und kracht, ist deren Präsident in Sachen Nürburgring eigentlich ganz sicher und schildert gegenüber einem Gesprächspartner die von ihm empfundene Situation so:


    „Der Nürburgring ist die Halle. Wir sind das Orchester. Ohne uns gibt es keine Konzerte.“


    Dabei fällt uns bei Motor-KRITIK ein: In guten Konzerthallen gibt es auch Orgeln. Und richtige Orgeln haben auch richtige Pfeifen. - Ob's die auch am Nürburgring gibt?


    Aber eigentlich spielt in Sachen Nürburgring die Musik in Mainz.


    MK/Wilhelm Hahne

  • Vor garnicht allzulanger Zeit haben die Insolvenzverwalter getönt, daß die Bieter bei ihnen Schlange stehen.


    Jetzt lichtet sich so langsam der Nebel und es stellt sich raus, daß die Insolvenzverwalter bei den 2 bis 3 Bietern auf Betteltour gehen.


    wiwo.de:


    Wie ein Mitarbeiter berichtet, versuchen die Nürburgring-Leute seit gut zwei Wochen vergeblich, Ecclestone zu erreichen, bekommen ihn aber nicht einmal ans Telefon. Die Insolvenzverwalter äußern sich auf Nachfrage auch hierzu nicht. Aus Ecclestones Umfeld ist zu hören, er sei mittlerweile „genervt“ von den ständigen Avancen.


    Wie peinlich ist das denn. Hallo Landesregierung? Bekommt Ihr überhaupt noch was mit? Ihr verantwortet gerade eine Insolvenz in EIGENVERWALTUNG!


    Für viel Unmut bei dem Bietertrio sorgte deshalb die Einschätzung eines Nürburgring-Mitarbeiters, wonach HIG kein überzeugendes Nutzungskonzept für den Komplex habe, sondern das bisherige Geschäft im Wesentlichen weiterbetreiben wolle.


    Auch die Belegschaft ist alles andere als glücklich. „HIG wäre die schlechteste aller Lösungen“, sagt ein Mitarbeiter der WirtschaftsWoche. In Gesprächen mit den Nürburgring-Mitarbeitern sei HIG mitunter sehr aggressiv aufgetreten. Zudem habe man stramme Renditevorstellungen. „Da sollen pro Jahr 15 bis 20 Prozent Profit rauskommen.“


    Sag ich ja: ausquetschen wie eine Zitrone. Wir - also Sport, Region und Rennteams werden die Dummen sein.


    Eine gute Gelegenheit nochmal alle Kräfte zu mobilisieren für die #ringdemo jetzt am Samstag, um den Verkauf noch zu stoppen!

  • Wie geht es eigentlich noch dem im letzten Jahr von der Landesregierung gekündigten Kai Richter und Jörg Lindner.???


    Die Kündigungszeit erreicht ja jetzt fast annähernd ein Jahr......soviel ich weis haben die beiden sich einfach geweigert die Kündigung anzunehmen...so einfach ist das.


    Derweil wird in unzähligen Auto Corso protestiert auf Teufel komm raus.......Die vertraglich vereinbarte Pacht wird einfach nicht gezahlt.


    An Kai Richter und Jörg Lindner, die sich auf clevere ( und höchst wahrscheinlich unsaubere, oder gar kriminelle) Art und Weise die Taschen voll gemacht haben, geht niemand heran und lässt sie weiter


    am Ring herum werkeln......( derzeit werden die beiden ja von den Insolvenzverwaltern ersetzt)


    Berny Eccelstone hinterher zu laufen bringt genau so wenig......hoffentlich bekommt der nicht den Ring in die Finger.!!

  • Von Victor Francke GA Bonn


    NÜRBURG. "Man wäre besser ehrlich zu sich selbst und den Wählern gegenüber gewesen." Karl-Josef Schmidt, promovierter Geschäftsführer der Nürburgring Betriebsgesellschaft, findet klare Worte, wenn es um die Ereignisse der vergangenen Jahre rund um die legendäre Rennstrecke geht.


    Karl-Josef Schmidt hadert mit der Landesregierung.


    Dabei geht er vor allem mit der rheinland-pfälzischen Landesregierung hart ins Gericht - so wie gestern beim Bund Katholischer Unternehmer (BKU) in Bonn. 450 Millionen Euro hat das Land in der Eifel verbaut.


    "Hier hat sich eine Idee verselbstständigt. Ein ordentlicher Kaufmann hätte viel früher die Reißleine gezogen", schrieb er dem früheren Ministerpräsidenten Kurt Beck ins Stammbuch. Die Kosten seien davongelaufen und die Landesregierung habe nicht den Mut gehabt, dem Steuerzahler die Wahrheit zu sagen. Stattdessen seien Prognosen geschönt worden.


    Warnende Stimmen, so der Nürburgring-Geschäftsführer, habe es zu Genüge gegeben. Man habe sie nicht hören wollen. Schmidt: "Manche waren wie berauscht." Es habe jedoch nicht lange gedauert, bis sich die "wirtschaftliche Wahrheit herausstellte". Dabei seien die Umsatzzahlen nach Fertigstellung der Erlebniswelt im Sommer 2009 nicht schlecht gewesen. "Sie reichten aber bei weitem nicht aus, um die gewaltige Investition zu refinanzieren."


    Der Nürburgring sei in seiner gesamten Geschichte stets ein am Gemeinwohl orientiertes Vorhaben gewesen, das nie unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt worden sei. Die später erfolgte Privatisierung des "Staatsunternehmens sei ein Bruch mit dieser Tradition gewesen. Nun achtete man erstmals darauf, was unter dem Strich übrigbleibt."


    Mit dem kostspieligen Bau der Erlebniswelt habe man versucht, einen Ganzjahresbetrieb in der Eifel zu realisieren. Als das Gesamtensemble an private Unternehmer verpachtet worden sei, habe das Land den nächsten gravierenden Fehler gemacht. Die Pacht sei so bemessen gewesen, "dass sie nie und nimmer erbracht werden konnte", so Schmidt. Als Zahlungen ausblieben, kündigte das Land bekanntlich fristlos den Vertrag. Schmidt: "Statt einer Räumungsklage gab es lange Verhandlungen."


    Beantwortet sei inzwischen auch die Frage, ob die 450-Millionen-Euro-Investition EU-konform gewesen sei. Schmidt: "Die EU-Kommission wertet die Investition als unzulässige Beihilfe." Dies habe dazu geführt, dass es der Regierung Beck nicht mehr gestattet war, die in die Insolvenz getriebene Nürburgring GmbH mit frischem Geld zu versorgen. Das aktuelle Verkaufsverfahren sei nicht zuletzt vor dem Hintergrund der gültigen EU-Richtlinien äußerst problematisch.


    Sollte es keinen Käufer geben, dann drohe dem Ring die Stilllegung.



    Jetzt droht der Dr. (Hockenheim) Schmidt auch noch mit der Schließung des Nürburgrings! Soll die Region für das Handeln der Landesregierung und das Unvermögen der Insolvenzverwalter abgestraft werden?

  • In der folgenden Geschichte wird man sie vielleicht als inhaltsleere Plattheiten empfinden. Dabei zeigen die Beispiele eigentlich, dass man in der Eifel noch den Mut zur Lücke hat. Es ist gut, dass sich dort gerade niemand befand, als es dann passierte. Denn in der Eifel passiert immer noch viel, obwohl das vor Gericht immer noch bestritten wird. Wir sollten auch – wie das im Titel passierte – eigentlich nicht übertreiben. Denn eigentlich ist das was passierte nur das Echo auf eine „Kurt-Beck-Plattitüde“, das Echo auf ein hunderte Millionen kostendes Nichts, ein Echo, wie man es wohl auch in inhaltsleeren Worthülsen empfinden kann, wenn die in einer Größe geschaffen werden, wie das in der Eifel geschah.


    http://www.motor-kritik.de/node/780

  • Die Nürburgring Insolvenzverwalter wollen mit allen Mitteln den Verkaufsvertrag durchboxen.


    Heute morgen habe ich noch gedacht, von dem Nürburgring Geschäftsführer Schmidt hat man auch lange nichts mehr gehört - also jetzt der Hockenheim-Schmidt, nicht der Quadratdoktor. Und schwups ist er in der Zeitung.


    Und hat Überraschendes zu vermelden:


    “Hier hat sich eine Idee verselbstständigt. Ein ordentlicher Kaufmann hätte viel früher die Reißleine gezogen.” (..) Warnende Stimmen, so der Nürburgring-Geschäftsführer, habe es zu Genüge gegeben. Man habe sie nicht hören wollen. Schmidt: “Manche waren wie berauscht.” Es habe jedoch nicht lange gedauert, bis sich die “wirtschaftliche Wahrheit herausstellte”.


    Uups, was ist denn da los, da reibt man sich ja verwundert die Augen? Woher die plötzliche Einsicht?


    Inzwischen haben wir ja gelernt, nichts am Nürburgring ist Zufall und so geht es dem Herrn Schmidt auch nur um eins: Verkaufen!


    “Das aktuelle Verkaufsverfahren sei nicht zuletzt vor dem Hintergrund der gültigen EU-Richtlinien äußerst problematisch. Sollte es keinen Käufer geben, dann drohe dem Ring die Stilllegung.”


    Die pöhse EU und die drohende Schließung - werden immer noch gerne als Argument vorgeschoben, obwohl sie doch längst widerlegt sind.


    Und wo wir schon bei Zufällen sind: genau heute verbreitet die dpa (hier oder hier) gehorsam übelste Nuvoloni Propaganda:


    “Sorgfalt geht vor Schnelligkeit, so lässt sich das Credo der Ring-Sanierer bei dem Prozess umschreiben, der auf die Zielgerade einbiegt.”


    Wisst Ihr noch? Hektischer Verkauf und so? Tja, da muß der Kommunikationsprofi schon ganz tief in seinem Lehrbuch blättern, wie er das wohl wieder gerade biegt.


    Das Problem ist nämlich:


    Der oder die Erwerber des Nürburgrings werden nur dann von einer möglichen Beihilferückforderung verschont, wenn nachweislich der Verkaufsprozess EU-konform stattgefunden hat.


    Erst haben sie über die Beschwerde von Otto Flimm in Brüssel gelacht - ganz gelassen - und jetzt wissen sie vor lauter Zurückrudern nicht mehr, in welche Richtung sie steuern sollen.


    Und das ist gefährlich, denn der Verkauf muß es sein - das wird durchgeboxt, als gäbe es kein Morgen mehr!


    Der neue Cunning Plan sieht anscheinend so aus:


    Die Unterzeichnung eines Kaufvertrages wäre zunächst nur das “Signing”, wie Sanierersprecher Nuvoloni es ausdrückt. Das “Closing” erfolge erst nach der EU-Entscheidung zu den Beihilfen und der Rechtmäßigkeit des Verkaufsprozesses. Man habe noch nicht beim Signing einen neuen Erwerber, sondern erst beim Closing.


    Signing and Closing - oder besser Singing and Dancing wenn die Unterschrift auf dem Papier steht?


    Die glauben tatsächlich, sie kommen mit allem durch, denn genau diese Vorgehensweise haben wir mit dem Erlebnispark schon einmal erlebt: erst haben die Bagger und Betonmischer Fakten geschaffen, und später wurde sich um Finanzierung und Baugenehmigungen bemüht.


    In diesem Fall also erst einmal eine Unterschrift unter ein Vertragswerk setzen und dann die neuen Pseudo-Besitzer Fakten schaffen lassen. In der Hoffnung, daß man aus der Nummer später nicht mehr raus kommt.


    Wir werden nach wie vor nach Strich und Faden vorgeführt und die Presse lässt sich dabei auch noch willenlos vor den Karren spannen.


    Ich hoffe bei der #ringdemo am Samstag platzt Mainz aus allen Nähten!

  • Auch die Radler sind mit am Start! Nicht nur Motorsportbegeisterte kämpfen für den Ring, auch die Radsportler. Die Veranstalter von Rad am Ring sowie die in Ring nähe ansässigen Radsportvereine haben anlässlich des Auto-Korso ihre Unterstützung zugesagt und werden die letzten Kilometer die "Auto-Karawane" Richtung Nürburgring begleiten. Treffpunkt wird um 14:00 Uhr die ED-Tankstelle Retterath auf der Döttinger Höhe an der B258 sein. Alle Interessenten die teilnehmen möchten, bitte zwecks Detailabstimmung mit Andreas Menzel in Verbindung setzen. Super Aktion, wir freuen uns auf Euch!


    Wo sind die Motorradfahrer ???


    Rafft Euch auf Jungs,es sollen 17 Grad werden.........werft die Moppeds an und unterstützt uns..........


    Wir brauchen jetzt Mann und Maus um den Druck aufrecht zu halten.

  • Hi


    Wo sind die Motorradfahrer ???


    Ein paar sind z.B.vor Ort.Bz. in Müllenbach!Ist doch Elefantentreffen .Keine Ahnung ob der Veranstalter diesbz. was geplant hat,Wäre aber ne Sache .


    Ich löse mich vom Lagerfeuer und komm hoch.



    Gruß Ducati Hermann

  • Ich möchte auch an der Demo am Nürburgring mit meinem Motorrad teilnehmen.


    Doch das muß ich auf dem Anhänger mitnehmen.


    Und da ich aus dem Norden komme, wollte ich direckt zum Ring hoch fahren um dort mit zu demonstrieren.


    Desshalb meine Frage, wo und ab wann treffen die Teilnehmer am Ring ein?

  • Hallo


    das klingt doch schon mal sehr gut.


    Der Autocorso wird um 11,00 Uhr in Mainz starten,Demo - Rundfahrt durch Mainz und dann ab auf die Autobahn (in gemächlichem Tempo).


    Die ersten werden wohl so zwischen 14,00 - 15,00 Uhr am Ring eintreffen,denke ich.


    Die letzten sollen so gegen 18,00 Uhr eintreffen


    Aber die genauen Infos werden immer wieder auf der Facebookseite von "Wir sind Nürburgring" zu lesen sein.


    Wenn ich mehr weiß,melde ich mich hier.


    Gruß und bis Samstag am Ring


    Ab 20,00 Uhr ist dann folgendes angesagt:

  • in paar sind z.B.vor Ort.Bz. in Müllenbach!Ist doch Elefantentreffen .Keine Ahnung ob der Veranstalter diesbz. was geplant hat,Wäre aber ne Sache .


    Hi


    ich habe gerade mit unserem Oberkoordinator gesprochen,er hat die Veranstalter des Elefantentreffens vor über einer Woche angeschrieben,aber keine Antwort erhalten. ?(


    Habe mal den Knattermax um Hilfe gebeten ..... :thumbup:


    Jeder kann mitfahren,ob direkt von Mainz aus :thumbsup: oder man kann sich auch auf der Strecke einfach in den Korso einreihen :thumbsup:


    Gruß
    Classic Race Museum

  • Gespeichert von wh am/um 13 Februar, 2014 - 11:01


    Motor-KRITIK beobachtet das Projekt seit seiner Entstehung vor rd. 10 Jahren, hat seine Entwicklung, die Leute beobachtet, die glaubten im jeweils richtigen Moment die Weichen richtig gestellt zu haben. - Aber wer beurteilt in einem solchen Fall was richtig ist? - Unter welchen Gesichtspunkten? - Und so nahm das Unglück seinen Lauf. - Jetzt, wo das Unglückliche des Projekts auch für Einzelne direkt spürbar geworden ist, da beginnt das große Jammern, von dem natürlich in diesem Fall besonders die Politik betroffen ist. So hat man denn auch „die Reißleine gezogen“. Die zieht man bekanntlich erst dann, wenn man das „Flugzeug“ verlassen hat. Kurt Beck war mit dem „Flugzeug Nürburgring“ zu neuen Horizonten unterwegs. Das Flugzeug ist abgestürzt. Und Kurt Beck hat die Reißleine gezogen. Natürlich mit der Absicht, möglichst weich zu landen. Dabei sollten ihm fachkundige Berater helfen. Was geschehen ist. - Und was erleben wir darum in den nächsten Tagen? - Eine harte Landung. Aber nur für das Projekt!
    Projekt Nürburgring: In Bearbeitung!


    Der Berater der Landesregierung hatte ein Optimal-Bild vor Augen. Er hat es auch so den verantwortlichen Politikern verkauft. Aber in jedem Bild gibt es Licht und Schatten. Man muss auf die richtige Verteilung, auf den Gesamteindruck achten. - Und: Stimmen die Farben?


    Darum werden in unserer modernen Welt, die inzwischen ein wenig – zu - digital bestimmt ist, dann Fotos auch eindruksvoll bearbeitet. Es gibt bedeutende Fotokünstler, die mit Hilfe von ausgeklügelter Software wirkliche Kunstwerke schaffen. Die dann auch entsprechende Preise erzielen. - In unserer Zeit, im Heute.


    Übrigens gehört der gerade wiedergewählte FIA-Präsident, Jean Todt, auch zu den begeisterten Sammlern dieser Kunst und Bewunderern derer, die solche Bild-Werke entstehen lassen. Bei aller Begeisterung hat er dabei aber nicht aus dem Auge verloren – trotz seiner emotionalen Empfindungen für diese Art Kunst – dabei auch für sich einen persönlichen Vorteil zu erlangen. - Dass Jean Todt mit allen Mitteln souverän zu arbeiten versteht, hat er gerade im Vorfeld seiner Wiederwahl bewiesen.


    So ähnlich ist es auch dem Kunstwerk Nürburgring ergangen, nachdem ein kundiger Berater dem Landesfürsten seine Vorstellung von einem Optimal-Bild vermittelt hatte. Nur anders als bei einem Fotografen, der sich dann an seinen Computer setzt, sein zu bearbeitendes Foto in Ebenen zerlegt, um die dann in Richtung seiner Idealvorstellung zu bearbeiten und wieder zusammenzufügen, hat der Berater der Landesregierung die Bearbeitung der einzelnen Ebenen einzelnen „Künstlern“ überlassen müssen, die offensichtlich alle andere Vorstellungen von einem Idealbild des Nürburgrings hatten, als der Berater.


    Jeder hat seine Ebene optimal bearbeitet, wenn man diese Arbeit jeweils für sich wertet. Aber keinen hat offenbar interessiert, wie sich das Gesamtbild darstellt, wenn man am Ende die unterschiedlichen Ebenen wieder zu einem Bild, zu einer Einheit, zusammenfügt.


    Das geschieht gerade an diesem Wochenende. Und es wird sich eigentlich in der Landesregierung Entsetzen breit machen müssen, weil dieses von jeweils ausgewiesenen Fachleuten auf der jeweiligen Ebene geschaffene „Kunstwerk“, sich wirklich nicht an wirkliche Kenner verkaufen lassen wird. - Zu keinem Preis. - Weil es eigentlich auch keine Käufer für eine solche Fehlfarben-Mischung gibt. - Es gab schließlich auch nach der erste Planung für das Projekt keine Investoren!


    Die vorhandenen „Bieter“ für das „Kunstwerk Nürburgring“ sind wahrscheinlich nicht farbenblind, aber haben damit sicherlich andere Absichten, als sie offiziell darzustellen versuchen. Da darf die Landesregierung nicht aus dem Auge verlieren, dass sie bei allen Druck, mit dem sie sich selbst belastet hat, um das „Kunstwerk“ zu verkaufen, auch eine Verantwortung gegenüber der Region und den dort lebenden Menschen hat.


    Natürlich gibt es auch Möglichkeiten das Bild durch vertragliche und gesetzliche „Rahmen“ so zu kaschieren, dass es vielleicht kurzfristig nicht auffällt, wenn dieses neue Bild dann nicht in die Zeit passt. Übrigens auch der jeweils gebotene Preis nicht, wenn man den Gesamtaufwand betrachtet, der für die Schaffung des „Kunstwerkes“ aufgewendet wurde. Aber ein weiteres Kaschieren wäre für alle Beteiligten schädlich. Schließlich wurde das Bild durch die jeweils auf die eigenen Interessen abgestimmte Verhalten der „Bearbeiter“ nun in der Gesamtheit so unansehnlich. - Aber jeder wird von sich behaupten, das Beste für das „Bild Nürburgring“ getan zu haben. - Wie man deren Rechnungen – und der Rechnungshöhe – entnehmen kann.


    Nun hat man sich in der Region und bei Liebhabern des „Kunstwerks Nürburgring“ entschlossen, der Landesregierung bei der sinnvollen Verwertung des Kunstwerkes Nürburgring der Landesregierung beizustehen, ihr Hilfestellung und Unterstützung zu bieten. Nicht anders ist das zu verstehen, was in der Öffentlichkeit als Demonstration, als Protest-Autocorso empfunden und plakativ und allgemeinverständlich bezeichnet ist, der am Samstag, dem 15. Februar 2014 einige hundert Automobile auf eine Fahrt von der Landeshauptstadt Mainz zum „Kunstwerk“ in die Eifel unterwegs sein lässt, eine visuelle Verbindung zwischen Mainz und Nürburg darstellend.


    WIR SIND NÜRBURGRING ist sicherlich ein Art von „regionalem Aufstand“, aber nicht um jemandem zu schaden, sondern um ihm zu helfen, nicht weitere Fehler – zu den bisher gemachten – hinzuzufügen. Die Landeschefin, Malu Dreyer, hat sich in einem ersten Gespräch mit den Köpfen der Gruppe nicht nur als verständnisvolle Zuhörerin gezeigt, sondern wohl auch den wirklichen Hintergrund für die Gründung dieser Gruppe begriffen. - Sie hat Gesprächsbereitschaft signalisiert. Und das zu einem Zeitpunkt, als sie noch nicht wirklich übersehen konnte, dass das sogenannte „Bieterverfahren“ der Irrweg in eine Sackgasse war. - In den nächsten Tagen wird sie sich sicherlich ein besseres, klareres Bild machen können.


    Nun scheint alles ziemlich verfahren und – festgefahren. Ein typischer Navigationsfehler, wie er auch Autofahrern, die mit den modernsten Geräten auf fremdem Gebiet unterwegs sind, immer wieder passiert. „Einheimische“ brauchen kein Navigationsgerät, können „Fremden“ durch ihre Ortskenntnis mit Richtungsempfehlungen helfen. Und WIR SIND NÜRBURGRING tut das gerne.


    Es wäre sicherlich der Sache insgesamt dienlich, wenn man in der Landeshauptstadt Mainz, das sich in diesen Tagen abzeichnende Ende einer Entwicklung, zu einem neuen Anfang nutzen würde - gemeinsam mit den von den bisherigen Fehl-Maßnahmen Betroffenen.


    In den vergangenen eineinhalb Jahren nach dem „gesteuerten“ Konkurs der Nürburgring GmbH sind genug Millionen – wieder einmal sinnlos! - für die Vermarktung des „Kunstwerkes Nürburgring“ ausgegeben worden. Nun wird es Zeit, dass man es wieder zu einer Basis von gesundem Wohlstand in der Region werden lässt. Das geht natürlich nicht, indem man weiter auf ein Wunder wartet.


    Auch die Politik sollte mal beweisen, dass sie nicht immer schwierige Entscheidungen durch Aussitzen zu vermeiden sucht, weil das offenbar für eine persönliche politische Karriere besser ist, als nun – natürlich mit Risiko – klare und sinnvolle Entscheidungen zu treffen. - Gemeinsam mit den Betroffenen.


    Jedes Ende kann ein neuer Anfang sein! - Man muss auch das ergebnislose Ende des Bieterprozesses für den Nürburgring in den nächsten Tagen so begreifen.
    MK/Wilhelm Hahne

  • Hallo zusammen,
    es ist Endspurt - letzter Appel und Aufruf zum Korso von Mainz zum Nürburgring am kommenden Samstag!


    Sabine Schmitz und meine "Wenigkeit" brauchen Euer aller Unterstützung!


    Die Insolvenz Verwalter werden evtl. am 17.02 (nächsten Montag) einen Käufer verkünden - wir müssen jetzt erneut ein Signal nach Mainz und Brüssel senden und hier die klare Botschaft vermitteln und fordern - KEIN VERKAUF - wer klar denken und beobachten kann, der wird feststellen, dass es keinen "Gemeinwohl-orientierten" Käufer gibt - und wahrscheinlich auch keinen geben kann!


    "Wir sind Nürburgring" ruft hiermit alle Menschen und Unternehmer aus der Nürburgringregion auf hier mitzumachen - unser Nürburgring darf nicht Verkauft werden - dieser muss unbedingt in öffentlicher Hand bleiben und als Infrastrukturmaßnahme dienen, immerhin haben wir den Ring mit unseren Steuergeldern finanziert - dafür müssen wir alle kämpfen!


    Die letzten Wochen haben eindrucksvoll gezeigt, dass jeder der sich mit seinem Protest engagiert, auch einen guten Beitrag geleistet hat! Treffen mit Spitzenpolitikern wie Günther Oettinger oder Malu Dreyer sind kein Zufall - unsere Bedenken und Ängste haben nicht nur in den Medien Gehör gefunden - auch unsere Lösungsvorschläge, für einen Nürburgring in öffentlicher Hand, haben in Mainz und Brüssel einen guten Ansatz hinterlassen - die Politik hat durch unser aller Engagement ein besseres Bild von dem "Sonderproblem" Nürburgring bekommen.


    Gleichzeitig rufe ich erneut alle Fahrer, Teamchefs, Mechaniker, Streckenposten, Motorsportclubs und Verbände auf uns noch stärker zu unterstützen - speziell an Rennserien wie VLN und RCN nehmen hunderte von Nordschleifenliebhabern teil - der Nürburgring braucht uns jetzt! Kommt bitte und unterstützt das Projekt ! Bitte nicht erst jammern und klagen, wenn die Nenngelder nicht mehr tragbar sind, oder es die eine oder andere Rennserie auf dem Nürburgring nicht mehr geben wird. Mit Touristenfahrten lässt sich Samstag und Sonntag evtl. mehr verdienen...


    Euer Christian Menzel

  • Gespeichert von wh am/um 14 Februar, 2014 - 13:03


    Wenn ein Verkauf des Nürburgrings in diesen Tagen verkündet wird, würde das eine neue – erdbebenartige – Polit-Affäre auslösen, von der die RLP-Ministerpräsidentin, Malu Dreyer (SPD), ihre Stellvertreterin und Wirtschaftsministerin, Eveline Lemke (GRÜNE) und der Innenminister des Landes Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz (SPD), direkt betroffen wären, weil hier dann – trotz besseren Wissens! - der Versuch gestartet würde, für Fehlplanungen und Fehlleistungen einer deutschen politischen Oberschicht, gegenüber der Öffentlichkeit die EU-Kommission in Brüssel verantwortlich zu machen. Immerhin ist der 17. Februar 2014 der Endtermin für die verbindliche Abgabe von Angeboten. Es gibt u.W. nicht mehr als zwei Bieter, die aus den verschiedensten Gründen (s. hier + hier) als Käufer nicht in Frage kommen sollten. Darum waren wir bei Motor-KRITIK auch sicher, dass es in diesen Tagen nicht zu einem Nürburgring-Verkauf kommt. Es gibt aber Anzeichen, dass sich die Polit-Prominenz des Landes mal wieder (nach Kurt Beck) dumm stellt, um sich öffentlich aus der Verantwortung zu winden. Zumindest den Versuch zu machen. - Mit Hilfe von – auch im EU-Recht – erfahrenen Lesern und Anwälten soll hier nachfolgend auf folgenschwere Fehler bei der Ausschreibung und Abwicklung zum Verkauf des Nürburgrings hingewiesen werden, die zu einer Ablehnung der EU-Kommission führen müssen, sollte es via Insolvenz-Sachwalter jetzt zu einem Ausfallschritt in Richtung Verkauf kommen. - Immerhin wollen die am 18. Februar 2014 in Brüssel auflaufen. - Um der EU den „Schwarzen Peter“ in die Schuhe schieben zu können?
    Kein Nürburgring-Verkauf: DARUM!


    Immer wieder haben die Insolvenz-Sachwalter, sowohl Prof. Dr. jur. Dr. phil. B. Schmidt, der von der Landesregierung in Mainz als Sanierungs-Geschäftsführer eingesetzt wurde, als auch Rechtsanwalt Jens Lieser, der vom Insolvenzgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler als aufsichtführender Sachwalter bestimmt wurde, gegenüber der Öffentlichkeit erklärt:


    „Der Investorenprozess entspricht den Vorgaben eines transparenten, offenen und bedingungsfreien Bietverfahrens, wie es der EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia in einem Schreiben an die Sanierer im Frühjahr dargelegt hatte. Hinsichtlich der einzelnen Verfahrensschritte stehen die Sachwalter laufend im engen Dialog mit der europäischen Wettbewerbsbehörde in Brüssel.“


    Dieses Zitat stammt aus einer Presseinformation der Herren vom 28. Oktober 2013. Wenn man in Brüssel nachhört – und die „Wirtschaftswoche“ hat das z.B. getan – dann stellt man dort fest:


    „Der Insolvenzverwalter, der für den Verkauf der Vermögenswerte verantwortlich ist, hat die Kommission regelmäßig über den Fortgang des Veräußerungsprozesses informiert.“ - Und: „Die Kommission ist in den Auswahlprozess (die Redaktion präzisiert das durch: 'aus den Kaufangeboten') nicht involviert.“


    Daraus ergibt sich, dass der Begriff „Dialog“ der Herrn Sachwalter wohl etwas weit gefasst war, da es sich offenbar jeweils wohl mehr um „Monologe“ handelte. Denn Motor-KRITIK gegenüber wurde schon vor einiger Zeit aus Richtung Brüssel erläutert:


    Warum sollten wir in der jetzigen Phase zu irgendetwas zustimmen oder ablehnen, wo doch der Ablauf des Verfahrens erst am Ende von uns zu überprüfen ist?


    Nun hat sich kaum jemand im Laufe der Zeit z.B. mit den Grundsätzen, Verordnungen und Richtlinien des EU-Wettbewerbsrechts beschäftigt, die auch – neben dem Insolvenzrecht – die Basis für die Durchführung des Verkaufsprozesses bilden sollten. - Wie die EU es forderte und es auch (s.o.) von den Insolvenz-Sachwaltern bestätigt wurde.


    Die Verstöße gegen EU-Bestimmungen begannen eigentlich schon mit den ersten (zwei) Anzeigen, die lediglich in zwei Wirtschaftsblättern (in Deutsch und Englisch) erfolgten. Es erfolgte jedoch, wie eigentlich vorgegeben, keine Anzeige im EU-Amtsblatt.


    Nun sind Einzelheiten zum Ablauf eines Bieterverfahrens nach m. K. nicht vorgegeben. Daraus ergibt sich aber für die Insolvenz-Sachwalter kein rechtsfreier Raum, da dann auf die Grundsätze, Verordnungen und Richtlinien des EU-Binnenmarktes zurückgegriffen werden muss.


    Es hat – wenn man das „Bieterverfahren“ und seine Abwicklung beobachtet hat – kein rechtssicher vorgegebenes, ein geordnetes und strukturiertes Verfahren stattgefunden.


    Nach den Durchführungsbestimmungen des EU-Parlaments und -Rates ist z.B. ein möglicher Kaufinteressent – bevor er am Bieterverfahren teilnehmen kann! - auf seine Eignung, seine Seriosität, seine wirtschaftliche Situation zu überprüfen. - Das ist nicht geschehen.


    Im Bieterverfahren um den Nürburgring konnte es z.B. darum passieren, dass ein Unternehmen, das erst Mitte 2013 in Hongkong gegründet wurde und in dem von der KPMG geforderten „unverbindlichen“ Angebot zwar eine hohe Kaufsumme, aber zum Thema Finanzierung „Schuldverschreibungen“ angab, Zugang zum sogenannten „virtuellen Datenraum“ erhielt, während z.B. der ADAC als wirklich solventer Bieter abgelehnt und – wie man später abschwächend zu erklären suchte - „zwischengeparkt“ wurde.


    An diesem Beispiel („La Terne Capital“ und „ADAC“) wird deutlich, dass es im Nürburgring-.Bieterverfahren genügte, unverbindlich einen überhöhten Preis zu bieten um Zugang zum Datenraum zu erlangen, während das dem ADAC verwehrt wurde, weil offensichtlich der nicht auf das Gesamtprojekt, sondern nur auf die Rennstrecken geboten hatte.


    Auch der Bieter „capricorn“ konnte – aus unserer Sicht – nur wegen des Angebots auf alle Teile des Angebots Zugang zum Datenraum erlangen. Hier wird man aber auch von einer Anwaltskanzlei (in Brüssel) beraten, die u.a. das Land Rheinland-Pfalz als Mandanten hat. Die Beratung von „Capricorn“ erfolgte übrigens mit Zustimmung des Innenministeriums.


    Der Bieter H.I.G. scheidet aus Sicht eines normalen Beobachters als Bieter um den Nürburgring schon deshalb aus, weil er als pfiffige Fondsgesellschaft z.B. auch über 63 Briefkastenfirmen in Luxemburg verfügt. - Aber vielleicht sieht man das in der Politik anders, weil man gerne neue Steuer-CD's für Millionenbeträge einkauft.


    Damit wären wir bei den eingangs genannten Politikern, die die Schwächen des im Fall Nürburgring abgewickelten Bieterprogramms nicht nur kennen, sondern die es auch kontrollieren und überwachen sollten. Wie z.B. Frau Lemke, in deren Ministerium die Landeskartellbehörde angesiedelt ist, aber auch die Vergabekammer.


    Die muss hier erwähnt werden, da im Angebot der KPMG keinerlei Beschwerdestellen aufgezeigt werden, wie es eigentlich zur Norm gehört. Hier hätte eigentlich z.B. die Vergabekammer des Wirtschaftsministeriums genannt sein können.


    Hier soll nun nicht auf jeden kleinen Verstoß der Herren Sachwalter hingewiesen werden, die vielleicht auch unter dem Druck der Landesregierung den einen oder anderen Fehler gemacht haben, sondern es muss hier auch auf die Konsequenzen hingewiesen werden, die Verstöße gegen das EU-Recht nach sich ziehen:


    „Ein Mitgliedsstaat begeht einen Verstoß, wenn er die sich aus dem Unionsrecht ergebenden Verpflichtungen nicht erfüllt. Der Verstoß kann somit in einer Handlung oder einer Unterlassung bestehen. Als Staat einzustehen hat der Mitgliedstaat, der gegen das Unionsrecht verstößt, ungeachtet der staatlichen Stelle, die für die Nichterfüllungn verantwortlich ist.“


    Der Bundesregierung in Berlin unter der Führung von Frau Merkel sei also angeraten, im Fall Nürburgring in Mainz rechtzeitig „die Reißleine zu ziehen“, damit a) die Landesregierung von RLP weiter Bestand hat und b) nicht auf die Bundesregierung Forderungen der EU zukommen, über deren Höhe sich dann Frau Merkel verwundert die Augen reiben wird.


    Eigentlich sollte man bei der KPMG das EU-Beihilferecht und z.B. die dort geforderte „Grundstücksmitteilung“ kennen, die auch bei Miet- und Pachtverträgen sowie dem Verkauf von Gesellschaftsanteilen an öffentlichen Unternehmen gemacht werden sollten.


    Warum wurde z.B. der Verkauf der Gesellschafteranteilen und die Überschreibung eines Erbpachtvertrages im Fall des Fahrsicherheitszentrums Nürburgring wie eine geheime Kommandosache behandelt?


    Offenbar ist dieser Verkauf noch nicht einmal im „virtuellen Datenraum“ ausgewiesen, da der Eigner von „Capricorn“ selbst nach dem Zugang im Datenraum und einige Zeit nach Verkauf der Anteile gegenüber Motor-KRITIK äußerte, auch das Fahrsicherheitszentrum Nürburgring mit übernehmen zu wollen.


    Überhaupt erwiesen sich über die Zeit die Herren Sachwalter nicht gerade als Kenner von EU-Vorschriften. So bezeichneten sie das Agieren von „Ja zum Nürburgring“ nicht nur als „irreführend und unserös“, sondern bezeichneten das Schreiben des Vereins an die EU auch juristisch als „ein Nullum, weil man gegen den laufenden Investorrenprozess keine juristische Beschwerde einlegen kann.“


    Tatsächlich ist es so:


    In EU-Verfahren besteht Rechtsschutz für Kaufinteressenten/Bieter, die benachteiligt wurden.


    Aber die Herren Sachwalter haben auch vergessen, was die KPMG in ihrem „Teaser“ auf Seite 3 schrieben:


    „Der geplante Veräußerungsprozess und die entsprechenden Fristen werden nicht angepasst.“


    Man sollte eben nicht alles glauben, was in dem Bieterverfahren gesagt und geschrieben wurde. Wenn man bei einem normalen Immobilienverkäufer so manchem Täuschungsversuch lächelnd zur Kenntnis nehmen würde - „Das ist eben heute so“ - muss man bei den Insolvenz-Sachwaltern beim Bieterverfahren um den Nürburgring andere Maßstäbe anlegen. Nämlich die des EU-Rechts.


    Und die wurden in einer Reihe von Fällen nicht beachtet. - Meinen wir.


    Man darf dem Besuchsergebnis der Herren Sachwalter am 18. Februar 2014 in Brüssel mit Interesse entgegensehen.


    Schließlich könnte auch sein, was sich in der „Aufforderung zur Abgabe einer Interessenbekundung“ des KPMG so liest:


    „Die Verkäufer behalten sich das Recht vor, den Veräußerungsprozess jederzeit ohne Angabe von Gründen zu ändern oder zu beenden.“


    Das mit dem „ändern“ hat sicherlich öfter mal geklappt, jedoch hat man dabei nicht an die zwingend einzuhaltenden Grundsätze, Verordnungen und Richtlinien des EU-Wettbewerbsrechts gedacht.


    MK/Wilhelm Hahne

  • Ich bin auf jeden Fall dabei.


    Was ich mich aber schon eine ganze Weile frage, wo sind eigentlich die Vertreter der Großen Rennteams, Werksteams und Sponsoren, die sogar ihr Geld mit dem Motorsport verdienen.


    Wiso sind die nicht bei den DEMOs anzutreffen?


    Es ist doch erstaunlich, dass hauptsächlich die Klassenfüller und Rennfahrer aus dem Breitensport anzutreffen sind.


    Haben die Großen des Rennsports keine Meinung zum Nürburgring, oder dürfen sie sich nicht zum Thema äusern?


    Gruß



    Günter

  • Was ich mich aber schon eine ganze Weile frage, wo sind eigentlich die Vertreter der Großen Rennteams, Werksteams und Sponsoren, die sogar ihr Geld mit dem Motorsport verdienen.


    Hallo Dreirad


    es ist leider in der Tat so,das die großen Werke ihren Fahrern verbieten,an den Demos teilzunehmen. :uebel:


    Unverständlich aber wahr...... :diablo:


    Schön,das Du dabei warst...habe dein Gespann gesehen,aber leider warst Du nach dem offiziellen Teil nicht mehr da....hätte gerne mal ein paar Worte gewechselt. (Bildbeweis siehe unten ;) )


    Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben,bei der nächsten Demo entkommst Du mir nicht :walklike:



    So noch eine Kleinigkeit zum Korso.......Bericht folgt....


    über 1300 Fahrzeuge am Start


    über 3000 Teilnehmer


    und eine Stimmung einfach Geeeeeiiiiillll


    Unglaublich :thumbsup: besten Dank an alle Teilnehmer,Helfer und an die Polizei,die alles erstklassig durchgezogen hat.


    Bin jetzt seit 17 Stunden unterwegs....total im Arsch...geh jetzt ins Bett...........Bericht kommt morgen


    Ein geiler Tag :thumbsup::thumbsup::thumbsup:


    http://www.youtube.com/watch?v=7QTBoK-6_f8

  • Als es geschah, da hat die Insolvenz der Nürburgring GmbH viel Staub aufgewirbelt. Immerhin ist sie eine GmbH die dem Land Rheinland-Pfalz gehört. - Überwiegend. - Es war als GmbH nicht eine von Vielen, sondern wurde von Vielen (Firmen, Vertragspartnern, Sponsoren) als eine Behörde empfunden. Sie wurde entsprechend behandelt. Auch von anderen Behörden. Es knirschte schon seit langem bei dieser Nürburgring GmbH. Schon 2008 hätte man sie mit einer Insolvenz in die ewigen Jagdgründe schicken können. Aber die regierenden Landesherren mit rotem Parteibuch wollten sich diese Blöße nicht geben. - Doch 2012 ließen sie sich von einem fähigen Berater zu einer Lösung überreden die da lautete:
    Insolvenz in Eigenregie!


    Das mit der Eigenregie ist kein Schreibfehler, weil man bei der in der Realität gewählten Lösung, Insolvenz in Eigenverwaltung, als Landesregierung von Rheinland-Pfalz stets die volle Zu- und Eingriffsmöglichkeit behielt.


    Durch ein „HOCH“-intelligentes Schreiben des „ständigen Vertreter der Chefin der Staatskanzlei“ in Mainz wurde Motor-KRITIK noch einmal zu grundsätzlichen Überlegungen angeregt. Dieser Mann trägt den Namen Clemens Hoch, ist Rechtsanwalt. Er erregte als Obmann der SPD-Landtagsfraktion im Untersuchungsausschuss Nürburgring GmbH bereits im Mai 2010 Aufsehen, als er sich in der Pressemitteilung seiner Partei zur Situation am Nürburgring so äußerte:


    „Die schwierige Phase der vergangenen zwei Jahre ist vorbei. Die Fehler die gemacht wurden, sind durch Wirtschaftsminister Hendrik Hering korrigiert worden. Nur ein Fazit lässt sich wirklich seriös feststellen:


    Das Land Rheinland-Pfalz hat sich um die touristische Entwicklung der Region auch mit dem Nürburgring verdient gemacht. Ein ähnliches Beispiel für eine Weiterentwicklung einer Region gibt es in ganz Deutschland nicht.“


    (Es darf gelacht werden!)


    Im Jahre 2014, am 14. Februar gibt er folgende Weisheiten schriftlich von sich:


    „Ohne die insolvenz- und beihilferechtlichen Verfahren hätte die Landesregierung keinen Grund für einen Verkauf des Nürburgrings gesehen; jetzt muss es darum gehen, den Nürburgring für die öffentliche Nutzung und den Breitensport zu erhalten. Aufgrund der laufenden Insolvenz- und beihilferechtlichen Verfahren liegt das Heft des Handelns nicht mehr in der Hand der Landesregierung. Wir sind jedoch, im Rahmen des Insolvenzrechts, in engem Kontakt mit dem Insolvenzverwalter.“


    Bezeichnenderweise steht die Internetseite dieses Herrn unter dem Motto:


    „Ein Hoch für Rheinland-Pfalz“


    Da weiß man doch, dass man sich über jedes erlebtes Tief freuen sollte. - Aber zurück in die harte Realität der Insolvenz:


    Wenn einem Unternehmen bei einer auftretenen Schieflage eine Insolvenz in Eigenverwaltung zugestanden wird, so bedeutet das, dass das Unternehmen aus der Sicht des Insolvenzgerichts über einen förderungswürdigen Geschäftsbetrieb verfügt, dessen Basis man als so gesund empfindet, dass man diesem Unternehmen zugesteht, in Eigenverwaltung – unter Aufsicht eines Insolvenz-Sachwalters – wieder auf den rechten Weg zu finden.


    Es gibt also keinen Insolvenzverwalter, wie er in dem Schreiben des Herrn Clemens Hoch erwähnt wird. Die Verwaltungs- und Vertretungsbefugnis geht bei einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung nicht auf einen Insolvenzverwalter über, sondern verbleibt – trotz eröffnetem Insolvenzverfahren! - beim Schuldner. In diesem Falle bei dem Geschäftsführer der Nürburgring GmbH, bzw. dem eigentlichen Besitzer, dem Land Rheinland-Pfalz.


    Es wird vom Insolvenzgericht in diesem Fall nicht ein Insolvenzverwalter, sondern ein (vorläufiger) Sachwalter bestellt. Damit soll vermieden werden, dass nicht bereits im sogenannten Eröffnungsverfahren durch die Anordnung von Sicherungsmaßnahmen eine Vorentscheidung gegen die Eigenverwaltung getroffen wird.


    Gerade bei Firmen, die eine besondere Art von Geschäftstätigkeit ausüben, soll durch die Insolvenz in Eigenverwaltung sichergestellt sein, dass die bisher tätigen Fachleute der Branche die fachlich notwendige Art der Geschäftsführung – dann aber unter Aufsicht des Sachwalters, der über die entsprechenden insolvenzrechtlichen Kenntnisse verfügt – weiter ausgeführt wird.


    Die Abberufung oder Neubestellung von Mitgliedern der Geschäftsleitung durch den Aufsichtsrat oder Gesellschafter z.B. einer GmbH werden nur wirksam, wenn der vom Insolvenzgericht bestimmte Sachwalter zustimmt. Damit soll vermieden werden, dass durch solche Maßnahmen vielleicht Nachteile für die Gläubiger entstehen.


    Nun muss im Fall der Insolvenz in Eigenverwaltung bei der Nürburgring GmbH auffallen, dass hier ein neuer Geschäftsführer mit dem Eintritt der Insolvenz berufen wurde. Das war aber in diesem Fall kein Fachmann mit Erfahrung im Motorsport und der Leitung von Rennstrecken und der damit notwendigen Fachkenntnisse. Prof. Dr. Dr. Schmidt, der Insolvenz-Geschäftsführer hat Jura und Philosophie studiert, ist aber als Geschäftsfreund jenem Berater seit vielen Jahren eng verbunden, der der Landesregierung und seinen politischen Köpfen, die Insolvenz der Nürburgring GmbH empfohlen, dazu geraten, die Herren entsprechend beraten hat.


    Es sei hier wohlwollend notiert, dass die Herren Kurt Beck und Roger Lewentz sich gegen die Einleitung einer Insolvenz der Nürburgring GmbH in einer viele Stunden dauernden Diskussion (in den Räumen des Innenministeriums) lange gesträubt haben. - Bis sie die Chance für die Landesregierung erkannten, sich auf diesem Wege endgültig von dem zur Belastung gewordenen Projekt Nürburgring zu trennen. - Und auch diese Beiden haben dann ihre Zustimmung zu den gewagten Plänen des taktisch agierenden Beraters gegeben.


    Voraussetzung dazu war die Abwicklung dieser heiklen Operation exakt nach Drehbuch. Und in diesem Drehbuch ist auch vorgegeben, was ein Clemens Hoch den Aktivisten von WIR SIND NÜRBURGRING schreiben musste. - Eine Malu Dreyer ist sich für solche Antworten zu schade. - Was nicht gegen Malu Dreyer spricht, sondern für ihr Gespür für richtige (politische) Entscheidungen und richtige Publikation der vom Berater angedachten Argumente im richtigen Moment durch die richtigen Leute. - In diesem Fall lies sich Clemens Hoch benutzen.


    Nun hat der aus taktischen Gründen bei der Nürburgring GmbH eingesetzte Insolvenz-Geschäftsführer rechtzeitig – weil intelligent – die Geschäftsführung einem „Fachmann“, dem von der Rennstrecke Hockenheim bekannten Dr. Schmidt übertragen, und taktisch pfiffig eine neue GmbH, die Nürburgring Betriebsgesellschaft m.b.H. gegründet, wo dann in 2013 aber ein nicht erwarteter Fehler gemacht wurde.


    Für 2013 wurden für die „neue GmbH“ hohe Umsätze und satte Gewinne vorhergesagt, die dann auch für 2014 angenommen wurden. Da war dann von möglichen Umsätzen in 2014 von um 60 Millionen Euro, bei Gewinnen (vor Steuern, Zinsen und Abschreibung) von 10 Millionen die Rede. - Später hat man dann die vorhergesagten Gewinne schnell wieder auf „eine schwarze Null“ reduziert. - Warum wohl?


    Die vorhergesagten Gewinne machen deutlich, dass eine Insolvenz in Eigenverwaltung – anders als vom Berater angedacht – im Fall der Nürburgring GmbH eine echte Berechtigung hat:


    Es gibt Überlebenschancen, die Fortführung des Betriebs ist gerechtfertigt, müsste aber in jedem Fall durch einen Fachmann erfolgen, da einem willkürlich eingesetzten Insolvenz-Geschäftsführer eigentlich jede Fach- und Branchenkenntnis fehlt.


    Im Fall einer Insolvenz in Eigenverwaltung besitzt der betroffene „Unternehmer“ (bzw. sein Geschäftsführer) die gleichen Rechte wie ein Insolvenzverwalter in einem „normalen“ Insolvenzverfahren, d.h. er kann beiderseits nicht erfüllte Verträge annulieren, Sicherungsgut verwerten, Prozesse aufnehmen. Dazu brauchte es nicht – wie im Fall Nürburgring zu beobachten – der Neugründung einer neuen Gesellschaft.


    Nachdem die Eigenverwaltung eingerichtet ist und der Betrieb wieder ungestört läuft, wird dann zur Abwicklung entsprechend den gesetzlichen Vorgaben normalerwiese ein Insolvenzplan erstellt, um die Gläubiger abzufinden und das Unternehmen endgültig zu sanieren.


    Ein solcher Insolvenzplan ist nach Einführung des neuen Insolvenzrechts eigentlich eine hervorragende Möglichkeit, ein betroffenes Unternehmen in 12 Monaten schnell zu entschulden. Statt 100 Prozent der ursprünglichen Forderungen bezahlt das Unternehmen entsprechend dem vorzulegenden Insolvenzplan dann vielleicht noch maximal 10 Prozent und gilt danach vor dem Gesetz als saniert und schuldenfrei.


    Der Insolvenzplan sieht also praktisch eine Einigung zwischen Schuldner und Gläubiger über eine Teilzahlung der Schulden vor. Ein solcher Insolvenzplan steht unter Aufsicht des Insolvenzgerichts, weil mit diesem Plan evtl. ablehnende Gläubiger überstimmt und eine Quote in oben genannter Höhe praktisch aufgezwungen werden kann.


    Diese gesetzlich vorgesehene Regelung ist im Fall der Nürburgring GmbH deshalb von besonderer Bedeutung, weil bei den bei einer Fortführung der Nürburgring GmbH zu erwartenden Gewinnen tatsächlich die Insolvenz relativ schnell eingestellt werden könnte. - Wenn, ja wenn man auf der Basis eines Insolvenzplans mit den Gläubigern verhandelt hätte.


    Das Insolvenzverfahren wird von der Kostenseite her die Nürburgring GmbH mit rd. 7,5 Millionen Euro belasten.


    Lt. einem Gutachten der Insolvenz-Sachwalter liegen die normalen Verbindlichkeiten der insolventen Nürburgring GmbH im Bereich von 15 Millionen Euro.


    Die Forderung des Landes, die „nachrangig“ sind, betragen lt. Gutachten rd. 330 Millionen Euro.


    Dem gegenüber werden in dem erwähnten Gutachten eine „freie Masse“, die sich aus der Vermögensübersicht ergibt, mit rd. 89 Millionen Euro gegenüber dem Insolvenzgericht genannt.


    Wenn man diesen Zahlen die inzwischen bekannt gewordenen Gebote der auch bekannten Bieter gegenüberstellt, dann ist ein Verkauf eigentlich kaufmännisch unsinnig. Es müssten also die Möglichkeiten genutzt werden, die die Insolvenz in Eigenverwaltung in Verbindung mit einem Insolvenzplan bietet. Entsprechende Bemühungen der Verantwortlichen in diese Richtung sind bis heute nicht bekannt (öffentlich) geworden.


    Bis heute ist das Beihilfeverfahren der EU, das schon lange eingeleitet ist, nicht abgeschlossen, obwohl das schon im Herbst 2013 der Fall sein sollte. Auch hier spielen die 330 Millionen Euro, die als Kredit des Landes RLP (über deren ISB-Bank) den Nürburgring erreichten, eine wesentliche Rolle. Die ergänzende Summe, die die EU evtl. anführen kann, besteht aus Eigenkapital-Erhöhungen, Gesellschafterdarlehen und anderen „Zuschüssen“ in einer Gesamthöhe von rd. 155 Millionen Euro, so dass sich hier eine evtl. Forderung der EU gegenüber der Bundesrepublik Deutschland (!) von etwa 485 Millionen Euro ergibt.


    Von dieser evtl. Forderung soll nun ein evtl. Käufer des Gesamtprojekts Nürburgring freigestellt werden, d.h. die Bundesrepublik Deutschland genießt evtl. durch den Verkauf des Nürburgrings einen Vorteil, weshalb sich Berlin auch nicht gegen die Verkaufsabsichten der Landesregierung von Rheinland-Pfalz wendet.


    Das Verhalten von Bund und Land ist aber gegen die Interessen der betroffenen Region und ihrer Bevölkerung, zumal die vorliegenden Gebote von Investoren in ihrer realen Höhe keinen Sinn ergeben. Die Sachwalter, die im Falle der Nürburgring GmbH eigentlich Sanierer sein sollten, sind bisher ihrer eigentlich Aufgabe nicht gerecht geworden. Sie sind eigentlich verpflichtet die Gesellschaften zu erhalten, die Arbeitsplätze zu sichern und darum mit den Gläubigern – nicht nur mit den Investoren – zu verhandeln.


    Die EU will eine Neuordnung am Ring, die die aufgetretene Wettbewerbsverzerrung beseitigt. Das geht aber nicht, indem man das Gesamtobjekt z.B. wie vorgesehen, einem einzigen Investor übereignet. Das Gebot des ADAC hätte einen Ansatz zu einer Vernunftlösung geboten, der aber von den Sachwaltern – weil das nicht der Regie-Vorgabe entspricht? - missachtet wurde.


    Das bedeutet aber nicht, dass die EU eine Lösung ablehnen würde, die z.B. die Führung der Rennstrecken in öffentlicher Hand belässt, wie das auch in den mehr als 80 Jahren des Bestehens der Renn- und Prüfstrecke der Fall war, wenn gleichzeitig die Hotels, das Feriendorf, sowie die „Grüne Hölle“ an einen (oder mehrere andere) Investoren gehen würde.


    Frau Julia Klöckner (CDU) brachte im Herbst 2013 von ihrer Reise zur EU nach Brüssel die frohe Botschaft mit:


    „Der Tod des Nürburgrings ist kein Kommissionsziel!“


    Eine Lösung im Sinne der Region war von Anfang an nicht in den Plänen der Landesregierung vorgesehen, als man die Nürburgring GmbH – auf Anraten eines Beraters - zur Insolvenz frei gab. Es ging vornehmlich um die Umsetzung von Eigeninteressen. Zumal noch andere Problemfälle, die man selbst geschaffen hat, drücken.


    Es gäbe auch andere – vernünftige – Lösungen für ein weiteres Betreiben des Nürburgrings als Renn- und Prüfstrecke. Dazu zählt z.B. das Einbringen in eine Stiftung. Es gibt auch noch weitere.


    Aber zunächst einmal sollten die Insolvenz-Sachwalter ihre eigentliche Aufgabe als Sanierer aufnehmen, einen Insolvenzplan erstellen, mit den Gläubigern verhandeln. Wichtig ist, dass der Insolvenzplan die Gläubiger finanziell besser stellt, als ein normales Insolvenzverfahren.


    Die Abstimmung über einen solchen Plan findet beim Insolvenzgericht statt. Wer dort als Gläubiger nicht erscheint – und das tun die meisten nicht, wie man aus Erfahrung weiß – der hat zugestimmt.


    Es ist bezeichnend, dass bisher alles so verlief, wie es der Regisseur (Name ist der Redaktion bekannt) im Auftrag der Landesregierung bestimmte. Da wirkt der Inhalt des Briefes eines Clemens Hoch an die Vertreter der Interessenvertreter von WIR SIND NÜRBURGRING, Sabine Schmitz, Christian Menzel und Ossi Kragl, einfach lächerlich. (Meine Leser finden ihn als pdf-Datei als Anhang am Ende dieser Geschichte.)


    Dieser Brief war tatsächlich der Anlass für Motor-KRITIK, abseits aller „wichtigen“ Ablenkungsmanöver mal ein paar grundsätzliche Gedanken zum laufenden Insolvenz-Verfahren in Eigenverwaltung zur Diskussion zu stellen. Randerscheinungen sind sicherlich oft spektakulärer.


    Es ist eben alles so, wie oft im wirklichen Leben. Man sollte sich vom Kern der Dinge nicht ablenken lassen.


    MK/Wilhelm Hahne

  • Gespeichert von wh am/um 18 Februar, 2014 - 08:39


    Die Nürburgring-Verkäufer, die sich auch als Insolvenz-Sachwalter vorstellten, aber bisher versäumten, ihre Aufgabe als Sanierer wahrzunehmen, die stehen seit dem Abend des 17. Februar 2014 vor einem Scherbenhaufen von geplatzten Worthülsen. Sie haben die Spitze der Landesregierung von Rheinland-Pfalz in große Verlegenheit gebracht, da sie ihre Träume, die sie wohl an ihrem Honorar gemessen haben, als mögliche Realität den Politikern in Mainz verkauft hatten. So wie der erste Versuch der Mainzer Elite beim Bau von „Nürburgring 2009“ mit einer glatten Bauchlandung endete, da man für ein unsinniges „Leuchtturmprojekt“ von Provinzpolitikern keinen Privatinvestor finden konnte, so sind es nun die als Fachleute vorgestellten „Sachwalter“, die sich gerne in der Öffentlichkeit als überlegene Retter darstellten oder darstellen ließen, die nun aktuell – nach großartigen Versprechungen – eigentlich ihr Versagen verschämt darstellen sollten. Doch auch sie versuchen im angelernten politischen Stil mit großen Worten und leeren Phrasen das Ende ihrer persönlichen Pleite zu verschleiern. Nach einer verfehlten Planung, einem überhasteten Bau, einer Folge von politischen Fehlentscheidungen, einer bewusst konstruierten Insolvenz, folgt nun das Versagen von der Politik gezielt ausgewählten Insolvenz-Abwicklern, die leider die gestellten Aufgaben durch die Politik nicht erfüllen konnten. - Am Ende dieser Übersicht kann nur eins mit Bestimmtheit festgestellt werden:
    „Ring“-Verkauf: Zusätzlich Millionenkosten!


    Das Projekt „Nürburgring 2009“ stellte sich praxisnahen Betrachtern schon in der Planung als unsinnig dar. Bei der unter Zeitdruck erfolgten Umsetzung der Pläne in die Realität wurden mit Neubauten praktisch die Anlagen zu Bauruinen geschaffen. Aus einer während des Baues mit heißer Nadel gestrickten Finanzierung erwuchs eine Belastung, die einen wirtschaftlichen Betrieb der Gesamtanlage unmöglich machte. Unmöglich waren auch die Pachtverträge, die mit einer privaten Betreibergesellschaft abgeschlossen wurden. Alles war eben politisch geprägt, an der Selbstdarstellung von Einzelpersonen ausgerichtet. Nur dass im normalen Geschäftsleben andere Gesetzmäßigkeiten herrschen als bei politischen Visionären.


    So war ein Ende mit Schrecken vorgegeben. Die Insolvenz einer Landesgesellschaft wirkte wie ein kleiner Schock. Damit sollte dann ein Strich gezogen und ein Neuanfang versucht werden. - Träumte man in Mainz.


    Aber wieder einmal mit irren Plänen und falschen Leuten. So müsste man am 17. Februar 2014 um 23 Uhr, 59 Minuten und 59 Sekunden eigentlich wieder einmal einen Strich gezogen haben um nüchtern bilanzieren zum können, dass auf ein Versagen ein Versagen – und wieder ein Versagen folgte. Aber man blickt – wie auch schon vorher – angestrengt nach vorne.


    „Wir müssen nach vorne schauen“, ist die Worthülse aller Politiker, die nicht den Mut haben, sich für ein – jetzt zurückliegendes – Versagen zu entschuldigen, aus den Fehlern zu lernen und das Steuer denen zu überlassen, die etwas vom Steuern verstehen.


    Gestern standen die Herren am Abgrund. Heute sind sie schon einen Schritt weiter. - Das beschreibt exakt die Situation der Mainzer Politiker und ihrer Berater. - Die Grund-Idee war theoretisch gut. - Nur war die Umsetzung in der Realität nicht möglich. - Es war eben alles ein wenig realitätsfern. - Man sollte das endlich begreifen!


    Ein Insolvenzgericht hatte entsprechend der Gesetzmäßigkeiten einer Insolvenz in Eigenverwaltung kaum eine Möglichkeit einzugreifen.
    Spitzen-Politiker vertrauten Beratern, die ihrer Erfahrung vertrauten, aber nicht ihren Helfern trauen konnten.
    Sachwalter vertrauten ihrer Bedeutung und Wirkung von Drohungen und Worthülsen auf „das dumme Volk“.
    Pietro Nuvoloni vertraut dem Eindruck, den die Höhe seiner Rechnungen vermittelt.
    Bieter um den Nürburgring vertrauten dem Druck, dem sich die Politik selber ausgesetzt hat.


    Warum hat man sich nicht an der Realität orientiert, die auch durch die immer stärker werdenden Reaktionen von Nürburgring-Bürgerinitiativen deutlich wurden?


    Ein immer deutlicher werdender Realitätsverlust im Umfeld der Mainzer Politik kann schließlich nicht zum Maßstab des Handelns werden.


    Natürlich existiert ein funktionierendes Netzwerk zwischen Politik und Presse, wozu man in diesem Fall natürlich auch ein Mainzer Fernsehen rechnen muss. Aber dort fehlende – weil von der Politik unerwünschte Informationen – erreichen auch über andere Kanäle die Bürger. Die digitale Realität kann „Netzwerke von gestern“ auflösen und zerstören.


    Man hat sich verkalkuliert, wird das angestrebte Ziel - die schnelle Trennung von einem Problemfall – nicht erreichen. Also sollte man sich um die „Normalisierung“ der Abwicklung bemühen, die – wie von Motor-KRITIK schon dargestellt – zunächst darin bestehen muss, die Nürburgring GmbH entsprechend dem eigentlich ursprünglichen Auftrag zu sanieren.


    Hier wird die EU in Brüssel nicht im Wege stehen, wenn man in vernünftigen Gesprächen gemeinsam nach einer Lösung sucht, die den wesentlichen Ansprüchen aller Beteiligten gerecht wird. Solche Gespräche, deren Inhalt sicherlich dem einem und dem anderen Gesprächspartner manchmal wehe tun müssen, wurden bisher nicht geführt.


    Das Ende der Märchenstunden ist gekommen. Wer das begriffen hat, ist sicherlich die Landeschefin Malu Dreyer. Die „Schmeißfliegen“ der SPD gehören leider nicht dazu, führen ein Eigenleben nach dem Motto: Millionen Fliegen können nicht irren. - Und fliegen auf Sch.....!


    Entsprechend sind die Ergebnisse. Wie am inzwischen vermeldeten Ergebnis der vereinigten Verkaufsbemühungen von KPMG und Insolvenz-Sachwalter zu messen ist:


    Man vermeldet ein verbindliches Angebot der H.I.G. - Na, was denn sonst? - Man vermeldet nicht, dass die in diesem Angebot vermerkten Zahlen eine Besonderheit aufweisen. Und wer spricht vom Hang zu „Briefkastenfirmen“ dieser Fonds-Gesellschaft?
    Auch Capricorn empfindet sich als „noch im Rennen“. Dem Teilhaber an der noch (evtl.) zu gründenden „Capricorn Nürburgring GmbH“, Dr. Heinemann, war es in letzter Sekunde gelungen, die vorgesehene Finanzierung des Projekts noch etwas aufzufrischen.
    Alle Abteilungsleiter am Nürburgring sind über die zu verwendenden Formulierungen (Sprachregelungen) „zur Sache“ informiert. - Über das bereits angedachte Schicksal der „Grüne Hölle“ gilt es zu schweigen.
    Pietro Nuvoloni ist mit wertig klingenden Begriffen wie „Signing“ und „Closing“ tätig geworden und hat die Verwendung interner Sprachregelungen gegenüber dpa plakativ demonstriert (Zitat): „Wenn kein «zuschlagfähiges Angebot» eingehe, «werde der Säckel wieder aufgemacht», sagte Nuvoloni. Heißt: Der Verkaufsprozess werde verlängert und auch bislang «geparkte» Angebote, wie etwa auch das des ADAC, würden neu herangezogen. «Bisher haben wir keinen einzigen Bieter vom Investorenprozess ausgeschlossen», sagte er.“ (Zitat Ende)


    In Mainz hat man am vergangenen Wochenende schon aufgeregt getagt, weil den Politikern nach einem Besuch von WIR SIND NÜRBURGRING in der Mainzer Landeshauptstadt deutlich wurde, dass sich ein Verkauf nicht so einfach argumentieren lassen würde. - Bürger sind auch Wähler und leider in 2014 nicht mehr von der Naivität wie in den frühen 50ern. :!::!::!:


    Es geht nicht – was nicht geht. In der Realität unseres Wirtschaftssystems gibt es keine Wunder, sondern nur gute oder schlechte Ergebnisse von Aktionen, die sich entweder an der Welt in der wir leben oder Visionen orientieren. - Politiker müssen Visionen haben, hat mir einmal Eveline Lemke gesagt. Und sie hat sich damit – inzwischen – weit von dem entfernt, was ihre Wähler von ihr sinnvoller Weise erwarten.


    Und wenn man die Umschreibungen einer Niederlage vernimmt, mit der Pietro Nuvoloni gestern in Sachen Nürburgring-Verkauf die Medien versorgte, dann kann einem schon schlecht werden.


    Halten wir nach dem 17. Februar 2014, 24:00 Uhr, einfach fest:


    Es gibt keine Bieter für den Nürburgring, die von der Höhe ihres Gebots her, der vorgeschlagenen Finanzierung, von ihrer Struktur, den vorlegten Konzepten, ihren Möglichkeiten als Betreiber des Nürburgrings insgesamt, als akzeptiert empfunden werden können. - Weder vom politischen Mainz, noch – schon aus wettbewerbsrechtlichen Gründen – von der EU, erst recht nicht von den Bürgern der Region.


    Motor-KRITIK sagt voraus:


    Es wird auch in den nächsten Monaten keine Bieter der Art geben, die eigentlich im Interesse der Allgemeinheit – und deren Ansprüchen – erwünscht sind und gleichzeitig die Ansprüche der Politiker in Mainz und der EU erfüllen.


    Also sollte man sich um die Sanierung der Nürburgring GmbH bemühen, einen Insolvenzplan erstellen und das Land Rheinland-Pfalz, die Landesregierung, sollte sich bewusst werden, dass sie eine Verantwortung gegenüber ihren Bürgern hat.


    Die KPMG kann ja derweil weiter – gegen Honorar natürlich – auf die Such nach neuen Bietern gehen. Mit der H.I.G. hatte sie schließlich schon eine respektable Leistung erbracht. Nun sollte sie nicht vergessen, dass praktisch direkt vor ihrem Firmensitz eine „Notrufsäule“ steht:



    Könnte ja sein, dass über einen so hergestellten Kontakt eine Problem-Lösung möglich ist. - Selbst ein Pietro Nuvoloni vermag ja nichts auszuschließen. - Aber bei allem nicht vergessen, was sich bei BILD seit gestern Abend im Internet so liest:


    „Schnell sind auf dem Nürburgring nur die Rennwagen...“


    MK/Wilhelm Hahne

  • Sabine, Christian und Ossi hatten ja vor zwei Wochen einen Termin bei Malu Dreyer und dort auch 15 Fragen schriftlich an sie gerichtet.


    Die wurden jetzt “beantwortet” … von Clemens Hoch.


    Leider von Einsicht nicht der Hauch einer Spur, stattdessen weiter die alten Phrasen, obwohl sie doch längst von der Realität eingeholt worden sind. Eigentlich peinlich, unverdrossen einfach weiter darauf herumzureiten.


    Das ist ungefähr so, als würde man trotz Überrundung völlig ignorant nach dem Rennen jedem erzählen, man hätte um den Sieg gekämpft. Als hätten die Leute auf der Tribüne keine Augen im Kopf.


    Und Clemens Hoch spricht gleich in der ersten Antwort von “dem Insolvenzverwalter”, obwohl es den garnicht gibt: es gibt nur einen “Sachwalter” und einen (Sanierungs-) “Geschäftsführer”.


    Wilhelm Hahne nimmt das zum Anlass und hinterfragt generell, wieso eine SANIERUNG prinizipiell nicht in Frage zu kommen scheint, obwohl doch alle Tatsachen dafür sprechen:


    Der Ring erwirtschaftet ein positives Ergebnis, die Firma wäre also erhaltenswert.


    Die Insolvenz findet in “Eigenverwaltung” statt, d.h. die Sanierung sollte per Definition schon dem Verkauf vorzuziehen sein.


    Ein “Sanierungsgeschäftsführer” wurde eingesetzt.


    Ein Verkauf kommt ohnehin erst in Frage, wenn die EU ihr Beihilfeverfahren abschließt.


    Wilhelm Hahne:


    “Wenn einem Unternehmen bei einer auftretenen Schieflage eine Insolvenz in Eigenverwaltung zugestanden wird, so bedeutet das, dass das Unternehmen aus der Sicht des Insolvenzgerichts über einen förderungswürdigen Geschäftsbetrieb verfügt, dessen Basis man als so gesund empfindet, dass man diesem Unternehmen zugesteht, in Eigenverwaltung – unter Aufsicht eines Insolvenz-Sachwalters – wieder auf den rechten Weg zu finden.”


    “Es gibt also keinen Insolvenzverwalter, wie er in dem Schreiben des Herrn Clemens Hoch erwähnt wird. Die Verwaltungs- und Vertretungsbefugnis geht bei einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung nicht auf einen Insolvenzverwalter über, sondern verbleibt – trotz eröffnetem Insolvenzverfahren! - beim Schuldner. In diesem Falle bei dem Geschäftsführer der Nürburgring GmbH, bzw. dem eigentlichen Besitzer, dem Land Rheinland-Pfalz. (..)”


    “Nachdem die Eigenverwaltung eingerichtet ist und der Betrieb wieder ungestört läuft, wird dann zur Abwicklung entsprechend den gesetzlichen Vorgaben normalerwiese ein Insolvenzplan erstellt, um die Gläubiger abzufinden und das Unternehmen endgültig zu sanieren.”


    Tja, nur nicht am Nürburgring: da wird alles künstlich aufgehübscht, um den Verkaufspreis nach oben zu treiben - um dann in größtmöglicher Eile den Verkaufsprozess durchzupeitschen.


    Dabei wurden in der Hektik gravierende Fehler gemacht, denn ohne die Abtrennung der Rennstrecken von der Kirmes wird die Wettbewerbsverzerrung, um die es Brüssel ja primär geht, nicht aufgelöst, sondern in Stein gemeisselt.


    Es wird wirklich höchste Zeit mal innezuhalten, tief durchzuatmen … um in Ruhe die Optionen zu sortieren.


    Ganz sachlich betrachtet ist für alle Beteiligten - auch die Landesregierung - der Verkauf an ein gewinnorientiertes Privatunternehmen die schlechteste aller Möglichkeiten.

  • Hallo zusammen,


    ich möchte mich bei Euch allen für diesen einwandfreien Korso von Mainz nach Nürburg bedanken!


    Erneut haben wir Menschen aus der Region, aber auch sehr viele Fans aus der Umgebung aufgezeigt, dass wir mit den Handlungen der Landesregierung und Insolvenzverwaltern keineswegs einverstanden sind!
    Auch die Anzahl der protestierenden Motorsportler wächst stetig, ist aber durchaus noch (leider!) sehr ausbaufähig!


    Durch eine Sperrung der Autobahn A61 wurde der Korso leider unterbrochen, aber trotzdem war das "Einlaufen" der ersten Gruppen des Korsos am Nürburgring sehr beeindruckend!


    Ich möchte mich bei allen unseren Helfern bedanken, Ihr macht wie immer einen tollen Job und jeder ist mit viel Herzblut dabei - sensationell!


    Auch die anschließende Party in "Nürburg-City" war nicht nur lustig, der neue Verbandsbürgermeister von Adenau, Guido Nisius hat zu den Menschen aus der Region gesprochen - auch ganz viele neue Gesichter aus der Region wurden gesichtet und haben sich dem Protest angeschlossen - genau das wollten wir!


    Keine Sorge, "Wir sind Nürburgring" plant schon wieder weitere Aktionen und sucht gleichzeitig erneut das Gespräch mit der Politik.


    Wir bleiben dran!


    Eines muss klar sein - KEIN VERKAUF! - der Nürburgring muss in der öffentlichen Hand bleiben!


    Bis bald Euer


    Christian Menzel

  • Gespeichert von wh am/um 19 Februar, 2014 - 12:41


    Was derzeit in Sachen Nürburgring passiert ist nicht gerade als lustig zu empfinden. In diese entscheidende Phase, in der es um die Zukunft einer ganzen Region geht, haben sich zu viele Leute eingeschaltet, die weder eine Beziehung zum Motorsport, noch zum Nürburgring, auch nicht zur Region haben. Für sie geht es einfach um Geld. - Geld, dass sie offensichtlich selbst nicht haben. Es ist das Geld anderer Leute das sie gerne ausgeben möchten, um selbst an Geld zu kommen. Mit Hilfe der Politiker, die selbst auch keine Beziehung zu Geld haben. Sonst hätten sie nicht hunderte Millionen verschwendet. Deren Handlungen sind eben mehr am Erreichen von Macht und damit an Selbstdarstellung orientiert. - Da ist es schon erfrischend, wenn in einer solchen Situation, in der inzwischen überwiegend Leute mitmischen, die die Anfangsphase der Nürburgring-Affäre garnicht bewusst erlebt haben, nicht kennen, nun auch durch extreme Gebote auf KPMG-Voschläge im „Teaser“ verdeutlicht wird, wie weit man sich inzwischen bei Politik und Sachwaltern von den ursprünglich genannten Möglichkeiten für die Bieter um den Nürburgring, sei es ganz oder in Teilen, entfernt hat. - Es wird wirr, mal so, mal so argumentiert.
    „...Herr Hahne ist mein Zeuge!“


    So ist tatsächlich in einem Angebot eines Lesers von Motor-KRITIK an die KPMG zu lesen. Er hat mir den Inhalt seiner E-mail zu Händen des Mannes, über die alle Angebote lt. Ausschreibung zu laufen haben zukommen lassen. Weil er mich namentlich als „mein Zeuge“ erwähnt hatte und in Kenntnis setzen wollte. - Exakt so, wie es im Titel zu dieser Geschichte zu lesen ist.


    Aber werfen wir zunächst mal einen Blick in den „Teaser“, die Angebotsschrift der KPMG, in der eigentlich die Bedingungen zusammengefasst sind, zu denen der Nürburgring erstanden werden kann.


    Der PR-Mann der Insolvenz-Sachwalter, Pietro Nuvoloni, stellte noch vor wenigen Tagen – z.B. gegenübe dpa – fest:


    „Es spiele eine Rolle, ob für den gesamten Ring oder Teile des Komplexes geboten werde.“


    Das liest sich im nun schon neun Monate alten „Teaser“ der KPMG anders. Dort ist gleich auf Seite 2 zu lesen:


    „Investoren haben die Möglichkeit, alle Vermögensgegenstände, definierte Einheiten (>Verwertungseinheiten<) oder einzelne Vermögensgegenstände zu erwerben. Die Verwertungseinheiten sind vor dem Hintergrund der Separierbarkeit und der damit einhergehenden Kosten definiert worden.“


    Dann sind in der Folge die Verwertungseinheiten bis hin zu „09“ und „Weitere Verwertungseinheiten (2/2): Sonstige Grünflächen“ beschrieben.


    Soviel zum Wert von bedrucktem Papier, denn eigentlich fanden bisher nur Gebote Berücksichtigung, in den auf das Gesamtprojekt geboten wurde. So wurden auch evtl. Interessenten am Objekt Nürburgring von Fachleuten beraten, die man als Insider bezeichnen kann. - Und das Beispiel ADAC gibt ihnen recht.


    Nur wenn man auf das Gesamtobjekt bietet, hat man offenbar eine Chance den Zuschlag zu erhalten. Sagt auch Herr Nuvoloni. - Weil – und das ist ein offenes Geheimnis – die Landesregierung in Mainz sich vom Gesamtprojekt trennen will. Wenn man die Basis für das Kerngeschäft, die Rennstrecken, getrennt von dem „Kirmes-Rummel“ („Grüne Hölle“, ring°racer usw.) verkaufen würde, liefe man Gefahr, auf diesem „Rest“, dessen Bau erst durch die sogenannte „Beihilfe“ (sagt die EU) ermöglicht wurde, einfach sitzen zu bleiben. - Der Bau war eigentlich sinnlos, ist durch seine Größe eine Belastung und praktisch ohne jeden wirtschaftlichen Nutzen.


    Wenn man davon absieht, dass damit erst die Voraussetzungen für eine Insolvenz der Nürburgring GmbH, einer (überwiegend) landeseigenen Gesellschaft geschaffen wurden. So ergab sich erst – für die Politiker (!) - die Chance einer Trennung von einem Objekt, dass sich seit 1927 in Öffentlicher Hand befindet. - So könnte auch die Übernahme dieses Teils vom Objekt Nürburgring der Anlass für eine weitere Insolvenz in wenigen Jahren sein.


    Für einen der Bieter, „Capricorn“, dessen Angebot von den Insolvenz-Sachwaltern am Montag, den 17. Februar 2014 entgegengenommen wurde, war und ist auch klar: „Die Grüne Hölle“ wird abgerissen, obwohl man auf Empfehlung auf das Gesamtobjekt geboten hat. Klar ist diesen Herren auch, dass man – sollte man einen Zuschlag erhalten – auch umgehend den Zahlungszwang per Plastikkarte abschaffen würde.


    Auch die Investitionen in die Basis zur Einführung eines Kartensystems, hat die Nürburgring GmbH viele Millionen Euro gekostet. Die einfach verloren sind. Eine unsinnige Entscheidung. Wie auch der Landesrechnungshof schon in einem seiner Jahresrichte feststellen musste.


    Die eigentliche „Kartenfirma“ (Cash Settlement & Ticketing GmbH) ist inzwischen durch den Insolvenz-Geschäftsführer, Prof. Dr. Dr. Schmidt, still und heimlich aufgelöst worden. Außer in Motor-KRITIK wurde das nirgendwo vermeldet. - Damit wurde auf viele Millionen Euro verzichtet, die die Nürburgring GmbH von dieser Tochterfirma noch zu erhalten hatte.


    Das Kartensysstem wurde aber aufrecht erhalten – konnte aufrecht erhalten werden – weil für die Nutzung eines solchen Systems inzwischen keine Freistellungserklärung gemäß § 2 Abs. 5 Kreditwesengesetz mehr erforderlich ist, wonach die Cash Settlement & Ticketing GmbH einer „vollumfänglichen Aufsicht“ durch die entsprechende Bundesbehörde entzogen war.


    Aus einem Bericht des Landesrechungshofes vom 26. Januar 2011 sei als Prüfungsergebnis und Handlungsaufforderung an die Landesregierung (= Mehrheitsgesellschafter), von Seite 21 zitiert:


    „Die NG (Anmerkung des Verfassers: Nürburgring GmbH) und ihre Mehrheitsgesellschafter sollten prüfen, ob nicht wieder zur Bargeldzahlung übergegangen werden sollte.“


    Der damalige (vorrübergehend eingesetzte) zweite Geschäftsführer der Nürburgring GmbH, Gerd Weisel, vertraute später seinem Aufsichtsrat an:


    „Es ist zu beachten, dass ein Rückschritt zur Bargeldzahlung der Cash Settlement & Ticketing GmbH die Geschäftsgrundlage entziehen würde, was dazu führen würde, dass die Fortführungsprognose der Gesellschaft entfällt. In der Konsequenz würden die Darlehen der Nürburgring GmbH komplett wertberichtigt werden müssen.“


    Das war am 15. März 2012. Und was hat Prof. Dr. Dr. Schmidt Anfang 2013 gemacht? - Er hat die die Cash Settlement & Ticketing GmbH sozusagen „unauffällig“ liquidiert und damit u.a. auf die Rückzahlung eines Darlehns von rd. 7,5 Millionen Euro verzichtet, das die Nürburgring GmbH gewährt hatte. Er hat eine „Wertberichtigung“ vorgenommen. - Bis zu diesem Zeitpunkt, 2013, lag noch nicht einmal eine testierte Bilanz für das Jahr 2009 vor. - Schwamm drüber. - Wirklich?


    Darum hinterfragt auch niemand mehr das Zahlenspiel (z.B. Abschreibungen 2011), das Gerd Weisel, ein Landesbeamter (dem Innenministerium zuzurechnen), als „Halbtagskraft“ Geschäftsführer der Nürburgring GmbH, für den Aufsichtsrat – natürlich „VERTRAULICH“ - erstellt hatte.


    Hätte es nicht eine Patronatserklärung der Nürburgring GmbH gegeben, deren Laufzeit am 31.12.2011 endete, nachdem sie vorher auf 500.000 Euro begrenzt worden war, dann... -


    Der Landesrechungshof hat sich auch im Zusammenhang mit dieser o.e. Patronatserklärung in seinem Jahresbericht geäußert. Er schreibt auf Seite 27:


    „Das im Vertrag über die Geschäftsanteilsverpfändung vereinbarte Entgelt für die Inanspruchnahme der Patronatserklärung hat die NG (Anmerkung des Verfassers: Nürburgring GmbH) der MI (Anmerkung des Verfassers: MI-Beteiligungs- und Verwaltungs GmbH) angabegemäß noch nicht in Rechnung gestellt.“


    Übrigens ist Kai Richter als Geschäftsführer der Cash Settlement & Ticketing GmbH am 16.12.2011 ausgeschieden.


    Aber man wird von dieser Seite, zu diesem Thema, trotzdem wohl kaum die Bemerkung hören: „Herr Hahne ist mein Zeuge!“


    Dieser Hinweis steht aber in einem aktuellen Gebot eines meiner Leser an Alexander Bischoff, den Partner der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Corporate Finance – M&A, Frankfurt.


    Bitte versuchen Sie, lieber Leser, dieses Gebot so zu empfinden, wie es wohl auch gedacht ist: Als Erinnerung an eine als „gute Absicht“ verbrämte Verkaufsabsicht der Landesregierung von Rheinland-Pfalz.


    "Sehr geehrter Herr Bischoff,


    wie ich der Presse entnehme, endet die Angebotsfrist für den Ausverkauf des Nürbugrings bald und nach Aussage des Sanierungsgeschäftführers und des Sachverwalters zieht man sogar in Betracht, den Nürburgring zu zerschlagen und in Einzelteilen zu verkaufen. Also wie beim Autoverwerter.


    Oder wie beim Metzger: Der verkauft die Wurst ja auch Scheibchenweise.


    Bei ca. 30 km Streckenlänge (GP und Nordschleife zusammen) und angepeilten 50 Mio. Euro müsste eine Scheibe Nürburgring (1 mm Streckenlänge) ca. 1,67 Euro kosten. Oder 167 Euro im Quadratmeter. Die Nebenflächen und Bauten inklusive. Klingt interessant.


    Leider kann man den offiziellen Verlautbarung nicht entnehmen, bis zu welcher Partikelgröße der Nürburgring zwecks Verkauf geschreddert werden soll.


    Nachdem es jetzt auf jeden Euro ankommt habe ich mich dennoch dazu durchgerungen, Ihnen ein verbindliches Angebot zu unterbreiten.


    Ich biete Ihnen verbindlich 50 Euro für die Steuerungselektronik des Coasters. Also wirklich nur die CPU Einheit, das Ding ist nicht größer als ein Schuhkarton. Ich möchte mir den Coaster im Maßstab 1:50 als Gartenbahn nachbauen und ich habe mit meinen Freunden gewettet, dass ich den zum Laufen bringe. Wenn ich dazu die originale Steuereinheit bekommen könnte, wäre das natürlich ein Knaller.


    Sonst scheint ja niemand Verwendung dafür zu haben. Wäre schade, wenn das Herzstück dieses einmaligen Kulturgutes irgendwann in den Schrott gehen würde. Zumal die CPU schadstoffhaltig ist.


    Als zweite Tranche biete ich verbindlich 50 Euro für den Original Bürostuhl von Herrn Dr. Kafitz. Bitte nicht irgendeinen Schreibtischstuhl - es soll schon der von Kafitz sein. Ich prüfe das nach.


    Im Gegensatz zu den anderen Anbietern die Sie da am Start haben können Sie bei mir sicher sein, dass ich 100 % zu meinem Angebot stehe. Der Herr Hahne ist mein Zeuge. Ich kann die Summe aufbringen, das Zeug lasse ich per Boten abholen. Ich gefährde keine Arbeitsplätze und verhalte mich in jeder Hinsicht EU konform. Eventuelle Rückforderungen der EU nehme ich in Kauf, auf Ausstiegsklauseln und sonstige Hintertürchen verzichte ich.


    Kurzes Bestätigungsschreiben von Ihnen und ich überweise das Geld noch am gleichen Tag. Da kommt keiner meiner Konkurrenten mit.


    Dann habe ich mir überlegt, dass der Name "T3" für eine Tribüne direkt an der Start- und Zielgeraden doch etwas nüchtern wirkt. Auch unter einem Boulevard stellt man sich gemeinhin etwas komplett anderes vor.


    Ich biete ihnen daher verbindlich weitere Tranchen an:


    Umwidmung der "T3" in "Walter Kafitz Loge": 50,00 Euro
    Umwidmung des "Boulevard" in "Highway to Hell": 50,00 Euro
    Umwidmung der "Ring Arena" in "King Kurts Hall of Fame": 50,00 Euro
    Umwidmung der "Ring Card" in "Alles auf eine Karte!": 50,00 Euro
    Umwidmung der Coaster Hochkurve in "KPMG Triumpfbogen": 50,00 Euro
    Umwidmung Coaster Launch in "Knalltrauma Gedächtnis Gerade": 1,00 Euro


    Und last not least:


    Umwidmung einer Toilette in der VIP Lounge auf meinen Namen mit dem Zusatz:"Scheiß doch drauf!" (100,00 Euro)


    Zumindest die Umwidmungen sollten Ihren Verkaufsbemühungen nicht in die Quere kommen, weil ich damit ja gegenständlich niemandem etwas wegnehme.


    Alle Umwidmungen mit 10 Jahren Laufzeit, sofern das dann überhaupt noch steht.


    Selbstverständlich bin ich damit einverstanden, wenn Sie auf alle oder nur einzelne Angebote einen Zuschlag erteilen. Beim Zuschlag auf alle Angebote lege ich auf die Gesamtsumme nochmal 5 % drauf.


    Sollten Sie meine Angebote ausschlagen bitte ich um Darlegung der Gründe mit konkretem Bezug zu den Rechtsgrundlagen, für jedes Angebot einzeln.


    Mit freundlichen Grüßen


    Sollte mein Leser den Zuschlag erhalten, werde ich natürlich darüber berichten. Weil man zukünftig auch mal etwas Positives über die Verkaufsbemühungen um den Nürburgring schreiben sollte.


    Leider bietet die Vergangenheit dazu absolut keinen Ansatz, wie die Erinnerung (s.o.) an einen Teilaspekt beweist, der gerne übersehen wird. Dabei gibt es eine ganze Abfolge solcher Teilaspekte, an deren Entstehung nicht nur als fähiger Berater, sondern manchmal auch als Geschäftsführer Kai Richter, Düsseldorf (bzw. Kirsbach) beteiligt war.


    Als ich im Januar 2014 bei der Staatsanwaltschaft Koblenz einmal interessiert nachfragte, was denn eigentlich aus dem Ermittlungsverfahren gegen Kai Richter, z.B. lange Zeit einer von zwei Geschäftsführern bei der Cash Settlement & Ticketing GmbH geworden sei, da erhielt ich am 20. Januar die – kurze – Antwort:


    Sehr geehrter Herr Hahne,


    die Ermittlungen dauern an, der Abschluss ist noch nicht absehbar.


    Mit freundlichen Grüßen
    Hans Peter Gandner
    Oberstaatsanwalt
    Staatsanwaltschaft Koblenz


    Na, denn... -


    Man muss sich wohl daran gewöhnen: „„Schnell sind auf dem Nürburgring nur die Rennwagen...“ Wie auf den BILD-Internetseiten seit dem 17. Februar 2014 zu lesen ist. -


    Und wenn es in BILD steht...!


    MK/Wilhelm Hahne

  • ZEIT-Zeichen: Medienhype & Welle & Cruisen!


    Gespeichert von wh am/um 20 Februar, 2014 - 17:00


    Was die Wochenzeitung DIE ZEIT gerade aktuell als Rechercheleistung verkauft, ist ein billiges Mitreiten auf einer Welle, die die „Süddeutsche Zeitung“ mit dem Wurf eines gewaltigen Pflastersteins ins (bis dahin) stille Wasser des ADAC ausgelöst hatte. Michael Ramstetter und Peter Meyer waren mit einem kurzen Seil am Pflasterstein befestigt, so dass ihnen inzwischen das Wasser mindestens bis zum Hals steht. Und die Welle läuft noch. Und andere Medien möchten darauf mitreiten, weil es schließlich allein um 19 Millionen interessierte ADAC-Mitglieder gibt. Also gibt es überall ein irgendwie passendes – oder nicht passendes – Geschichtchen dazu. Eins der aktuellen Beispiele ist wie ein...
    ZEIT-Zeichen: Medienhype & Welle & Cruisen!


    Es klingt natürlich nach einem tollen Recherche-Ergebnis, wenn DIE ZEIT verkündet:


    „Der Zeitung liegen Dokumente zu Fällen vor, bei denen vom ADAC genannte Besucherzahlen von Veranstaltungen wie dem 24-Stunden-Rennen am Nürburgring bis zu viermal höher ausfallen als die Zahl der Ticketverkäufe.“


    Das steht so im Internet. Und man verweist darauf (am Mittwoch), dass das dann auch in der Druckversion - „der morgen erscheinenden Ausgabe der ZEIT“ - zu lesen sein wird. Man kann die – darauf wird auch hingewiesen - „am Kiosk oder online erwerben“.


    Wenn man dann, im Zusammenhang mit Zahlen vom 24-Stunden-Rennen, aus einer ADAC-Erklärung zitiert, die offenbar eine für eine Rallye genannte Besucherzahl erläutern soll, dann ahnt man, unter welchem Druck hier eine zur „ADAC-Welle“ passende Geschichte zusammengeschrieben wurde.


    Soweit Motor-KRITIK recherchieren konnte, handelt es sich um eine schriftliche Erklärung des ADAC gegenüber dem ZDF (Zweites Deutsche Fernsehen), wo man zu den Publikumszahlen der Deutschland-Rallye 2013 in Trier dem ADAC ein paar Fragen gestellt hatte, weil dort die Zuschauerzahlen durch öffentliche Gelder der Stadt Trier bezuschusst worden waren. - Merke: Jeder Zuschauer ist so für den ADAC wie bares Geld!


    Hätte man bei DIE ZEIT wirklich in der Sache selbst recherchiert, wäre man (vielleicht) darauf gestoßen, dass bei dieser Deutschland-Rallye des Jahres 2013 auch der ADAC-Sportpräsident, Hermann Tomczyk, mit einem „Gelben Engel“ (Hubschrauber) zu Sonderprüfungen unterwegs war. Das war insofern für diesen Herrn angenehm, als die „Gelben Engel“-Hubschrauber des ADAC eine generell geltende Außenlandegenehmigung besitzen und so immer und überall landen und starten können. Was dem Herrn Sportpräsidenten das Hüpfen von Sonderprüfung zu Sonderprüfung natürlich erleichterte.


    Aber zurück zu den vom Veranstalter des 24-Stunden-Rennens jeweils genannten Besucherzahlen, die lt. ZEIT schon 2012 von den „früheren Betreibern des Nürburgrings“ (Wer war das denn noch mal?) in einem Brief an den „zurückgetretenen ADAC-Präsidenten Peter Meyer“ kritisiert wurden.


    Immerhin hatte man bei der ZEIT wohl noch die damalige Pressemitteilung der „früheren Betreiber“ im Archiv. - Seit 2012. - Und hat sie in 2014 noch gefunden!


    Wenn Sie schon lange Leser von Motor-KRITIK sind, schreibe ich hier nichts Neues, sondern kann einfach auf meine Geschichte aus Mai 2012 unter dem Titel „Große Zahlen = Tolles Marketing“ verweisen, wo man u.a. folgende Auflistung und Gegenüberstellung von Zahlen zu jeweils verkauften Tickets und vermeldeten Besucherzahlen des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring der Jahre 2000 bis 2008 finden konnte:


    Jahr derVeranstaltung
    Publizierte Besucherzahlen
    Zahl der verkauften Karten
    2000 116.000 32.160
    2001 132.000 42.932
    2002 151.000 46.968
    2003 194.000 50.653
    2004 220.000 52.456
    2005 180.000 41.310
    2006 198.000 42.262
    2007 210.000 41.824
    2008 220.000 43.818


    Damit könnte DIE ZEIT jetzt auch vermelden – wenn man Motor-KRITIK lesen würde: Der Zeitung liegen die entsprechenden Dokumente vor.


    Veranstalter des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring ist übrigens nicht der ADAC in München, sondern einer seiner Regionalklubs: Nordrhein. - Früher, auch noch zu den oben vermeldeten Jahren, wurde er noch mit „Gau Nordrhein“ benannt, eine Bezeichnung die doch zu sehr an ein „tausendjähriges Reich“ erinnerte, weshalb man sich – aber erst vor Kurzem - dazu entschloss, die Bezeichnung „Gau“ durch „Regionalklub“ zu ersetzen.


    So gibt es auch keine ADAC-Gau-Meisterschaften mehr, sondern jetzt ADAC-Regional-Meisterschaften.


    Aber so ganz ist das noch nicht in den Köpfen aller ADAC-Funktionäre angekommen. Weshalb man z.B. auf den entsprechenden Internetseiten auch heute noch z.B. einen „Gau-Justiziar“ finden kann. Und beim Regionalklub Nordrhein findet man noch Peter Meyer, den Ex-Präsidenten des ADAC, als Vorsitzenden. - Der ist das wirklich!


    Motor-KRITIK hat übrigens schon seit vielen Jahren die Praxis der Veranstalter – nicht nur des ADAC – kritisiert, jeweils Zahlen zu verbreiten, die z.T. weit von der Realität entfernt sind. Entsprechende Recherche-Ergebnisse sind darum auch schon in einem Buch von mir zu finden, das im August 2010 erschienen ist.


    Die dort genannten Zahlen haben auch insofern Bedeutung, als sie damals bei ihrer ersten Veröffentlichung, Dr. Kafitz zu einer Erklärung veranlassten, die seine stetigen Angaben von rd. 2 Millionen Besuchern pro Jahr am Nürburgring in ein anderes Licht stellen sollten. Dr. Kafitz bat darauf zu achten, dass er immer von „Besuchen“, nicht von „Besuchern“ gesprochen hätte. - Und keiner hat's gemerkt?


    Offenbar hatte auch niemand genau hingehört und die 2 Millionen Besucher waren dann Ausgangsbasis für alle Gutachten und Berechnungen, die dem Projekt „Nürburgring 2009“ zugrunde lagen. Keiner der gut bezahlten Gutachter und Berater hat eigene Untersuchungen, weder in quantitativer noch in qualitativer Hinsicht vorgenommen.


    Schon damals wäre eine kritische Betrachtung der genannten und als Grundlage für Zukunftsvorhersagen empfundenen Besucherzahlen durch die überregionalen Medien wichtig und notwendig gewesen.


    Aber der Nürburgring wurde damals – und wird heute – überall als „tiefste Provinz“ empfunden, um die es sich wohl nicht lohnt ein paar Zeilen zu verlieren. Auch nicht über Zusagen der Landesregierung, wie sie z.B. im Jahre 2004 durch den damaligen Wirtschaftsminister Bauckhage gemacht wurden. (Sie finden eine pdf-Datei dazu auch im Anhang.) - Achten Sie dabei auf das Versprechen des Herrn Ministers:


    „Die Landesregierung steht dahinter.“


    Die Eifel-Region Nürburgring kann – und darf - sich leider auf Zusagen von Politikern nicht verlassen, sondern muss versuchen, dem Schicksal jetzt den Drall zu geben, der ein Zurücksinken auf das Niveau eines „Sibirien des Rheinlandes“ verhindert.


    Ich darf in diesem Zusammenhang auf eine aktuelle Veröffentlichung des „Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftschutz“ verweisen (1/2014) in der es auf Seite 38 heißt:


    „Ohne die Hilfe des 1883 vom preußischen Staat eingerichteten 'Eifelfonds' wäre es zu einer Katastrophe gekommen. Wieder wanderten viele Menschen ab, nach Übersee und auch in die niederrheinischen Industriereviere. Viele Gegenden im Deutschen Reich waren der Eifel hinsichtlich einer touristischen Inwertsetzung ihrer Kulturlandschaften um Jahrzehnte voraus. Unter Bezug auf diese Vorbilder entwickelten sich Initiativen, der als 'Rheinisches Sibirien' gescholtenen Eifel zu einem besseren Ruf zu verhelfen.“


    1883 war es der „Eifelfonds“.


    Merke: 2014 nennt sich die Eifel-Initiative


    WIR SIND NÜRBURGRING!


    Und wenn sich die Landesregierung dann noch an die Zusage eines ihrer Minister gebunden fühlt...
    -
    MK/Wilhelm Hahne

  • Über das laufende Insolvenzverfahren bei der Nürburgring GmbH lohnt es sich schon ein paar Gedanken zu machen. Man nutzt die Vorzüge eines „modernen“ Insolvenzverfahrens, das in Eigenverwaltung. Aber nur in einer bestimmten Hinsicht. In einer anderen nutzt man es nicht. Wie Motor-Kritik gerade durch eine entsprechende Anfrage beim zuständigen Insolvenzgericht in Erfahrung bringen konnte. - Wie soll es unter diesen Umständen jemals zu einer Entschuldung kommen? - Oder zu einem Ende des Insolvenzverfahrens? - Offensichtlich ist die gewählte Form der Insolvenz – der in Eigenverwaltung – für die Landesregierung nur unter einem bestimmten Gesichtspunkt interessant. - Aber vielleicht kann Motor-KRITIK durch einen sachkundigen Leser geholfen werden, der das „moderne“ Insolvenzrecht beherrscht. - So kann man hier nur die – vielleicht naive - Frage stellen:
    Ohne Insolvenzplan – mit Plan?


    Eigentlich waren es die einfältigen Feststellungen eines Rechtsanwalts (und Mitglieds der Landesregierung) Hoch, die bei Motor-KRITIK zu neuen Ansätzen beim Begreifen von Entscheidungen der Landesregierung von Rheinland-Pfalz führten. Und es lohnte sich offensichtlich, sich noch einmal mit dem Thema Insolvenz in Eigenverwaltung zu beschäftigen.


    Motor-KRITIK hatte das zwar schon vor Kurzem getan (s. hier), aber einige Lücken beim Denken konnten ohne fremde Hilfe nicht geschlossen werden.


    So spielt bei der Insolvenz in Eigenverwaltung der so genannte Insolvenzplan eine wichtige Rolle. War bei der bisherigen Art der Abwicklung einer Insolvenz immer der notwendige „Zwangsvergleich“ ein Schreckgespenst, so können nun – wenn sie vernünftig sind – Schuldner und Gläubiger als die Beteiligten bei einer Insolvenz, die Sache irgendwie flexibel und wirtschaftlich effektiv abwickeln.


    Das Zauberwort heißt „Insolvenzplan“. Damit soll vermieden werden, dass bei einer Insolvenz ein eigentlich funktionierendes Unternehmen, das durch besondere Einflüsse in Schieflage gerät, einfach „zerschlagen wird“. Denn so ergibt sich auch meist ein wirtschaftlicher Vorteil für die Gläubiger.


    So ein Insolvenzplan ist in einen darstellenden und einen gestaltenden Teil (s. § 219 InsO) gegliedert. Der darstellende Teil soll alle wichtigen Daten zu den Grundlagen und den Auswirkungen des Plans enthalten, da dieser Plan auch die Grundlage für die notwendige Zustimmung der Gläubiger und des Insolvenzgerichts bilden soll. Es ist vor allen Dingen darzulegen, wie das Unternehmen „verwertet werden soll“. Das kann sowohl eine Liquidation, eine Sanierung als auch ein Verkauf sein.


    Also wäre es doch interessant zu erfahren, wie sich die Insolvenz-Sachwalter eine vernünftige Lösung im Interesse der Gläubiger vorstellen und wie sie diese Lösung in die Realität umsetzen wollen.


    Sie sollten auch in einem solchen Insolvenzplan z.B. die Gläubiger nach sachlichen Kriterien in bestimmte Gruppen einteilen. Das wären im Fall der Nürburgring GmbH:


    „normale“ Gläubiger, die lt. Gutachten der Sachwalter Forderungen von rd. 15 Mio Euro haben
    und ein „nachrangiger“ Gläubiger, dessen Forderung – s. Gutachten - 330 Mio Euro beträgt.


    Lt. § 226 Abs. 1 InsO sind innerhalb dieser Gläubigergruppen die Beteiligten hinsichtlich ihrer Rechte gleich zu behandeln.


    Über so einen Insolvenzplan müssen die Gläubiger entscheiden. Und das Gericht. Unter normalen Umständen ist es so, dass um drei bis vier Monate nach Verfahrenseröffnung über ein Sanierungskonzept wie es im Insolvenzplan dargestellt ist, abgestimmt werden kann und es – wie in den meisten Fällen – so rechtskräftig bestätigt wird.


    Sobald die Bestätigung des Insolvenzplanes rechtskräftig ist, beschließt das Insolvenzgericht dann die Aufhebung des Insolvenzverfahrens und der bisherige Sachwalter überwacht die Erfüllung der mit dem Insolvenzplan gemachten Zusagen weiter.


    Wie weit ist man damit inzwischen bei der Insolvenz in Eigenverwaltung bei der Nürburgring GmbH? - Eine Anfrage beim zuständigen Insolvenzgericht in Bad Neuenahr-Ahrweiler ergab:


    Bis heute – rd. 15 Monate nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung – haben die Insolvenz-Sachwalter noch keinen Insolvenzplan erstellt. „Eine zwingende Verknüpfung zwischen der Eigenverwaltung und der Vorlage eines Insolvenzplans besteht nicht“, teil das Insolvenzgericht emotionslos aber informativ mit.


    Warum hat man dann bei der Einleitung des Verfahrens bei der Landesregierung in Mainz wohl eine Insolvenz in Eigenverwaltung gewählt?


    Am 21. Februar 2014 verkündete der Sprecher der Insolvenz-Sachwalter auf einer Pressekonferenz der Nürburgring Betriebsgesellschaft mbH, einer „Tochter“ der insolventen Nürburgring GmbH, die deren Geschäfte weiter führt, dass diese Tochter im Kalenderjahr 2013 ein deutlich besseres Ergebnis „als eine Schwarze Null“ erzielen konnte. - Also gibt es doch eine Basis für eine vernünftige Weiterführung der Geschäfte auf der Basis des ursprünglichen GmbH-Vertrages, in dem keine Achterbahn, kein Vergnügungsviertel, kein Hotel vorgesehen war.


    Es wird so deutlich, dass die Möglichkeit der Insolvenz in Eigenverwaltung durch den Eigner der Nürburgring GmbH, die Landesregierung von Rheinland-Pfalz offensichtlich nur ergriffen wurde, damit sie nach wie vor – über den von ihr bestimmten Insolvenz-Geschäftsführer - den vollen Durchgriff zum operativen Geschäft und die von ihr favorisierte Verkaufsabwicklung der GmbH hatte.


    Der an der Bauchspeicheldrüse erkrankte und deshalb (??) aus der Regierungsverantwortung ausgeschiedene Kurt Beck (SPD) äußerte sich am 12. Juni 2013 vor Studenten in Marburg ganz eindeutig, dass der Nürburgring-Verkauf von der EU vorgeschrieben wäre. - Ist man wirklich gezwungen?


    Damit wollte er wohl die Aussagen der Insolvenz-Sachwalter – z.B. die vom 28. Februar 2013 - unterfüttern, die zu diesem Termin bereits die Medien informiert hatten, dass der Verkauf der Nürburgring-Rennstrecken zwingend sei. - Zwingend!


    Lassen wir noch einmal kurz die skandalöse Entwicklung um die Insolvenz in Eigenverwaltung zeitlich Revue passieren:


    März 2012: EU eröffnet offiziell ein Beihilfeverfahren in Sachen Nürburgring.
    Juli 2012: Nürburgring GmbH meldet Insolvenz an
    Okt. 2012: Gutachten der Insolvenz-Sachwalter geht beim Insolvenzgericht ein.
    Nov. 2012: Lt. Insolvenzgericht ist das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung offiziell eröffnet.
    Febr. 2013: Insolvenz-Sachwalter verbreiten: Verkauf des Nürburgrings sei zwingend.
    April 2013: Gläubiger-Ausschuss entscheidet: Nürburgring soll zum Verkauf ausgeschrieben werden.
    Mai 2013: Insolvenz-Sachwalter schalten Verkaufsanzeigen. KPMG wird eingeschaltet.
    Dez. 2013: Eigentliches Ende des normalen Bieterverfahrens.
    Febr. 2014: Bieterverfahren wird – nach Verlängerung – abgeschlossen. (Aber nicht definitiv!)
    Febr. 2014: Pietro Nuvoloni erklärt im Auftrag der Insolvenz-Sachwalter auf einer Pressekonferenz der NBG (einer 100%-Tochter der insolventen NG): „Das 2013er- Ergebnis war deutlich besser als eine '“Schwarze Null'“.


    Damit bestätigt sich eigentlich die Einschätzung der Insolvenz-Fachleute, dass bei der Nürburgring GmbH die Zuordnung der Insolvenz in eine „in Eigenverwaltung“ richtig war. Die Nürburgring GmbH verfügt offensichtlich über eine gesunde Basis zur Fortführung der Geschäfte. „Krank“ war nur die so genannte „Beihilfe“ der Landesregierung und die sich daraus ergebenen Zinslasten.


    Mit diesen Fakten hatte Motor-KRITIK auch das Insolvenzgericht bei seiner Anfrage informiert, deren Chef eigentlich mit seiner Antwort nur bestätigte, dass die Abwicklung der Insolvenz – unter dem direkten Zugriff der Landesregierung - der Inszenierung in einem „Schmierentheater“ gleicht.


    Auch die Neugründung der NBG, der neuen Nürburgring Betriebsgesellschaft mbH, erscheint bei normaler Betrachtungsweise vollkommen überflüssig, da ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung von Außenstehenden, also auch von den bisherigen Geschäftspartnern der Nürburgring GmbH, nicht als ein „klassisches Insolvenzverfahren“ betrachtet und empfunden wird, also ein solches, dass auf eine „Zerschlagung“ ausgerichtet ist. Eine Insolvenz in Eigenverwaltung wird meist – und sehr stark - mit den Begriffen „Sanierung“ und “Neustart“ verbunden.


    Was auch so sein könnte. - Wie das Betriebsergebnis in 2013 (lt. Pietro Nuvoloni) beweist. Aber wie es die Durchsetzung der Pläne der Landesregierung derzeit unmöglich macht, die nur die Vorteile einer bestimmten Partei, bestimmter Gruppen und Personen im Auge haben.


    Hier wird eine Region um ihre wirtschaftliche Basis gebracht. Und sie muss noch für die Fehler der Politik zahlen. - Bis hin zu den Honoraren der Berater.


    MK/Wilhelm Hahne

  • Die neue Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz konnte lange von einem Bonus zehren, der inzwischen aufgebraucht scheint. Malu Dreyer steuert das Landesschiff auf gleiche Art, wie es der Landes-Kapitän schon lange Jahre vorher getan hat. Er hat dem Volk aufs Maul geschaut und – das gemacht, von dem er ausging, dass es wohl – irgendwie - gut gehen würde. Als es nicht (mehr) gut ging, da hat er sich verabschiedet. Auffällig unauffällig. - So hat dann Malu Dreyer begonnen, langsam Fahrt aufgenommen und sich dann ins Fahrwasser des erfahrenen Vorgängers begeben. Sie beantwortet Briefe nicht mehr selber, sondern lässt sie beantworten, wobei die gewählte Art schon (fast) unnachahmlich ist. - Sie unterschreibt auch nicht selber. - Es ist „modern Style“. Sehr innovativ.
    Malu Dreyer: Vertraulich – Elektronisch!


    Am 3. Januar 2014 hatte ein besorgter Bürger seine Vorstellung in Sachen Nürburgring der Frau Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz in einer direkt an sie gerichteten E-mail mitgeteilt. Frau Dreyer hat es als richtig empfunden, diese E-mail durch das Bürgerbüro, angesiedelt in der Staatskanzlei, beantworten zu lassen. Mit einem elektronischen Brief. - Am 25. Februar 2014.


    Das ist also keine E-mail, sondern ein Brief, den man aus Satzbausteinen in einem Computer zusammensetzt und dann als pdf-Datei einer E-mail anhängt. - Persönlicher geht’s kaum noch.


    Aber der mit der Beantwortung betraute Bürgerbeauftragte hat sich noch etwas einfallen lassen, um dem besorgten Schreiber einen Eindruck davon zu vermitteln, wie sehr die Landesregierung die Meinung eines einzelnen Bürgers interessiert.


    „Betreff“ lässt man im Computerbaustein unausgefüllt und auch die Wortbausteine „Sehr geehrte 'Anrede'“ lässt man unkorrigiert so stehen, wie sie aus dem Computer kamen. Da werden dann weitere Satzteile zu einer überzeugenden Wortkombination, wenn man lesen kann:


    „Sie hat Ihre Ausführungen mit Interesse gelesen und teilt Ihre Auffassung...“


    Dann kommt natürlich der Hinweis auf das regierungsintern immer wieder hochgelobte „Landesgesetz zur Erhaltung der Zweckbestimmung des Nürburgrings“. Und Frau Ministerpräsidentin lässt betonen:


    „Die einzelnen Schritte des Verwertungsprozesses werden mit der Europäischen Kommission abgestimmt.“


    Motor-KRITIK darf hier mit der Sachinformation ergänzen:


    Die Insolvenz-Sachwalter haben ihren Besuch in Brüssel mit den inzwischen vorliegenden Vertragsentwürfen zum Verkauf des Nürburgrings für den 26. Februar 2014 avisiert.


    Einen wunderschönen Abschnitt des „Elektronischen Briefes“ findet man auf Seite 2, wo es heißt:


    „Auch Ministerpräsidentin Dreyer bedauert, dass in den Gesprächen mit der EU-Kommission trotz der gemeinsamen Anstrengungen engagierter Vertreter und Vertreterinnen der Zivilgesellschaft, der lokalen Politik und der Landesregierung eine isolierte Verwertung der Rennstrecke nicht erreicht werden konnte.“


    Und dann wird dick aufgetragen:


    „Das hat der zuständige Kommissar, Vizepräsident Almunia, auch in einem Schreiben an die Ministerpräsidentin ausdrücklich abgelehnt.“


    Glaubt eigentlich Frau Dreyer diese sachliche Verdrehung von Tatsachen? - Motor-KRITIK hat in dieser Sache Kontakt mit Brüssel gehabt und entsprechende Fragen gestellt, deren Antworten ich auch z.B. hier für meine Leser notiert habe, nachdem ich vorher schon dazu hier meine persönliche Meinung geäußert hatte.


    So ein „ELEKTRONISCHER BRIEF“ - tatsächlich sind diese zwei Worte in Versalien (Großbuchstaben) dargestellt - und sein insgesamt peinlicher Inhalt laufen unter dem Obertitel „Vertraulichkeit“, mit denen die zwei Seiten jeweils überschrieben sind.


    Der Inhalt dieses Briefes ist einfach peinlich und sollte auch wirklich „vertraulich“ behandelt werden, weshalb auch hier bei Motor-KRITIK keine Original-pdf-Datei dieses Machwerks im Anhang angefügt ist.


    Was soll man z.B. von diesem Satz halten, der auch in diesem Zwei-Seiten-Elektronik-Druckwerk zu finden ist:


    „Die Landesregierung hat ein großes Interesse daran, dass im Verwertungsprozess auch die Fragen der Konzeption, der Strategie und des Geschäftsmodells eine Rolle spielen.“


    Als wenn die Landesregierung davon etwas verstehen würde, dies sachlich beurteilen könnte. Es war doch die Landesregierung die mit ihrer Konzeption, ihrer Strategie und ihrer Vorstellung von einem idealen Geschäftsmodell den Nürburgring frontal gegen die Wand gefahren hat. - Wie kam es denn zu der Insolvenz, die man gerade versucht – unter Aufwendung von Honoraren in einer Höhe, die das Vorstellungsvermögen eines normalen Arbeitnehmers übersteigen – in einem Bieterverfahren mit „diskriminierungsfreien“ Ablauf durch Verkauf des Nürburgrings zu beenden?


    Auf den Computern der Staatskanzlei, in der diese Wortschöpfung entstand, finden Sie alles unter


    „25.02.2014-HB-Hammer-C:\Users\Hammer\Desktop\BB_Mail an X_XXXXX – Haltung LReg zu Verwertungsprozess Nürburgring.doc“


    auf der Festplatte abgelegt.


    Damit es nicht überlesen wird, wiederhole ich hier noch einmal die Information – die es heute nur bei Motor-KRITIK gibt:


    Die Herren Insolvenz-Sachwalter sind morgen, 26. Februar 2014, mit den Vertragsentwürfen zu den Verkaufsverträgen , die man bis zu diesem Zeitpunkt realisieren konnte (es sind rd. neun Monate nach der Ausschreibung vergangen) dann zu Abstimmungsgesprächen bei der EU in Brüssel.


    Ich möchte hier mit dem Schlusssatz enden, den Frau Malu Dreyer einem Bürger aufgrund seiner E-mail vom 3. Januar 2014 am 25. Februar 2014 in einem „Elektronischen Brief“, der mit „Vertraulichkeit“ überschrieben ist, durch ihren Mitarbeiter widmen lies:


    „Sie wird zudem stets die berechtigten Interessen derer, die in der Region um den Nürburgring leben und arbeiten im Blick behalten, denn ihr ist bewusst, dass viele Arbeitsplätze und selbstständige Existenzen unmittelbar oder mittelbar vom Fortbestand des Rings abhängen.“


    Unterzeichnet ist dieser Brief entsprechend der Art der Darstellung nicht von Frau Malu Dreyer sondern „im Auftrag gez.“


    Alles wird gut! - Man sollte auch das „vertraulich“ behandeln, kann es aber zunächst mal zur gelegentlichen Verwendung – und zur Sicherheit! - dann elektronisch speichern.


    MK/Wilhelm Hahne